Erfahrungen mit Lithium

  • Hallo alle,

    ich hatte heute einen Termin beim Psychiater und er hat mir nochmal Lithium zur Behandlung meiner schizo-affektiven Störung vorgeschlagen.

    Das hatte er mir schonmal vorgeschlagen, und ich hatte damals abgelehnt wegen der (Langzeit)Nebenwirkungen bzw. Folgen.

    Jetzt wollte ich mal fragen, ob ihr vielleicht auch schon Erfahrungen mit Lithium gesammelt habt und welche?

    Danke schonmal!! :smiling_face:

    • Offizieller Beitrag

    Also Lithium ist unnötig. Da reichen die Antidepressiva völlig aus. Da du derzeit Venlafaxin hast sollte das auch etwas die Stimmung stabilisieren, wegen der Noradrenalinwirkung die da aber eher leicht ist. Falls du das wie im anderen Beitrag erwähnt mit Bupropion+Citalopram probierst (statt dem Venlafaxin welches dann unnötig ist), dann bekommst du ebenso das Schizoaffektive besser in Griff.
    Bei mir ist es auch schizoaffektiv (gemischte schizoaffektive Psychose, welche die Schizophrenie F20 mit einschließt)

    Es wäre also sehr gut wenn du da das Venlafaxin SSNRI erst mit Bupropion SNDRI ersetzt und dann später Citalopram SSRI ergänzt. Im Grunde ersetzt das Bupropion da die Noradrenalinwirkung des Venlafaxins, die Wirkung und Stimmungsstabilisierung sollte damit aber besser sein, weil Venlafaxin nur leicht auf Noradrenalin wirkt und hauptsächlich auf das Serotonin. Insofern ist die eine Wirkung im Bupropion drin, was auch noch auf das Dopamin wirkt. Citalopram ergänzt die Serotoninwirkung. Somit hättest du dann zusätzlich noch die Dopaminwirkung des Bupropions was sich sehr positiv auf die Negativsymptome auswirkt.

  • Hallo Admin ,

    danke für den Beitrag.

    Ich denke, Lithium sollte als Ersatz für Aripiprazol eingesetzt werden, also stattdessen.

    Die Medikamentenempfehlung finde ich super, nur dass ich schonmal Citalopram eingenommen habe und damals Sichtveränderungen und vermehrte Kopfschmerzen als Nebenwirkung hatte.

    • Offizieller Beitrag

    Die Medikamentenempfehlung finde ich super, nur dass ich schonmal Citalopram eingenommen habe und damals Sichtveränderungen und vermehrte Kopfschmerzen als Nebenwirkung hatte.

    Gut das kann wiederum jetzt ganz anders sein, weil Citalopram vor der Erkrankung und einzeln für sich anders wirkt. Sichtveränderungen können ja auch Teil der psychotischen Symptomatik sein(ich hatte das früher als ich Ersterkrankt bin auch schon mal genommen und so etwas gehabt). Wie waren diese Sichtveränderungen bei dir, was hat sich geändert? Ich hab irgendwie alles sehr scharf gesehen/wahrgenommen(ganz komisch), Kopfschmerzen hatte ich vor der Psychose und den Neuroleptika auch häufiger, aber mit oder seid den Neuroleptika da keine Probleme mehr. Von daher denke ich wäre das Citalopram vielleicht doch später einen Versuch noch wert, es gibt auch andere SSRI Antidepressiva die ähnlich wirken sollten(falls es vom Wirkstoff selbst kommt), der Nachteil ist nur das andere SSRI Antidepressiva wie Fluoxetin, Sertalin, Paroxetin sich auf ähnlicher Weise wie das Aripiprazol im Körper abbauen und damit der Medikamentespiegel des Aripiprazols steigen kann. Von daher ist Citalopram besser diesbezüglich, weil es anders abgebaut wird.

    Das mit dem Citalopram wäre wenn dann der 2. Schritt und da gäbe es dann also noch alternative SSRIs oder auch noch das Escitalopram was sich nur leicht unterscheidet und etwas verträglicher sein soll.

    Zum Bupropion SNDRI gibt es von den Antidepressiva keine richtigen Alternativen, weil es das einzige selektive Medikament ist mit dieser zusätzlichen Dopaminwirkung zur Noradrenalinwirkung. Alternativ wären womöglich ADHS Medikamente ähnlich.
    Insofern wäre das Bupropion wichtiger das es funktioniert, auch von der Psychose her ist das Bupropion erstmal das wichtigere Medikament was bei entsprechender Anwendung erkennbare Wirkung hat. Citalopram wäre auch erst dann wenn das Bupropion drin ist sinnvoll (wegen der Unruhe/Nervösität die es zusammen mit Aripiprazol macht), von daher würde das dann auch erst später anstehen und da gibt es also mehrere Möglichkeiten die du hast.
    Das du Venlafaxin wäre Anfangs eventuell möglich wenn du Bupropion 150mg einnimmst, später bei 300mg sollte das Venlafaxin dann mit einen SSRI getauscht werden, weil die Noradrenalinwirkung die dann Venlafaxin und Bupropion gleichzeitig hätten sonnst zu stark wäre und verstärkt diese Nebenwirkungen (Miktionsstörung / Verstopfung) auftreten was beim Bupropion so schon problematisch ist (von daher auch das zusätzliche SSRI). Venlafaxin soll glaube ich nur mild auf das Noradrenlin wirken, weil da spielt dieses Verhältnis der Wirkung eine Rolle.

    Am besten wäre wenn du schreibst welche Sichtveränderungen die meinst und wie schlimm diese Nebenwirkung gewesen ist? Hattest du damals das Citalopram einzeln oder noch andere Wirkstoffe/Antidepressiva dazu eingenommen und hattest du da schon Neuroleptika im Sinne der antipsychotischen Behandlung? Ebenso bei den Kopfschmerzen..


    Escitalopram wäre auch noch möglich, da braucht man aber nur die halbe Dosis des Citaloprams. Falls das alles nix ist dann eben Fluoxetin oder Sertalin als SSRI.

  • Gut das kann wiederum jetzt ganz anders sein, weil Citalopram vor der Erkrankung und einzeln für sich anders wirkt. Sichtveränderungen können ja auch Teil der psychotischen Symptomatik sein

    Admin Ah okay, danke, das war mir so nicht bekannt


  • Am besten wäre wenn du schreibst welche Sichtveränderungen die meinst und wie schlimm diese Nebenwirkung gewesen ist? Hattest du damals das Citalopram einzeln oder noch andere Wirkstoffe/Antidepressiva dazu eingenommen und hattest du da schon Neuroleptika im Sinne der antipsychotischen Behandlung? Ebenso bei den Kopfschmerzen..

    Admin Also das ist schon fast 10 Jahre her, ich erinnere mich nicht mehr so gut. Klarer gesehen habe ich nicht, eher verschwommen und verschoben.

    Damals war bei mir noch nichts von Psychose bekannt und ich habe keine anderen Medikamente daneben eingenommen.

    Bei den Kopfschmerzen bin ich mir nicht 100%ig sicher, ob sie vom Citalopram kamen, es ist mir damals nur aufgefallen, dass ich häufiger Schmerzen hatte