Beiträge von silverstrade97

    Admin Genau das kenne ich als Borderliner auch. Man nimmt tatsächliche Stimmungen verstärkt auf und wahr. Ich denke, da muss man einfach lernen, damit umzugehen.


    Das Problem im Zusammenhang mit anderen Menschen ist: Ich denke, nur die wenigsten haben wirklich bösartige Absichten und wollen einem schaden. Viele kennen sich mit psychischen Krankheiten einfach nicht so aus und wissen nicht, wie reagieren oder wie mit einem umgehen. Da hilft wohl einfach, dass man sein (engeres) Umfeld genau aufklärt.


    Wenn man sehr starke Negativsymptome hat oder gerade ne akute Phase hilft wohl einfach nur zurückziehen.

    Immer wenn man an paranoiden Vorstellungen leidet, sollte man sich einfach denken: Warum sollte ich so wichtig sein, dass sich der Geheimdienst für mich interessiert? oder die Polizei?


    "Alle Menschen um mich herum mobben mich und schauen komisch"


    Also 1. Haben die Mitmenschen deutlich wichtigeres zu tun, als sich in diesem Ausmasse für einem zu interessieren. Wie Doppel_Standard auch schon sagt.


    2. Wenn man die ganze Zeit auf Verdacht seine Umgebung und andere Menschen pingelig genau beobachtet, muss man sich nicht wundern, wenn jmd auch mal etwas komisch schaut.


    Klar...im akuten Wahn hilft sowas auch nicht mehr viel und da brauchts dann einfach Medis. Aber in Prodromalphasen sicher gute Tipps.

    Genau. Selbsthilfegruppe, Reha, Selbstmotivation und Selbstheilungskräfte, die wir alle haben.


    Ich verstehe, dass es momentan sehr schwer für dich ist...aber es kann sich IMMER sehr viel ändern...auch zum positiven. Man muss nur daran glauben. Die Psyche ist wie ein Muskel. Sie lässt sich trainieren und stärker werden.

    Hast du keine engeren Freunde oder Bekannte...auch von früher? Wenn ja...unternimm etwas mehr mit diesen Leuten...gehe ab und zu raus, zB. einen Kaffee trinken, spatzieren, plaudern usw.


    Bei der Arbeit geht es mMn auch nicht darum, sich "für die Wirtschaft" krumm zu machen, sondern sich selber zu verwirklichen. Klar, muss da auch die Art des Berufes, die Menschen und auch der Umfang stimmen. Gibt es denn nicht zumindest ein paar Arten von Arbeit, mit denen du dich einigermassen identifizieren kannst, bezw. einen Sinn darin siehst?


    Das klingt vielleicht lächerlich...aber zu Beginn probiere erstmals die kleinen Dinge wie ein Spatziergang in der Sonne oder ein gutes Eis usw. zu schätzen. Oder freue dich schon auf eine Serie, die du am Nachmittag schauen willst.


    Glaub mir. Es kann alles immer besser werden. Manchmal muss man nur das eigene Denken und die eigene Situation etwas genauer reflektieren.

    Danke für deine Antwort.


    Ja...ich werde momentan schon bei eher kleineren Herausforderungen wie mit Freunden treffen (was momentan auch noch nicht sehr häufig ist) oder iwonhingehen sehr schnell müde und benommen. Aber ich denke, nach jedem Schub (egal ob Psychose, schwere Depression oder sonst was) braucht das Gehirn erstmals eine Weile, bis es wieder topfit ist. Nie den Glauben und eigene Ziele verlieren, dann kann es immer besser werden.

    Schizophrenie ist chronisch. Kann durch Drogen getriggered werden, die Chance ist aber auch sehr gross, dass sie ohne Drogen ausbricht. Typisch sind mehrere Schübe und dazwischen Symptomfreiheit oder Negativsymptome in verschieden starker Ausprägung. Prognose ist sehr variabel.


    Drogenpsychose entsteht eindeutig durch den Drogenkonsum. Ohne Drogen, wäre die Psychose auch nicht ausgebrochen. Prognose gut, wenn man Drogen weglässt.


    So verstehe ich es.

    Klar wird man von Mitmenschen beeinflusst und man hat das Gefühl, die Gesellschaft sieht etwas nicht mehr als normal an. Ja, es ist aussergewöhnlich, in diesem Alter zu studieren...aber du wärst nicht die einzige. Und gerade bei Leuten wie uns ist es verständlich, dass wir eventuell "etwas später dran sind" mit unserer Entwicklung.


