Wie lange habt ihr nicht mehr gelacht?

  • Ich habe seit 7 Jahren nicht mehr gelacht.

    Ich habe die Hoffnung mittlerweile schon etwas verloren, dass es irgendwann wieder weggeht.

    Wie lange geht das bei euch schon so?

  • ich könnte dir jetzt von meinen Depressionen erzählen, aber das klingt bei dir ja nach einer extremen form der affektstörung.


    Ich kann mich erinnern, dass ich zu beginn auch vollkommen neben mir stand, aber mein gehirn hat sich nach einigen monaten wieder sortiert gehabt.


    Ich hoffe dein Psychiater hat einen Plan, wie er das beheben kann. Oder wirst du damit leben müssen?

  • Ich nehme z.Z Clozapin in hoher Dosis, welches - so wie die Ärzte mir versicherten - eigentlich auch auf die Negativsymptomatik wirken müsste. Den Medien konnte ich ähnliches entnehmen. Allerdings gibt's da auch Meinungen, die das anders sehen. Antidepressiva habe ich alle abgesetzt, weil sie entweder nicht gewirkt haben oder ich starke Nebenwirkungen hatte (Herzrasen usw.).

    • Offizieller Beitrag

    Ich nehme z.Z Clozapin in hoher Dosis, welches - so wie die Ärzte mir versicherten - eigentlich auch auf die Negativsymptomatik wirken müsste. Den Medien konnte ich ähnliches entnehmen. Allerdings gibt's da auch Meinungen, die das anders sehen. Antidepressiva habe ich alle abgesetzt, weil sie entweder nicht gewirkt haben oder ich starke Nebenwirkungen hatte (Herzrasen usw.).

    Niggo

    Ich hab auch wie Fitfly durch das Aripiprazol(Abilify) wieder lachen können und hatte vorher Risperidon wo ich sehr verschlossen gewesen bin.

    Unter Risperidon hatte ich nochmal deutlich mehr Negativsymptome als unter Aripiprazol und fühlte mich körperlich sehr schwach, schwere Arbeiten waren mit Risperdal unmöglich, da Kondition und alles voll schlecht waren. Mit den Aripiprazol wurde ich wieder offener, weniger schüchtern und konnte länger unter Leute sein, feiern etc.
    Das Aripiprazol ist ja an sich ein Atypisches Neuroleptikum der 3. Generation und soll eher einen regulierenden Effekt auf das Dopamin haben, von daher gilt es auch als sehr verträglich. Weil es eine atagonistische Wirkung hat können leichte Restsymptome auftreten, auch Unruhe kann vorkommen, ansonsten ist der Wirkstoff im Akutfall sehr effektiv.
    Zudem wird Aripiprazol in den USA bei Depressionen eingesetzt, etwa bei therapieressistenten Depressionen.

    Hattest du dieses Medikament schon mal ausprobiert?

    An sich wirken die meisten Neuroleptika kaum gegen die Negativsymptome, weil diese eher von einen Dopaminmangel herkommen. Ein leichter Nutzen im Vergleich zur akuten Psychose ist trotzdem da, weil man da auch verstärkt Negativsymptome hat.
    Also es ist zwar keine Lüge wenn Ärzte behaupten das die Neuroleptika gegen Negativsymptome helfen, aber das soll wohl eher beruhigenden Effekt haben damit wir Betroffene trotz der Negativsymptome dran bleiben.

    Aripiprazol war damals das erste Medikament dieser neueren Generation, das würde ich an deiner Stelle mal ausprobieren statt dem Clozapin.

    Clozapin wird ja bei therapieressistenten Psychosen eingesetzt, meist also wenn andere Neuroleptika keine gewünschte Wirkung hatten. Es kann zu starker Gewichtszunahme wie Olanzapin führen und man sollte das Blutbild regelmäßig prüfen lassen. Eventuell wäre Aripiprazol bis auf ein paar Restsymtome besser oder ebenso wirksam, die Negativsymptome oder Freude sollte dann schon besser sein.


