Erfahrungsbericht zu Nahrungsergänzungsmitteln und Diazepamentzug

  • Hallo,


    ich war vor kurzem in der Klinik, weil ich mich sehr kraftlos gefühlt habe und deshalb verschiedene Nahrungsergänzungsmittel zu mir genommen habe, von denen ich mir einen Zuwachs an Energie versprochen habe, unter anderem auch Johanniskraut. Versuche stattdessen Antidepressiva einzunehmen sind im Jahr zuvor fehlgeschlagen. Eine Weile hat die Sache mit den Nahrungsergänzungsmitteln gut funktioniert. Dann wurde ich aber geimpft und fühlte mich durch die Nebenwirkungen der Impfung wieder müde und schlapp. Weshalb ich weitere Nahrungsergänzungsmittel eingekauft habe. Darunter Vitamin D, Multivitaminkomplexe, Aminosäuren, Omega 3 Fettsäuren und Johanniskraut.


    Nach 5 Tagen der Einnahme von Johanniskraut in Kombination mit den anderen Nahrungsergänzungsmitteln habe ich von einem auf den anderen Tag starke Nebenwirkungen von meinem Neuroleptika bekommen. Mittlerweile ist mir bekannt, dass Johanniskraut und Neuroleptika wechselwirken können und, dass die starken Nebenwirkungen wohl von dieser Wechselwirkung kamen. Aus diesem Grund halte ich mich mittlerweile von allen Nahrungsergänzungsmitteln fern.

    Ich war dann ca. 3 Wochen stationär und habe wegen meiner starken inneren Unruhe Diazepam bekommen, was auch gut angeschlagen hat. Leider macht Diazepam stark abhängig und soll nur kurzfristig zum Einsatz kommen. Seit 2 Wochen bin ich jetzt auf Entzug. Zwischendurch habe ich wieder verschiedene Nahrungsergänzungsmittel zu mir genommen (Multivitaminkomplexe, Vitamin D, Aminosäuren und Kurkuma), weil ich mir wiederum davon versprochen hatte, dass sie mir helfen kraftvoll und energetisch zu sein. Leider muss ich berichten, dass die Nahrungsergänzungsmittel die Entzugserscheinungen eher um ein vielfaches verstärkt haben und ich aus diesem Grund nun all meine Nahrungsergänzungsmittel entsorgt habe.

    Nachdem ich nun den ersten Tag ohne Nahrungsergänzungsmittel im Diazepamentzug bin, sind die Entzugserscheinungen milder und klingen nach einiger Zeit auch wieder ab. Mit Nahrungsergänzungsmittel waren die Entzugserscheinungen stärker und haben den ganzen Tag angedauert. Ich hoffe, dass die Entzugserscheinungen in der nächsten Woche ganz abklingen, da ich gehört habe, dass die körperlichen Entzugserscheinungen oftmals nach 2 bis 3 Wochen aufhören. Allen die gerade einen Diazepamentzug durchmachen will ich sagen: "Haltet durch!"

    Fazit: Wenn ihr Nahrungsergänzungsmittel nehmt, beschränkt euch auf eins, höchstens zwei. Bei zu vielen verschiedenen Präparaten kann es untereinander und in Kombination mit euren Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen, die extrem unangenehm sein können und euch einen weiteren Klinikaufenthalt bescheren können. Wenn ihr ganz auf Nummer sicher gehen wollt, lasst die Nahrungsergänzungsmittel lieber ganz weg.

    Hier gehts noch zu einem Video von Quarks & Co zum Thema Nahrungsergänzungsmittel: Video von Quarks & Co zum Thema Nahrungsergänzungsmittel

    Alles Liebe

    Hans-Jörg Seiler

    Einmal editiert, zuletzt von Bloodbray ()

  • Johanneskraut darf man im Sommer nicht einnehmen, da das Kraut die Poren öffnet und stark auf die UV-Strahlung reagiert. Bei starker Sonneneinstrahlung verursacht das Johanneskraut sichtbare Bläschen die dann aufplatzen.

