Kinderwunsch

  • Hallo zusammen hab eine frage die mich schon etwas länger begleitet ich nehme tabletten gegen meine psychose und bin seid 12 jahren stabil und hatte kein rückfall. Ich nehme clozapin und Abilfy.


    Mein mann und ich haben einen kinderwunsch und meine Frage wäre ob das möglich ist bei den Tabletten? Und auf welche tabletten man umstellen könnte . Wäre Dankbar für jede Antwort

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  • Ich würde einen Kinderwunsch auf jeden Fall mit dem Psychiater und dem Frauenarzt absprechen und nicht mit dem Internet.


    Einen ersten Anhaltspunkt findest du aber sicher auf der Packungsbeilage deiner Tabletten.


    Generell können Menschen mit Schizophrenie trotz ihrer Erkrankung sowohl gute als auch schlechte Eltern sein. Das liegt völlig an deiner persönlichen individuellen Situation.

  • Hallo Gul23,
    hier findest du eine Webseite die eine kostenlose Beratung anbietet und entsprechende Daten zu den Wirkstoffen zur Verfügung stellt.
    https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/aripiprazol/

    Hier auch ein sehr guter Artikel:
    https://www.deutsche-apotheker…g-fuer-aripiprazol-and-co

    An sich würde ich an deiner Stelle sogar beim Aripiprazol bleiben, weil eine Umstellung auch viel Stress bedeutet und andere Medikamente wie Quetiapin oder Risperidon eventuell nur wegen der höheren Erfahrungslage vorgezogen werden, aber sonnst auch recht heftige Medikamente sind.
    Insgesamt ist das Aripiprazol eventuell sogar besser geeignet als andere medikament der zweiten Generation(Atypische Neuroleptika)
    https://www.ppt-online.de/heft…schaft-und-stillzeit.html

    An deiner Stelle würde ich aber wenn möglich eine Monotherapie mit Aripiprazol vorziehen Gul23 , das würde bedeuten das du das Clozapin absetzen solltest (dazu liegen gute Studien vor das Aripiprazol eine Monotherapie vereinfacht).
    Gerade mehrere Neuroleptika sind auch für dich als Betroffene mit einer höheren Mortalitätsrate verbunden, also gerade bei den Neuroleptika sollte man eine Monotherapie vorziehen.
    Clozapin ist an sich eher unverträglicher von den Nebenwirkungen und gilt laut Metastudien eher als schwaches Medikament, von daher bist du mit dem Aripiprazol denke ich besser dran, auch weil es bei den Schwangerschaften recht gut geeignet ist, oder sogar besser als andere Neuroleptika(laut unterem Artikel.
    Alternativ hättest du noch die Möglichkeit auf Risperidon oder Quetiapin umzustellen was zumindest laut Embryotox die "Besser geeignete Alternativen" sein sollen. Die Aktuelle Studienlage könnte wie im unterem Artikel erwähnt aber trotzdem für das Aripiprazol sprechen.

    Von der Dosierung her würde ich an deiner Stelle auch im Vorfeld schauen, ob wie weit du das Aripiprazol ohne Probleme zu bekommen reduzieren kannst, um zumindest während der Schwangerschaft dann keine weitere Reduzierungsexperimente machen zu müssen, weil gerade das viel Stress bedeutet. Als Anhaltspunkt würde ich so 5-15mg anstreben von der Aripiprazoldosis. 15mg ist an sich die mittlere Aripiprazoldosis, was ich aber als recht hochdosiert betrachte, also wenn du mit 5 oder 10mg stabil bist, dann würde ich das an deiner Stelle vorziehen.

    Hier der Artikel wo das steht, das man bei Aripiprazol sich leichter tut auf eine Monotherapie umzustellen:
    https://www.rosenfluh.ch/media…Schweizer-Praxisalltag.pd

    Zitat

    ■ 97 % der Teilnehmer wiesen zu Beginn eine antipsychotische Vorbehandlung
    mit zumeist mehreren Antipsychotika auf. Nach der Umstellung erhielten
    85 Prozent dieser Patienten eine Dosierung von 15 mg Aripiprazol/Tag, die anderen 10 mg/Tag oder 30 mg/Tag. Wurden am Anfang noch vermehrt andere
    Neuroleptika als Komedikation zu Aripiprazol verabreicht, reduzierte sich
    dies im Lauf der Behandlung signifikant.

  • Gul23

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    Ich kann mich nur anschließen. Ich habe mich bei Embryotox schlau gemacht und mit meinem Psychiater und der Frauenärztin geredet. Durch die Schwangerschaft bin ich nur mit Citalopram gekommen, habe dann nicht gestillt (damit nichts über die Muttermilch geht und damit mir mein Mann leichter helfen konnte - bes. Nachts).

    Entbinden solltest du im Krankenhaus, damit dein Kind möglichst überwacht werden kann sollten Auffälligkeiten vorkommen. Ein paar Wochen nach der Geburt habe ich wieder psychotische Symptome bekommen und sofort wieder mit Aripripazol angefangen, dass ich auch vor der Schwangerschaft gebraucht hatte. Zusätzlich brauchte ich dann auch noch Quetiapin in geringer Dosis. Aber zusammen mit dem Psychiater konnte ich den Schub ambulant bewältigen.

    Wichtig ist, dass du ein gut unterstützendes Umfeld hast, denn in einem Schub brauchst du Hilfe bei der Kinderbetreuung und Entlastung um zur Ruhe zu kommen.

    Gut ist auch sich von vornherein klar zu machen, dass eine Geburt ein auslösender Faktor für einen psychotischen Schub sein kann. Ich habe mich genau beobachtet und auf meine Frühwarnzeichen geachtet. Hilfreich war auch, dass mein Psychiater mir angeboten hat, jederzeit in seine Sprechstunde kommen zu dürfen - wovon ich auch Gebrauch gemacht habe.


    Zur Medieinnahme während der Schwangerschaft - die Meinung meines Psychiater war lieber eine geringe Dosis durchnehmen, als ganz abzusetzen und einen Schub riskieren und mit einer Hammerdosis reingehen müssen...


    Was auch geholfen hat, war das Verständnis des Personals auf der Geburtsstation. Da bin ich einfach offen mit meiner Erkrankung (gemischte schizoaffektive Störung) umgegangen, aber vor allem auch mit meinen Ängsten den Ärzten gegenüber. So durfte ich z. B. schon im Krankenhaus bleiben, obwohl ich nur leichte Blutungen gehabt habe aber noch keine Wehen.


    Nach der Geburt ließ ich nachts meinen Sohn im Kinderzimmer, damit er gut überwacht wurde und ich schlafen konnte. Meinem Sohn ging es sehr gut und es war einerlei ärztliche Maßnahme notwendig.

    Beim Abstillen musste ich auf das entsprechende Medikament verzichten, da es bei Psychosen nicht eingesetzt werden soll. So dauerte es zwar länger, aber machte auch keine Schwierigkeiten.


    Soweit meine Erfahrungen.


    Lg

  • Gul23

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