Nicht können oder nicht können wollen?

  • Müsst ihr euch auch ständig dafür rechtfertigen, dieses oder jenes nicht zu können? Ich habe manchmal das Gefühl, das andere Leute glauben, ich könne doch eigentlich und verstecke mich nur hinter der Krankheit. Dabei habe ich wirklich schwerste Negativsymptome, quasi die ganze Palette.

  • Ja ich kenne das. Ich muss mich auch immer rechtfertigen warum ich die Karriereleiter noch nicht ganz nach oben geklettert bin aber quasi immer noch die LEiter anstarre. Am meisten allerdings vor mir selbst. Irgendwo kann ich damit umgehen, aber ich verstehe immer noch nicht so recht warum das mit dem Arbeiten so einen Konflikt in mir auslöst…


    Ich denke die Lösung ist gnädig mit sich selbst sein und gepflegt drauf kacken, was die anderen über einen vielleicht denken.. !

    • Offizieller Beitrag

    Niggo

    Das Problem hatte ich auch sehr extrem. Vielleicht ist das auch etwas was man aus der Erkrankung lernt, wenn man überhaupt mal sieht wie es ist wenn man zu fast nix mehr im Stande ist.

    Diese Negativsymptome sind eben auch extrem von den Medikamenten und Nebenwirkungen abhängig und das kann vier besser werden oder sogar fast wie normal.
    Mir hat damals das Bupropion und Bedarfseinnahme des Neuroleptikums wieder auf die Beine geholfen, da ging es über die Jahre in die richtige Richtung und ich hatte auch wieder mehr Freude, wo mir vorher sogar angenehme Dinge schwergefallen sind und ich irgendwo immer noch tief im Wahn war.

    Insofern können diese Abänderungen bei den Medikamenten viel bewirken, der Nutzen steht über den Risiken.

    Ich hätte mir das Leben damals schwer auf Dauer vorstellen können und hab quasi ständig die Neuroleptika ganz absetzen wollen.
    Jetzt erst ist es mir mithilfe dieser Antidepressiva insbesondere Bupropion gelungen das es längere Zeit ohne Neuroleptikum funktioniert.

  • Admin Wurde das Neuroleptikum bei dir gegen deine Psychotischen Schübe gegeben und das Antidepressivum zur Aufhellung der Stimmung? Ich steige bei der Vielzahl der Medis immer noch nicht durch und habe manchmal das Gefühl, die Ärzte auch nicht so richtig…

  • Müsst ihr euch auch ständig dafür rechtfertigen, dieses oder jenes nicht zu können? Ich habe manchmal das Gefühl, das andere Leute glauben, ich könne doch eigentlich und verstecke mich nur hinter der Krankheit. Dabei habe ich wirklich schwerste Negativsymptome, quasi die ganze Palette.

    Hallo! Ich kenne das auch sehr gut mit dem nicht können (wollen). Ich kann die Erwartungen der anderen Menschen (und das sind viele) in meinem Umfeld nicht erfüllen. Sie können ja (zumeist) nicht richtig "sehen", wie es in mir aussieht. Sie sehen nicht, dass der Alltag schon oft schwer genug ist. Und der schlimmste Kritiker bin ich ja oft auch selber. Aber wir verstecken uns nicht hinter der Krankheit, wir wären doch im Gegenteil froh, wären wir gesund und quickfidel und könnten dann alles machen. Ich versuche, nicht auf die Anderen zu hören, so schwer es auch ist. Und ja, ich suche Sinn in jedem Tag und bin selbst tierisch traurig, wenn am Ende des Tages nicht besonders viel da war. Wenn ich dann aber schaue, inwieweit ich eigentlich die Möglichkeit habe und wenn ich dann noch gnädiger zu mir selber bin, die anderen reden lasse, dann wird es besser. Wenn ich für mich selbst akzeptiere, dass ich "krank" bin und schlimme Symptome habe... doch das ist sehr schwer.

    Liebe Grüße.

    • Offizieller Beitrag

    Admin Wurde das Neuroleptikum bei dir gegen deine Psychotischen Schübe gegeben und das Antidepressivum zur Aufhellung der Stimmung? Ich steige bei der Vielzahl der Medis immer noch nicht durch und habe manchmal das Gefühl, die Ärzte auch nicht so richtig…

    Ich hab das mit den Antidepressiva mehr oder weniger selbstständig durchprobiert, weil ich von früher schon Erfahrungen mit anderen Antidepressiva hatte ist mir das dann auch einfacher gefallen. Hab mir das nach und nach so verordnen lassen und hab da unterschiedliche Antidepressive Wirkstoffe durchprobiert.
    Bin da zuerst auf das Duloxetin SSNRI gestoßen was mir gegen meine Stimmungsschwankungen geholfen hat, vorher hatte ich unterschiedliche SSRIs probiert, wobei ich das Citalopram noch von früher zuhause hatte. Vor der Psychose hatte ich Depressionen und starke Rückenverspannungen, was dann mit den Antidepressiva behandelt wurde.