    Auch wenn die Sonne sich dieses Jahr wenig gezeigt hat, gibt es zu dieser Jahreszeit trotzdem sehr hohe UV-Strahlung.


    Grüße

    ion

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke das nur das Johanniskraut das Hauptproblem ist, weil das mit Psychopharmaka starke Wechselwirkungen macht und man das nicht kombinieren sollte/darf, haben dir das die Ärzte mitgeteilt?

    Bei den Vitaminen und so kann man auch zu viel einnehmen, das stimmt schon(etwa auch vom Vitamin D, was auf die Nieren gehen kann).

    Darunter Vitamin D, Multivitaminkomplexe, Aminosäuren, Omega 3 Fettsäuren

    Ansonsten finde ich einen maßvollen Einsatz trotzdem nützlich, weil Betroffene vielleicht einen höheren Bedarf aufgrund der Krankheit haben könnten und Vitamin D Mangel auch häufiger vorliegt.

    Hier findest du das was eventuell sinnvoll ist:
    RE: Vitaminmangel oder Mineralmangel bei Schizophrenie?

    Also darin sehe ich zumindest kein Problem. Aber natürlich auch mit Maß und Vitamin D lässt sich auch überdosieren so das es auf die Nieren geht.


    • Offizieller Beitrag

    Johanneskraut darf man im Sommer nicht einnehmen, da das Kraut die Poren öffnet und stark auf die UV-Strahlung reagiert. Bei starker Sonneneinstrahlung verursacht das Johanneskraut sichtbare Bläschen die dann aufplatzen.

    Auch wenn die Sonne sich dieses Jahr wenig gezeigt hat, gibt es zu dieser Jahreszeit trotzdem sehr hohe UV-Strahlung.

    Das weis ich nicht, aber Johanniskraut darf man nicht mit anderen Antidepressiva oder Psychopharmaka kombinieren, davon wird dringend abgeraten. Also wir Erkrankte sollten tunlichst die Finger davon lassen. Im Buch "Bittere Pillen" steht das zum Beispiel als Warnung drin.

  • Ich denke das nur das Johanniskraut das Hauptproblem ist, weil das mit Psychopharmaka starke Wechselwirkungen macht und man das nicht kombinieren sollte/darf, haben dir das die Ärzte mitgeteilt?

    Ich habe das mit dem Personal und der Ärztin in der Klinik abgesprochen. Das Personal reagierte sehr schnell mit einem deutlichen: "Das darf man nicht kombinieren". Die Ärztin war über diese Zusammenhänge weniger informiert, jedoch war sie auch nicht darüber informiert, dass man keinen Grapefruitsaft zu Neuroleptika einnehmen soll, hat mir aber von weiteren Experimenten abgeraten. Ich habe das Thema auch mit anderen Patienten besprochen und bekam von allen die Rückmeldung, dass eine Kombination von Johanniskraut und Neuroleptika zu starken Wechselwirkungen führen kann.


    Zitat von Admin

    Ansonsten finde ich einen maßvollen Einsatz trotzdem nützlich, weil Betroffene vielleicht einen höheren Bedarf aufgrund der Krankheit haben könnten und Vitamin D Mangel auch häufiger vorliegt.

    Ich will hinzufügen, dass Nahrungsergänzungsmittel zu Anfang des Jahres die Lösung für meine Antriebslosigkeit waren und ich auch sehr lange von der positiven Wirkung überzeugt war. Nach den Erfahrungen, die ich aber nun mit Nahrungsergänzungsmitteln gemacht habe, ist es denke ich nur logisch, dass ich von diesen Produkten Abstand halten will. Ich kann jedoch nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen und die Erfahrungen anderer Menschen weichen eventuell schon aufgrund der Physiologie von meiner eigenen ab. Ich selbst finde einen Warnhinweis aus meiner eigenen persönlichen und individuellen Perspektive aber wichtig und sinnvoll, will aber niemandem der positive Erfahrungen mit Nahrungsergänzungsmitteln gemacht hat Salz in die Suppe streuen. Solange ihr mit dem Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln positive Erfahrungen macht, ist alles ok. Dennoch gilt es auch hier Maß und Mitte zu bewahren.

