Beiträge von jece

    Was sind das für akustische Halluzinationen?


    Die Symptome, die Du beschreibst, können durchaus auch bei anderen psychischen Beschwerdebildern auftreten. Zum Beispiel bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Diese kann noch Jahre nach einem (eventuell auch nicht mehr bewusst erinnerbaren) Trauma vorkommen. Halluzinationen und Verfolgungswahn könnten darauf hindeuten, dass da was aus dem Unterbewussten zum Vorschein gekommen ist. Auch Körpermissempfindungen können darauf hindeuten, dass man sich bei einem traumatischen Erlebnis nicht wohl gefühlt hat und dass dies wieder hochkommt. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme sind oft auch vorhanden.


    Ich will Dich nicht von der Diagnose Psychose bzw. Schizophrenie unbedingt abbringen, aber bedenke bitte, dass viele Ärzte sich bei PTBS zum Beispiel nicht auskennen und die Symptome für Symptome einer Psychose halten. Natürlich kann aber auch beides vorliegen. Oder etwas ganz anderes.

    Ich denke nicht, dass man hier eine Ferndiagnose wagen kann. Er sollte sich (über psychische Krankheitsbilder, etc.) informieren und wie gesagt verschiedene Meinungen einholen. Außerdem schreibt er ja gerade, dass er keinen Wahn hat. Sehe ich auch nicht bei dem, was er schreibt. Wenn im Übrigen ein Medikament gegen seine Symptome hilft ist das schon mal gut und viel gewonnen - unabhängig von der Diagnose.

    Ich denke nicht, dass es sich unbedingt um ein Symptom einer Schizophrenie handeln muss. Das kann es vielleicht, muss es aber nicht. Auch bei anderen Krankheitsbildern kann das auftreten. Man muss auch sagen, dass viele psychische Krankheitsbilder gleitend ineinander übergehen. Ich würde Dir empfehlen zu verschiedenen Psychiatern zu gehen und Dir verschiedene Meinungen dazu anzuhören.

    Walktheline


    Tavor ist ein Schlaf- und Beruhigungsmittel und macht abhängig. Da muss man wirklich aufpassen. Dominal ist ein schwach wirksames Neuroleptikum. Das wird gerne zum Schlafen verschrieben, da es eben gerade müde und nicht abhängig macht. Man sollte die Filmtabletten aber mindestens zwei Stunden vor dem Schlafen mit viel Wasser einnehmen. Wenn man es erst einnimmt, wenn man sich Stunden im Bett gewälzt hat, ist man morgns wie gerädert. Mir hilft Dominal auch manchmal, manchmal hilft es aber auch nicht, verschlimmert auch schon mal meine Schlafprobleme. Was bei mir bei Bedarf gut wirkt ist Ciatyl. Das macht zwar auch ein wenig müde, entspannt mich aber auch. Bei anderen Menschen wirkt auch Pipamperon in dieser Weise. Da muss man meist ausprobieren, was bei einem selbst am Besten wirkt. So ist es aber auch mit stärkeren Neuroleptika. Auch hier ist es von Mensch zu Mensch unterschiedlich wie es wirkt und wie die Nebenwirkungen sind.


    Ich bin seit Jahren erwerbsunfähig, versuche aber nochmal eine Ausbildung zu bekommen, was nicht ganz so leicht ist. Seine Ausbildung würde ich nicht aufs Spiel setzen. Das kann auch Stabilität geben. Natürlich muss man aber andererseits gucken, dass er sich nicht überfordert.


    Es gibt in Deutschland auch spezielle Hilfen für Flüchtlinge. Meines Wissens bietet zum Beispiel die Caritas auch Beratungen für Flüchtlinge und ihre Helfer an. Dort kann man vielleicht auch mal nachfragen, ob es Hilfen für die Ausbildung gibt.

    Ja, ich nehme Neuroleptika. Zeitweise habe ich wohl fünf Stück gleichzeitig genommen. Mittlerweile sind es noch zwei, wobei das eine derzeit abgesetzt wird. Es bleibt dann noch Abilify übrig, was angeblich auch antidepressiv und bei PTBS wirksam sein soll. Man muss bei Neuroleptika schwer aufpassen, da es hier auch krasse Nebenwirkungen geben kann. Ich habe zum Beispiel (unter Clozapin) mehr als 80 Kilogramm zugenommen.

    Hallo Walktheline,


    Traumata können durchaus zu einer Psychose führen. Das kenne ich auch von mir. Ich hatte vermutlich auch eine (einzige) Psychose, in der ich jemanden angegriffen habe, nachdem ich einiges an Entwicklungstraumata in Kindheit und Jugend durchmachen musste. Allerdings können Symptome einer Psychose auch mit denen einer PTBS verwechselt werden. Zur näheren Abklärung würde ich einfach mal eine Traumaambulanz aufsuchen, die es mittlerweile an vielen Unikliniken bzw. in vielen größeren Städten gibt.