    Da das Duloxetin zwar geholfen hat aber irgend welche Magen/Darm beschwerden aufgetreten sind, hab ich das dann trotzdem absetzen müssen und hab da schon gemerkt das sich die Stimmung nachhaltig stabilisiert hat, was ich dann also mit dem Noradrenalin in Verbindung bringen konnte weil übliche Antidepressiva auf Serotonin wirken und das Duloxetin noch zusätzlich auf Noradrenalin. Ältere Antidepressiva wie Doxepin hatte ich vor der Psychose auch schon, was sich aber mit den Neuroleptika kaum vertragen hat und das die Wirkung irgendwie noch verstärkt hat, also von daher hab ich diese Gruppe erstmal ausgeschlossen.
    Bei den selektiven Antidepressiva ist dann im Grunde das Bupropion mit übrig geblieben, weil es auf das Noradrenalin wirkt hab ich das damals dann ausprobiert, die zusätzliche Dopaminwirkung steht ja eigentlich im Gegensatz zu der Wirkung des Neuroleptikums, also könnte man davon ausgehen, das sich die Psychose dadurch verschlechtert, aber das Gegenteil war der Fall, grade in Verbindung mit dem Aripiprazol(Neuroleptikum) hat das dann sehr niedrige Dosierungen des Neuroleptikums ermöglicht, wo ich vorher da immer sehr instabil war hat das Bupropion die Psychose eine ganze Zeitlang zurückgehalten bis irgendwann (ohne Neuroleptikum) dann doch die Symptome wieder durchgekommen sind, auch Negativsymptome.
    Das Bupropion hat aber in dieser Zeit wenn man das Neuroleptikum kurzzeitig absetzt eine besonders gute Wirkung und verbessert die Negativsymptome erstmal deutlich, wenn man zulange das Neuroleptikum weglässt dann kippt das aber um und die Negativsymptome tauchen auf auch depressive Verstimmungen kommen da durch, also da ist das Bupropion auch wenn man es in hoher 600mg Dosis (2 Mal 300mg am Tag) nimmt im Grunde zu schwach. Ich führe das darauf zurück das eben das Gehirn seine Zeit braucht um sich zu regenierien, also diese Verbesserungen und Intervalltherapie (des Neuroleptikums) man schon einige Zeit machen sollte bis sich die Erfolge einstellen.

    Ich hatte dann aber vom Bupropion trotz der guten Wirkung Miktionsstörungen bekommen grade bei Dosierungen ab 300mg war das schon recht ausgeprägt. Da ich von früher das Citalopram kannte und zuhause hatte, hab ich das dann zusätzlich genommen und diese Nebenwirkungen wurden besser. Ebenso wie mit der Zeit beim Bupropion schon leichte Verstopfungsprobleme aufgetreten sind. Da ich aber mit dem Duloxetin keine Verstopfungssymptome hatte, dachte ich es liegt womöglich am Serotonin weil Duloxetin diese Serotoninwirkung hat, Bupropion aber als atypisches Antidepressivum auf Noradrenlin und Dopamin wirkt.
    Als ich dann das Citalopram eingenommen habe wurden diese Nebenwirkungen besser oder gingen komplett weg. Als ich das damals meiner damaligen Psychiaterin gesagt habe, bin ich hochkant aus ihrer Praxis geflogen und hab den Therapieplatz verloren, weil ich da wohl ihre Kompetenz zu sehr überschritten hatte und sie vorher schon kaum verstehen konnte das mir Bupropion nützt, damals meinte sie das ich eben keine Depression habe, nach den Motto Bupropion bringt ja eh nur bei Depressionen etwas.
    Gut da hat sich das damals schon angekündigt weil ich eben bezüglich der Medikamente die ich ausprobiert habe viel Experimente gemacht habe und das natürlich auch wenn man den Bogen überspannt zum Problem werden kann. Grade bei der Psychose ist es nochmal schwierig da das gewisse Feingefühl zu haben, aber ich muss sagen das damals das Glück auf meiner Seite stand und ich doch sehr vieles auch dank dieser Psychiaterin ausprobieren konnte und bei ein paar anderen Versuchen eben ein Vertretungsarzt da war der mir die Medikamente(andere Antidepressiva) auch so zum probieren verordnen hat.
    Mir wurde eben damals in der Klinik gesagt das ich unheilbar krank bin, besser gesagt wurde dass meiner Mutter gesagt(ich stand ja nur daneben) und das ich ein Leben lang (diese damals heftigen) Medikamente einnehmen müsse. Damals wurde ich erst mit Risperdal(Risperdal-Consta) und das andere mal mit Xeplion entlassen. Das war für mich eine schwere Zeit und der reinste Horror, grade auch weil ich eben wirklich vor dem Abgrund stand und meine Wahnsymptome auch sehr ausgeprägt gewesen sind(trotz Medikamente)