  • Zitat von Admin

    Das weis ich nicht, aber Johanniskraut darf man nicht mit anderen Antidepressiva oder Psychopharmaka kombinieren, davon wird dringend abgeraten. Also wir Erkrankte sollten tunlichst die Finger davon lassen. Im Buch "Bittere Pillen" steht das zum Beispiel als Warnung drin.

    Ich könnte mir vorstellen das auch andere antriebssteigernde Nahrungsergänzungsmittel mit Antidepressiva oder Psychopharmaka wechselwirken, besonders wenn viele unterschiedliche Produkte dieser Klasse gleichzeitig eingenommen werden. Ich kann daher nur auf meinen ursprünglichen Warnhinweis hinweisen und zitiere ihn hier auch noch einmal:

    Zitat von Bloodbray

    Wenn ihr Nahrungsergänzungsmittel nehmt, beschränkt euch auf eins, höchstens zwei. Bei zu vielen verschiedenen Präparaten kann es untereinander und in Kombination mit euren Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen, die extrem unangenehm sein können und euch einen weiteren Klinikaufenthalt bescheren können. Wenn ihr ganz auf Nummer sicher gehen wollt, lasst die Nahrungsergänzungsmittel lieber ganz weg.

  • Zum Schluss möchte ich gerne einige versöhnliche Worte sprechen.


    Wir alle machen unterschiedliche Erfahrungen und jeder von uns hat deshalb seine eigene Perspektive auf bestimmte Themen. Der eine macht gute Erfahrungen, der andere schlechte Erfahrungen mit einer Sache. Hier spielen oft eine Vielzahl an Faktoren zusammen und es ist nicht meine Aufgabe jemand anderem meine Meinung überzustülpen, wenn er andere Erfahrungen gemacht hat.

    Für mich ist dieser Post ein Erfahrungsbericht meiner ganz eigenen und individuellen Erfahrungen mit Nahrungsergänzungsmitteln, den ich aus meinen gemachten Erfahrungen für wichtig und sinnvoll halte. Wenn jemand anderes allerdings positive Erfahrungen mit Nahrungsergänzungsmitteln gemacht hat, kann und will ich ihm oder ihr zu diesem Erfolg nur gratulieren.

    Meine Erfahrungen waren zu anfangs auch sehr positiv und wahrscheinlich kommen meine negativen Erfahrungen mit den Nahrungsergänzungsmitteln auch einfach von der exzessiven Nutzung der Nahrungsergänzungsmittel. Mein Vertrauen in Nahrungsergänzungsmittel ist jedoch aufgrund meiner Erfahrungen mit Nahrungsergänzungsmitteln vollkommen erschöpft, weshalb ich mich persönlich von allen Nahrungsergänzungsmitteln (Solange vom Arzt nicht anders empfohlen) fehrnhalte.

