Beziehung zwischen Nicht-Schizophrenen und Schizophrenen geht das?

  • Ich habe mich neulich in einen schizophrenen Mann verliebt. Wir haben super gute Gespräche geführt und lachten was das Zeug hielt. Doch dann merkte ich diese Grenze. Ich kam an eine Grenze auch mit mir. Ich habe ja selbst die Diagnose. Merkte aber nochmal dass sie nicht stimmen kann. Ich fühlte mich kraftlos und dem nicht gewachsen. Ich habe schon entschieden: obwohl der kurze Traum so schön, find ich nicht die Kraft. Interessieren täte es mich schon: hat jemand positive Erfahrung? :red_heart:

  • Ich bin mittlerweile seit 6 Jahren mit meiner Freundin zusammen, die nicht schizophren ist. Allerdings hat sie auch psychische Probleme (dissoziative Identitätsstörung) und meine Krankheit ist erst letztes Jahr so richtig ausgebrochen. Darauf folgte eine sehr krasse Depression, während der sie auch über Trennung nachgedacht hat, weil ich kaum noch reden konnte und komplett emotionslos war, was sie zu sehr verletzt hat. Ich habe dann für zwei Monate bei meinen Eltern gewohnt, um sie zu entlasten und bin zurückgekommen, als es wieder besser geworden ist.


    Sie hat mir auch versichert, dass sie es jetzt bereut, über Trennung nachgedacht zu haben, aber dass sie einfach nicht die Stärke hatte, anders damit umzugehen. Meine Prognose von Seiten der Ärzte war sehr schlecht, weil ich in sehr kurzer Zeit drei Episoden hatte, deswegen konnte sie auch nicht wissen, ob es noch mal besser wird. Seit ich aber aus der Depression raus bin, ist unsere Beziehung genauso intakt und liebevoll wie vorher. Ich glaube also schon, dass es funktionieren kann, wenn die Symptome nicht so stark sind, dass es den Partner komplett überfordert. Vor allem mit starker Emotionslosigkeit stelle ich es mir schwer vor, eine Beziehung zu führen, konnte ich zu dem Zeitpunkt auch nicht.


    Wichtig ist, dass die Partnerin oder der Partner einfühlsam ist und sich Mühe gibt zu verstehen, wie es sich anfühlt, mit der Krankheit zu leben. Ich glaube schon, dass es da förderlich ist, wenn die Person auch anders geartete psychische Probleme hat oder andere Angehörige mit psychischen Problemen, weil ich mir sonst eine Schizophrenie als ersten Kontakt damit sehr überfordernd vorstelle.

  • So fühle ich mich auch, emotionslos. Ich ging dann in Beziehung, und es war schön. Meine Grundströmung bleibt. Ich kann dann nichts geben, der andere fordert. Da geht es schief. Schön, dass das klappen kann. Schön geschrieben.

  • Ich bin auch seit 5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Er ist weder schizophren noch hat er eine andere psychische Erkrankung oder Probleme. In der Zeit als ich in der akuten Krankheitsphase war, hat er so gut es geht versucht mich aufzufangen was sehr schwierig für ihn war und ihn an seine Grenzen gebracht hat. Er war wirklich am Ende, wusste aber dass ich nichts dafür kann. Das ließ ihn durchhalten und wir sind heute, wo es mir besser geht, auch wieder total glücklich.

  • Ich war 10 jahre verheiratet als schizophrener mit einer nicht schizophrenen. Am Ende hat sie mich wegen der Krankheit verlassen. Es gibt einfach keinen Grund mit einem kranken Menschen zusammen zu sein, wenn du auch was besseres finden kannst.

  • @Nesssi Hallo Nessi 🌞


    KotosWegbegleiter Hallo KotosWegbegleiter Dem möchte ich widersprechen. Wichtig sind doch Verständigung und Aufmerksamkeit aufbringen können. Die sog. Gesunden haben oftmals übergroßen Respekt vor Andersartigkeit (oder gar keinen). Sich gegenseitig wahrnehmen können, das ist nie leicht.

