Wenn die Krankheit Nachbarn zu Spielchen treibt..

  • Hallo in die Gruppe,


    ich wollte mal nachhören ob ihr das kennt, wenn Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannte mit der betroffenen Person bewusst spielen und in die irre führen?

    Ich gebe zu, der Vorzeigenachbar mit meinen paranoiden Psychosen bin ich leider nicht.

    Aber wie reagiert man wenn der Nachbar statt sich beim Vermieter zu beschweren, durch die Wand ruft und droht (den Unterschied zu meinen Stimmen kenne ich mittlerweile, er wusste aber davon) und sogar soweit geht Arbeitskollegen auf FB zu kontaktieren, diese einlädt und persönlich Dinge und psychotische Momente von mir preisgibt. (Sein Ziel ist wohl mein Umzug)

    Leider ist es eine hellhörig Wohnung, aber irgendwie fühle ich mich nach so einer Aktion sehr mutlos meinem eigenen Leben gegenüber, fast missbraucht.

    Nach seinen anfänglichen Beleidigungen muss ich zugeben, dass ich es ihm leider nachgemacht habe und nur kindisch durch die Wand gerufen habe, statt mich persönlich zu beschweren..

    Ich werde nächstes Jahr umziehen und den Job wechseln, aber die Angst bleibt, dass es Menschen gibt, die bewusst mit einem "Schizo" spielen und sich im Recht damit fühlen,ohne die eigene Wahrnehmung zu kennen.

    Versteht mich bitte nicht falsch, dass unser Dasein manchmal für andere eine Last sein kann verstehe ich, aber in klaren Momenten frage ich mich doch auch "wie hätte ich reagiert", mit so einer Person zu spielen und sie noch tiefer in den Wahn zu stürzen eigentlich weniger. Habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht?

  • Kann es schon mal geben sowas.

    Einmal editiert, zuletzt von Nutztier ()

  • @Nutztier

    Klingt ja weniger lustig..wurde auf eine Art und Weise mit deiner Paranoia gespielt, oder wurde direkt gepiesakt?

    Frührente ist für mich keine Option, obwohl ich es beantragen könnte. Aber gut, wenn du die Vorteile daraus ziehen kannst, das freut mich für dich!

  • Ja, schon schlimm sowas..

    Einmal editiert, zuletzt von Nutztier ()

  • Immer das selbe irgendwie irgendwo

    Einmal editiert, zuletzt von Nutztier ()

  • Das glaube ich dir!

    Nicht leicht zu akzeptieren, dass die Krankheit einen hindert konsequenter mit Mobbing umzugehen, schon allein rechtlich zieht man mit der Diagnose den kürzeren..

    • Offizieller Beitrag

    @Pistache

    Das Problem was du beschreibst kenne ich, wobei das bei eher fremden Menschen wohl kaum so einfach zu lösen ist.
    Du könntest das persönliche Gespräch suchen mit deinem Nachbaren, ihn deine Situation und Probleme beschreiben, damit er es sich überlegen kann ob er das weiter macht. Ich denke häufig spielen da gegenseitige Ängste voreinander rein, grade auch weil für viele die Erkrankung etwas fremdes ist und man häufig nur das Negative sieht.