  • Bloodbray

    Hat den Titel des Themas von „Nahrungsergänzungsmittel und Diazepamentzug“ zu „Erfahrungsbericht zu Nahrungsergänzungsmitteln und Diazepamentzug“ geändert.
  • Aus mehr als die abgewogene Dosis ist bei Medizin immer Gift. Ob bei Wirktoffen aus der direkten Natur, oder den Stoffen aus der Laborchemie. Wenn Du 2Packungen Schlaftabletten nimmst, kannst Du, wie bekannt, davon sterben. Ich verstehe nur nicht, weshalb Du Dich nicht vorher informierst, bevor Du es als Medizin zu Dir nimmst. Im Internet sind die Suchmaschinen heutzutage mehr als Gefüllt mit Naturmedizinischen Ratgebern. Oder hast Du das Johanniskraut dem Namen wegen genommen, da Du dann zu Johannes dem Täufer transformierst? Mir scheint Deine Auflistung wie eine mathematische Formeln und ist mit wenig Vertrauen und Liebe zusammengestellt. Jede Pflanze blüht, da sich die Frucht entwickelt. Jede natürliche Droge entsteht durch Blüten, Früchte, Blätter und Wurzeln. Man kann an der Aussenkontur und dem Aufbau einer Frucht erkennen, für welchen Körperteil diese ihren Dienst tut. Der Mensch ist nämlich ein reiner Verwerter. Eine Walnuss zum Beispiel ist sehr gut für ein funktionierendes Gehirn. Wenn Du Walnuss und Gehirn malst, sieht das eine dem anderen zum Verwechseln Ähnlich. Die Frucht vom Johanniskraut ist erst gelblich, dann rot und schaut aus wie ein Tropfen Blut oder eine Pore. Dazu ist natürlich auch ein bestimmtes Interesse an Autosuggestion nötig, um das zu verstehen.

    Mit der gepressten Pille aus Cellulose ist das was ganz anderes. Dafür gibt es praktizierende Ärzte und die Krankenversicherung, die Dir den Besuch bezahlt. Apotheker wissen über Naturheilmittel sehr gut bescheid und setzen Erfahrung voraus.

    • Offizieller Beitrag

    Bloodbray
    danke für deine versöhnenden Worte.

    Ich verstehe deine Kritik sehr gut und denke das Viele die Nahrungsergänzung einnehmen, eben das auch übertreiben können und man sich da auch kritisch dazu informieren sollte bevor man irgendetwas (egal was) einschmeißt.


    Vitamin B12 soll zwar für die Nerven sehr gut sein, aber in einer richtig akuten Psychose wäre ich damit auch vorsichtig, weil das gewisse wahnhafte Überzeugen noch verstärken kann, also ich hab damals mir Ampullen gespritzt. Bei so etwas sollte man lieber aufpassen auch wenn von den Dosierungen her zum Teil keine Grenzen sind und keine Nebenwirkungen groß angegeben werden.

    Etwa hab ich mich wegen Vitamin D bislang keine Sorgen gemacht bis ich die Tage Nierenschmerzen oder ein unangenehmes Gefühl bekommen habe, ich denke das ich es damit womöglich übertrieben habe, weil ich da 12000IE hatte und das zum Teil häufiger als 2x die Woche wie empfohlen gemacht habe.
    Nachteilig ist auch das man mit den Neuroleptika und der Psychose zusätzlich gedämpft ist und man Nebenwirkungen womöglich zum Teil dann auch erst spät bemerkt oder diese kaum ernst genommen werden.

    Meine Mutter hat früher mal Magnesium überdosiert, indem sie diese Brausetabletten häufiger eingenommen hat. Bei den Blutwerten beim Hausarzt war das dann ersichtlich woher die Probleme kommen.

    Ich stehe da von meiner Meinung eher dazwischen, weil vielleicht bei Psychosen gewisse Vitamine sinnvoll sind. Etwa ziehen sich Betroffene häufig zurück und haben von daher kaum oder keine Vitamin D Aufnahme welche im Grunde nur durch die Haut und Sonneneinstrahlung natürlich erzeugt wird. In den Skandinavischen Ländern kommt es auch häufiger zu Depressionen was man da im Zusammenhang mit dem Vitamin D sieht, weil da ja zeitweise kaum Sonne scheint.
    Insofern finde ich sollte man bestimmte Vitamine ergänzen.

    Hier eine Expertenmeinung von einem Professor und einen Arzt(finde ich aufschlussreich):
    RE: Vitaminmangel oder Mineralmangel bei Schizophrenie?

    Bloodbray , ich denke bei dir war das Hauptproblem das Johanniskraut. Omega-3 ist ja im Grunde Fischöl und so ungesättigte Fettsäuren sind im Grunde gesund, also da muss man an sich glaube ich keine große Bedanken haben. Eine Multivitamintablette welche die empfohlene Tagesdosis deckt finde ich auch unproblematisch, wobei man ja auch nur manchmal welche einnehmen kann für eine Weile um die Vitamine quasi aufzufüllen.