    Ansonsten gibt es auch einige Links bei Google unter den Begriffen "Trauma und Psychose" und "PTBS und Schizophrenie". Ich bin gerade dabei mich für mich selbst mit dem Thema zu beschäftigen. Habe mir gerade das Buch "Trauma und Psychose" von Günter Lempa und Elisabeth Troje bestellt. Wenn ich es gelesen habe kann ich ja mal berichten...


    LG

    jece.

    Hallo April,


    ich habe auch lange Zeit darunter gelitten, dass ich ganze 80 Kilogramm innerhalb weniger Jahre zugenommen habe. Auch den Durchfall und das Gefühl nicht mehr richtig fühlen zu können kenne ich. Du solltest auf jeden Fall versuchen auf ein anderes Präparat umzustellen. Zumindest die Gewichtszunahme solltest Du damit in den Griff bekommen.


    LG

    Nun ja, ich gehe mittlerweile von dem Grundsatz aus: Richtig ist was hilft. Und wenn einem Neuroleptika helfen, dann ist das richtig. Und wenn einem die Diagnose Schizophrenie hilft, dann ist das richtig. Andersherum ist es aber auch falsch, wenn es nicht hilft. Dann muss man nach anderen Wegen und Mitteln suchen, um die Probleme zu beheben. Und damit meine ich die Probleme des Einzelnen und nicht die Probleme, die die Gesellschaft mit ihm hat. Das kann eine andere Diagnose sein, eine andere Medikamentation oder auch eine der vielen Formen von Psychotherapie oder etwas ganz anderes.


    Da braucht man meiner Meinung gar nicht den Hammer raus zu holen und sagen, dass Geisteskrankheit ein Konstrukt wäre. Letzten Endes ist doch alles was der Mensch zu wissen glaubt ein Konstrukt. Auch physische Krankheiten, weil diese auf den Menschen bezogen sind. Betrachten wir das mal aus der Sicht der Pathogene: Diese versuchen auch nur zu (über)leben. Und wenn der Mensch diese bekämpft ist er für die Pathogene der Aggressor und somit die Krankheit.

    Das Problem an der Psychiatrie ist, dass es Leute gibt, die offensichtlich schon davon profitieren, während es anderen noch schlechter geht. Letztere werden oftmals auch falsch diagnostiziert und dadurch in falscher Weise gebrandmarkt. Wenn ein Psychiater mal eine Diagnose stellt kommt man von dieser Diagnose nur noch schwer wieder runter. Aber wie gesagt: Es gibt auch Leute, die von dem System profitieren und für diese mag die Psychiatrie ganz gut sein. Neuroleptika an sich sind für wirklich Schizophrene vielleicht gar nicht so schlecht, aber wer falsch diagnostiziert wurde und nun diese Medikamente nehmen muss hat wirklich die A-Karte gezogen.

    Hallo,


    ich habe schon mal eine andere Medikamentierung angesprochen. Wird aber noch bei den Ärzten besprochen. Als Problem wird jedoch angesehen, dass Deine Meinung wohl nicht in der Literatur geteilt wird.


    Nein, ich hatte nie Stimmen. Auch keine Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Ich bin damals zu Beginn meines Studium zum Psychologen an der Universität wegen Traumatisierungen in Kindheit und Jugend gegangen. Der hat mich aber absolut mies behandelt. Wie auch viele nach ihm - und auch mein Vater. Habe dann angefangen zu schreien und mich selbst zu verletzen. Das hat dann die Nachbarn gestört, war dann öfters in der Psychiatrie (wurde auch ans Bett gefesselt, ohne dass ich eine Gefahr dargestellt habe). Nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie bin ich dann plötzlich auf meinen Hausarzt los. Ohne dass ich es wollte. Meine Psyche hatte keine Macht über meinen Körper. Das war dann der Anlass, dass ich in die Forensik kam...

    In der forensischen Psychiatrie ist man halt auf das Gutdünken der Ärzte angewiesen. Ich habe erlebt wie jemand mehr als 20 Jahre dort wegen gefährlicher Körperverletzung festsaß und keine Aussicht hatte dort jemals wieder raus zu kommen. Aus dem Gefängnis wäre er nach drei bis fünf Jahren wieder entlassen worden.


    Die Pfleger in der forensischen Psychiatrie sind auch nicht gerade zimperlich. Ein anderer musste ständig in Hand- und Fußfesseln duschen. Außerdem sind viele in kargen Zellen mit harten Betten untergebracht. Das kann im Gefängnis schon besser sein...