    Das tut mir leid für dich, hier ❤

  • Fakt ist doch, dass männliche Schizophrene oft Single sind und weibliche Schizophrene können einen Partner haben, weil der Markt so knapp ist. Wenn Mann eine abbekommt, die er knallen kann, dann ist Mann egal(er) ob sie krank ist. Also auf eine Beziehung würd ich nicht allzu viel wert legen. Ich strebe einen solchen Status auch nicht an.

  • Kann ich so bestätigen. Gibt es hier weibliche Singles? Meldet euch lol.


    Ist halt trotzdem komisch. Weil die Geschlechterverteilung in Deutschland fast genau 50 / 50 ist. Ich hab keine Ahnung warum Frauen trotzdem so viel Auswahl haben und es sich erlauben können so wählerisch zu sein..


    Ich bin grad erst frisch Single. Aber falls ich keinen Erfolg habe, werde ich nach Dating in Russland schauen. Da gibt es viel zu viele Frauen, weil die Männer sich alle tot saufen. Oder ich schaue nach arrangierten Ehen mit Thailänderinnen. Oder hat Jemand noch bessere Tipps?

  • KotosWegbegleiter

    Auf der Welt gibt es ca. 60 Millionen mehr Männer als Frauen.

    In Deutschland soll es angeblich mehr Frauen als Männer geben, aber kann man dem wirklich glauben, nach zigtausenden männlichen Zuwanderern? Zudem ist da die jeweilige Altersgruppe entscheidend.

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  • MagdalenasHerz Also ich bin ja mit meiner Partnerin zusammen, die schizoaffektiv ist, das jetzt auch schon seit einigen Jahren. Ich selbst habe aber mit Depressionen zu kämpfen, mit einer Persönlichkeitsstörung, sozialer Phobie, so einen kleinen Haufen halt. Und es funktioniert. Unsere Beziehung ist sehr harmonisch, auch wenn der Ausbruch ihrer Krankheit natürlich eine große, große Herausforderung war. Uns dadurch zu kämpfen hat uns aber sehr viel stärker gemacht und ich weiß nun, dass wir alles zusammen durchstehen werden. Ich glaube es ist wichtig als Partner, zu verstehen, dass Schizophrenie eben eine Krankheit ist, auf die man als Betroffener und auch als Angehöriger bei bestimmten Symptomen kaum bis gar keinen Einfluss hat. Da hilft es nichts, wütend zu werden, sich in Verzweiflung oder Traurigkeit reinzusteigern, da ist radikale Akzeptanz und Grenzensetzen angebracht. Das muss man sich gegenseitig erlauben. Kommunikation ist das A und O und gegenseitige Wertschätzung, ich würde auf jeden Fall Therapie für beide Parteien empfehlen, gegebenfalls Paartherapie.


    Ich weiß jetzt, dass meine Partnerin nicht alles machen kann, so wie ich das auch nicht kann. Dann versuchen wir uns zu ergänzen und ich hoffe ich kann ihr auch zeigen, dass ich sehr stolz auf sie bin und es okay ist, wenn ihr manche Sachen schwerfallen oder ihr die Energie fehlt. Stress, Leistungsdruck (wegen was auch immer) ist einfach der Killer schlechthin, da muss man ehrlich mit sich sein - wissen, was geht, wissen, was nicht geht. Wofür findest du denn nicht die Kraft? Da könntest du vielleicht ja mit potentiellen Partnern drüber reden, offen sein, wer weiß, vielleicht geht's ihnen ja ganz genauso und es gibt Dinge, die kosten sie einfach viel Energie, selbst wenn sie schön sind. Ich bin überzeugt davon, dass Beziehungen zwischen Schizophrenen und Nicht-Schizophrenen funktionieren können. Man muss halt bereit sein, sich ehrlich aufeinander einzulassen, mit allem was so dazugehört. wenn man Gefühle füreinander hat.


    Was natürlich auch hilft, ist kein sexistisches, veraltetes und absolut widerliches Frauenbild zu haben... :grinning_squinting_face: Habe gehört, dass darauf wirklich die allerwenigsten Frauen stehen.

  • Zudem kann es hilfreich sein, Paartherapie in Anspruch zu nehmen.