    Was Antidepressiva angeht wirken die meisten auf das Serotonin und das kann zu Herzrasen oder QT-Verlängerungen führen. Weist du noch welche Wirkstoffe du alles ausprobiert hast?
    Ich hatte von den meisten Antidepressiva auch keine gewünschte Wirkung, ein paar spezielle die auf Noradrenalin und Dopamin wirken, können sich positiv auf die Negativsymptome auswirken und mögliche Stimmungsschwankungen reduzieren. Da wäre Bupropion mein Favorit welches im Verhältnis von 2:1 auf Noradrenalin und Dopamin wirkt, die Noradrenalinwirkung wirkt Unruhe und Stimmungsschwankungen entgegen, die insbesondere beim Aripiprazol auftreten können, die Dopaminwirkung die im Grunde umgekehrt zu den Neuroleptika ist, wirkt den Negativsymptomen entgegen, wobei die Wirkung dieses Antidepressiva wohl erst durchkommt wenn man Aripiprazol entsprechend weit reduziert hat oder in einer Art Intervalltherapie/Bedarf einnimmt. Soetwas könnte man sich in den nächsten Schritten überlegen. In so einen Fall wenn man Bupropion hat welches auf Noradrenalin und Dopamin wirkt, sollte man auch so ein Serotoninantidepressivum wie Citalopram (SSRI) einnehmen können ohne das dieses Herzrasen oder QT-Verlängerungen auftreten, weil zumindest meiner Erfahrung nach aufgrund des Bupropions der Herzschlag normal bleibt (ich hab das früher so am Heimtrainer beobachtet als ich Citalopram einzeln hatte hatte ich relativ schnell einen hohen Puls später mit Bupropion war das normal und das Citalopram hatte keinen negativen Effekt.


    Bei den Antidepressiva sollte man auf jeden Fall möglichst auf tri- und tetrazyklische Antidepressiva verzichten, das sind die älteren die mehr Nebenwirkungen haben, beispielsweise Mitrazapin oder Doxepin. Meiner Erfahrung nach haben diese älteren Antidepressiva verstärkt Wechselwirkungen mit den Neuroleptika und können dann sehr sedierend oder sich gegenseitig verstärkend wirken, von daher würde ich die selektiven Antidepressiva (SSRI(wie Citalopram), SNDRI(wie Bupropion), oder SSNRI(Venlafaxin, Duloxetin) ) vorziehen.
    Für eine schlafanstoßende Wirkung können niedrig dosierte trizyklische Antidepressiva wie Trimipramin-Tropfen dennoch nützlich sein, da die Dosis da recht niedrig ist macht das nix oder kaum etwas aus.

    Also an deiner Stelle würde ich so erstmal probieren ob vielleicht das Aripiprazol besser ist. Oft wirken schon 5mg was etwa die Minimumdosis ist, üblich sind eher Dosierungen von 10-15mg. Bei den Neuroleptika ist weniger manchmal mehr grade auch Negativsymptome und Nebenwirkungen fallen da etwas milder aus, aber Aripiprazol sollte auch so deutlich verträglicher und angenehmer sein.
    Bupropion (SNDRI Antidepressivum) könnte man dann gegen die Unruhe und auf längere Sicht gegen die Negativsymptome einnehmen, das stabilisiert beispielsweise auch die Psychose etwas, so das man das Neuroleptikum leichter über kurze Zeiträume absetzen kann. In diesen Absetzzeitraum kann das Antidepressivum dann besser wirken und die Negativsymptome sollten deutlich weniger werden, aber dazu sollte man entsprechend stabil sein und seine Symptome gut genug kennen, etwa auch langsam herantasten wie schnell das Aripiprazol im Akutfall dann wirkt.
    Citalopram (SSRI Antidepressivum) habe ich deswegen erwähnt weil Bupropion ein paar unangenehme Nebenwirkungen wie Miktionsstörungen oder Verstopfung machen kann, von daher bietet sich das an wenn das Bupropion mit dem Aripiprazol eindosiert ist. Ein weiterer Grund warum Citalopram zusätzlich sinnvoll ist, wäre die emotional dämpfende Eigenschaft auf die Gefühlswahrnehmung und Libido was insbesondere beim Aripiprazol(niedrige Dosierungen/Intervalleinnahme) eher verstärkt sein kann. Du hast ja Clozapin welches wie viele andere Atypische Neuroleptika auf den Prolaktinspiegel wirkt und insofern die Libido dämpft von daher sollte die Gefühlswahrnehmung so schon reduziert sein, weshalb vielleicht auch das Lachen schwerfällt. Aripiprazol hat keine Auswirkung auf den Prolaktinspiegel von daher kann da die emoptionale Wahrnehmung und Libido stärker sein gerade bei niedrigen Dosierungen oder wenn man versucht es abzusetzen. Insofern würde sich dann Bupropion+Citalopram zusätzlich anbieten die man von den Dosierungen her dann abstimmen kann, dann wäre so eine Intervalltherapie des Aripiprazols denkbar.

