Beiträge von Nadja

    Hallo Efeu,

    ich hatte selbst mehrmals eine Psychose (auch manisch, ich glaubte mich in Besitz besonderer, geheimer Informationen und Erkenntnisse), und meine letzte Psychose dauerte jahrelang. Du hattest gefragt, warum ich in dieser ganzen Zeit nicht zum Arzt gegangen bin. Nun, ich sah keinesfalls ein, krank zu sein, war vollkommen überzeugt von meinen Vorstellungen. Auch dass meine Tochter, damals 14 J., in eine betreute WG ziehen musste, hielt ich für ein Komplott von Verwandten und dem Jugendamt.

    Schließlich bin ich in die Klinik gekommen, nachdem meine verstopfte Toilette übergelaufen war, und die Mieter unter mir sich beschwert hatten.

    "Hat die Wohnung unter Wasser gesetzt", hieß es in der Klinik.

    Du hast Glück, dass du deinem Mann und deinen Freunden so weit vertrauen konntest, auf ihr Zureden in die Klinik bzw. in Behandlung zu gehen!

    Bei dir ist es ja zu Beginn der Psychosen auch zu Schlafmangel gekommen. Das ist bei mir das eine wichtige Vorzeichen, das ich identifizieren könnte. Eine Woche nur 4 Stunden pro Nacht geschlafen wäre für mich ein Alarmzeichen.

    Naja, ich bin bei meinen Psychosen meistens per Zwangseinweisung in die Psychiatrie gekommen, ich war ja nicht krankheitseinsichtig. Bei "Fremdgefährdung" genügte bei mir: "Ist nicht in der Lage, sich adäquat um ihre Kinder zu kümmern". Was ja auch stimmte.

    Hinterher war ich froh, in Behandlung gekommen zu sein (bis auf dieses erste Mal mit der Fixierung), und gesund wieder entlassen zu werden.

    Hallo,

    mir ging es bei meiner ersten Psychose ganz ähnlich wie Björn. Als ich in die Psychiatrie kam, wusste ich nicht, was das war. ich dachte mir, es sieht irgendwie ein bisschen wie ein Krankenhaus aus, aber irgendwie doch nicht. Eine Schwester sagte mir: "Nehmen Sie nun jetzt Medikamente, oder nicht?" Ich sagte, ich brauche keine, bin nicht krank.

    Etwas später stürzten sich mehrere Schwestern auf mich, haben mich auf eine Liege geschnallt, und eine Ärztin verpasste mir eine Spritze. Ich dachte auch, ich werde umgebracht, und hab mich wie verrückt gewehrt. Wirklich traumatisch!

    Ich hätte mir gewünscht, dass man wenigstens am Anfang gesagt hätte: "Sie sind hier in einem psychiatrischen Krankenhaus. Wenn Sie die Medikamente nicht nehmen, müssen wir Sie ans Bett schnallen und Ihnen eine Spritze geben."

    Fällt dir das schwer oder hast du ein Talent für?

    Naja, es fällt mir relativ leicht, denke schon, ich habe etwas Talent für Sprachen. Neu gelernte Vokabeln festige ich, in dem ich mir zur einer Liste von ca. 40 Wörtern ein Blatt voller (deutscher) Sätze schreibe, die die neuen Vokabeln enthalten. Dann über ich eine Woche lang, diese Sätze in die Fremdsprache zu übersetzen. Und dann auch ab und zu mal alle Blätter durchüben. dann merke ich, dass ich auch einige Wörter vergessen habe.

    Hallo,

    solche postpsychotischen depressiven Phasen kenne ich auch. Ich finde, dass deine letzte Psychose noch gar nicht so lange her ist. Nach meiner Erfahrung können solche Phasen gut ein Jahr dauern. Danach fühlt man sich wieder empfindungsfähig, zu Glück und Freude fähig. Eher nicht so, als würde alles Angestaute hochkommen, sondern allmählich.

    Hallo,

    ich nehme seit fast vier Jahren keine Medikamente mehr. Vorher hatte ich fünfmal eine Psychose (Diagnose Schizophrenie).

    Nach meiner letzten Psychose habe ich drei Jahre lang 10 mg Aripiprazol täglich genommen.

    Seit ich abgesetzt habe, geht es mir supergut, habe auch keine Schlafstörungen mehr wie vorher mit dem Aripiprazol.

    Ich denke, bei mir hat es diesmal geklappt, weil ich keinen Stress mehr habe: Bin schon lange berentet (vor allem wegen eines Wirbelsäulenleidens), meine Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, und meine Eltern sind schon lange tot (mit ihnen gab es oft Reibereien).

    Außerdem war ich schon 50 Jahre alt, als ich abgesetzt habe, in diesem Alter ist man gelassener und hat eingefahrenere Denkbahnen. Ich habe großen Spaß dabei, Spanisch und Englisch zu üben und Französisch zu lernen.