Eine ewige Perspektive

  • Hallo!


    Die Dauer meiner Krankheit (paranoide Schizophrenie) beträgt mittlerweile 24 Jahre. Die ungefähr ersten 10 Jahre war ich Dauergast in der Psychiatrie. Hochpsychotisch, mit Panikattaken, Unruhe und sehr großen Ängsten. Danach hatte ich viele Probleme mit der Negativsymptomatik, die ich mit verschiedenen Süchten zu behandeln suchte. Ich war starker Raucher, lebte ausschweifend und neben Alkohol manifestierte sich auch noch eine Automatenspielsucht. Ich versuchte dadurch die innere Leere zu füllen. Heute rauche ich nicht mehr, lebe sehr zurückgezogen, auch die Spielsucht ist beendet. Seit einigen Jahren treibe ich dann auch Sport, was aber momentan wegen eines Gebrechens nicht möglich ist. Mit meiner Psychiaterin ist abgesprochen, dass ich kontrolliert trinke. D. h. Alkohol ja, aber regelmäßig Pausen und alkoholfreie Zeiten einplanen. Diese Negativsymptome sind sehr schlimm, manchmal verzweifle ich schier daran.


    All das hätte ich nicht durchgestanden, wenn ich nicht Hoffnung gehabt hätte. Ich habe schon zu Beginn meiner Krankheit angefangen die Bibel zu lesen. Wer krank ist, sucht nach einem Sinn hinter dem Ganzen. Durch die Bibel erkannte ich, dass mein Leben nicht auf diese kurze Zeitspanne hier auf der Erde begrenzt ist, sondern nach dem Tod noch weitergeht. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass dadurch manche psychotische Schübe religiöse Inhalte hatten, was aber wieder wegging, wenn die Psychose abklang. Es ist also im normalen Zustand nicht so, dass ich jetzt göttliche Stimmen höre oder andere Phänomene habe. Nein, ich habe mir das christliche Weltbild und den christlichen Glauben zu eigen gemacht. Aber ich bin auch aus der katholischen Kirche ausgetreten, weil ich mit diesen ganzen Skandalen nichts mehr zu tun haben wollte. Mein Weltbild wird heute durch die biblische Botschaft bestimmt. D. h. ich weiß, dass das Beste noch kommt! Jesus Christus wird die Gläubigen zu sich holen und wir werden auf einer neuen Erde in einem neuen Universum, dass frei von Krankheit, Leid und Tod sein wird, leben. Ich glaube, wenn ich diese Hoffnung nicht gehabt hätte, hätte ich schon längst aufgegeben.


    Es ist wahr, dass viele Psychosen einen religiösen Inhalt haben, das sollte aber nicht abschrecken, einen Sinn hinter dem Ganzen zu suchen. Und ja, es gibt einen Sinn! Wir sind nicht zufällig entstandene Kohlenstoffverbindungen, die auf einer Kugel am Rand des Universums als Zigeuner leben. Unser Leben hat eine Bestimmung und wir sind hier auf der Erde, um eine Beziehung zu unserem Schöpfer aufzubauen. Das gibt Hoffnung, und diese Hoffnung gibt Kraft mit dieser Krankheit klarzukommen.

    • Hilfreich

    Hallo Jacob Blackbird!


    Es ist so schön zu hören, wie der Herr dir Kraft gibt, das alles durchzustehen und Hoffnung.
    Mir hat auch Jesus Christus geholfen und ich mühe mich weiterhin darum, täglich mit Ihm zu gehen.


    Sogar Paulus mußte "einen Pfahl im Fleisch" ertragen und konnte trotzdem dem Herrn dienen.
    Vielleicht ist dir das ein wenig Trost.


    2. Korinther 12

    7 Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch,
    nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.
    8 Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, daß er von mir weiche.
    9 Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.
    Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne.


    Gottes Segen dir, lieber Jacob Blackbird,

    Seren

  • Vielen Dank lieber Bruder! (Nachtrag: Schwester) :smiling_face:


    Offb 21,4: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.