Beiträge von Alana0706

    hi,

    habt ihr schon vom Maastrich-Interview gehört? Das ist eine von dem niederländischen Psychiater Prof. Dr. M. Romme entwickelte Therapieform, die einem hilft mit den Stimmen besser klar zu kommen. Entweder verschwinden sie, werden positiv oder dominieren nicht mehr so. Das Netzwerk Stimmmenhören e.V. in Berlin führt diese Therapieform mit ausgebildeten Psychologen durch und es ist kostenlos. Sie haben damit schon große Erfolge gehabt und haben auch Seminare in ganz Deutschland dazu gehalten, für Betroffene, Angehörige und Ärzte und Psychologen. Auf deren Webseite steht dazu nicht so viel, aber wenn man da anruft, erhält man Informationen dazu. Vielleicht ist das was für euch.

    hallo trixie,

    danke für deinen beitrag. aber es ist ja nicht allein die Pharmaindustrie, die an dem zu betonieren verdient. Ich habe echt gelitten. Ich habe deswegen wirklich die Hölle hinter mir. Mein Leben war komplett im Ar****. und das ca. 20 Jahre lang. Nicht nur weil ich keinen Job, kein Mann und Kind hatte (was man sich so vorstelt für sein Leben), sondern weil es mir auch wirklich extrem schlecht ging. Ich hatte extreme Reizüberflutung, Schlafprobleme, Panikattaken, fühlte mich oft extrem erschöpft und war völlig arbeitsunfähig. Ich war kurz davor für immer in einem Krankenheim zu leben, weil ich mich nicht mehr um mich ümmern konnte. Die Ärtze haben das nicht verstanden. Als ich falschen die Medikamente abgesetzt habe, hieß es nur "Machen sie das nicht, sonst kommt die Psychose wieder." Die haben mir richtig gedroht. Aber einsehen, dass sie die falsche Diagnose haben, hat bis jetzt kaum einer. Die haben immer gedacht meine Erschöpfung ist die Negativsymptomatik von Schizophrenie, aber das nichts geholfen hat, die dosis immer höher wurde und keine besserung in sicht war, hat sie leider nicht zum denken angeregt. Mittlerweile vertraue ich Ärzten nicht mehr so ohne weiteres. die denken sowieso, wir sind blöd und sie wissen alles.

    Hast du schon mal von Behindertenweerkstätten gehört? Da kann man etwas arbeiten und sich so langsam wieder an die belastung gewöhnen, falls man wieder arbeiten gehen will.

    hallo lina,

    (ich bin übrigens auch neu hier;)), ich bin kein Arzt und kenne auch nicht die genaue Abgrenzung von Psychose und Schizophrenie, aber ich glaube du bist eher manisch-depressiv, also bipolar. Denn bei manisch kommt man in eine Hochphase und kommt sich total toll vor, danach der Absturz. Naja, wie gesagt bin kein Arzt und du bist sicher in Behandlung, war nur so ein Tipp von mir. könnte wichtig sein für die medikamentöse behandlung,, wenn du medikamente nehmen willst.

    LG ALana

    Hallo liebes Forum,

    ich bin neu hier und möchte euch kurz von meiner fast 20 jährigen Erkrankung berichten und euch vor allem auf einen wichtigen Punkt hinweisen: bei mir wurde fast die ganze Zeit gedacht, ich hätte Schizophrenie, habe jahrelang dementsprechend Medikamente erhalten (Risperodon, Zeldox, Truxal, Haldol, etc..). Nichts hatte geholfen, die Symptomatik, völlige Erschöpfung, Überfoderungsgefühl und psychotische Symptome wurde immer schlimmer, ich war völlig leistungunfähig, bis ich schließlich in einem Krankenheim gelandet bin, für 1 Jahr. Was hat schließlich die Wende gebracht und was hatte ich wirklich? Während eines der letzen Krankenhausaufenthalte (von insgesamt ca. 40) bin ich endlich auf eine kompetente Psychologin gestoßen, die mich auch mal gefragt hat, was ich denn glaube, was ich hätte. Und ich sagte Depressionen. Liebeskummer. Fakt war, dass ich mit ca. 28 Jahren, nach meinem Biologiestudium, meinen ersten Zusammenbruch hatte, als mein Ex-Freund und Traummann mir gesagt hat, dass seine neue Freundin schwanger sei. Diesen Mann habe ich über alles geliebt, er war mein Ruhepol und jetzt war mir mit einem Mal bewußt geworden, dass es kein zurück mehr gibt. Ich hätte mich am liebsten umgebracht, habe es aber nicht, auch nicht versucht. Leider haben meine Familie und meine Freunde mich nicht aufgefangen und einen Therapieplatz habe ich nicht bekommen, alle waren voll. Aber worauf will ich hinaus? Mir hat ein ambulanter Psychiater gesagt, dass unbehandelte Depressionen zu psychotischen Symptomen führen können, die dann als Schizophrenie fehl diagnostiziert werden. Behandeln muss man abervor allem die Grunderkrankung, die Depression, nur das führt zur Besserung der Symptome. Ich kann diesen Ansatz nur bestätigen, denn nach dem Gespräch mit der Psychologin und der Klärung meines Liebeskummers mit ihr, sind die psychotischen Symptome von einen auf den anderen Tag verschwunden und nie wieder gekommen. Meine Psychiaterin hier in Berlin hat dann bestätigt, dass es sich dann um keine Schizophrenie handeln kann.

    Nicht alle Ärzte teilen diesen Ansatz, aber ich weiß aus Erfahrung, dass er stimmt. Ich erzähle euch dass, für den Fall, dass ihr aus konkreten Gründen auch das Gefühl habt, eigentlich unter Depressionen zu leiden und die medikamentöse Behandlung nicht ansetzt. Ich würde mich freuen, wenn ich damit jemandem 20 Jahre unnötige falsche Behandlung ersparen kann. Aber das solltet ihr im Verdachtsfall auf jeden Fall mit eurem Psychiater und Psychologen besprechen.

    LG Alana