    Schlussendlich musst du dich am Schluss für diese Richtung entscheiden, wo deine Interessen am grössten sind und wobei du das Gefühl hast, dass deine Einschränkungen (ev kognitive Probleme, geringere Stresstoleranz usw.) es zulassen. Ich wünsche dir viel Glück auf deiner Suche!

    Rede dir das nicht ein, dass du zu alt bist! Man kann sich auch noch mit 50 umorientieren bezw. einen neuen Job lernen/etwas neues studieren

    Vor allem mit 30 bist du noch sehr jung. Gerade mit dem Hintergrund einer Krankheit (für die man grösstenteils nichts kann) sollte man etwas weniger streng mit sich umgehen,


    Es ist auch nicht gesagt, dass du mit 50 sterben musst...ja, das Risiko ist vielleicht etwas erhöht. Ich kenne aber auch Leute u.a. mit grossem Übergewicht und genetischen Risikofaktoren...denen geht es mit fast 60 noch blendend.

    Du kannst auch jeden Tag etwas für deine Gesundheit machen. Sei es nur zu Hause etwas Krafttraining oder ein kurzer Spatziergang. Ich weiss, es ist manchmal schwer, sich zu motivieren...aber denke daran, jeder gelaufene Kilometer verbessert deine Gesundheit zumindest etwas.

    ion


    Als Lehrerin (besonders als Primarschullehrerin) bist du nicht nur für ein Fach zuständig. Als Klassenlehrerin hat man dann oft mehrere Fächer (Deutsch, Mathe, Realien) Da gehts also weniger um das Interesse an einem Fach an sich, sondern um das Interesse am erziehen, lehren und die Schülerinnen und Schüler zu begleiten. Auf Sekundarstufen bezw. Gymnasiumstufe vertieft man sich dann eher in einem Fach.


    Bei Geologie und Geographie kenne ich mich jetzt ehrlichgesagt zu wenig aus. Willst du aber was für die Umwelt machen, sind das sicher

    Alternativen. Sehr spannend könnten dann für dich auch noch "Umweltwissenschaften" sein...nur da hat man halt auch etwas Mathe und Physik.


    Das sind einfach meine Erfahrungen und mein Wissen bezüglich Studienrichtungen...kann dir nur den Rat geben, dich weiter zu informieren! :winking_face:

    Wie wärs wenn ihr euch einfach Hobbies sucht? Oder Arbeit? Oder irgendeine andere Beschäftigung?


    Diese ganze Eso, Meditation, Gott Geschwurbel bringt einen gerade als Psychotiker nicht weiter. Ihr braucht was handfestes. Was realles. Nicht noch mehr Phantasiewelten.

    Warum? Ein Glaube kann durchaus Hoffnung und Stabilität bringen. Ich selbst bin eher Agnostiker... aber wenn Jemandem das wirklich was bringt, will ich ihn davon nicht abhalten. Schaden tuts ja nicht.


    Meditation hat jetzt nichts mit Esotherik zu tun.


    Ja...ein Job, ne Beschäftigung und Freunde ist mMn das Wichtigste für Psychosekranke. Aber vielfach sind solche Dinge nur begrenzt möglich bezw. es braucht erst eine gewisse Grundstabilität, bis man arbeiten gehen kann oder sich problemlos mit anderen Menschen treffen kann.

    Berufe im Sozialen Bereich oder Lehramt sind sicher Berufe mit Zukunft. Lehramt würde ich jetzt nicht unterschätzen, ich habe auch mal 5 Monate als Klassenhilfe in einer Schule gearbeitet... das kann echt hart sein.


    Ein Wirtschaftsstudium gibt dir auch einige Qualifikationen für viele Bereiche. Da hat man u.A. Statistik, Mathematik, Volkswirtschaft sowie Betriebswirtschaft und Buchhaltung.


    Wofür interessierst du dich dann? Was traust du dir selber zu? Ich denke, ein Studium mit Krankheit abzuschliessen, ist durchaus möglich...man sollte aber seine Grenzen kennen.


    LG

    Ich habe auch das Gefühl, das ist bei jedem individuell. Von ein paar Wochen bis Monaten zu mehreren Jahren. Aber wie Kuehnibert sagt: Man darf niemals aufgeben. Man soll zwar akzeptieren, dass es jetzt nunmal so ist...dass die Psyche jetzt eine Pause braucht. Eine Psychose ist ein absoluter Ausnahmezustand für Gehirn und Körper. Da wird so einiges durcheinander gebracht.


    Wichtig ist trotzdem, dass man immer wieder probiert etwas Gefallen an iwas zu finden....wieder etwas Freude und Glück ins Leben zu bringen. Es ist logisch, dass das am Anfang noch sehr schwer ist...da ist vielleicht höchstens ein Spatziergang von 20min/Tag möglich. Und es kann auch einige Rückschläge geben. Aber ist ist eindeutig möglich, etwas an seiner Situation zu verbessern.

