Paranoide Schizophrenie-Negativsymptomatik Erfahrungen?

  • Hallo.

    Ich schreibe hier nur als Angehörige und würde gerne wissen, von selbst erkranken oder auch vllt. Angehörigen, wie die Erfahrungen der Negativ Symptomen der Schizophrenie bei euch sind?


    Meine Schwester hat eine Paranoide Schizophrenie. Ich bin mir inzwischen nicht mehr so sicher aber das ganze hat im März angefangen, bis ca. Juni hatte sie das ganze Prozedere durch gemacht. Verfolgungswahn und solche Dinge. Doch dann Ist sie urplötzlich in ein tiefes Loch gefallen. Jetzt erst weiß ich über die Positiv und Negativsymptomatik Bescheid.


    Sie ist dann im Juni ca. 3 1/2 Wochen in einer Klinik gewesen. Hat jedoch jegliche Hilfe verweigert und Tabletten hat sie nur kurz eingenommen. Sie hat aufgehört zu Essen und zu Trinken. Sie hat auch nicht mehr viel gesprochen. Dann hat sie sich entlassen und war wieder zu Hause. Den ganzen Juli hat sie täglich vllt. Paar Löffel Suppe und 1 Zwieback gegessen. Manchmal auch 2-3 Tage nichts. Sie hat sich aufgehört zu Pfegen. Sie duscht nicht oder putzt sich nicht mehr die Zähne. Reden tut sie kaum.


    Seit Letzte Woche Dienstag ist sie wieder in der Klink und seitdem Tag bis heute hat sie nichts mehr gegessen. Sie hat inzwischen über 20 Kilo abgebaut und wiegt nur noch 50 Kilo. Sie weigert sich dort die Hilfe anzunehmen. Sie meinte sie ist dort nur weil sie uns nicht enttäuschen möchte. Gestern ist sie weg gelaufen. Da die Polizei eingeschaltet wurde, ist sie nun auf der geschlossenen aber dort wird sie denke ich mal nicht bleiben da sie keine Gefahr für sich und andere ist.


    Das ist zurzeit unsere Situation. Und ich frage mich wie das bei anderen so verläuft? Falls jemand etwas erzählen mag würde mich wirklich freuen darüber zu schreiben. Bin etwas verzweifelt auch weil ich Angst habe das sie sich zu Tode Hungert

  • hallo, in der Psychose ist nichts normal, sagt dir jmd. mit Diagnose Paranoider Schizophrenie.

    Im Grunde ist Sie eine Gefährdung für sich, wie du ja geschrieben hast. Psychosen sind auch eine art zu kommunizieren wie ich finde.

    Vielleicht kannst du mit deiner Familie Kontakt zu den Ärzten halten. Das bringt deiner Schwester nicht so viel wie dir, wie es häufig auf der geschlossenen ist, geht es darum schnell wieder da weg zu kommen.

    Mir hätte in der Psychatrie jmd. zum Reden geholfen. Jmd. der mich ernst nimmt und konstruktive mit mir redet. Die geschlossene war eine art geschlossener vollzug. Es hat mir geholfen, dass ein richter mit mir normal geredet hat. Er sagte" nehmen Sie ihre sch... Medikamente" aber hat mir auch zugehört ohne es mir negativ anzubringen. In der geschlossenen habe ich nach Wochen ausgangsperre auch mich verloren. Gesichter von früher sind wichtig zwischen den weißen wänden.

    Mir hätte jmd geholfen der mich liebt und es schafft mir zu sagen was er denkt zum Realitäts check. Also nur die Ruhe und lasst euch von den Ärzten was erzählen aber erzählt nicht den Ärzten weil es um deine Schwester geht. Sie würde sich bestimmt Bevormundet vorkommen und mit ihrem Gedanken Karussell auch nicht nachfragen.

    So sind meine Erfahrungen vermischt mit deiner Erklärung. Du kannst gerne deine Ehrliche Meinung sagen oder Fragen stellen.

  • Hallo Twentyniner,


    leider sagen die Ärzte sie ist keine Gefahr für sich oder andere, sie ist heute wieder auf eine Offene Station gekommen und es war sehr schwierig heraus zu finden wo überhaupt sie jetzt ist. Wegen Datenschutz ect. erzählen uns die Ärzte überhaupt nichts. Gestern und heute wirkte sie ganz anders, viel offener und interessierter wieder und hat mehr geredet. Wir vermuten sie hat wohl auf der geschlossenen Medikamente bekommen, ich glaube aber auf der Offenen wird sie wieder alles ablehnen und eventuell wieder abhauen.


    Es ist Interessant zu lesen was du schreibt. Bei meiner Schwester ist es so das sie sich sehr stak zurück zieht und uns nichts erzählt und auch nicht möchte das wir mit den Ärzten Sprechen. Nicht mal ich, ich war mit ihr immer richtig dicke. Aber sie lässt uns alle im Regen stehen, so gesehen. Bei dir scheint das ja eher anders rum gewesen zu sein oder? Du wolltest mit jemanden darüber Normal sprechen?