    Ich selber habe nun seit fast neun Jahren Bewährung (und Führungsaufsicht) nach einem dreieinhalbjährigen Aufenthalt in der Forensik. Muss ständig zum Bewährungshelfer etc., was ganz schön an meinem Selbstbewusstsein nagt. Wäre ich ordentlich verurteilt worden wäre ich längst wieder komplett frei.


    Auf folgender Seite findet man im Übrigen gute Infos zu Zwangsmaßnahmen in der (forensischen) Psychiatrie:


    https://www.zwangspsychiatrie.de/

    Naja, sich schuldig zu fühlen ist bei einem Trauma ja irgendwie eine normale Symptomatik...


    Ich habe auch jahrelang Leponex genommen und mächtig zugenommen. Nachdem ich ein anderes Medikament (Risperidon) bekommen habe habe ich wieder ein wenig abgenommen (aber nicht die ganze Masse).


    Ich glaube auch, dass ich eher an einer Komplexen PTBS nach Kindheitstraumata leide, habe aber seit etwa zwölf Jahren die Diagnose Paranoide Schizophrenie, weil ich damals Jemanden angegriffen habe. Ich hatte damals aber keine Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder Stimmenhören.


    Schön, dass Du es geschafft hast einen Psychiater zu finden, der sich getraut hat gegen den Mainstream in der Psychiatrie anzugehen. Wie hast Du das gemacht?

    Ja, mir würde es helfen zu verstehen was damals passiert ist und das in mein Selbstbild zu integrieren. Wie gesagt glaube ich nicht an die Psychose-Hypothese.


    Ich war wirklich eher Zuschauer. Ich wollte nicht angreifen. Mein Körper hat agiert ohne das Zutun meiner Psyche.


    Ich zweifle die Schizophrenie bei mir überhaupt an, wollte mich hier nur noch mal vergewissern, ob die Medikamente gegen eine solche Negativsymptomatik wirken oder ob das vielleicht doch eher eine Depression nach traumatischer Belastung ist. Ich glaube nämlich eher, dass ich eine PTBS nach Kindheitstraumata habe.

    Naja, es passt einfach nicht zu mir, dass ich Jemanden angreife...


    Kurz nach der ersten Einnahme vom Seroquel hatte ich auch Verkrampfungen, bei denen auch die Ärzte sagten, dass es wohl vom Medikament kommen würde. Das hatte ich auch später bei anderen Medikamenten. Warum sollte das Angreifen nicht auch so eine Art Krampf gewesen sein?


    Und ja: Ich habe das Seroquel in der vorgeschriebenen Dosis eingenommen.


    Im Beipackzettel steht auch nicht alles, stimmt.

    Hm, kann schon sein, das mit der Katatonie. Habe mal eben Katatonie gegoogelt. Es scheint im neuen ICD-11 eine eigene Kategorie dafür zu geben. Ich konnte aber leider nur den englischen Wortlaut finden. Wenn mein mich mein Englisch nicht täuscht steht da, dass solch eine Katatonie auch durch Medikamente ausgelöst werden kann. Das bringt mich darauf, dass ich vor der Straftat erstmalig und seit etwa einem Monat ein Neuroleptikum, nämlich Seroquel, bekommen habe. Könnte es sein, dass ich aufgrund der Gabe des Neuroleptikums Jemanden angegriffen habe?

    Hallo Admin,


    erst einmal vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag.


    Bist Du Arzt oder woher hast Du Deinen Sachverstand? Ich frage auch daher, weil ich mich wohl kaum gegen die Ärzte mit einer anderen Medikation durchsetzen kann. Dazu muss ich vielleicht noch erwähnen, dass ich vor zwölf Jahren eine Straftat begangen habe, nach der ich in der forensischen Psychiatrie war. Die Ärzte meinen ich hätte eine Psychose gehabt, woran ich selbst aber nicht glaube.


    Ich kann leider auch nicht sagen, dass das, was damals passiert ist, nie wieder passieren wird. Potenziell ist das meiner Meinung nach mit oder ohne Neuroleptika möglich. Schließlich weiß ich bis heute nicht, warum ich das damals getan habe. Ich wollte das nicht. Psychisch war ich das auch nicht, nur körperlich, war praktisch nur Zuschauer im eigenen Körper. Ich hatte aber auch keine Positivsymptome.


    Seit acht Jahren stehe ich nun unter Führungsaufsicht und habe auch keine große Aussicht da wieder heraus zu kommen. Schließlich würde ich die Medikamente auch gerne wieder absetzen, was ich aber nicht darf.


    LG

    jece