    Laut der Expertenmeinung die ich verlinkt habe sind Vitamin D, Zink, Selen, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin C zweckmäßig. Du kannst es dir ja mal anschauen.

  • Ich habe noch mal eingehend über meine Situation nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die Nahrungsergänzungsmittel vorschnell verteufelt habe. Ich werde mich dennoch nur langsam wieder an das Thema herantasten und wieder mit der Einnahme eines Multivitaminkomplexes und Aminosäuren beginnen. Zum Thema Aminosäuren ist zu sagen, dass es eine antriebssteigernde Wirkung hat.

    3 Mal editiert, zuletzt von Bloodbray ()

    • Offizieller Beitrag

    Bloodbray ,
    hast du dir schon die Empfehlung von mir auf dem Forum angeschaut?
    Medikamente-Empfehlung für Psychose

    Das wäre von den Medikamenten her auch Antriebssteigernt und hilft gegeen Positiv- und Negativsymptome gleichermaßen.

    Also das bringt deutlich mehr als Vitamine und Nahrungsergänzung. Dafür bräuchte es eine komplette Umstellung der Medikamente.
    Das Diazepam sollte sich damit auch besser absetzen lassen.
    Ich denke damit wirst du mehr als zufrieden sein, das Neuroleptikum, also das eigentliche Hauptmedikament wird dabei nur minimal und später in reduzierter Form eingenommen, also ist insofern etwas anderes als die typische Behandlung. Das Antidepressivum Bupropion ist dabei sehr wichtig und ermöglicht das.

  • Ich habe die Empfehlungen angeschaut. Mehr als meinen Multivitaminkomplex und die Aminosäuren will ich aber im Moment nicht nehmen. Dazu habe ich im Moment vertrauen, weil ich Nahrungsergänzungsmittel in dieser Form schon über einen längeren Zeitraum eingenommen habe und sehr positive Erfahrungen damit gemacht habe.


    Meine Medikamente bzw. mein Neuroleptikum wird Ende September das erste Mal reduziert, wenn ich mich an diese Dosis über einen längeren Zeitraum gewöhnt habe, ohne dass es zu einem Klinikaufenthalt kommt, denke ich, lässt meine Ärztin mit sich über eine weitere Reduktion bis hin zu einem Minimalwert reden. Für eine Reduktion auf Null, müsste ich dann auch noch mal ein Attest machen, für den Führerschein, da in meinem momentanen Attest gefordert wird, dass ich Medikamente nehmen muss und das alle 3 Monate dem Landratsamt nachweisen muss, um Auto fahren zu dürfen. Ein solches Attest würde dann nochmals 300 Euro kosten. Bis dahin vergeht wohl aber noch viel Zeit, da ich mir bei der Reduktion des Neuroleptikums genügend Zeit lassen will, damit auch alles klappt.


    Eine Medikamentenumstellungen habe ich bereits mehrfach hinter mir und nehme jetzt seit 4 oder 5 Jahren Trevicta als Depotspritze, es scheint das einzige Neuroleptikum zu sein das ich einigermaßen vertrage. Der Vorteil bei der Trevicta Depotspritze ist, dass sie nur alle 3 Monate injiziert wird.


    Bupropion habe ich ausprobiert und vertrage es in höheren Dosen leider absolut gar nicht, auch andere Antidepressiva schlagen bei mir nicht an oder sind für mich nicht verträglich. Am besten helfen mir in dieser Beziehung die Aminosäuren.


    Übrigens vielen Dank für all die Mühe, die du dir mit diesem Forum machst, es ist vielen eine große Hilfe und ein Ort, an dem man mit Gleichgesinnten Lösungen finden kann und sich austauschen kann. Dafür ein ganz großes Lob.

