Beiträge von Psychoseforum

    An sich sollen Amphetamine ja zu psychoseähnlichen Symptomen führen, aber ist das wirklich so?


    Der Wirkstoff den ich einnehme soll ja auch so etwas ähnliches wie ein Amphetamin sein oder dieser Stoffgruppe zuzuordnen ist aber ein Antidepressivum. Ich frage mich schon lange warum und wo da denn der Unterschied liegt und ob andere echte Amphetamine nun wirklich schädlich sind oder das ebenso mehr pharmazeutischer Propaganda zuzuordnen.


    Da wäre noch das Ritalin was ja ein Amphetamin ist und sonnst gibt es glaube ich kaum nur einige wenige andere.


    An sich ist man ja Müde bei einer Psychose, hat Konzentrationsstörungen, da fragt sich warum es Studenten quasi bekommen um ihre Noten zu pushen und die Betroffenen die es benötigen mit einem Neuroleptikum allein ruhig gestellt werden?


    Ich schätze ja das Ritalin ähnlich gut wirkt wie das Bupropion und somit gegen die Negativsymptome unverzichtbar sind. Mir würden mal die echten Argumente die dagegen sprechen interessieren. Vermutlich leichte Wechselwirkungen mit ein paar der teueren Neuroleptika so das vielleicht da ein paar ausgemustert werden müssten. Ach ja es geht ja ums Geld.

    Verrückte Welt..

    Amisulprid

    Markenname: Solian

    Amisulprid ist ein neues Neuroleptikum, das zur Behandlung akuter und chronischer schizophrener Störungen zugelassen wurde. Chemisch ist Amisulprid ein Benzamid, das strukturelle Verwandtschaft sowohl zu Sulpirid (zum Beispiel Dogmatil® ), das bereits seit vielen Jahren als Neuroleptikum und Antidepressivum eingesetzt wird, als auch zu Remoxiprid (Roxiam® ) besitzt, das ebenfalls zur Therapie akuter und chronischer schizophrener Psychosen indiziert ist.

    In klinischen Studien konnte Amisulprid in niedriger Dosierung (100mg täglich) primär negative Zustände mit Affektverflachung , emotionalen und sozialem Rückzug (Minussymptomatik) beeinflussen. Bei dieser niedrigen Dosierung werden wahrscheinlich primär präsynaptische D2/D3-Rezeptoren blockiert. Das führt zu einer Dopamin-Ausschüttung, die desinhibierende Effekte zeigt und für die Besserung der Minussymptomatik verantwortlich gemacht wird.

    Zur Beeinflussung der Plussymptomatik (Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen, Feindseligkeit und Mißtrauen) werden Dosen von 400 bis 800mg pro Tag angewandt. Dabei kommt es zur Blockade der postsynaptischen D2/D3-Rezeptoren im limbischen System. Offensichtlich werden die D2-Rezeptoren im Striatum weniger stark blockiert als bei anderen Neuroleptika, was zu geringeren extrapyramidal-motorischen Nebenwirkungen führt. Deshalb Amisulprid zu den atypischen Neuroleptika einzustufen, wie es der Hersteller macht, ist allerdings nicht gerechtfertigt. Atypische Neuroleptika wie Clozapin oder Risperidon beeinflussen die Minussymptomatik über die Hemmung der serotonergen 5HT2A-Rezeptoren und zeigen wesentlich weniger bis gar keine extrapyramidal-motorische Störungen.


    Quelle: Pharmazeutische Zeitung


    Anwendung von Amisulprid

    Amisulprid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika. Anwendungsgebiete sind Psychosen und Schizophrenie. Der Wirkstoff mindert sowohl die Positiv-Symptome wie Wahnvorstellungen und damit einhergehende Unruhe oder Aggressivität. Gleichzeitig beeinflusst Amisulprid auch die Negativ-Symptome von Psychosen, also depressive Anzeichen wie sozialen Rückzug, Antriebslosigkeit und Emotionsarmut.

    Wirkung von Amisulprid

    Amisulprid entfaltet seine Wirkung durch Bindung an Dopaminrezeptoren, vor allem an D2- und D3-Rezeptoren vor und hinter den Synapsen, also den Kontaktstellen zwischen zwei Zellen. Der Effekt wird durch die Dosierung bestimmt. Geringe Dosierungen aktivieren die Dopaminausschüttung und haben eine stimmungsaufhellende und belebende Wirkung (präsy-naptisch). In hoher Dosierung blockiert Amisulprid die Dopaminrezeptoren im Gefühl- und Triebzentrums des Gehirns (limbisches System), was zu dem positiven Effekt auf Wahnvorstellungen führt (postsynaptisch).

