Beiträge von Kuehnibert

    Vielleicht auf der verordneten Dosis bleiben und wenn man keine oder nur noch sehr wenig Symptome langsam die Dosis reduzieren. Also 10% pro Monat. So mache ich es zumindest grad. Ob das gut gehen wird ist ne andere Frage

    Das ist interessant. Die Studie beweist, dass die Up-Regulierungseffekte des Gehirns langfristig mit den Medikamenten mithalten können.

    Also es wird die Wirkung des Medikaments ausgeglichen durch: mehr Dopaminrezeptoren, eine erhöhte Dopaminproduktion und eine erhöhte Empfindlichkeit der Dopamin-Rezeptoren.


    Das zeigt eigentlich, dass man möglichst früh nachdem ein psychotischer Schub abgeebbt ist, seine Medikamente reduzieren sollte. Nur so haben die eine verlässliche Wirkung wenn irgendwann wieder ein Schub auftritt.

    Man weiß halt gar nichts über die Mechanismen hinter der Schizophrenie. Das einzige was wir wissen ist, dass der Dopaminhaushalt durcheinander ist.

    Bei den meisten bildet sich ne Psychose aber irgendwann wieder zurück. Warum haben manche nen chronischen Verlauf, warum haben andere immer wieder kürzere Psychosen, wieder andere nur eine. Was für Hebel werden da im Hirn umgeschaltet, die überhaupt dafür Sorgen, dass plötzlich zu viel Dopamin in manchen Hirnbereichen und zu wenig in anderen ausgeschüttet wird. Warum haben manche gar keine Negativsymptome.

    Ich bin mir auch sicher, dass Psychosen noch durch andere Prozesse begünstigt werden. Nicht umsonst gibt es so viele unterschiedliche Symptome und Verlaufsformen.


    Wir wissen fast gar nichts über Schizophrenie. In Zukunft wird die Forschung bestimmt noch richtig interessant.

    Ich bin überzeugt, dass wir was am Verlauf beeinflussen können. Psychosen brechen ja auch nicht bei jedem aus, der die Veranlagung dazu hat. Also es ist bestimmt 50/50. Also 50% Genetik und 50% Umwelteinflüsse und das eigene verhalten.

    Keine Drogen, Schlaf usw. helfen bestimmt. Aber genaues weiß ich nicht.

    Ist bei mir auch so. Dieser Verlauf Nr.4 macht echt Angst. Aber da sind bestimmt auch viele unterschiedliche Arten drunter zusammengefasst. Bei manchen werden die Negativsymptome vielleicht nur ganz langsam schlimmer von Psychose zu Psychose und bei anderen sehr schnell.

    Also ich finde es ist teilweise ne Sache der Unmöglichkeit abzunehmen.

    Ich war immer recht sportlich und bin auch jetzt noch nicht dick, aber hab in nem halben Jahr, also seitdem ich Tabletten nehme, 4kg zugenommen und das obwohl ich 5-6 mal die Woche Sport mache und manchmal Fastentage einlege. Ich nehme Olanzapin. Wenn ich mir jetzt vorstelle das Zeug die nächsten Jahrzenhte nehmen zu müssen sehe ich kaum ne Zukunft in der ich nicht langsam dick werde.


    Danke für den Tipp ion. Ich werde das übernehmen :grinning_squinting_face:

    Ich war vor der Psychose komplett normal vom Selbstwert her. Dann kam die Psychose und dann sank mein Selbstwert.

    Die Psychose hat dann das Gefühl krank zu sein getriggert. Als Folge wurde getriggert, dass ich nicht die Ziele erreichen kann, die ich mir in meinem Leben vorgenommen habe. Auch schaffe ich es nicht mehr alltägliche Situationen zu meistern wie vor der Psychose.

    Diese Differenz zwischen den eigenen Erwartungen und den tatsächlichen Fähigkeiten löst glaube ich das geringe Selbstwertgefühl aus. Man weiß einfach, dass man nicht mehr das taugt wie damals...