    Ob du deswegen gleich eine andere Wohnung dir suchen musst finde ich also fragwürdig, zumal die Situation ja auch schlimmer werden kann wenn etwa du durch Lärm oder so Sachen dann zusätzlich getriggert wirst, wo du jetzt ja an sich schon weist woran du bist.
    Ich frage mich da natürlich auch was dein Nachbar von dir will und warum er die Wand anbrüllt, gleichzeitig klingt das auch so als ob ein Teil dieses Gebrülls auch Stimmen von dir sein können, als ob du eventuell instabil bist(kaum Medikamente einnimmst) und du auch Dinge hörst die vielleicht wirklich nur Einbildungen sind.
    Meist wenn man akut ist und gar keine Medikamente einnimmt, dann steigern sich solche Konflikte hoch, das ist so wie wenn der Nachbar vielleicht deine Situation spürt und sich dann vielleicht da auch reinsteigert. Eventuell hat er ja auch auf seine Art einen Schlag weg.
    Also ich glaube ein klärendes Gespräch unter 4 Augen könnte dir helfen diesen Druck etwas abzubauen, damit ein positiver Draht da ist und keine zusätzlichen Ängste voreinander da sind. So etwas könntest du damit eventuell abbauen.
    Ansonsten wäre die Frage woran sich dein Nachbar bei dir stört, inwiefern du ihn vielleicht unter Druck setzt, also inwiefern sich das vielleicht gegenseitig hochschaukelt.
    Als Betroffene/r bist du natürlich auch in der benachteiligten Position, also manchmal hilft es sich die Erkrankung einzugestehen und das dann den Nachbaren zu sagen das dich diese Dinge deswegen auch stärker angreifen weil du so schon gesundheitliche Probleme hast.

  • @Adminleider nein, es ist keine Einbildung, geringe mefikamenteneinnahme...

    Der Fakt dass er mein Arveitsumfeld eingeladen hat ist leider ein heftiger Ei griff in mein Leben, was mich irgendwie lähmt ihm noch mehr Zündstoff zu geben.

    Ich wechsele nicht nur die Wohnung sondern die Stadt. Mit Medikamenten bin ich relativ stabil, er hat mich in einer nicht medikamentösen Phase gehört und darauf mit lautem Lästern und Beschwerden durch die Wand agiert. Ist einfach eine blöde Situation in der sogar Arbeitskollegen mitspielen, macht es einfach hart zu verstehen, warum gesunde Menschen so reagieren,statt in der akuten Phase erwachsen zu sein. Aber letztendlich sind wir ja auch als kranke eigenverantwortlich. Ich hatte halt nicht so gehandelt, das macht es wahrscheinlich so schwer nachvollziehbar für mich.

    • Offizieller Beitrag

    er hat mich in einer nicht medikamentösen Phase gehört und darauf mit lautem Lästern und Beschwerden durch die Wand agiert

    Also nimmst du anscheinend nur manchmal die Medikamente, oder hast diese zu den Zeitpunkt mal weggelassen?

    Es klingt eben ungewöhnlich das jemand sich durch die Wand mit dir unterhält, da müsste die Wohnung schon sehr hellhörig sein und du schreibst selbst von einer "nicht medikamentösen Phase", was ja dafür spricht das du dir diese Stimme eingebildet haben könntest.

    Inwiefern hat er dein Arbeitsumfeld denn eingeladen, was hat er mit deinen Umfeld denn zu tun oder arbeitet ihr in der gleichen Firma?


    Ist einfach eine blöde Situation in der sogar Arbeitskollegen mitspielen, macht es einfach hart zu verstehen

    Bei was spielen die Arbeitskollegen denn mit? Das solltest du genauer erklären welche Zusammenhänge das sind oder sein sollen. Ich kenne solche Situationen zumindest von der Erkrankung auch, das man da wie einen Verfolgungswahn hat und sich gemobbt oder getriggert fühlt von Anderen, als ob die etwas wissen(von der Erkrankung etc.)

    Wie hängt das mit deinem Beruf mit deinen Nachbaren zusammen, kennt er deine Arbeitskollegen oder arbeitet in der gleichen Firma. Also wie kommt es das deine Arbeitskollegen da mitmachen? In der Psychose kann es passieren das auch sehr nahestehende Menschen einen triggern indem sie über Dinge sprechen die man als Betroffener auf sich bezieht und wo man glaubt die würden sich vielleicht absprechen oder gegen einen verschwören.


    Aber letztendlich sind wir ja auch als kranke eigenverantwortlich. Ich hatte halt nicht so gehandelt, das macht es wahrscheinlich so schwer nachvollziehbar für mich.

    Wie meinst du das mit Eigenverantwortlich auf was beziehst du dich da? Wie hättest du gehandelt und was her er nun genau falsch gemacht. Sind das von dir auch Verdächtigungen oder bist du dir absolut sicher das es so stattgefunden hat wie du es dir denkst. Warum möchtest du deswegen ausziehen oder in eine Andere Stadt gleich. In den Städten kennt man sich doch nur selten.
    Das klingt für mich nach einer paranoiden Überreaktion , als ob deine Medikamente zu schwach sind.


    leider nein, es ist keine Einbildung, geringe mefikamenteneinnahme...

    Nimmst du nun deine Medikamente täglich ein und in den vorgeschriebenen Dosierungen. Du schreibst ja auch das eine wäre während einer "nichtmedikamentösen Phase" passiert, was dafür spricht das du diese wohl zeitweise abgesetzt hast.
    Vielleicht hat dein Nachbar seine Frau angeschriehen oder seine Kinder und du hast dich angesprochen gefühlt, also vielleicht hast du da etwas anderes gehört was in Wahrheit war oder einen anderen Bezug gesetzt.
    Nimmst du derzeit Neuroleptika ein? Wenn Ängste und so Wahngedanken da sind dann solltest du wirklich diese baldmöglichst einnehmen und deinen Psychiater erstmal aufsuchen, also mit jemand vom Fach reden, auch bevor du dich da in etwas weiter reinsteigerst oder deine Wohnung kündigst und dann dastehst.

  • Admin

    ich weiss, es klingt sehr psychotisch, dass ist ja der Grund dafür, dass es auf diese Art und Weise gemacht wurde.

    Sagen wir mal es ist ein eskalierter Streit, in dem mein Nachbar mit Mobbing statt mit Beschwerde reagiert hat. Er kennt die Firma in der ich arbeite.

    Meine Medikamente nehme ich wieder regelmäßig ein und anfangs dachte ich auch ich hätte es mir eingebildet.

    Reaktionen und Blicke auf der Arbeit bestätigen mich nun leider darin. Ich versuche es aber weitgehend zu ignorieren.

    Nicht alle Menschen meinen es gut mit einem, und nicht jeder Konflikt ist eine Einbildung.

    Mit Eigenverantwortung meine ich, dass ich mit meinen Worten und Taten während einer akuten Phase nunmal mit den Konsequenzen umgehen und leben muss, was mein Umfeld betrifft, und diese vor allem akzeptieren muss.

    Der Nachbar ist relativ neu, mit den alten gab es nie solche Probleme, aber ja die Wohnung ist sehr hellhörig, ein guter Grund umzuziehen,wenn es nicht passt.

    Dass du mir nicht glaubst verstehe ich, aber ich habe solche Situationen bereits von anderen Betroffenen gehört und dachte ich setze es einfach mal in die Gruppe als Thema.

  • Hallo @Pistache,


    für mich klingt das ehrlich gesagt auch mehr nach nen Wahn mit dem Nachbarn. Vielleicht solltest du echt mal bei ihm klingeln und dich mit ihm aussprechen.

    Du musst halt gucken, ob du die aktuellen Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster von vorherigen Psychosen kennst.

    Es ist auch eher so, dass wenn Leute über einen lästern, dass sie grade dann erst recht nicht gucken. Also ich würde diese Blicke jetzt auch versuchen nicht zu überinterpretieren.

  • Dazu fällt mir die Geschichte mit dem Hammer ein, die hatte mir ein Therapeut auch mal dazu erzählt:


    Die Geschichte mit dem Hammer (Paul Watzlawik)


    Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der
    Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn
    auszuborgen. Doch da kommen ihm Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den
    Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht
    war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas
    gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein.
    Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und
    warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen
    abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er
    sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt
    reicht's mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch
    noch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie
    Ihren Hammer, Sie Rüpel!"


    Das muss ich mir auch immer wieder sagen, wenn ich gedanklich zu sehr bei anderen bin!


    Gruß,

    DS