    Nebenwirkungen von Amisulprid

    Amisulprid zählt zu den Neuroleptika mit vergleichsweise gering ausgeprägten Nebenwirkungen. So verursacht der Wirkstoff nur selten Bewegungsstörungen oder anhaltende Müdigkeit. Dennoch kommt es durchaus zu Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Angst oder Unruhe.


    Quelle: Gelbe Liste


    Genaueres zur Anwendung:

    Zitat

    Amisulprid als erste Wahl bestätigt

    Die Therapie mit dem in Frankreich seit 1988 verwendeten Amisulprid war Gegenstand einer Konsensuskonferenz. Die Experten bestätigten den Wert des Medikaments als First-line-Neuroleptikum akuter und chronischer Schizophrenien und gaben Dosisempfehlungen.

    In höheren Dosen beeinflusst das Atypikum Amisulprid durch die Blockade der postsynaptischen D2/D3-Rezeptoren bevorzugt die Plussymptomatik wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen. In niedrigeren Dosen zeigt Amisulprid eine sehr gute Wirkung auf die Minussymptome, vermutlich aufgrund einer primär präsynaptischen D2/D3-Blockade. Die schwache Hemmung striataler D2-Rezeptoren ist vermutlich für die geringe Inzidenz extrapyramidal-motorischer Nebenwirkungen verantwortlich. Aufgrund des speziellen dosisabhängigen Wirkprofils sollte Amisulprid nach Übereinkunft der französischen Ärzte bei neudiagnostizierten Erkrankungen ohne Plussymptomatik in einer Tagesdosis zwischen 100 und 300 mg verabreicht werden. Sind Plussymptome vorhanden, wird Amisulprid im mittleren Dosisbereich (400 bis 600 mg/d) eingesetzt. Besteht eine schwere wahnhafte und/oder agitierte Psychose wird eine tägliche Dosis von 800 bis 1200 mg empfohlen, die - nach den Ergebnissen klinischer Studien - auch ohne Titration gut vertragen wird. Nach Abklingen der Plussymptomatik bzw. bei bereits initial dominierenden Minussymptomen sollte Amisulprid in der Dosis von täglich 100 mg eingesetzt werden, nur selten ist auf 300 mg/d zu erhöhen. Da Amisulprid nicht sedierend wirkt, kann bei schwer gestörten oder aggressiven Patienten die kurzzeitige Gabe eines Sedativums, z. B. eines Benzodiazepins, sinnvoll sein. Anticholinerge und antiadrenerge Nebenwirkungen treten praktisch nicht auf, es kann aber zu Galaktorrhö, Amenorrhö und sexuellen Funktionsstörungen kommen. In der mehr als zehnjährigen Verwendung traten in Frankreich keine unerwarteten schweren Nebeneffekte auf. (JL)


    Quelle: Lecrubier, Y: Consensus on the practical use of amisulpride, an atypical antipsychotic, in the treatment of schizophrenia, Zeitschrift: NEUROPSYCHOBIOLOGY, Ausgabe 44 (2001), Seiten: 41-46


    weiterführend:

    Antipsychotika Vergleich

    Bupropion + Neuroleptika Bedarf Therapie

    Aripiprazol


    Markenname: Abilify


    Wirkstoffklasse und Wirkmechanismus: Aripiprazol ist ein antipsychotisches Medikament für psychotische Erkrankungen zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störung. Es wird auch zusammen mit anderen Medikamenten bei Erwachsenen zur Behandlung von schweren Depressionen eingesetzt. Der genaue Wirkmechanismus von Aripiprazol ist nicht bekannt. Darüber hinaus, anders als andere Antipsychotika blockiert es mehrere Rezeptoren für verschiedene Neurotransmitter(Chemikalien mit denen die Nerven miteinander kommunizieren) an den Nerven des Gehirns. Es wird vermutet, dass es die positive Wirkung hat aufgrund der Wirkung auf die Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren. Seine Wirkungen auf diese Rezeptoren sind vielfältig, durch eine Stimulation der Rezeptoren, die in einem geringeren Ausmaß als natürlich vorkommen(ein Prozess welcher partiell agonistischen Wirkung genannt wird). Die FDA hat Aripiprazol im November 2002 zugelassen.