    Theoretisch müsste sich das irgendwann wieder annähern. Also dass man sein Selbstbild anpasst, sich neue in der Situation noch mögliche Ziele setzt und die Erwartungen an sich korrigiert. Wenn man das über die Jahre hinkriegt, dann müsste das Selbstwert auch wieder steigen. Aber das ist ein langer und schmerzhafter Prozess.

    Hallo,


    die offiziellen Zahlen zu Schizophrenie sagen, dass ca. 22% nur einen Schub haben, 35% immer wieder Schübe haben, wobei sie zwischen den Psychosen recht normal leben können, 8% haben immer wiederkehrende Psychosen bei gleichbleibenden Residuum zwischen den Verläufen und 35% haben immer wieder Psychosen, wobei die Symptome zwischen den Psychosen jedes mal stärker werden.

    https://www.openthedoors.com/deutsch/images/03_09/chart_4.gif


    Jetzt ist mir aber durch vieles Googeln, vor allem auf Reddit aufgefallen, dass die Diagnose Schizophrenie selten nach der ersten Psychose gestellt wird, selbst wenn die Symptome von der Dauer und Länge einer Diagnose genügen müssten. Ich selbst habe ja offiziell auch keine Schizophrenie, sondern eine Cannabispsychose.

    Sehr oft wird die Diagnose Schizophrenie erst nach der 2ten Psychose gestellt.

    Vor allem wenn Drogen im Spiel sind wird fast immer eine drogeninduzierte Psychose diagnostiziert. Selbst wenn zwischen Drogenkonsum und Psychose schon Monate liegen.

    Das lässt die Vermutung zu, dass die Dunkelziffer mit nur einer Psychose und gutem Verlauf sehr viel höher ist als es die offiziellen Zahlen zulassen, da viele Leute gar nicht die Diagnose Schizophrenie erhalten haben, obwohl sie es eigentlich sind.


    Grüße

    Hey,

    während meiner Psychose hatte ich auch oft diese Synchronitätsgedanken. Aber ich habe die alle abgewehrt als Trugschlüsse meines Gehirns.

    Ich glaube je psychotischer man ist, desto mehr bezieht man diese Dinge auf sich und desto mehr findet man auch Zusammenhänge die Normalos nicht erkennen. Dadurch, dass zu viel Dopamin im Hirn ist ist der Mensch durchgängig im Alarmzustand. Als Folge wird jede Kleinigkeit überinterpretiert. Das Gehirn gaukelt einen ständig vor, dass da irgendwas ist. Da sagt z.B. der Kommentator in anderen Zusammenhang zufällig das eigene Geburtsdatum und sofort denkt man, dass ist ne Nachricht an einen selbst. Man kann sich diesen Gedanken auch nicht entziehen, da das Gehirn einen nicht nur sagt da sei etwas, sondern es einen auch fühlen lässt. Selbst wenn man sich einredet, dass da nichts ist, fühlt es sich dennoch so an als sei da was.

    In letzter Zeit schreibst du echt öfters leicht psychotisch wirkende Beiträge Admin. Die sind zwar interessant, jedoch sagt einen der Verstand sofort, dass da zu viel reininterpretiert wurde. Pass bitte auf, dass du dich nicht in irgendwas verirrst.

    Ich weiß nicht wo dieses denken bei mir her kommt.

    Ich denke halt wir erfüllen irgend ne Aufgabe in einer Art Buch. Und aktuell hab ich vielleicht meine Aufgabe schon erfüllt in dem Buch eines anderen und eigentlich hat mein Leben jetzt keinen Sinn mehr.

    Hatte damals auch schon öfters den unbegründbaren Gedanken nur ein Nebencharakter sein zu können.

    Aber ich bin nie rumgelaufen und hab Menschen als Haupt- und Nebencharaktere abgestempelt... das hat nie mein Denken dominiert.

    Und sich selbst geil fühlen ist doch was gutes oder nicht? Einfach wohl im eigenen Körper und mit seinem Leben fühlen.