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  • Es ist schön zu lesen, dass es doch welche gibt die zusammenhalten trotz der Erkrankung sich lieben, kämpfen und daran arbeiten. Meine Ex Freundin hat gar keine Gefühle mehr für mich. Sie lebt in trister Einsamkeit, kommuniziert nur über Instagram, Facebook etc. und versteckt sich in der Kunst. Mir mir will sie nichts mehr zu tun haben. Als Grund gab sie an..

    ."Es gibt keine Grund und ich hätte auch nichts falsch gemacht!". In der Zeit wo wir zusammen waren wirkte sie glücklich. Wir lachten viel, hat fast täglich Sex miteinander und gingen viel spazieren wo auch immer tiefgründige Gespräche stattfanden. Ich hab noch nie erlebt wie eine Frau soviel Zärtlichkeit, Gefühle und Emotionen zeigte. Es war nicht lange...aber fürmich das größte und intensivsten meines Lebens. Es ist jetzt 2 Jahre her und ich vermisse sie jeden Tag.

  • Hallo,


    also ich hab folgende Erfahrung gemacht:

    Mein Freund ist schizophren und ich nicht. Wir haben uns vor 8 Jahren kennengelernt da war er noch nicht schizo.

    Sind beide Anfang 30 und haben zwei kleine Kinder und ein gemeinsames Haus das noch abzuzahlen ist.

    Bei ihm fing die Schizophrenie schleichende an.

    Er hörte Leute über sich reden obwohl da niemand war. Mittlerweile ist es so schlimm, dass er fest davon überzeugt ist die Nachbarn stalken ihn und sie steuern seine Gedanken usw.

    Ich war viele Monate, ja fast Jahre, sehr einfühlsam und habe versucht ihm zu helfen. Habe akzeptiert dass er krank ist und deswegen nicht so viel zuhause mithelfen kann und wenig mit den Kindern macht.

    Aber mittlerweile ist es echt so, dass es bei mir ständig zwischen Mitleid und Wut ihm gegenüber schwankt. Er sieht bis heute nicht ein dass er krank ist. Durch die Medikamente schläft er sehr viel. Auch verbringt er enorm viel Zeit vor dem Smartphone und PC.

    Und das alles während ich die ganze Arbeit alleine verrichten muss. Ich habe gelernt Männerarbeit am Haus zu verrichten, immer alleine aufzustehen, ihm hinterher zu putzen und alles alleine zu regeln und ihn an alles wichtige zu erinnern.

    Er dankt es mir nicht mal. Ist manchmal sogar noch richtig gemein.

    Und ganz ehrlich: Es kotzt mich inzwischen so an!

    Ich fühle mich völlig ausgenutzt.

    Wir machen auch nichts schönes zusammen und er hat durch die Medikamente auch keine Lust mehr auf Sex. Eigentlich ist er nur noch ein Zombie.

    Ich bemitleide ihn aber zugleich bemitleide ich auch mich selbst, dass ich nicht mit einem gesunden Mann zusammen sein kann.

    Einfach abhauen ist nicht so leicht wegen der Kinder und des gemeinsamen Hauses und irgendwie fühle ich mich für ihn verantwortlich.

    Aber das ist kein Leben. Er nimmt mir durch seine Krankheit die Lebensfreude.

    Ich finde das ungerecht und gemein.

    Also meiner Meinung nach ist die Beziehung zwischen einem Schizo und einem Nichtschizo auf Dauer nichts.

  • Hallo Veronika, lieben Dank für deinen tollen Text. Es tut mir leid für dich und ich bete für dich und deine Kinder das ihr Kraft habt das weiter durchzusetzen.