  • Um noch mal auf das Thema mit den Aminosäuren zurückzukommen, bei mir schlagen Antidepressiva ja leider nicht an oder ich vertrage sie nicht. Deshalb habe ich mich eine längere Zeit auf Wikipedia in die Wirkmechanismen der Neuroleptika vergraben und dabei herausgefunden, dass die Glückshormone, also Dopamine, Serotonine, Endorphine und Oxytocine im Körper aus Aminosäuren aufgebaut werden. So bekommen zum Beispiel Patienten, die zu wenig Dopamin im Gehirn haben und die deshalb zittern, ein Medikament, dass solche Aminosäuren dem Gehirn zuführt. Dieses Medikament wird teilweise auch gegen die Nebenwirkungen von Neuroleptika verwendet, wenn Gliedmaßen oder Finger zittern oder zucken. Da Antidepressiva bei mir wie gesagt nicht anschlagen oder ich sie nicht vertrage, waren und sind Aminosäuren das erste Mittel der Wahl für mich. Sie geben mir viel Energie und Antrieb und ersetzen sozusagen bei mir das Antidepressivum.

    • Offizieller Beitrag

    Vielen Dank!

    Ich hatte früher auch mal Xeplion, was das Monatsdepot gewesen ist, also der Vorgänger deines Trevicta, welches eben 3 Monate nun hält.
    Mir ging es mit dem Xeplion sehr schlecht und ich denke mit diesen Wirkstoffen wird die Heilung der Erkrankung insgesammt eher noch erschwert oder zumindest gewinnt man etwas Zeit.

    Bei der chronischen Verlaufsform wird es keine komplette Absetzmöglichkeit geben, du schreibst ja auch von einer Minimaldosis, was immer noch mehr als genug darstellt.

    Insofern würde ich dir auf längere Sicht empfehlen auf Tabletten und im Idealfall auf Aripiprazol(Abilify 5mg) zu wechseln. Hattest du schon mal Aripiprazol probiert?
    Allein ist Aripiprazol was die Neuroleptika angeht auch kein Wundermittel, es ist lediglich gut verträglich und im Akutfall hochwirksam, also das eignet sich später für eine Bedarfseinnahme, wobei Autofahren aufgrund dieser Unruhe da ein Problem wäre. Also wenn du das mit dem Aripiprazol einmal machen solltest, dann wäre ganz wichtig später das Bupropion und Citalopram dazu einzunehmen, das Bupropion steigert Konzentration und hilft gegen innere Unruhe, so das Autofahren bei der passenden Medikamenteeinstellung kein Problem mehr darstellen sollte.
    Bupropion wirkt in etwa wie ein ADHS Medikament.


    Bupropion habe ich ausprobiert und vertrage es in höheren Dosen leider absolut gar nicht, auch andere Antidepressiva schlagen bei mir nicht an oder sind für mich nicht verträglich. Am besten helfen mir in dieser Beziehung die Aminosäuren.

    Du hast das vermutlich mit deinen bestehenden Medikamenten und ohne zusätzlich Citalopram eingenommen?
    Ohne Citalopram kommen die unangenehmen Nebenwirkungen des Bupropions verstärkt durch, also Miktionsstörungen(schwache Blase) und Verstofung sind da problematische Nebenwirkungen. Von daher ist es sehr sinnvoll gerade ab 300mg Bupropion zusätzlich Citalopram einzunehmen. Bei der Einstiegsdosis von 150mg sind diese Nebenwirkungen etwas schwächer, da sollte es anfangs auch ohne Citalopram klappen.
    Citalopram wäre eben da der 2. Schritt, weil es an sich eher Unruhe und Nervösität fördern kann, also sich ansonsten ohne Bupropion mit dem Aripiprazol weniger gut zusammenpasst.(Beide machen eher diese Unruhe/Nervösität/Sitzunruhe). Citalopram dämpft aber die Libido etwas was beim Aripiprazol sehr schwach verglichen zu anderen Neuroleptika ausfällt, von daher ist diese Wirkung ganz günstig.