    Falls du das Aripiprazol mal probierst und dir das besser hilft, wäre diese Zusatzoption eben möglich und in so einen Fall können die Antidepressiva wirksam und nützlich sein, wobei ich glaube das die Intervalleinnahme des Aripiprazols(was unüblich ist) erst die Wirkung der Antidepressiva ermöglicht oder verstärkt, so das die Negativsymptome etwa deutlich besser werden.

  • Niggo ich habe mit meiner Ärtzin einen Bluttest gemacht, bei dem ermittelt wurde welche Anti-Depressiva bei mir wirken. Habe vorher auch ein paar ausprobiert, die nichts gholfen haben. Jetzt ist wenigstens mein Antrieb gesteigert und ich kann ab und zu mal schmunzeln. Hoffe ich kann bald auch wieder herzhaft lachen, aber dafür müssen auch erstmal die kognitiven Einschränkungen weg gehen

  • Hi, Admin. Mensch, ein so langer Text...

    Da ich unter Clozapin praktisch keine Nebenwirkungen habe - bis auf Müdigkeit und sabbernden Mund - würde ich es ungern wechseln wollen. Ich müsste mal recherchieren, ob man es als Combi nehmen kann - zusätzlich zum Clozapin dieses Abilify.

    • Offizieller Beitrag

    Hi Niggo

    mehrere Neuroleptika gleichzeitig davon wird abgeraten weil die Mortalitätsrate dann deutlich steigt. Bei den Neuroleptika ist es also eher eine Frage von Entweder/Oder wenn man keine zusätzliche (hohen) Risiken eingehen möchte. Abilify hat auch eine recht gute Wirkung, also wenn du das probieren möchtest, dann solltest du dich komplett darauf umstellen lassen. Sonnst hätte das vermutlich auch keinen Vorteil.
    Bei Restsymptomen oder Unruhe könntest du dann immer noch zum Abilify diese speziellen Antidepressiva einnehmen die einerseits stabilisieren und andererseits auch gegen Negativsymptome etwas bringen.

  • Das tut mir voll leid was ich hier teilweise lese. Ich hoffe, dass die Emotionen bei euch wieder kommen. Ich habe das letzte mal eben beim Sport gelacht als ich mit ner fremden Person geredet habe.

  • Was heisst denn nichtmehr gelacht? Also wirklich nicht gelacht? Nie? Blöde Frage auch wenn man dich kitzelt oder so? Wenn du die MEdis schon länger nimmst würde ich auf jeden Fall daran etwas ändern. Spreche mit deinem Psychiater und wenn der nicht will such dir einen Neuen!

  • Medis sind nicht der Grund, weil ich die Affektstarre schon vor der Einnahme irgendwelcher Tabletten hatte. Ausserdem hätten die Ärzte dann schon längst was an der Dosis geändert. Ich habe wirklich seit Jahren nicht gelacht. Mein Psychiater sieht mich ja regelmäßig