  • Ich hab mir jetzt mal diesen Blue Pill, Red Pill Schwachsinn durchgelesen und gegeben und muss sagen, ich hab selten gröberen Unfug gelesen. Kein Wunder, dass dieser Männerbewegung in einem schlechten Licht steht. Man muss keine wirre Verschwörungstheorie entwickeln, um zu begreifen, warum meine keinen Sex respektive keine Partnerin hat. Im Endeffekt ist es halt tatsächlich schlicht so, dass man kein Anführer ist. Wenn man hässlich, dumm oder arm ist, hat man eben keinen Partner. Vielmehr gibt es dazu schon nicht zu sagen, bis auf - änder das einfach. Wenn du dumm bist - lies Bücher. Wenn du hässlich bist - geh ins Fitnessstudio. Wenn du arm bist - geh arbeiten. Alles weitere ist Gejammer einer zu faulen Community, die die Schuld bei den Frauen sucht. Die Ansätze der Theorie sind gerade so noch vertretbar. Was die männlichen ungefickten Verschwörer jedoch daraus machen, ist wirklich purer Frauenhass. Sie sehen dabei nicht, dass es nicht an den Frauen liegt, sondern an ihnen selbst- diese Red Pill Typen oder Man Going His Own Way oder whatever, das sind die wahren Versager.

  • Veronika das kann ich gut nachvollziehen. Es ist nicht immer leicht, wenn der Partner krank wird. Noch schlimmer ist es, wenn es so aus heiterem Himmel kommt!

    Eventuell bessert sich seine Symptomatik ja noch über die nächsten Jahre.

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  • Veronika Hallo, vielleicht kann dein Mann ja in Rente gehen? Du hast tonnenweise Anforderungen an deinen Mann, denen er nicht gerecht wird. Aber du musst dir vorstellen Jemand würde derart über sein geistig behindertes Kind sprechen. Ihm vorwerfen, dass es nicht im Haushalt hilft oder sich nicht genug um die Kinder kümmert. Das ist behindertenfeindlich. Er ist dazu nicht fähig. Er kann diese Dinge nicht leisten. Es ist übergriffig diese Dinge von ihm zu erwarten.


    Vielleicht hilft es euch, wenn er sein eigenes Zimmer im Haus hat und Rente bezieht. Dann muss er nicht mehr arbeiten und sich nur um sein Zimmer kümmern. Ein Haus und Kinder scheint ja zu viel Verantwortung.


    Rein juristisch bist du auch für ihn verantwortlich und musst für den Lebensunterhalt von dem Behinderten der bei dir lebt aufkommen. Vielleicht könnt ihr auch eine Pflegestufe beantragen, dann bekommst du zumindest etwas Pflegegeld.


    Jemanden nur aufgrund seiner Behinderung zu verlassen ist aber total assozial und zeigt einfach nur was für ein Mensch du bist.

  • Wieso sollte ich rein juristisch für ihn verantwortlich sein?

    Ich bin nur für meine Kinder verantwortlich. Wir sind ja nicht mal verheiratet.

    Wie gesagt er ist um die 30. Da geht man nicht in Rente.

    Verlassen hab ich ihn ja nicht.

    Habe inzwischen begriffen, dass es dumm ist ihn so zu umsorgen. Ich lasse jetzt viel mehr von seiner Arbeit liegen, koche kaum noch für ihn usw.

    Bin ja nicht blöd.

    Für seine Behinderung/Schizophrenie ist er auch größtenteils selbst schuld. Zwar hatte er eine nicht so leichte Kindheit aber wenn man sich so massiv mit den unterschiedlichsten Research chemicals wegdröhnt und wegen jedem Wehwehchen sich gleich Pillen schmeißen muss, dann muss man sich doch nicht wundern wenn man irgendwann Hirnkrank wird.

    Ich denke es gibt viele psychisch Kranken die können wirklich nichts für ihre Krankheit. Aber er hat zumindest teilweise dazu beigetragen, dass er so wurde.

    Deswegen werd ich mich nicht weiter ausnutzen lassen. Vielleicht kriegt er dann mal den Arsch hoch.

  • Wunderschön wie unterschiedlich das Paare handhaben können. Daher war meine Meinung schon immer: Wie sehr du zu Liebe fähig bist, zeigt sich wenn dein Partner krank oder behindert wird.


    Du verstehst nicht, dass es keine Faulheit ist, sondern er ist behindert und kann nicht anders. Aber sein Bestes reicht dir eben nicht. Du würdest eben nicht so reagieren, wenn einem deiner Kinder das gleiche passiert. Daher solltest du ihn verlassen und ihm gönnen, dass er noch eine wahre Liebe in seinem Leben finden kann. Eine richtige Frau.