Was passiert bei einer unbehandelten Psychose?

  • Hallo,


    da ich jetzt wieder Medikamente nehme und ich sehe, dass es mir mit Medikamenten tausend mal schlechter geht, als ohne, frage ich mich, was passieren würde, wenn die Psychose unbehandelt wäre?


    Was würde passieren, wenn ich keine Medikamente nehmen würde?


    Ich war auch schon während meiner Schulzeit psychotisch und ich bin trotzdem durch die Schule gekommen. Danach habe ich auch psychotisch meinen Zivildienst geleistet...


    Jetzt, wo ich Medikamente nehme, funktioniert gar nichts. Mein Gehirn ist schrott gegangen durch die Medikamente. Als ich Zyprexa und Reagila genommen habe, habe ich dann eine Schlaflosigkeit entwickelt, die ungefähr 3 Monate dauerte. Danke, Medikamente! Ihr habt mir geholfen, schrott zu gehen.

  • Hallo Psychotiker!


    Ob man Medikamente nimmt oder nicht, das ist immer ein individuelles Abwägen von Kosten und Nutzen.

    Wirklich raten kann dir da wohl niemand.

    Wirken die Medikamente bei dir? Wie stark waren die Symptome davor? Was für unerwünschte Wirkungen hast du?

    Wenn du ohne Medikamente leben möchtest, was für alternative Strategien hast du im Umgang mit Symptomen?


    Aus meiner eigenen Erfahrung und im Austausch mit anderen beim Absetzen/Ausschleichen kommen die Themen deiner Psychose wieder hoch.

    Die Sensibilität gegenüber deiner Umwelt wird wieder größer, du nimmst mehr Reize wahr. Das bedeutet eine große Umstellung.

    Ob und wie stark Symptome auftreten, das kann man nicht vorhersagen.

    Innere Unruhe und Schlaflosigkeit ist mir dabei schon aufgefallen.


    Vor allen Dingen, beschäftige dich zuerst damit, wie du absetzen - oder besser langsam ausschleichen - möchtest und was du tun möchtest, falls es schwierig wird.

    Hier einige Infos dazu:

    https://www.antipsychiatriever…nfo/absetzinfos/tipps.htm


    Mir persönlich hat Jesus Christus geholfen da rauszukommen und stabil zu bleiben. Ich lebe nunmehr seit 21 Jahren symptomfrei ohne Medikamente.


    Alles Liebe dir und ich wünsche dir, daß du den Weg für dich finden kannst, der zu dir paßt,


    Seren

  • Hallo Psychotiker,

    mit diesem Video kann man sich eine ganz gute Meinung zu dem Thema Medikation bilden. Auch alle anderen Videos zum Thema Schizophrenie und Pharmakologie auf diesem Kanal kann ich sehr empfehlen! Schizophrenie ist auch heilbar, das kann man hier bei 21:10 hören (Schau aber das Video unbedingt von Anfang an! Habe es extra wieder rausgesucht) und es gibt viele Menschen die sich garnicht behandeln lassen. Ich zum Beispiel hätte sicher schon die Diagnose gestellt bekommen, jedoch behalte ich mein Leiden für mich und gelte nicht als Patient.


    Ich kann aus meiner Erfahrung (Psychose ausgelöst durch Drogen) nur sagen, dass es ohne Medikamente hart sein kann. Es besteht auch das Risiko mit Restsymptomen leben zu müssen bzw. einen bleibenden Schaden durch eine unbehandelte Psychose in Kauf nehmen zu müssen. Ich empfehle einfach die Videos auf dem Kanal und nimm dir für diese Entscheidung viel Zeit. Du kannst dich ja auch schlau machen und dann mit Psychiatern Rücksprache halten. Für dich kannst du alles kritisch hinterfragen und so deine Meinung festigen, für welchen Weg du dich entscheiden möchtest.

    Wie sieht eigentlich deine berufliche Situation momentan aus? Als meine bereits angebahnte Psychose voll abgegangen ist, stand ich beruflich zumindest auch sicheren Beinen. Ich habe einen unbefristeten Teilzeitjob und der rettete echt meine halbe Existenz.


    Ich hoffe dir mit dem Beitrag helfen zu können. Für weiteren Austausch bin ich gerne dabei!

    Beste Grüße, Cornholio.


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  • Hallo zusammen,
    Psychopharmaka sind sicherlich ein gutes Standbein um die Genesung zu fördern, aber halt auch nicht nicht das einzige. Ich habe mal gehört, dass in Drittländern wie solche in Afrika die Heilungschancen bei Psychosen sogar größer sind, bzw. die Menschen dort unwahrscheinlicher weitere Schübe bekommen, als in westlichen Ländern wo mit Medikamenten behandelt wird. Das kann daran liegen, dass die Menschen dort viel mehr in Gemeinschaften sind und einen persönlicheren Austausch haben. Andererseits sind wir Menschen im Westen auch viel mehr Stress, Lärm etc. ausgesetzt, was natürlich auch ein Trigger für (auch viele andere) Krankheiten sein kann.
    Ich bin auch überzeugt, dass die Glaubenskraft ein wichtiger Faktor ist! Serendipity scheint hier ja ein gutes Beispiel zu sein. Genau so haben Studien gezeigt, dass Psychoedukation förderlich ist. Wer also viel über seine Krankheit versteht, der hat auch bessere Chancen mit weniger Symptomen kämpfen zu müssen. Wer weiss, was es in Zukunft noch für Möglichkeiten gibt und die Heilung zu fördern.

    Wie geht es dir eigentlich momentan so Kuehnibert ?

  • AustiFrosti ist nur ein Beispiel für unbehandelte Psychosen und was man dabei so anstellt.

  • Hallo Cornholio,


    mir gehts immer besser. Ich komme mit dem Stress durch Uni und Nebenjob bisher gut zurecht. Außerdem ziehe ich grad noch um.

    Meine Schlafprobleme sind nicht an Stress gekoppelt und tauchen eher random auf was ein sehr gutes Zeichen für mich ist.

    Abends höre ich noch Ohrwürmer oder Stimmen beim Einschlafen, aber nur noch sehr leise. Manchmal auch gar nicht mehr. Hab am sonsten noch bisschen mehr Schüchternheit und mir fehlt etwas der Fokus auf Langzeitziele. Aber alles im allem gehts mir viel besser als noch vor paar Monaten.

    Danke der Nachfrage :smiling_face:

  • Servus zusammen,

    @Nutztier ,was ist denn dem AustiFrosti passiert? Ist er auch hier im Forum?
    Kuehnibert ,ja gerne. Freut mich zu hören, dass es dir besser geht. Vor allem, dass es auch wieder mit der Uni klappt. Anfangs hattest du ja auch starke Probleme dich mit dem Lernen zu befassen. Bei mir gehen die Vorlesungen auch wieder im Oktober los. Mal sehen wie das wird. Jetzt erstmal den Urlaub genießen. Viele Grüße und weiterhin gute Besserung! :thumbs_up: