Als Hobby, welche/wer hinterfragt was Diagnosen verdecken?

  • Ich habe mal eine etwas andere Frage, und bei mir ist dieses Thema auch eine Art "kreatives Hobby" geworden. Ich glaube es brauch Kreativität um vieles hinterfragen zu können.


    Selber bin ich sehr psychiatrie-kritisch bzw. antipsychiatrisch.

    Ich habe mir die Frage gestellt:


    Hinter welcher Diagnose verbirgt sich welches Diskriminierungsmerkmal bzw. welche Unterdrückungsstruktur durch die eine_r gemobbt wird?

    Also was wird durch die Diagnose verdeckt. Und es gibt ja zahlreiche psychiatrische Diagnosen.


    Ich habe an mir selber einiges beantworten können, was ich hier gern als Beispiel mitteilen will:


    Erst mal ist auch wichtig zu nennen, - wer hat mich diagnostiziert?


    Das waren weiße Männer, männlicher Auftritt, verheiratet mit Frau, haben Kinder; einmal auch diagnostizierte eine weiße Frau, blondierte Haare, femininer Auftritt, verheiratet mit Mann, hat Kinder.


    Die zähle ich zu Konservativen.


    1. In der Kinder- Jugendklapse bekam ich die Diagnose: "Waschzwang". Also ich hätte eine Zwangsstörung.


    Verdeckt wurde dadurch erstens: Dass ich eingewiesen wurde, weil die Behörden oder Ämter Druck machten. Ich war noch schulpflichtig, blieb dem Ort Schule aber fern, weil ich dort gemobbt wurde (Beleidigung, bestohlen wurde, Sachbeschmutzung und übler Nachrede ausgesetzt war).


    Zweitens wurde verdeckt: meine Hyperhidrose oder sogar Bromhidrose. Ich komme durch den Stress bzw. Terror dem ich ausgesetzt bin schnell ins Schwitzen, ich fange an leicht ziegenarten zu müffeln, was vermutlich auch hormonelle Ursachen hat. Ich leide seit der Pubertät an Hyperhidrose bzw. eher Bromhidrose. Ist weiterhin unbehandelt, weil jeder Arzt das auf die Psyche schiebt und behauptet meterweit entfernt, sie würden nix riechen. Der Geruch ist oft hautnah und in Zimmer ist es häufig windstill.


    Drittens die Diskriminierungen denen ich ausgesetzt bin wurden verdeckt: Ich bin Curl-Shaming, Lookismus, Misogynie (Lesbenfeindlichkeit) Hetero-Sexismus und Klassismus ganz besonders ausgesetzt. Vielleicht gibt es auch ein -ismus der beschreibt, dass ich weil ich stinke gemobbt werde, also wegen unangenehmen Körpergeruch.

    Ich wurde schon als Kind ausgegrenzt, weil ich zwittrig aussah oder jungenhaft oder wegen meiner Naturkrause, Und weil ich bei einer Mutter aufwuchs, die auch nicht feminin und die im Gesicht etwas entstellt ist. Sie ist dazu alleinerziehend und in Hartz4 gewesen. Ein richtiger schöner Nährboden fürs Mobbing bzw. Suizidhetze, haben sich Normale natürlich nicht nehmen lassen.


    2. In der Erwachsenenklapse bekam ich die Diagnose "schizotype Persönlichkeitssstörung beginnende Schizophrenie" und "emotional instabile Persönlichkeits
    störung". Das sind die offiziellen, vermutlich gibt es noch andere, weil ich dem sonst was erzählt habe, um im Nachhinein mehr Antworten darüber zu bekommen, wie der Normale mich bzw. meine Weltanschauungen klassifiziert. Ich bin bis heute leider nicht an meine Patientenakte gekommen, weil der Oberarzt offenbar ständig im Urlaub ist. Die haben immer nur Ausreden und Anwaltshilfe kann ich mir nicht leisten.



    Was wurde nun durch diese beiden Diagnosen verdeckt: dass ich ausgegrenzt werde. Ich isoliere mich nicht freiwillig von Normalen. Ich bin nicht introvertiert und auch nicht zu sensibel oder pessimistisch. Das Problem ist, die Normalen tolerieren mich nicht, sie mobben mich aufs Ärgste und das will ich vermeiden, darum bin ich "ungesellig". Darum habe ich typisches Meideverhalten an mir und andere Verhaltensweisen, die Normale als "unnormal" stigmatisieren, krank, komisch und sonst was. Ich bin anders - ich bin diskriminiert und nicht depressiv und wenn auch nur einer von den Normalen so wäre, dann würden diese Arschl. auch mal ganz ruhig sein - zum Schweigen verdammt, lebenslänglich, genau wie ich. Mal schauen wie lange die das aushalten würden. Ich überlebe jetzt schon 23 Jahre auf dem Planeten. Das sollen die mir erst mal nachmachen unter genau denselben Bedingungen.


    Es gab an den öffentlichen Lehranstalten zu denen ich musste, auch niemand die so war wie ich, mit all diesen Diskriminierungsmerkmalen. Ich habe bis heute keinen Ort, den ich zuhause nennen kann, nirgendwo bin ich Willkommen (außer bei mir in meinen 4 Wänden) und bin so isoliert wie zu Kindertagen und genauso zur Hilflosigkeit verdammt wie damals. Das einzige was sich geändert hat, ist, heute weiß ich warum Mobber mich und meinesgleichen mobben. Ich weiß wer die Täter sind. Aber nur weil ich weiß warum und wer, heißt das leider nicht, dass der Terror auffhört.


    Mit Personen die teilweise ähnliche Diskriminierungsmerkmale wie ich haben, verstehe ich mich auch nicht besonders. Weil die in der Regel normal sein wollen. Die hinterfragen oft nicht und sind sicher davon abgeschreckt, dass ich meine eigene Norm spinnen will - zumindest fiktiv. Aber das fällt mir auch schon schwer. Statt mir dabei zu helfen, wenden sie sich den privilegierteren Menschen zu und tragen dazu bei, dass ich versage; schweigen muss und isoliert bleibe.


    Wie auch immer. Die zwei Persönlichkeitssdiagnosen bei mir verdecken konkret noch Unterdrückungssystem wie :

    - Speziesismus

    - Religionszwang (Theismus bzw. Polytheismus, Glaube, Religiösität)

    - Pronatalismus

    - Antifeminismus (wobei das mit zu Misogynie fällt und Hetero-Sexismus)


    Ich bin diesen Unterdrückungssystemen besondees negativ ausgesetzt, weil

    - Antispeziesismus/ethischer Vegetarismus. Ich versuche vegan zu überleben. Meine Motivation ist ethischer Natur, das "Tat Twam Asi" habe ich stark verinnerlicht wenn es um weibliche Tiere geht.

    - Antireligiösität, Ich habe die ungerechte Kirchenaustrittsgebühr bezahlt um aus diesem Schänderverein auszutreten. Meine Mutter die leider vielen patriarchalen Idiotien folgt, lies mich taufen als ich Kind war. Ich sehe das als Eingriff in meine Persönliche Entfaltung. Für mich ist es eine Körperverletzung. Weiter sind Religionen und Glaube für mich Horde der Frauen- und Tierunterdrückung und der patriarchalen Gewalt die auch Intergeschlechtliche (Zwitter) ertragen müssen. Die Klapsenstrukturen selbst haben ihren Ursprung im Glauben wie ich rausfinden konnte durch einige Literaturwerke.

    - Antinatalismus, Ich finde die Fortpflanzung unethisch, aufgrund des Leides das mir angetan wurde und wird und anderen die mir sympathisch sind z. B. weibliche Tiere, einige Frauen, Intergeschlechtliche. Ich finde zu erst sollten die Herrschenden weg, weil erst danach kann der jetzt unterdrückte Rest friedlich verebben. Tiere zwangszusterilisieren ist zwar auch ein Übergriff, aber es trotzdem besser zukünftiges Leid zu vermeiden und sterilisierten Tieren noch ein schönes Leben zu machen, das sie auch ohne Nachwuchs haben werden.

    - Feminismus, Ich habe einiges von radikalfeministischen bzw. lesbisch-separatistischen Frauen lesen können das mir sehr zusagte und half besser zu verstehen, wer was wieso unterdrückt und was eigentlich mal meine Heimat gewesen war, woher ich komme. Ich würde mich selber als Misandristin bezeichnen. Eine ideale Welt für mich, ist eine, in der ich glücklich sein kann, das geht demnach aber nur ohne das männliche Geschlecht und auch ohne Antifeministinnen. Beide "Menschen"sorten bilden den Terror unter dem ich und meinesgleichen leiden muss und das ganz sicher seit mehreren Jahrhunderten. Meine Klapsenerfahrung spricht dafür, die Diagnosen.


    Die Psychiater, Psychologen usw. haben die Diagnosen gebildet durch das was ich denen gesagt habe und was ich verschwieg. Mehr noch durch das was sie von einer verwandten Mittäterin zugetragen bekamen. Und anhand dessen, was mein soziales Milieu ist aus dem ich stamme (Unterschicht, Bildungsferne).