    Das liest sich echt so als hätte ich damals nen viel zu hohen Selbstwert gehabt. Das hatte ich echt nicht. Hab mich anderen jetzt nicht grundlos überlegen gefühlt oder so. Aber das Leben habe ich schon geliebt.


    Wir müssen uns doch irgendwie wieder besser fühlen können. Vielleicht nach dem Motto Fake it till you make ist. Also einfach so tun als ob man wieder glücklich ist und man wird es auch?

    Hallo,


    ich würde sagen, dass ich aktuell keine psychotischen Symptome mehr habe. Vielleicht tauchen sie die nächsten Wochen/Monate mal wieder wellenartig auf, aber alles in allem sind sie weg.

    Nun ist meine Selbstliebe und mein Selbstvertrauen völlig am Boden.

    Vor meiner Psychose hab ich mich selbst echt geil gefunden, war Selbstbewusst und sogar etwas stolz auf meinen weirden Charakter, trotz dessen oder gerade weswegen ich recht beliebt war. Ich war flink in Konversationen und habe meist die richtigen Worte gefunden.

    Nun hasse ich so ziemlich alles an mir. Ich denke mir sogar vielleicht habe ich es verdient Psychotiker zu sein. Ich hasse mich selbst und all die Dinge an mir, die mich von anderen Unterscheiden. Ich denke mir, dass es keinen Grund gibt mit mir befreundet sein zu wollen oder gar mich als anderes Geschlecht attraktiv finden zu können.

    Ich hatte schon immer den Hintergedanken, dass jeder Mensch im Leben die Rolle eines Charakters in einem Buch annimmt. In diesen Büchern eines jeden gibt es Haupt- und Nebencharaktere. Manche Menschen tauchen auch nur als Nebencharaktere in den Büchern anderer auf. Sie existieren also nur um einen kurzen Einfluss auf den Hauptcharakter eines Buches zu haben. Ansonsten sind sie irrelevant. Damals sah ich mich immer als einen Hauptcharakter für den das Leben etwas größeres geplant hat. Nun sehe ich mich als simple Nebenrolle, die ihre Mission erfüllt hat und keinen weiteren Verwendungszweck auf diesem Planeten hat.


    Nicht falsch verstehen... ich komme mir nicht wirklich depressiv vor. Ich lache noch und empfinde auch Freunde. Vielmehr hasse ich mich nun und denke, dass ich nichts mehr Wert bin.


    Hattet ihr auch solche oder ähnliche Gedanken nach eurer Psychose und falls ja, wie habt ihr gelernt euch wieder selbst Lieben oder zumindest akzeptieren zu können?


    Grüße


    Nachtrag: Vielleicht fühle ich mich aktuell auch besonders schlecht wegen der Medikamentenreduktion

    Aber meinst du das ist ne Drogenpsychose oder eher die Drogenwirkung.

    Ich hab z.B. auf Pilzen vor 3 Jahren gedacht, dass alle Hunde mich zerfleischen wollen, weil ich nach Angst rieche und die das erschnüffeln können. Bin dann orientierungslos mit Panik im Kreis auf ner Hundewiese gelaufen und hab einfach nicht weg gefunden von der.

    Ein anderes mal dachte ich vor 7 Jahren auf Pilzen, dass mein Kompane mit dem ich getrippt habe ein Reptiloid ist, der nur seine Haut als Kostüm trägt.

    Das war aber safe keine Psychose sondern die Drogenwirkung

    Hey,

    Neuroleptika verändern nicht den Charakter. Zumindest meiner Erfahrung nach nicht. Als ich aber angefangen habe Olanzapin zu nehmen war ich die erste Wochen auch richtig geistig abwesend. Ich glaube der Körper braucht einfach etwas. Zur Langzeitbehandlung ist das aber wesentlich besser als Benzos. Man baut weniger Toleranz auf und diese auch viiiiiel langsamer.