    Ich habe jetzt heute angefangen Spaziergänge zu machen und muss sagen, die Zeit an der frischen Luft und die körperliche Bewegung tun mir in jeder Hinsicht gut. Ich bin danach viel aufgeweckter und geistig aktiver. Allein schon, dass mein Kreislauf mal wieder gefordert wird, aber auch dass ich einmal wieder die Natur und ihre Wunder sehe, macht mich enorm glücklich.


    Ich muss zugeben, dass ich vorschnell über die Vorschläge mit dem Sport und der Bewegung hinweggegangen bin. Mittlerweile hat sich einiges geändert. Ich war seit dem 4. September nur in meiner Wohnung oder andernorts drinnen gesessen und merke jetzt, wie gut es mir tut, mich körperlich zu fordern und an die frische Luft zu kommen.


    Ich kann nur jedem der an Negativsymptomen leidet oder mit Depressionen zu kämpfen hat einen Spaziergang an der frischen Luft empfehlen. Ich weiß, dass es in solchen Phasen besonders schwer ist, sich aufzuraffen und man eigentlich nur im Bett bleiben will. Dennoch kann ich es euch wie gesagt nur ans Herz legen einen Spaziergang in der Natur zu machen. Glaubt mir, ihr werdet danach ein ganz anderer Mensch sein.

    Freut mich, dass es bei dir etwas vorwärts geht!


    Ich mache es zwar zurzeit nicht...aber wenn du die Motivation findest...Probiere es mal ab und zu mit Joggen. Das hellt deine Stimmung auch enorm auf, ist sehr gesund (Gerade bei Medikamenten, unter welchen man eher zunimmt) und verbessert nachweislich auch kognitive- sowie Negativsymptome.

    Man weiß halt gar nichts über die Mechanismen hinter der Schizophrenie. Das einzige was wir wissen ist, dass der Dopaminhaushalt durcheinander ist.

    Bei den meisten bildet sich ne Psychose aber irgendwann wieder zurück. Warum haben manche nen chronischen Verlauf, warum haben andere immer wieder kürzere Psychosen, wieder andere nur eine. Was für Hebel werden da im Hirn umgeschaltet, die überhaupt dafür Sorgen, dass plötzlich zu viel Dopamin in manchen Hirnbereichen und zu wenig in anderen ausgeschüttet wird. Warum haben manche gar keine Negativsymptome.

    Ich bin mir auch sicher, dass Psychosen noch durch andere Prozesse begünstigt werden. Nicht umsonst gibt es so viele unterschiedliche Symptome und Verlaufsformen.


    Wir wissen fast gar nichts über Schizophrenie. In Zukunft wird die Forschung bestimmt noch richtig interessant.

    Du liest ja auch gerne sehr viel im Internet :winking_face:


    Scheinbar hängen Psychosen, welche vor allem mit Negativsymptomen einhergehen, primär mit hirnstrukturellen Veränderungen zusammen (u.a. Hirnvolumenabnahme im Frontalbereich, veränderte Hirnventrikel)...und sind darum auch schwerer zu behandeln, während Psychosen mit keinen oder wenigen Negativsymptomen v.a. mit Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt zusammenhängen.


    Das heisst, viele, welche zur "Gruppe 4" gehören, haben wohl schon seit Geburt iwelche strukturellen Veränderungen im Gehirn. Das ist meine Interpretation des ganzen. Mein MRT war zum Glück 2 mal unauffällig.

    Ich bin überzeugt, dass wir was am Verlauf beeinflussen können. Psychosen brechen ja auch nicht bei jedem aus, der die Veranlagung dazu hat. Also es ist bestimmt 50/50. Also 50% Genetik und 50% Umwelteinflüsse und das eigene verhalten.

    Keine Drogen, Schlaf usw. helfen bestimmt. Aber genaues weiß ich nicht.

    Ist bei mir auch so. Dieser Verlauf Nr.4 macht echt Angst. Aber da sind bestimmt auch viele unterschiedliche Arten drunter zusammengefasst. Bei manchen werden die Negativsymptome vielleicht nur ganz langsam schlimmer von Psychose zu Psychose und bei anderen sehr schnell.

    Genau. Zudem gibt es ja verschiedene Dinge, die Negativsymptome nachweislich positiv beeinflussen können. (Sport, Bewegung, MKT, Psychotherapie, soziale Kontakte)


    Die letzten Jahre und auch zukünftig gibts auch immer mehr atypische Neuroleptika und Antidepressiva, die Negativsymptome beeinflussen.


