Beiträge von Yosef

    Schizophrenie ist ein Label, das man einem bestimmten Symptomkomplex gegeben hat. Man kann natürlich sagen, dass es deshalb _nur_ ein Label sei.

    Aber so funktioniert Sprache: Stuhl ist auch nur ein Label, kein Stuhl gleicht dem anderen.

    Es ist natürlich nicht gut, Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, die Hoffnung auf Besserung zu nehmen. Aber ich bezweifle, dass der wichtigste Schritt, um uns Hoffnung zu geben, darin besteht zu behaupten, es gebe diese Krankheit nicht.

    Vielleicht ist Schizophrenie ein schlechtes Wort und vielleicht sind das alles auch unterschiedliche zugrunde liegende Erkrankungen. Der wichtigste Punkt aber ist nicht, die Diagnose deshalb abzuschaffen, sondern, mehr zu forschen!

    Ein Freund von mir hat mal gesagt „Psychose ist das eindringen des Traumes in den Tag“.

    Interessanterweise unterdrückt THC das Träumen, man verbringt weniger Zeit in der REM-Schlafphase (der Phase, in der man träumt). Und Cannabis kann Psychosen verstärken (nach manchen Hypothesen sogar auslösen).

    Der Körper hat eine Uhr, mit der er misst, wie viel Zeit man im REM-Schlaf verbracht hat. Ich könnte mir daher vorstellen, dass der Körper das Träumen dann quasi im wachen Zustand nachholt, wenn er ne ganze Weile nicht genug im Schlaf geträumt hat.

    Sicher spielen noch andere Faktoren eine Rolle, aber ich finde, das ist ein schönes Bild.

    Alkoholpsychosen gibt es auch, und Alkohol hat auch einen Effekt auf den Schlaf.

    Hallo :),


    ich bin jetzt 21 Jahre alt, hatte im Dezember 2017/Januar+Februar 2018 eine akute Psychose. Deshalb wurde ich auf richterlichen Beschluss in einer psychiatrischen Klinik festgehalten, bis die Wahnvorstellungen abgeklungen sind. Die gingen zurück, nachdem ich begonnen hatte, das Risperdal und später Abilify einzunehmen (das war mehr eine Kapitulation als Krankheitseinsicht).

    Die abschließende Diagnose lautete cannabisinduzierte Psychose, weil ich über ca. ein Jahr täglich mehrfach gekifft habe, bevor die Psychose ausgebrochen ist (wobei ich nicht sagen kann, wann sie richtig ausgebrochen ist).

    Ich war allerdings schon ne ganze Weile, bevor ich gekifft habe, depressiv (unbehandelt). Daher frage ich mich, ob das Cannabis nicht einfach nur ein Katalysator war.

    Nun zu meiner eigentlichen Frage:

    Über die letzten paar Wochen hatte ich einen starken Mitteilungsdrang, ich habe vielen Leuten Nachrichten geschickt, das kam mir da ganz normal vor, aber jetzt merke ich, dass das auch während meiner Zeit in der Klinik so war, nur war der Inhalt der Nachrichten damals absurder. Dieser Mitteilungsdrang kam gleichzeitig mit dem Absetzen von Escitalopram (meinem Antidepressivum, 10 mg), wisst ihr was das mit der Psyche macht, wenn man das zu schnell absetzt? Ich fühlte mich eigentlich sehr gut, fast schon manisch, habe sehr viel geschrieben und war sogar regelmäßig joggen, erst jetzt, zwei Monate nach dem Absetzen, falle ich in so ein Loch...


    Danke für eure Antwort im Vorraus!


    Liebe Grüße