Beiträge von Nutztier

    Mir hilft Gleichgültigkeit gegenüber eigenen Gedanken, Gefühlen und Impulsen.

    Sich den Wahngedanken nicht hingeben. Sich Gewaltphantasien nicht hingeben. Alles, was irgendwie verlockend scheint, hat immer eine Kehrseite. Genauso ist es mit agitiertem Verhalten, es hilft, sich gleichgültig zurückzulehnen und sich dem Fluss höchstens in Gedanken hinzugeben.


    Genau das gilt auch für die Menschen. Sie sind mir egal. Höchstens wenn man verhöhnt wird, sollte man dagegen vorgehen. Mich lachte unlängst ein Päärchen aus, das im Auto saß. Vermutlich lachten sie über meine Kleidung oder meinen Hund. Ich bin noch einmal zu ihnen hin. Sie haben dann nicht mehr gelacht.

    Zyprexa ist weitgehend bekannt als regelrechter Dickmacher.

    Alle atypischen Neuroleptika fördern wohl die Gewichtszunahme, allen voran wohl das Zyprexa.

    Als weniger dickmachend gilt wohl Risperidon.


    Typische Neuroleptika sind zwar älter, jedoch gut erprobt und spottbillig. Führen zwar eventuell zu bleibenden Störungen der Motorik, aber machen gering dosiert wohl weitaus weniger fett.

    Fluanxol gilt zB. als hochpotent und gewichtsneutral.

    Das wahrscheinlichste wird sein, dass anfangs Drogen die Psychose aus der Latenz gehoben haben, diese versteckt vorhandene Schizophrenie aber jetzt in Stressmomenten hochkommt (wenig Schlaf, neue Kollegen).

    Was dafür massiv spricht sind wie du sagst, jene déja-vu Empfindungen, und auch das auf-sich-beziehen zufälliger Äußerungen, die aber nur fehlinterpretiert werden.

    zB. mit Gift, könnte einfach ein tumbes Wortspiel gewesen sein, derjenige fand es eventuell lustig, dass Gift im Englischen Geschenk heißt und wollte nur herumalbern, oder er war der Deutschen Sprache nicht mächtig und wiederholte das Wort nochmal auf Englisch.

    Solche Erklärungen wird es für jede dieser Äußerungen geben, und dass du diese aus dem Zusammenhang reißt und auf dich beziehst geht ins paranoid wahnhafte.


    Positiv ist dabei, dass du während der Minipsychose noch recht bewusst bleibst, dazu die sehr kurze Dauer, und die sehr geringe Medikation.


    Was ich machen würde ist ein wenig höher dosieren oder wie du sagst, wechseln, aber da auch nicht unbedingt hohe Dosis nehmen wie 30mg von dem Aripiprazol, sondern niedrig anfangen und mal gucken.

    Aripiprazol hat halt nicht so die dämpfende Wirkung wie Risperidon und gewisse Symptome wie Ideenflut und Aggressionen konnte es bei mir zumindest kaum eindämmen.

    Ansonsten Stress und Nachtschichten aus dem Weg gehen, und wenn keine Negativsymptomatik auftritt wäre so ein recht normales Leben sehr gut möglich.

    Unter 30mg Abillify hatte ich durchaus das Gefühl, dass sich Ängste verstärken bzw. eine Art Ängstlichkeit auftrat. Ich habe daraufhin das Medikament tatsächlich wieder gewechselt, wegen eben dieser Angstgefühle, aber auch weil die antipsychotische Potenz von Abillify mir wesentlich geringer vorkam verglichen mit einem alten typischen Neuroleptikum mit CPZI 50, die dämpfende und müde machende Wirkung des Abillify dagegen recht hoch, gerade wenn es zusätzlich zu einem anderen Neuroleptikum gegeben wird.

    Das Abillify hat ein spürbar anderes Wirkungsspektrum als man zB. von Risperdal, Flupentixol, Zyprexa oder anderen Antipsychotika gewohnt ist, und es treten durchaus Angstgefühle auf nach meiner Erfahrung.


    Nicht zu verwechseln aber mit Ängsten, die sich teils nach der Psychose ausbilden können: bei mir trat plötzlich eine regelrechte Hundephobie ein, relativ kurz nach Krankheitsbeginn, dann während der ersten postpsychotischen Depression war eine Art ängstlicher Beklemmung zu spüren über Monate hinweg. Angst bei schnellen Autofahrten habe ich als Beifahrer ebenfalls ausgeprägt.

    Mit der Medikation haben diese Ängste bei mir nichts zu tun, wohl aber mit der Erkrankung.

    Habe ebenfalls eine starke Verflachung meiner Emotionen beobachtet und daraufhin über die Jahre hinweg oft mein Neuroleptikum abgesetzt, einmal über mehr als ein halbes Jahr ohne Medikation gelebt. Die Emotionen blieben flach.

    Kurz nach Absetzen hatte ich in den ersten Jahren oft einen kurzen Höhenflug (ein oder zwei Tage lang) wo es mir besser ging (glaube das nennt sich Honneymoon Effekt).

    Aber danach kamen oft Psychotische Symptome bzw. auch wieder Emotionsverflachung.

    Inzwischen geht es mir auch kurz nach Absetzen nicht besser.


    Man muss aber ganz klar sagen, man gewöhnt sich dran, und man lernt auch wieder sich leichter an Sachen zu erfreuen.


    Emotionslosigkeit gehört für mich auf jeden Fall zu den Negativsymptomen, die bei mir oft einer Psychose folgen.

    Medikamente, wie Risperidon oder Abillify, spielen da in hoher Dosierung sicherlich mit rein, da sie stark in den Botenstoffhaushalt eingreifen.


    Bei 15mg Abillify glaube ich eher, dass ein großer Teil der Emotions- und Antriebslosigkeit von der Erkrankung kommt. Gerade Abillify hat ja eher nicht so die dämpfende Wirkung wie zb. Risperidon. Trotzdem kann es sein, dass es dir mit einem anderen Medikament bzw. einem zusätzlichen Antidepressivum besser ginge.

    Sorry dass ich nochmal hier schreibe, aber muss da mal meine Erfahrungen schildern.


    Nach den Psychosen hatte ich oft die selbe Freudlosigkeit, war unfähig positive Emotionen zu fühlen. Das lag teils an den Medikamenten, aber auch an der Depression nach der Psychose.


    Mit der Zeit besserte es sich jedesmal, zwar langsam, aber stetig. Zur Zeit genieße ich wieder Serien gucken und Computerspielen. Das war nach den Psychosen überhaupt nicht möglich.


    Selbst Monate nach der Psychose war ich unfähig, auch nur eine Seite im Buch zu lesen obwohl ich früher eine Leseratte war.


    Der heilende Faktor ist hier Zeit.

    Zeit ohne Psychose.

    Zeit, die man gerne auch die Medikamente zur Ruhigstellung nutzen kann.

    Die Hoffnung, dass es sich bessert sollte man nicht aufgeben, es bessert sich mit der Zeit.

    Ich bin auch lange Zeit als Soldat tätig gewesen.

    Erst in Afghanistan, später Mali.

    Als Infanterist entdeckte ich dann meine Leidenschaft zum Kochen.

    Als Smutje auf der Gorch Fock zauberte ich dann mehrere Jahre die Gaumenfreuden für unzählige Jungmatrosen.

    Später leitete ich spezielle Einsätze in mehreren Ländern.


    Zur Zeit übe ich den Beruf des Barista in Thailand aus, habe eine kleinere Bar hier in Phuket.