    Am Schrecklichsten, wenn ich in diesem Patriarchat aufwache ist dieses Wissen, die Wahrheit, die mir praktisch nichts nützt. Ich muss damit einfach immer nur umgehen lernen und das nimmt bis zum Tod kein Ende, dieses Lernen. Mein "Hobby" - alles was Normal ist zu hinterfragen, ist daher ein Versuch zu lernen, mit dem Terror umzugehen. Aber eigentlich auch forciert - freiwillig habe ich mir das nicht aussuchen dürfen. Ich muss mich mit dem beschäftigen, das mich kaputt machen will.


    Meine Gedanken, also das Wissen, das ich mitbekam, sind eigentlich m-oralgewordene Gefühlsregungen. Jedes Wort, jeder Satz, jeder -ismus. Das ist mein Umgang mit dem Terror und sonst habe ich nichts. Ich bin wie ein Schlachtschwein, das ganz genau weiß, wie wieso weshalb, warum, wozu usw. Aber trotzdem kann es nicht ausbrechen. Es hat keine Gleichgesinnten, es kann sich nur welche imaginär spinnen und die nicht mal zeichnen, es ist einfach komplett isoliert und gefangen und terrorisiert in einem Schlachthaus, bis zum Tötungstag. Niemand wird es retten kommen, niemand wird dem Schwein wenigstens ein paar schöne Momente bringen. Und niemals wird das Schwein Gerechtigkeit erhalten.


    Das bin ich und ich habe jedes Recht dafür besonders meine Erzeuger zu verachten. Allen voran meinen "Vater", weil er in seiner privilegierten Position mehr Entscheidungsfreiheit hat worein er sein Vergewaltigungswerkzeug steckt. Er ist derjenige, der ganz genau wissen musste, wie die Strukturen auf diesem Planeten sind. Er hat aus reinem Egoismus gehandelt. Ich finde so was sehr verwerflich und es macht mich aggressiv. Ich würde diesen Demiurgen gern anzünden, und alle die mir meinen Lebensraum wegnehmen, zerstören. Für einen Moment wäre ich dann auch mal glücklich und vermutlich hätte ich dann auch meinen Frieden gefunden.


    Als ein weiteres 'Hobby' imaginier ich mir öfters mal eine Welt, auf der nur ausschließlich ich existiere. Ich denke mir aus was ich dann alles auf einmal tun könnte, wohin ich reisen, wo ich leben, was ich alles essen und noch entdecken kann, was ich spinnen kann usw. Gern würde ich das mal in ein Comic oder Graphic Novel packen, aber leider kann ich nicht zeichnen und ich glaube auch nicht, dass ich es jemals lernen werde - so melodramatisch das sich auch lesen mag, es ist schrecklich.


    Bei mir ist vieles rein innerlich. Ich will meinen Körper die meiste Zeit gar nicht spüren - deswegen ritze ich mich bspw. nicht und bin auch sehr darauf aus, mir sonst keinen Schaden zuzufügen. Mal wollte ich mehr Muskelmasse antrainieren und Selbstverteitigung üben, aber dazu habe ich oft keine Lust und so was ist auch wieder damit verbunden, erst mal die eigene Schwäche zu spüren und Schmerzen. In normalen Augen bin ich "die stinkend hässliche Faule, die ihr Opferdasein zelebriert".


    Ist mir schon klar, dass die meine Probleme nicht verstehen, weil sie sie nicht haben, dafür aber machen.

    Mit Sicherheit empfinden mich Normale auch als "hobbylos" oder hat "asoziale Hobbys" (weil ich immer nur allein bin und Hinterfragen und maladaptiv tagträumen als Hobby ist auch nix gemeinschaftsförderndes). Mir hat das zwar noch keiner von denen gesagt, aber ich weiß ja ganz gut wie die ticken.


    Naja, jetzt ist der Text lang geworden. Ich hoffe es ist irgendwo nachzuvollziehen, was ich sagen will. Vielleicht kann das hier jemand nachempfinden, wurde vielleicht in eine Sackgasse gezwungen wo das einzige "Hobby" eben darin besteht, sich wegzudenken, zu hinterfragen, eine Utopie vorzustellen... usw.












  • Hallo Sira,


    das mit dem Sich-In-eine-andere-Welt-Beamen, wo es besser ist als hier, das kenn ich auch.


    Meine Eltern haben sich oft gestritten und meine Mutter war dann nächtelang in irgendwelchen Kneipen.

    Als ich 14 Jahre alt war, bekam sie noch einen Sohn. Das hielt sie aber nicht davon ab, weiter in Kneipen zu sitzen.

    Wenn ich von der Schule nach Hause kam, übergab sie mir meinen Bruder und war weg.

    Meine Schwester sperrte sich im Zimmer ein und lernte und mein Vater blieb sehr oft extra in der Firma, um Ruhe für seine Arbeit zu haben.

