Beiträge von Salambo

    Hallo Efeu,

    nein, ich arbeite nicht. Ich lese viel, dichte und zeichne, gehe spazieren. Ich muss immer darum kämpfen, eine Tagesstruktur aufzubauen. Das fällt mir momentan sehr schwer, da ich depressive Gedanken habe. Ja, ich hatte auch Weltrettungsgedanken, da ich einen religiösen Wahn hatte und demzufolge immer Botschaften von Gott erhalten habe ( was ich mir einbildete). Da kam es dann auch zu Heilsaufträgen.

    Hallo,


    ich bin 55. Meine erste Psychose bekam ich mit 49. Die zweite dann mit 55. Meine Medikamente wurden erhöht von 0,5 mg Risperidon auf 3 mg. So fühl ich mich geschützt. Bekomme außerdem Fluoxetin 30 mg, das Antidepressivum. Fühl mich in letzter Zeit auch niedergedrügt und freudlos. Ich weiß eigentlich nicht woran das liegt. Ich habe deswegen auch eine Therapie begonnen. Eigenlich ist mein Leben sehr schön. Ich habe einen liebevollen Partner und einen wunderbaren Sohn.

    Ich zeichne sehr gern und sehr viel. Dazu höre ich beruhigende Musik. Das wirkt sehr meditativ. Außerdem liebe und schreibe ich moderne Lyrik, die immer wieder veröffentlicht wird. Aber ich lasse mich auch viel durch den Tag treiben, den ich mit Gedanken berühre.

    Das ist absolut richtig, was du schreibst. Und nur so wird man gesund. Doch wenn man so viel Schönes erlebt hat, ist es nicht so einfach. Dennoch all das Schöne erreichte dann bei mir irgendwann auch einen quälenden Status. Deine Worte erinnern mich daran. Danke dafür!

    Natürlich. Die Medikamente helfen schon und die Erhöhung tut gut, wenn es wieder kritisch wird. Nach meiner ersten, sehr krassen Psychose waren auch wirklich alle Erfahrungen, die mich in die anderen Scheinwelt gezogen hatten, weg. Nun hatte ich wieder eine. Die Erhöhung der Medikamente half prompt, stoppte die Erfahrungen, aber diesmal ist es, als hätte ich es selber in der Hand, wieder alles für ein erneutes Aufflammen der Psychose zu provozieren, ganz eigenartig. Dadurch mache ich allerdings die Erfahrung, dass ich entscheiden kann - was wohl nur zusammen mit den Medis geht -, dass ich nein sagen kann zum Übertritt in die andere Welt oder eben ja. Wie gesagt das Ja ist nicht ohne Reiz und doch kreuzgefährlich. Ich muss mich selber und mit aller Kraft dagegen wehren. Rispiridon und Fluoxetin schaffen es diesmal nicht alleine, soll heißen , sie nehmen mir die Entscheidung nicht mehr ganz ab.

    Meine Antwort könnte triggern!


    Das ist ein wichtiges Thema. Meine letzte Psychose war bis sie an einen gewissen Punkt kam phänomenal. Ich erlebte die größte Liebesgeschichte meines Lebens, die aus einer anderen Welt kam. Sie war absolut. Alles war aber auch sehr kräftezehrend. Natürlich habe ich nun auch außerhalb der Psychose Sehnsucht nach dem bestimmten, jener Welt angehörenden Liebhaber. Und dann kommen wieder die Fragen. Ist nicht vielleicht doch etwas dran? Gibt es ihn wirklich? Bin ich vielleicht doch nicht krank, sondern nur hellfühlend? Und ab dem Punkt wird es wieder gefährlich. Dann fängt es trotz Medikamenten an zu kippen. Ich fühle wieder etwas, dass es so nicht gibt und dass mich am Ende in eine Katastrophe führt. Unruhe, Nervosität, Konzentrationsmangel bauen sich auf und mir bleibt dann nur die Medikamente zu erhöhen. Ich halte die Sehnsucht nach der Psychose für einen subtilen Auslösemechnismus, dem wir mit aller Macht wiederstehen sollten, um nicht wieder rückfällig zu werden. Jedenfalls trifft das so auf mich zu, denn ich bin krank und hellfühlend. Die andere Welt ist schön, aber nicht real und wenn ich in der Schnittmenge aus der realen und der Scheinwelt zu existieren versuche, gehe ich zugrunde. Das ist Fakt und danach sehne ich mich nun ganz und gar nicht. :*:*