Beiträge von friedo

    Hallo Freddi00 ,


    bei mir war es ähnlich. Ich bin Ende Dreißig, berufstätig, hatte Mitte letzten Jahres das erste mal eine Psychose. Teilstationär in der Klinik 8 Wochen, danach zurück zur Arbeit mit Hamburger Modell. Dann einige Zeit arbeiten. Dann Medikamentenumstellung und wieder krank geschrieben. Veränderungen, die ich an mir seit der Psychose bemerkt habe: Ich bin auch nicht mehr die Alte. Liegt es an den Medikamenten oder an der Krankheit oder an beidem? Ich bin nicht mehr so fröhlich, ich bin nicht mehr so traurig, ich bin wie in Watte gepackt. Müde, antriebslos, emotionslos, ängstlich. Mein Selbstwertgefühl ist geschmälert. Das alles hat sich seit Mitte letzten Jahres bei mir geändert. Ich hoffe, das sich das wieder verbessert. Wie ist es bei dir? Welche Veränderungen merkst du? Kommst du gut mit deinen Medikamenten klar? Hast du auch Negativsymtome? Alles Gute für Dich.


    Viele Grüße

    Friedo

    Hallo Auster ,


    wie geht es dir mittlerweile? Hat die Reha geholfen? War das eigentlich deine erste Psychose?

    Ich bin auch gerade in der Phase "Post.Psychose" und habe mit genau den selben Problemen zu kämpfen.

    An manchen Tagen bin ich optimistisch und bin mir sicher, dass ich einfach wieder arbeiten gehe und es wir sich schon alles einpendeln und dass ich an einem normalen Alltag teilnehmen kann. An manchen Tagen nehme ich mir vor, dass ich raus gehe und mich mit Freunden treffe und das mache ich dann auch und es tut gut. An manchen Tagen komm ich nicht in die Gänge und bleibe zu Hause. Ich dachte, nach der akuten Phase ist es "vorbei", aber dann kamen die Negativsymptome...


    Alles Gute für Dich!

    Viele Grüße

    Friedo

    Danke der Nachfrage, Johanna .


    Mein Arzt hat mich bis Ende dieser Woche krankgeschrieben. Ich war jetzt lange Zeit zu Hause, was nicht leicht war für mich, da ich zu viel Zeit zum Nachdenken hatte.


    Die Medikamentenumstellung ist jetzt soweit durch. Das Risperidon abgesetzt. Mit Reagila komme ich ganz gut zurecht. Mir ist halt immer noch etwas schwummrig ab und an, als wäre ich in Watte gepackt, aber ich vermute mal, das machen alle Medikamente. Die Antriebslosigkeit ist ein wenig besser geworden, auch die Übelkeit ist nicht mehr so arg und die ganz trüben Gedanken kommen auch nicht mehr in so einer Wucht. Ich fühle mich trotzdem noch sehr schwer und träge und habe immer noch Schlafprobleme, wache früh auf und kann nicht mehr einschlafen. Trotz Mirtazapin.


    Etwas Angst habe ich auch davor, wieder arbeiten zu gehen. Es ist schon komisch, nach so langer Zeit wieder zurück in den Alltag zu kehren. Ich bin ja schon im Sommer 3 Monate ausgefallen wegen der (in meine Fall ersten) akuten Psychose und der teilstationären Behandlung, dann zurück zur Arbeit mit dem Hamburger Modell und jetzt zum Jahresanfang wieder 6 Wochen ausgefallen wegen Negativsymtome/Medikamentenumstellung.


    Wie ist deine / eure Erfahrung? Wie lange dauern dieses Negativsymptome / postpsychotische Depression denn ungefähr, bis man wieder halbwegs "normal" wird?


    Danke auch an alle anderen, die Beiträge hier geschrieben haben.


    Alles Liebe und Gute Euch

    Friedo

    Danke Superheld für Deine Antwort. Das ist sehr aufbauend zu hören. Ich freue mich für dich, dass es Dir wieder besser geht. Ich spüre die Medikamente immer noch, liegt vielleicht auch daran, dass ich mich immer noch zu sehr auf meinen Körper konzentriere, da ich gerade so viel Zeit habe. Ich werde aber bald wieder arbeiten gehen, das lenkt mich von den Symptomen ab und das Negative wird wohl auch irgendwann wieder abziehen. Zumindest hab ich schon wieder Hoffnung.


    Viele liebe Grüße

    Friedo

    Hallo,


    ich wache nachts auf vor lauter Angst, dass ich wieder zurück bin in der akuten Phase mit Positivsymptomen. Dabei geht es mir seit Ende September wieder besser und ich habe "nur" mit Negativsymptomen zu kämpfen. Ich nehme brav meine Medikamente und da sollte ja dann auch eigentlich nichts mehr passieren. Die Ärzte meinten, es sehe gut aus, dass es eine einmalige Phase war. Nur: Wie bekomme ich diese Angst nur los. Die Erinnerung an die akute psychotische Phase. All die irrsinnigen Gedanken, die ich hatte. Mein wirres Verhalten. Die Gedanken begleiten mich den ganzen Tag und ich kann mich kaum mehr auf den Alltag einlassen vor lauter Panik.