    Irgendwann schlief der Kleine und ich konnte anfangen die Schulaufgaben zu machen und selbst zu lernen.

    Spät nach Mitternacht konnte ich selbst schlafen gehen und morgens um 7:00 mußte ich schon wieder im Bus zur Schule sitzen, übermüdet.

    Das ging ganze vier Jahre so, erst da besann sich meine Mutter und kümmerte sich um ihr Kind, sodaß ich in Ruhe meine Matura machen konnte.


    In der Schule gab es einen Jungen, der mich zur Freundin haben wollte, ich aber ihn nicht.

    Seine Annäherungsversuche versetzen mich in Alarmbereitschaft und Streß.

    Wo ist er? Was könnte ihm wieder einfallen? Ich darf auf keinen Fall wo alleine sein usw.


    So hatte ich keinen Platz der Ruhe und keinen Menschen, der mir mal zuhörte und fragte, wie es mir so ging mit all dem.

    Ich hatte Gott, der mit mir redete und mich tröstete und der mir Kraft schenkte.


    Zu dieser Zeit meldeten sich unsichtbare Wesen bei mir, die mich in eine andere Welt führten.

    Immer, wenn ich etwas Zeit hatte, verschwand ich bei den Wesen in dieser anderen Welt.

    Je länger ich das betrieb, desto mehr unangenehme Nebenwirkungen kamen zum Vorschein.

    Ich spürte Energien, fühlte mich telepathisch verfolgt, mein Zorn auf meine Eltern wurde immer größer ...


    Gott hat mir gesagt, daß ich mich von diesen Wesen fernhalten soll, aber ich hab es nicht getan.

    Es wurde immer schlimmer mit mir. Diese Wesen nahmen Besitz von mir und quälten mich.

    Was ich als Gegenwelt aufgebaut hatte, quälte mich zusehends.

    Ich wollte alle Wände zu dieser anderen Welt niederreißen und dort hin.

    Und als ich es endlich geschafft hatte, nahm ich das absolut Böse wahr, das mich zerstören möchte.

    Als einzige Lösung fiel mir ein, ich müsse mich jetzt umbringen, damit es mich nicht zerstören kann.

    Das war der Anlaß für meinen ersten Psychiatrieaufenthalt.


    Es geschah dort nichts Hilfreiches. Mir wurde Chemie verabreicht, die alles nur noch schlimmer machte.

    Man gab mir dort die Diagnose "Paranoide Schizophrenie" und überließ mich ansonsten meinem Schicksal.


    Mein Studium war mir jedoch so wichtig, daß ich darum kämpfte, daß ich auf Revers entlassen wurde.

    Eine Zeitlang studierte ich trotz Wahrnehmungen weiter,

    die Ferien verbrachte ich 4 Jahre hindurch jeweils in der Psychiatrie: Ostern, Semesterferien, Sommerferien, Weihnachten ...


    Erst als ich mich wieder an Gott gewandt habe, der mir doch in meiner Kindheit so nahe war

    und mich von dieser anderen Welt, die ich da gebaut hatte, lossagte -

    also bereit war, mich mit dieser Welt auseinanderzusetzen, wie sie ist -, hat sich einiges gebessert.


    Ich hatte viele falsche Vorstellungen, hatte Wut auf Psychiater, meine Eltern, die Gesellschaft und alles Mögliche.

    Eine Zeitlang machte ich bei einem antipsychiatrischen Verein mit. Das alles gab mir nie Ruhe und Frieden.


    Erst Gott hat mir gezeigt, warum alles so aussieht und warum ich mich nicht zugehörig fühlen kann.

    In meiner Paranoia hab ich mich von den Menschen verfolgt gefühlt.

    Als ich mich an Gott gehalten hab und bei Ihm die Zuflucht suchte, hörte dieses Gefühl auf und ich konnte klarer sehen.


    Liebe Sira, es tut mir leid, daß du so viel mitmachen mußt und dich so verlassen und unverstanden fühlst.

    Gott liebt dich und Er ist der einzige, der dich wirklich in der Tiefe verstehen kann.


    Ich bete für dich, daß du Ihm begegnen kannst und dir von Ihm helfen läßt,

    Seren

  • Sira03 Du scheinst es zu lieben zu jammern. Die Welt ist "kriminell" und es ist deine Aufgabe in dieser Welt, so wie sie ist, zurecht zu kommen. In diesem Forum sind wir alle Betroffen von Diskriminierung und helfen uns - so gut wir können - gegenseitig.

  • Ihr schreibt in diesem Forum hier so extrem lange Texte. das ist echt schon extremes um den Brei herumreden und nicht auf den Punkt kommen.