    Der Mensch hat auch selbst eine grosse Selbstheilungskraft, wenn man einfach motiviert dran bleibt.


    Ich denke aus all diesen Gründen: Schizophrenie ist zwar immernoch eine teilweise schwere Krankheit, aber wirklich katastrophale Verläufe werden immer seltener. Wenn man denn Hilfe rechtzeitig annimmt.

    Diese 4 Verlaufsformen kenne ich. (Je nach Studie sind die Prozentzahlen etwas anderst angegeben.)


    Denkst du, es ist vor der Krankheit schon praktisch gegeben, zu welcher Verlaufsform man gehört (hauptsächlich biologische Ursachen) oder man kann selbst etwas beeinflussen, wie gut es einem geht? (durch Verzicht auf Drogen, Rauchen, Zusammenarbeit mit Ärzten, eigene Fähigkeiten stärken usw.)


    Ich persönlich könnte mich mit jedem Verlauf ausser Nr. 4 arrangieren. Dort gehts wirklich kontinuierlich nach unten, während man bei 1 und 2 ja zumindest über einen längeren Zeitpunkt praktisch symptomfrei ist und bei 3 immer vorhandene aber gleichbleibende moderate Negativsymptomatik hat, die sich aber auch iwie handeln lässt.

    Admin Ich habe auch appetitssteigernde Neuroleptika (Quetiapin). Ich probiere einfach knallhart nicht viel mehr zu essen. Zum Joggen habe ich irgednwie auch nicht so viel Motivation. Ich mache aber normalerweise so 2 Spatziergänge am Tag (In der Summe ca 11k Schritte) was etwa auch so 300-400 Kalorien macht.


    Ich finde, man kann das Abnehmen/Nicht zunehmen auch ohne zusätzliches Medikament handeln.

    Das Risiko, Schizophrenie zu vererben, ist aber gering. Wenn nur ein Elternteil erkrankt ist, sind es nur 10% der Kinder, die auch daran erkranken.

    Ich habe zwei Kinder von 29 und 26 Jahren, die haben es bis jetzt nicht.

    Mein Sohn, jetzt 29, hat mit Anfang 20 sogar viel gekifft und hat trotzdem keine Psychose bekommen.

    Relativ gesehen ist das Risiko zwar viel grösser (10% im Vergleich zu 1%) Aber absolut gesehen ist es halt doch nur 1/10...also da muss noch einiges anderes falsch laufen, da kann sogar das Kiffen noch kompensiert werden. Es ist also nicht per se ne Genkrankheit...nur das Risiko ist halt viel höher.


    Aber wenn man so denkt wie der Kotos, dann dürfte sich gar niemand mehr fortpflanzen...seien es jetzt Leute mit einem genetisch höheren Risiko für Übergewicht, mit einem höheren Risiko für Depressionen, Sportverletzungen, mit einem höheren Risiko für was auch immer... Und jeder hat wohl irgendwelche Anteile, die wohl nicht so vorteilhaft sind. Ich habe bisher weder die Diagnose einer Schizophrenie noch einer anderen klar psychotischen Krankheit...aber redet euch nicht ein, dass ihr schlecht seid. Ihr habt viele positive Eigenschaften, zB. höhere Sensibilität, mit denen man auch anderen Menschen helfen kann.

    Die Prognose einer Psychose hängt auch von der genauen Ursache ab. Akute Psychosen auf Belastungsereignisse oder Stress, Drogenpsychose usw. haben eher eine gute Prognose. Psychosen mit chronischer Entwicklung über Jahre eher schlechte.


    Genberell kann man zusätzlich auch sagen, ne gute Prognose haben Psychose/Schizophrenien, wenn


    - Erstmaliges auftreten eher später erfolgt (24,25 Jahre oder später)...u.a. auch darum haben Frauen eine bessere Prognose

    - Eher Positivsymptome anstatt negative Symptome das Bild dominieren

    - Man vor Erkrankungsbeginn eher ne offene und gesellige Persönlichkeit war.

    - hohe Intelligenz, fleissig und ist und sich nicht aufgibt.


    Eher ne negative Prognose, wenn:


    - die Erkrankung früh, also vor dem 20. Lebensjahr, auftritt.

    - sehr viele Negativsymptome über ne längere Zeit.

    - keine konsequente Medieinnahme


    Das ist das, was ich im Internet bezüglich Prognose bisher im Internet herausgefunden habe. Ohne Gewähr und man darf mich gerne korrigieren. Bezüglich Diagnose weisst du mehr als ich. Ich dachte, dass man immer Schizophrenie diagnostiziert bekommt, wenn man > 6 Monate klare Symptome zeigt.


    LG