    Das sie Paranoide Schizophrenie hat wissen wir auch nur weil ein Pfeger seinen Mund nicht halten wollte, er hat bei uns richtig ausgepackt und alles was er wusste erzählt.


    Er sagte wir sollen uns keine Sorgen machen... Wenn sie nichts isst und trinkt wird sie bald keine Kraft mehr haben aufzustehen, dann kommt sie erst in eine geschlossene und dann fängt er die Behandlung ohne ihre Zustimmung an. Es ist so Absurd einen Menschen bis fast vor den Tot stehen zu lassen bis man diesem Helfen kann.

  • wie fandet ihr die Aktion vom Pfleger? Vielleicht wollte sich dieser wichtige machen?

    mich persönlich hat es getroffen, dass ihr vermutet auf der geschlossenen wurden ihr Medikamente gegeben und das es ihr deswegen besser geht... was sollen das für medis sein?

    Es könnten schlaf fördernde Neuroleptika sein? Vielleicht auch Benzos oder auch normale leichte Neuroleptika. Vielleicht auch nur Antidepressiva.

    Neuroleptika Ansich wirken auf den Dopamin haushalt weil wenn dieser nicht im reinen ist, es zu wahn zuständen bei einzelnen Menschen kommt.

    Dieses Dopamin macht aber noch mehr und ist Belohnungsbotenstoff und der fehlt dann einfach. mehr nicht. Und normalerweise bilden sich auch NICHT viel mehr andere Stoffe die alles ausgleichen.


    Seid doch froh, das eure Schwester aus der geschlossenen entlassen wurde. Das ist nichts schönes. Auf der offenen gibt es verschiedene Krankheiten aber auch Menschen die sich verletzlich zeigen und dürfen und sich helfen.


    Am besten ihr erzählt das mit dem Pfleger der Stationsleitung, weil auf mich wirkt es nicht ok, wie der Pfleger sich verhält.


    Die Schizophrenie ist ein weites spektrum.

    Für mich war die Psychatrie traumatisierend.

    An eurer stelle würde ich überlegen, ob Sie nicht vielleicht vorübergehend in betreutes wohnen kann. Aber dafür braucht sie einen Betreuer und das wird sehr teuer alles. Vielleicht ist es dann ganz gut so wie es ist.

    Bei besonders starken verläufen die kurz an dauern ist eine heilungschance größer. Von daher glaube ich an euch und an deine Schwester.

  • ja bei mir ich habe immer gerne kommuniziert und niemanden dafür. Der einzige punkt wo ich das kann ist in der Therapie. Freunde und Leute wenden sich von mir ab, ohne zu kommunizieren wieso und warum.

    Viele leute haben ein punkt an dem es ihnen schlecht geht und sie wissen das sie den Bezug zur Realität verlieren. Manchmal wird ihnen geholfen. Bei mir war es so ich wusste das etwas nicht normal ist aber keine ahnung was hilft.

    Es würde helfen bei mir vor der medikation schlafen zu dürfen und zuhause ankommen zu könnnen. Aber der körper will nicht und das Umfeld kann nicht wie es soll...

  • Hallo Anna85,


    ich würde mich an eurer Stelle nicht über diesen Pfleger beschweren, seid doch froh, dass er euch was erzählt hat. Ja, das sind leider die harten Fakten, dass jemand erst ernsthaft selbstgefährdend sein muss, ehe er behandelt werden kann, wenn er sich dagegen sträubt. Bei einer schizophrenen Psychose hat derjenige allermeistens keinerlei Krankheitseinsicht, und es geht dann nicht anders. Ich finde auch, wenn jemand mehrere Tage überhaupt nichts isst und das wahrscheinlich fortführen will, reicht das schon als Selbstgefährdung.

    Ich war während meiner Psychosen schon mehrmals in der Geschlossenen, mehrmals etliche Wochen lang. So schlimm finde ich das gar nicht, meistens kriegt man nach einer Woche oder so Ausgang, und dann ist es gar kein Unterschied mehr, ob Geschlossene oder Offene, außer dass man sich eben die Tür öffnen lassen muss, wenn man raus will. So sind meine Erfahrungen, aber vielleicht hängt es auch vom Krankenhaus ab.

  • Ich finde auch, wenn jemand mehrere Tage überhaupt nichts isst und das wahrscheinlich fortführen will, reicht das schon als Selbstgefährdung.

    Hatte auch mal so ne kein-Hunger-Phase wo mir andere am liebsten Zwangsgeholfen hätten weil ich zwei oder drei Wochen kaum gegessen hatte und ich froh war dass es keiner durfte. Nach den zwei oder drei Wochen war der durch Medikamente verursachte fette Bauch weg und ich hab wieder normal gegessen. Ich hatte einfach keinen Hunger und sah keine Notwendigkeit etwas zu essen.