Beiträge von jece

    Hallo,


    ich habe schon mal eine andere Medikamentierung angesprochen. Wird aber noch bei den Ärzten besprochen. Als Problem wird jedoch angesehen, dass Deine Meinung wohl nicht in der Literatur geteilt wird.


    Nein, ich hatte nie Stimmen. Auch keine Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Ich bin damals zu Beginn meines Studium zum Psychologen an der Universität wegen Traumatisierungen in Kindheit und Jugend gegangen. Der hat mich aber absolut mies behandelt. Wie auch viele nach ihm - und auch mein Vater. Habe dann angefangen zu schreien und mich selbst zu verletzen. Das hat dann die Nachbarn gestört, war dann öfters in der Psychiatrie (wurde auch ans Bett gefesselt, ohne dass ich eine Gefahr dargestellt habe). Nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie bin ich dann plötzlich auf meinen Hausarzt los. Ohne dass ich es wollte. Meine Psyche hatte keine Macht über meinen Körper. Das war dann der Anlass, dass ich in die Forensik kam...

    In der forensischen Psychiatrie ist man halt auf das Gutdünken der Ärzte angewiesen. Ich habe erlebt wie jemand mehr als 20 Jahre dort wegen gefährlicher Körperverletzung festsaß und keine Aussicht hatte dort jemals wieder raus zu kommen. Aus dem Gefängnis wäre er nach drei bis fünf Jahren wieder entlassen worden.


    Die Pfleger in der forensischen Psychiatrie sind auch nicht gerade zimperlich. Ein anderer musste ständig in Hand- und Fußfesseln duschen. Außerdem sind viele in kargen Zellen mit harten Betten untergebracht. Das kann im Gefängnis schon besser sein...


    Ich selber habe nun seit fast neun Jahren Bewährung (und Führungsaufsicht) nach einem dreieinhalbjährigen Aufenthalt in der Forensik. Muss ständig zum Bewährungshelfer etc., was ganz schön an meinem Selbstbewusstsein nagt. Wäre ich ordentlich verurteilt worden wäre ich längst wieder komplett frei.


    Auf folgender Seite findet man im Übrigen gute Infos zu Zwangsmaßnahmen in der (forensischen) Psychiatrie:


    https://www.zwangspsychiatrie.de/

    Naja, sich schuldig zu fühlen ist bei einem Trauma ja irgendwie eine normale Symptomatik...


    Ich habe auch jahrelang Leponex genommen und mächtig zugenommen. Nachdem ich ein anderes Medikament (Risperidon) bekommen habe habe ich wieder ein wenig abgenommen (aber nicht die ganze Masse).


    Ich glaube auch, dass ich eher an einer Komplexen PTBS nach Kindheitstraumata leide, habe aber seit etwa zwölf Jahren die Diagnose Paranoide Schizophrenie, weil ich damals Jemanden angegriffen habe. Ich hatte damals aber keine Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder Stimmenhören.


    Schön, dass Du es geschafft hast einen Psychiater zu finden, der sich getraut hat gegen den Mainstream in der Psychiatrie anzugehen. Wie hast Du das gemacht?

    Ja, mir würde es helfen zu verstehen was damals passiert ist und das in mein Selbstbild zu integrieren. Wie gesagt glaube ich nicht an die Psychose-Hypothese.


    Ich war wirklich eher Zuschauer. Ich wollte nicht angreifen. Mein Körper hat agiert ohne das Zutun meiner Psyche.


    Ich zweifle die Schizophrenie bei mir überhaupt an, wollte mich hier nur noch mal vergewissern, ob die Medikamente gegen eine solche Negativsymptomatik wirken oder ob das vielleicht doch eher eine Depression nach traumatischer Belastung ist. Ich glaube nämlich eher, dass ich eine PTBS nach Kindheitstraumata habe.

    Naja, es passt einfach nicht zu mir, dass ich Jemanden angreife...


    Kurz nach der ersten Einnahme vom Seroquel hatte ich auch Verkrampfungen, bei denen auch die Ärzte sagten, dass es wohl vom Medikament kommen würde. Das hatte ich auch später bei anderen Medikamenten. Warum sollte das Angreifen nicht auch so eine Art Krampf gewesen sein?


    Und ja: Ich habe das Seroquel in der vorgeschriebenen Dosis eingenommen.


    Im Beipackzettel steht auch nicht alles, stimmt.

    Hm, kann schon sein, das mit der Katatonie. Habe mal eben Katatonie gegoogelt. Es scheint im neuen ICD-11 eine eigene Kategorie dafür zu geben. Ich konnte aber leider nur den englischen Wortlaut finden. Wenn mein mich mein Englisch nicht täuscht steht da, dass solch eine Katatonie auch durch Medikamente ausgelöst werden kann. Das bringt mich darauf, dass ich vor der Straftat erstmalig und seit etwa einem Monat ein Neuroleptikum, nämlich Seroquel, bekommen habe. Könnte es sein, dass ich aufgrund der Gabe des Neuroleptikums Jemanden angegriffen habe?

    Hallo Admin ,


    erst einmal vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag.


    Bist Du Arzt oder woher hast Du Deinen Sachverstand? Ich frage auch daher, weil ich mich wohl kaum gegen die Ärzte mit einer anderen Medikation durchsetzen kann. Dazu muss ich vielleicht noch erwähnen, dass ich vor zwölf Jahren eine Straftat begangen habe, nach der ich in der forensischen Psychiatrie war. Die Ärzte meinen ich hätte eine Psychose gehabt, woran ich selbst aber nicht glaube.


    Ich kann leider auch nicht sagen, dass das, was damals passiert ist, nie wieder passieren wird. Potenziell ist das meiner Meinung nach mit oder ohne Neuroleptika möglich. Schließlich weiß ich bis heute nicht, warum ich das damals getan habe. Ich wollte das nicht. Psychisch war ich das auch nicht, nur körperlich, war praktisch nur Zuschauer im eigenen Körper. Ich hatte aber auch keine Positivsymptome.


    Seit acht Jahren stehe ich nun unter Führungsaufsicht und habe auch keine große Aussicht da wieder heraus zu kommen. Schließlich würde ich die Medikamente auch gerne wieder absetzen, was ich aber nicht darf.


    LG

    jece

    Ich nehme nun seit 12 Jahren Neuroleptika. Positivsymptome wie Stimmenhören, Wahnvorstellungen oder Halluzinationen hatte ich meiner Meinung nach nie. Dafür aber Negativsymptome wie Antriebsarmut, Affektverflachung, Einfallslosigkeit, innere Leere, soziale Isolation, etc.. Leider geht diese Negativsymptomatik auch mit Medikamenten nicht zurück, wird im Gegenteil immer stärker. Ich bekomme zur Zeit Trevicta (also Paliperidon), Haldol, Abilify, Pipamperon und MilnaNeurax (ein Antidepressivum). Davor hatte ich schon Risperidon, Clozapin, Fluanxol, Solian und Seroquel ausprobiert. Was kann man da nur machen? Wie bekomme ich die Negativsymptomatik in den Griff?