    Danke für jeden Tipp aus eurer Erfahrung.


    Friedo

    Hallo zusammen,


    hat jemand von Euch Erfahrung mit Negativsymptomen wie Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Schwäche, Niedergeschlagenheit, trübe Gedanken usw. nach der ersten akuten psychotischen Phase? Könnte das nicht auch eine Post Schizophrene Depression sein. Wie sind eure Erfahrungen? Wie lange bleiben diese Symptome? Wird das wieder besser?


    Viele Grüße

    Friedo

    Hallo,

    bei mir hat Risperidon genau so gewirkt anfangs wie du es beschreibst. Es hat mich regelrecht außer Gefecht gesetzt. Das legt sich aber mit der Zeit. Ich habe es dann einfach abends genommen, um die Nebenwirkungen zu überschlafen. Gegen die Psychose hat es auf jeden Fall geholfen. Insgesamt nehme ich jetzt seit 5 Monaten Risperidon, werde aber gerade auf ein neues Medikament -Reagila- umgestellt. Das soll besser gegen die Negativsymptome wirken. Und alles in allem vertrage ich das auch besser und es haut mich nicht so um wie Risperidon. Ich wünsche Dir alles Gute!

    Viele Grüße

    Friedo

    Danke für Deine Antwort, Johanna

    Ich hatte vor meiner Psychose auch schon eine Panikstörung. Gerade, wo ich mit den Negativsymptomen zu kämpfen habe, kommt es mir auch so vor, als wäre die Panik zurück. Wie ist deine Erfahrung mit der Erkrankung? Hattest du bisher nur eine einmalige Episode mit Positivsymptomen? Du meintest, es ginge dir gut mit deinem Medikament. Heißt das, du nimmst jetzt wieder ganz normal am Leben teil und hast einen geregelten Alltag, ohne ständig an die Krankheit zu denken? Das ist gerade mein größter Wunsch, dass ich, gut eingestellt auf die Medikamente, wieder zurückfinde in einen Alltag, in dem es sich nicht mehr nur um die Psychose, die Angst vor der Psychose und das ganze Medikamentendrumherum dreht. Die Symptome ignorieren und jeden Tag raus in die Welt und sich nicht aufhalten lassen. Ich wünsche Dir auch alles Gute.

    Viele Grüße

    Friedo

    Hallo Johanna,


    ich bin auch neu hier. Ich hatte im Sommer 2019 eine Psychose, im Krankenhaus hieß meine Diagnose auch Paranoide Schizophrenie. Seitdem ich Risperidon nehme, habe ich keine Positivsymptome mehr, dafür seit längere Zeit vermehrte Negativsymptome. Jetzt werden meine Medikamente umgestellt und ich nehme Reagila. Zwischendurch bin ich mit dem Hamburger Modell wieder ins Arbeitsleben eingestiegen. Gerade fällt es mir jedoch sehr schwer mich zu motivieren und zu konzentrieren. Ich hoffe, dass ich bald wieder Symptomfreier werde und das Leben wieder ganz normal meistern kann. Wie ist es bei dir? Hast du zurück in einen "Alltag" gefunden. Bei mir war es die erste Episode, und ich hoffe, die letzte. Aber es dauert alles so lange. Ich dachte ja: Der Wahn ist vorbei. Jetzt wird alles wieder ganz normal. Und dann die Negativsymptome. Ich bin etwas ungeduldig aber habe doch noch Hoffnung.


    Viele Grüße

    Friedo

    Hallo,


    ich hatte im Sommer 2019 eine Psychose und nehme seither Risperidon. Da ich jetzt verstärkt unter Negativsymptomen (Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Schlafstörung, Zukunftsängste, dunkle Gedanken + Übelkeit ) leide und außerdem seit Monaten keine Menstruation mehr hatte, werden jetzt meine Medikamente umgestellt und ich nehme jetzt Reagila und zum Schlafen Mirtazapin. Risperidon nehme ich noch eine Woche lang weiter. Mein Psychiater meinte, die Umstellung wird ca. 4 bis 5 Wochen dauern. Nach 2 Tagen Reagila 1,5 mg + Risperidon 1,5 mg + Mirtazapin 7,5 mg kommt es mir so vor, als würde ich das neue Medikament recht gut vertragen (definitiv besser als Risperidon, davon hatte ich vor allem zu Beginn sehr starke Nebenwirkungen wie Schwindel und Müdigkeit). Deshalb frage ich mich: Soll ich nicht doch während der Umstellung arbeiten gehen? Zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf und ich konzentriere mich nur auf meinen Körper und suche nach Wirkungen und beschäftige mich mit der Krankheit. Oder soll ich besser geduldig sein und warten, wie es dann wird, wenn Risperidon abgesetzt wird?


    Schon mal vorab Danke für den Erfahrungsaustausch und eure Antworten

    Friedo