    Anwendungsgebiete: Aripiprazol wird zur Behandlung von Schizophrenie , bipolarer Störung, gemischten manisch /depressiven Episoden (als Mono- oder Kombinations-Therapie) und als ergänzende(Add-on) Therapie für Major(schwere) Depression eingesetzt. Es wird auch zur Behandlung von Reizbarkeit bei autistischen Störungen und gegen Agitation bei Schizophrenie oder einer bipolaren Störung verwendet. Aripiprazol kann auch bei der Behandlung des Tourette-Syndrom verwendet werden.


    weiterführend:

    Antipsychotika Vergleich

    Bupropion + Neuroleptika Bedarf Therapie

    Keine Ahnung ob ihr das kennt wenn euch ein bösartiger Gedanke kommt den ihr aber so kaum wegdrücken könnt und der euch beunruhigt oder wenn ihr so Stimmungsschwankungen habt und leicht reizbar auf die Palme zu bringen seid, wie geht ihr damit um oder was hat euch dagegen geholfen?


    Einerseits helfen da auch die Neuroleptika da Gedanken Gedämpft oder weggedrückt werden, aber eben braucht es auch etwas gegen die innere Unruhe oder eben einen Stimmungsstabilisator die bei so etwas durchaus helfen können. Ich hab damals als ich mal wie Bipolar war und bei Absetzversuchen der Nls ein paar Wochen reizbar und dann wieder normal war es mit unterschiedlichen Antidepressiva versucht und hatte mit Duloxetin da gute Erfahrungen gemacht, da dieses anders als SSRIs auch auf das Noradrenalin wirkt hat das etwas wie von der Wirkweise diesbezüglich vermutlich vergleichbar wie ein ADHS Mittel, hat es da sehr gut geholfen und diese Stimmungsschwankungen wurden über ein paar Monate Einnahme gelöst.

    Heute mit dem Bupropion ist das ähnlich da es auf Noradrenalin und Dopamin als Wiederaufnahmehemmer wirkt ähnlich wie ein ADHS Mittel macht es innerlich angenehm ruhig, also wie man sich von vor der Erkrankung kennt, also bevor man zu Stimmungsstabilisatoren wie Valproat greift würde ich es erstmal mit so spezifischen Antidepressiva probieren wo sich auch Reboxetin (SNARI Antidepressivum) mit spezifischer Wirkung auf das Noradrenalin oder eben richtige ADHS Mittel in Kombination mit den Neuroleptika anbieten könnten/würden.

    Bin da kein so großer Fan vom Valproat(Antiepilepsiemittel) das ähnlich wie Lithium eingesetzt wird aber kenne das selbst auch nicht persönlich von der Einnahme her.


    Wie ist es bei euch, seid ihr leicht reizbar und was hilft euch derartigen Stress abzubauen?


    Ist glaube ich gut zu wissen was da alles hilft, da man kaum voll ruhig gestellt werden möchte nur weil man Unruhezustände oder anderes hat die anderweitig besser behandelbar sind...

    Habt ihr welche und wie geht ihr damit um? Was würdet ihr gerne in Zukunft anders machen, also gibt es vielleicht Dinge in die ihr euch Erkrankungsbedingt zu sehr hineinsteigert?


    Da könnte ich ein Lied drüber singen...:whistling: heute bin ich da recht zufrieden und hab sogesehen eine Internetsucht mit der ich mehr oder weniger glücklich bin, aber der Ausgleich schwer fällt.


    Wie ist es bei euch?

    Wir würden vermutlich kaum krank werden wenn alles Supi sein würde, ich glaube wir bekommen das eben zuerst ab und sind diejenigen die etwas Sensibler auf widrige Bedingungen reagieren und sogesehen kann das auch ein Befreiungsschlag sein... gut man muss das erstmal gut Überstehen, das wäre dann die andere Frage..

    Ich erinnere mich nicht mehr gut daran und bin unter 160 mg Zeldox auch komplett symptomfrei.

    Also komplett Symptomfrei bekomme ich bei mir kaum hin, also ein gewisser Beigeschmack war bei mir immer da auch wenn es jetzt Symtpomfrei ist, fand ich das psychotische Erleben eher prägend und einbrennend, also da sind die Erinnerungen bei mir schon da auch wenn das mit der Zeit nachlässt denke ich.


    Zum Beispiel, dass man dadurch vielleicht tiefgründiger ist als der 08/15 Mensch und mit seinen Mitmenschen anders umgeht. Vielleicht besser andere Leute annehmen kann, die irgendwelche Störungen haben. Ich glaub schon, dass man die Welt dadurch ein wenig mit anderen Augen betrachtet, als jemand, der nur die gängigen alltäglichen Probleme kennt.

    Wenn ich mir so gesunde Gleichaltrige anschaue, die nichts anderes als ihr Aussehen und Fitness-Studio im Kopf haben...

