• Moin,


    wie sahen bei euch die optischen Halluzinationen aus.

    War bei euch alles ganz normal abgesehen von den Halluzinationen oder war/ist die gesamte Wahrnehmung verändert.


    Ich fange mal an:

    Zur Hochphase hatte alles so ne Art Schimmer. Farben waren sehr intensiv und haben leicht geleuchtet.

    Allgemein ist die Wahrnehmung sehr frühkindlich: Wenn man als Kind in den Wald ist hat man in den Ästen der Bäume irgendwelche Figuren gesehen, so ist es jetzt auch.

    Außerdem stechen Muster extrem ins Auge und Bäume haben auch etwas mystisches.

    Dann noch das sich Gesichter von Fremden zu denen meiner Oma gemorpht haben und der Boden sich bewegt hat.


    Ich muss sagen, dass es jetzt immer noch so ist, dass alles einfach nach ein bisschen mehr wie normal aussieht, vor allem Muster und intensive Farben stechen mehr ins Auge. Außerdem ist alles detailreicher.


    Grüße

  • Kuehnibert

    Ich finde es nicht richtig, Schizophrenie mit einem LSD-Trip gleichzusetzen.

    Du hast ganz klar mit dem LSD-Rausch zu kämpfen bzw. arbeitest noch hartnäckig daran, was ja an und für sich nicht verkehrt ist. Aber eine Psychose ist kein Drogenrausch. Die Halluzinationen sind anders gewogen und ich würde Dir raten, Dich mal mit einem Spezialisten für Drogenkonsum zu unterhalten. Natürlich kannst Du Dir auch Erfahrungen von Schizophreniekranken einholen aber so einfach wie das runterkommen von Drogen, also nach soundsoviel Stunden lässt die chemische Wirkung nach, ist das nicht. Das runterkommen von einer Psychose hat kein Zeitfenster zum Vergleich. Vielleicht vermischt sich das bei Dir auch, weiß der Kuckuck aber ich will jedem der das liest nahebringen, daß eine Psychose kein einmaliger LSD-Rausch ist.


    MfG

    ion

  • Ich habe immer noch ne veränderte Wahrnehmung und konnte heute Nacht trotz Medikamente erst um 4 Uhr einschlafen. Ich hab mich um 22 Uhr ins Bett gelegt. Ich bin mir schon ziemlich sicher, dass ich ne Psychose habe und keine Nachwirkungen einer Droge.


    Vielleicht hab ich keine Schizophrenie, da keine Negativsymptome. Dennoch hab ich durchgehend ne unnatürliche Wachheit und hab kognitive sowie positive Symptome und somit eindeutig ne Psychose.

    Genau deswegen interessiere ich mich was andere so für Veränderungen wahrnehmen. Bei mir kommen die Halluzinationen aber schon echt nahe an nen LSD-Trip.

  • Wie in einem Comic. Ich bin auch der Meinung wie früher als Kind. Auch wieder so wach wie früher.


    Ich halte es auch für eine Psychose und will "das alte" zurück. Geht aber nicht. :frowning_face:


    Ich werde auch nicht mehr müde was ich sehr schade finde und vermisse.


    Warst oder bist du mit einer Frau zusammen?

  • Ich hatte vor allem optische Verkennungen. Das ist nur so etwas ähnliches wie Hallus. Man kombiniert Bildelemente anders und denkt dann vor allem was anderes gesehen zu haben, dabei hat man eigentlich nur die Hälfte gesehen und sich den Rest falsch zusammen gereimt.
    Ich hab zum Beispiel gesehen, wie jemand eine Zigarette nach der anderen aß, dabei hat der jenige nur an einer Zigarette gezogen. Oder ich dachte auf einem Foto hätte ich einen schwarz weiß karierten Anzug an, dabei stand meine Schwester in ihrem weißem Kommunionskleid neben mir und ich hab mir das Karo-Feld aus schwarz und weiß auf meinem Anzug eingebildet. Da war schon echt crazy shit dabei, und aus den Illusionen sind dann wieder ganze Gedankenkonstrukte entstanden, dass ja alles bisher eine Lüge gewesen sein muss usw. Spannend war's aber schon.

  • Ich sage nicht daß man es nicht vergleichen soll, sondern nicht gleichstellen soll.

    Psychosen können locker als Flashbacks betrachtet werden, muss aber nicht sein. Es gibt genug Betroffene, die nie Drogen genommen haben.

    Wenn jemand mit Drogen experimentiert, muss er sich über die Wirkungen bewusst sein. Halluzinogene Drogen heißen nicht umsonst Halluzinogene.

    Wenn ich so überlege, wie voll die Clubs waren und die Drogen da selbstverständlich die Runde gemacht haben, müsste ja fast jeder dann an einer Psychose erkrankt sein.