    Das mit den Antidepressiva hat erst Jahre später zum Durchbruch geführt, vorher hatte ich eben viele Absetzversuche mit dem Aripiprazol gemacht und war sogesehen ständig instabil. Als ich dann Jahre und unzählige Absetzversuche später zum Bupropion gekommen bin, da merkte ich eben das ich bei so zeitweise Absetzversuchen deutlich länger stabil geblieben bin, insofern führe ich das auf das Bupropion zurück was in dieser Art eingenommen eben auch die Positivsymptome gelindert hat, auch so tiefergründige Ängste die in den Wahn führten wurden besser. Das Beste war aber das die Negativsymptome deutlich verringert wurden und ich eben wieder mehr am Leben teilnehmen konnte. Gut da waren dann zwar manchmal ein paar Wochen dabei wo ich dämpfen musste aber das war sogesehen im Rahmen des Erträglichen und ich habe wegen der EM-Rente da auch keine beruflichen Verpflichtungen in der Zeit wo das mit dem Schlaf eh sehr durcheinander war.

    Letztendlich musste ich das selbst ausprobieren. Das mit dem Trimipramin-Tropfen war auch meine Idee, weil ich das von früher her kannte und auch mal getestet habe. Damals haben mich die Tropfen sehr müde gemacht und von daher hab ich das bei den Wachheitszuständen die das Bupropion teilweise machen kann eingesetzt. Aber im Grunde ist das Aripiprazol bei solchen psychosebedingten Schlafstörungen besser, nur kann das Trimipramin in der Zeit wo man ohne Neuroleptikum ist den Schlaf etwas regulieren.

    Ist also eine längere Geschichte bei mir.

    Das was ich habe ist also keine Standardtherapie und ich hatte glück später mehrere Psychiater gefunden zu haben die mir da diese Medikamente weiterverordnet haben wie ich es wollte und sich dann über die Jahre das weiter stabilisiert hat.
    Vor einen halben Jahr etwa konnte ich das Aripiprazol komplett absetzen und es ist mit viel Absetzstress dann mir gelungen eben ohne auszukommen, da haben aber die Antidepressiva das Trimipramin und auch Baldrian dazu beigetragen das es nun schon sehr lange klappt. Vor allem hat das Jahre gebraucht wo ich diese Intervalleinnahme machen musste sonnst wäre ich auch mit Bupropion psychotisch geworden, also das hat sich über die Jahre stabilisiert und auch die Negativsymptome haben immer weiter nachgelassen.
    Ich hab zwar immer noch Themen die mich fast wahnhaft beschäftigen aber ich hab da eben meine Energie in die Suche nach einer Heilungsmöglichkeit gesteckt was mich auch etwas von meinen anderen Wahnzuständen abgelenkt hat, so hatte der Wahn eben seinen Sinn und ich konnte dann eben auch kleine Erfolge sehen auch wenn es Anfangs wirklich ständig Rückschläge gab. Die Erkrankung kann ja auch motivierend sein für so Dinge die einen im Wahn eine Beschäftigung geben. Etwa konnte ich mich früher kaum mit Freunden treffen und wenn nur kurz weil ich dann gleich wieder an den PC und solche Sachen musste, mich hat das verfolgen von Wahnhaften aktivitäten beruhigt wobei das damals mit dem Internet und so auch eine art Sucht war.
    Anfangs ganz zu beginn der Erkrankung hat mich so eine Art übernatürliches Erleben sehr verängstigt und zusätzlich in den Wahn getrieben, also das war schon heftig und bei mir auch mit religiöser Art zum Teil.

  • Du jammerst hier im Forum andere Betroffene voll anstatt dich selbst angemessen zu wehren. Erkläre jemanden der dich als Simulant verunglimpft doch zum Nazi, denn im rechten Bereich ist dieser gedankliche Abfall vom simulierenden psychisch Kranken beheimatet.


    Ich wurde dafür sogar schonmal wegen Beleidigung angezeigt und ich hab dann auch mit einer Anzeige geantwortet. Beide Verfahren (meins und gegen mich) wurden natürlich eingestellt. Das war innerhalb eines Gerichtsverfahrens und hat eine kleine Diskussionsrunde angestoßen weil die mich Beleidigende total beleidigt war wegen der Nazi-Einordnung und sich angeblich sogar gegen Rechte engagiert. Mein Anwalt hat mir da geholfen dass diplomatisch klarzustellen dass das nunmal rechte Kacke ist und dann ging der eigentliche Prozess normal weiter.