    Hat etwas einen gedrückten Beiklang, finde das aber schon das es so ist, ich denke sogar wir können uns in die Probleme der Menschen auch der Gesunden ganz anderes einfühlen, wenn man etwa diese psychotische Erlebnisse hatte sind das ja Grenzerfahrungen von ganz unterschiedlicher Wahrnehmungen so das man vielleicht mit einer viel breiteren Bevölkerungsschicht klar kommt und weniger nur in seiner persönlichen Heilen Welt lebt, also man kennt die Probleme seine und die der Anderen gerade was das Denken und Fühlen angeht und wenn wir weniger gerädert wären durch die Medikamente, dann würden wir das auch viel mehr Schätzen. Man schätzt es denke ich auch viel mehr Gesund zu sein oder dinge die einen Gefallen Wohltun, anders wie andere die in ihren Konsumverhalten denken Gesundheit und so ist eine Selbstverständlichkeit und sich keine solche Gedanken machen müssen und die Zeit eben anders verschwenden..

    also das ist schon sehr viel also 1 Bier würde ich sagen oder ein Glas Wein, darüber kann das täglich schon Sucht sein. Also 4 Bier täglich ist denke ich keine Dauerlösung und da gilt man glaube ich schon als Alkoholiker. Kommt vielleicht ganz drauf an..


    Bei 2 Bier sehe ich auch kein Problem, 1 Maß geht schon finde ich und anderweitig ist es mehr oder weniger normal das auf Feiern mehr getrunken wird.


    So hab ich mich etwas eingeschränkt bei dem ganzen aber auch so ein leichter Rausch kann denke ich schon eine Hilfe sein wenn man mal runterkommen möchte..

    Gut es gibt auch Neuroleptika die wie eine Art Dauerrausch wirken, aber das ist finde ich weniger sinnvoll, von daher wäre vielleicht doch um zumindest kurzzeitig in regelmäßigen Abständen mal abzuschalten der Alkohol oder etwa ein zwei Bier weil Hopfen ja auch beruhigt sinnvoll.


    Irgendwie denke ich schon das es in gewissen Situationen bei Psychose helfen kann (wenn man keine Suchtprobleme damit hat)..


    Gut es kommt ja auch auf die Grundmedikamente an ob es Sinn macht, also angenommen man hat Minimal Nl- Dosis ..

    Bei einer Psychose soll es sich ja um instabile abgekapselte Netzwerke im Kopf handeln oder so ähnlich gibt es zumindest eine Theorie.


    Alkohol ist ja ein Zellgift und womöglich kann es diese instabilen Verschaltungen lösen, also man hat ja auch eine bessere Laune und kommt auf andere Gedanken und das kann finde ich schon helfen besser mit einer Psychose umzugehen wo man die Dinge eher zu klar sieht.


    Deswegen braucht man keinen Vollrausch aber ein leichter Rausch könnte ja helfen.


    Wie denkt ihr darüber?

    Das würde ich mir auch in Zukunft wünschen das man das ganze differnezierter sieht. Es würde sich finde ich auch eine Art Glaube anbieten parallel zu klaren wissenschaftlichen Erkenntnissen eben annahmen und Erlebnisse der Betroffenen mit aufzunehmen und wie diese damit umgehen, manche Dinge kann man ja kaum 100% belegen aber wenn man sich zu 75 % Sicher ist und es zu 90% Sinnvoll erscheint das aufzunehmen um den Betroffenen auch psychologisch besser helfen zu können, dann wäre das ja Sinnvoll.


    Viele berichten von Stimmen von Außen wenn man diese als Fremd sieht kann man sich auch einfacher Distanzieren davon, also davon das alles nur Einbildung sein soll das glaubt ja vermutlich kein Betroffener wirklich und wenn man es zulässt gewisse Dinge die günstig für einen positiven Erkrankungsverlauf sind glauben zu lassen, dann ist das doch gut.

    Heute soll der Betroffene irgendwelche Lügen glauben und wenn er 2-3 Rückfälle hatte und sicher weis das es anders ist dann meint man die Heilungschancen stehen schlecht, vermutlich weil es eben in das verlogene Glaubenssystem was man annehmen soll kaum passt und die Betroffenen mit ihren Problemen irgendwo keine spirituelle Grundlage haben um zusammenzuhalten. Vielleicht möchte man aber auch diese Spaltung unter den Betroffenen, also keine gemeinsame Basis und die Betroffenen lieber für dumm verkaufen auch wenn man es zeitweise eben ist.