    Probierts doch noch mal mit ner geringen Dosis Olanzapin: 5mg zum Beispiel. Bei der ersten Psychose reicht sone Dosis oft schon aus.

    Hallo Veronika,


    ich bezweifle, dass die Faulheit vom Olanzapin kommt. Ich selbst nehme Olanzapin und bin definitiv nicht fauler wie vor meiner Psychose. Das Olanzapin raubt einen etwas die Energie, allerdings nicht so den Willen Dinge zu bewerkstelligen.

    Die Faulheit ist definitiv auf die Negativsymptome der Schizophrenie zurückzuführen.

    Kannst du deinen Freund nicht mal zur Rede stellen bezüglich der Faulheit und wie sehr er dich belastet. Du kommst mir bisschen so vor, als würde es dir sehr weh tun das offen anzusprechen. Stattdessen frisst du alles in dich hinein, bis es vielleicht irgendwann überkocht und du ihm am Ende noch verlässt oder so.

    Sprich offen aus, dass es so nicht weitergehen kann und zwar nicht halbherzig sondern ernst mit voller Konsequenz.


    Das Absetzen des Olanzapins sehe ich sehr kritisch. Vielleicht würde eine Reduktion auch schon den gewünschten Effekt haben ohne, dass dein Mann wieder dem Wahn verfällt. Welche Dosis nimmt er denn aktuell ein?

    Hallo,


    ich gebe mal wieder ein Update.

    Bin mittlerweile wieder fast so belastungsfähig wie vor meiner Psychose. Schlafprobleme habe ich nur noch unregelmäßig und selten. Wenn ich sie habe dann sind die auch nicht mehr so schlimm wie vor paar Monaten. Höre abends noch immer sehr leise Ohrwürmer und manchmal fremde Gedanken, wobei letzteres nicht mehr oft vor kommt.

    Habe mich diesen Monat zum Reduzieren entschieden und nehme seit gestern nur noch 4,5mg Olanzapin. Am liebsten würde ich den Prozess beschleunigen, aber ich glaube ich muss Geduld zeigen.

    Ich hoffe, dass ich die nächsten Monate vielleicht auch durchs Reduzieren mein Selbstvertrauen und den Willen meine Lebensziele zu erreichen wieder erlange. Und hoffentlich sinkt durchs Reduzieren auch mittelfristig mein Schlafbedürfnis.

    So gut wie aktuell gings mir seit meine Psychose ausgebrochen ist nicht mehr.


    Ich denke ich versuche mich auch ab heute sofort an die 4,0 mg. also Direkt nen 20%-Sprung der Dosis zu Beginn.

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    das Lied hab ich vor paar Tagen entdeckt. Es ist unglaublich nice. Es klingt wie ein riesiger lebendiger Organismus der atmet und sich fortbewegt.

    Muss das einfach teilen.

    Moin,


    Schizophrenie liegt ja in den Genen. Deswegen die Frage: Habt ihr Verwandte die erkrankt sind?

    Bei mir ist es mein Onkel. Hab letzte Woche zum Glück erfahren, dass er seit nun 16 Jahren sich das erste mal behandeln lässt. Davor war einfach kein Durchkommen möglich. Bei ihm hats vor 16 Jahren angefangen mit dem Tod seines Vaters. Danach hat er eine Verschwörung der Familie gegen ihn vermutet und ist untergetaucht... geendet hats in der Obdachlosigkeit. Ich hoffe es ist nach 16 Jahren durchgängige Psychose noch eine Besserung möglich. Aktuell wirkt er laut Verwandte die mit ihm Kontakt haben leider sehr verdummt, abwesend und langsam. Ich stelle mir das bisschen vor wie jemand, der 16 Jahre im Wald gewohnt hat und kaum was von gesellschaftlichen Veränderungen mitbekommen hat und nun auf einen Schlag über alles aufgeklärt wird von der Existenz und Funktionsweise von Smartphones bis hin zu Corona. Aber es kann ja nur besser werden. Glücklich sind trotzdem alle, dass er wieder er ist.


    Grüße