    Das sind an sich selektive Antidepressiva die man insgesammt gut mit den Neuroleptika kombinieren kann im Vergleich zu tri- und tetrazyklischen, was die etwas ältere Generation von Antidepressiva ist.
    Die Wirkung des Bupropions könnte trotzdem bescheiden ausfallen, weil das stark von einer Minimaleinnahme des Neuroleptikums abhängt, wie gut dann dieses Antidepressivum von der Wirkung anschlägt. Grade Negativsymptome lassen sich da bei passender Einstellung sehr gut behandeln.
    Auf längere Sicht wäre das für dich bestimmt einen Versuch wert, wenn du keine anderen gravierendere Nebenwirkungen vom Bupropion hattest, könntest du darüber ja nochmal nachdenken.
    Welche Nebenwirkungen sind bei dir aufgetreten vom Bupropion?

    Im unteren Bereich dieser Seite findest du nochmal das NDRI Elontril aufgeführt, was ja auch den Wirkstoff Bupropion hat, der im oberen Bereich auch vorkommt:
    http://www.depression-behandel…epression-behandlung.html

    Dort findest du auch die typischen Nebenwirkungen die da zu erwarten sind, welche hattest du davon und findest du dich da etwas wieder?

    • Offizieller Beitrag

    Um noch mal auf das Thema mit den Aminosäuren zurückzukommen, bei mir schlagen Antidepressiva ja leider nicht an oder ich vertrage sie nicht. Deshalb habe ich mich eine längere Zeit auf Wikipedia in die Wirkmechanismen der Neuroleptika vergraben und dabei herausgefunden, dass die Glückshormone, also Dopamine, Serotonine, Endorphine und Oxytocine im Körper aus Aminosäuren aufgebaut werden. So bekommen zum Beispiel Patienten, die zu wenig Dopamin im Gehirn haben und die deshalb zittern, ein Medikament, dass solche Aminosäuren dem Gehirn zuführt. Dieses Medikament wird teilweise auch gegen die Nebenwirkungen von Neuroleptika verwendet, wenn Gliedmaßen oder Finger zittern oder zucken. Da Antidepressiva bei mir wie gesagt nicht anschlagen oder ich sie nicht vertrage, waren und sind Aminosäuren das erste Mittel der Wahl für mich. Sie geben mir viel Energie und Antrieb und ersetzen sozusagen bei mir das Antidepressivum.

    Das klingt sehr interessant! Was diese Art von Nahrungsergänzung für Nebenwirkungen machen kann, ist mir völlig unklar, also ich würde das da aber kaum grundsätzlich ausschließen. Wo eine Wirkung ist, ist häufig auch eine Nebenwirkung.
    Das die Antidepressiva bei dir keine Wirkung hatten, liegt vor allem an der Neuroleptikaeinnahme, welche die Wirkung der ADs abschwächt oder auch neutralisieren kann. Ohne Neuroleptikum wird man aber instabil und bekommt trotzdem Negativsymptome wo ebenso eine Antriebsschwäche vorliegt, also ist es schwer mit üblichen Antidepressiva wie den SSRIs da etwas auszurichten zumal diese Medikamente im Akutfall dann auch Psychosebegünstigend sind oder sein können.

    Die Empfehlung hier im Forum beachtet diese erschwerenden Umstände, damit die Antidepressiva besser wirken, wird beispielsweise das niedrigdosierte Aripiprazol später nur noch in Intervallen eingenommen (was aber auch nur mit diesen Antidepressiva funktioniert). Insofern würde man normal bei einer Intervalleinnahme vom Aripiprazol schnell instabil oder wäre immer so halbpsychotisch. Das kann so vermieden werden und in der Zeit eines Intervalls schlagen diese Antidepressiva besonders gut an und verbessern die Negativsymptomatik, aber zum Teil auch die Positivsymptomatik.. Intervalleinnahme bedeutet auch das man trotzdem das Neuroleptikum braucht, also dieses nur für Zeiträume ausgesetzt wird.