    Außerdem wollte ich daß Kuehnibert sich mal nicht direkt verrückt macht. Er muss sich mit den Folgen im Vorneherein klar darüber sein und mMn entfaltet er mehr in seinen Aussagen, daß diese "Bewusstseinserweiterung" irgendwo angenehme Züge hatte und gefühlt eine Unbeschwertheit in den Verzerrungen ist.

    Okay, wenn Kuehnibert sich einreihen will in die Notwendigkeit der Behandlung von psychischen Krankheiten, kann er das tun, wenn er sich dort zwischen all den Vergleichs-Patienten sicher fühlt... :thinking_face: Kuehnibert wenn also sich nicht jetzt die Psychose fest verankert, wird sie dich wohl die nächsten Jahre als Flashback besuchen. Und dann weißt Du nicht wo es herkommt, da der LSD-Trip schon jahre her ist und dann wird das ganze richtig unlustig. So direkt wollte ich aber aus Rücksicht nicht sein - bin aber nun doch genötigt, mich zu rechtfertigen, warum ich Dir keine Panik machen wollte. Nun ist es raus :fearful_face:


    Alles Gute nochmal

    ion

    2 Mal editiert, zuletzt von ion ()

  • Eine Psychose ist nunmal kein Erlebnis, was man mal ausprobieren kann. Die Hippies haben es vorgemacht: peace&love, Kommunen, Freie Liebe, alles mit LSD und THC. Viele davon sind psychisch krank geworden, viele von ihnen haben aber auch den ganz normalen Lauf des Lebens genommen, und sind gute Eltern geworden.

    Bei einer Psychose kann man das Ave Maria hoch und runterbeten, daß man nicht auf der Straße landet und einem geholfen werden kann. Mando Du beschreibst das als "leichte Krankheit" und tust es wahrscheinlich aus Selbstschutz. Aber wenn man Deiner Geschichte folgen kann, ist das doch alles andere als Leicht für Dich gewesen und mittlerweile hast Du ja wieder Fuß gefasst und "Gott" sei Dank, daß es Deine Eltern gibt, die Dich lieben. Man blendet das Furchtbare auch aus, man vergisst auch viel, wenn die letzte Psychose lange her ist. Aus Selbstschutz. Das ist völlig in Ordnung, da man es nie geteilt hat und nur einen selber betrifft. Das Ausblenden gibt auch immer wieder eine Möglichkeit, wieder ganz neu anzufangen und das Leben auch mit schönen Seiten leben zu können.

    Eine psychische Krankheit bringt Notgedrungen IMMER Kummer und Verzweiflung mit sich. Zuerst sind es die Menschen, die einem nahe stehen, die verzweifelt sind und dann schlägt es um, daß der Psychotiker selber verzweifelt ist. Die Zeit, in der das Seil vom Verzweifelten zum Verzweifelten sich aufgespannt hat, sind 1000 Dinge passiert, wo man hoch und runterbeten sollte, daß man nicht zu Tode gekommen ist und es wieder eine Chance gibt das Leben zu führen, was glücklich macht.


    Mein Euro

    :grinning_face_with_smiling_eyes:


    LG

  • Naja, also Psychosen sind eben schon Erlebnisse die man mal ausprobieren kann. Psychiater haben sich mal irgendwo in der Schweiz oder in Österreich getroffen, da haben dann alle LSD genommen, um nachzuempfinden zu können, wie es den Patienten in einer Psychose geht. Insgesamt ist eine Psychose schon sehr vergleichbar mit einem halluzinogenen Drogenrausch. Ich beispielsweise muss nur die Medikamente weglassen, dann bin ich wieder voll drauf. Liegt aber auch vielleicht daran, dass ich meine Schizophrenie mit LSD und anderen Drogen ausgelöst hab. Jetzt werde ich immer psychotisch oder flashbackig, wenn ich die Medikamente weglasse. Die Medis halten nur den Normalzustand, alles andere ist wie auf Droge für mich.


    Aber du hast schon recht ion mit dem was du schreibst. Ich kann froh sein, dass ich noch lebe oder dass ich nicht in der Forensik gelandet bin oder ähnliches. Da ist schon richtig derber Scheiß passiert. Ein paar Dinge nah am Tod, ein paar nah am für immer weggesperrt werden. Ich hatte wirklich Glück. Jetzt hat sich ja auch alles erst seit 5 Monaten wieder normalisiert und ich bin scheiße dankbar, dass ich jetzt so einsam und in Ruhe leben kann und wieder einigermaßen klar denken kann. Mich zieht es nirgendwo mehr hin, ich will nichts großes mehr, ob erreichen oder haben oder sehen. Ich bin ziemlich zufrieden mit dem bisschen Leben dass ich jetzt hab, will dass es so für immer weiter geht und ich in Ruhe alt werden kann. Naja, ich hab jetzt 15 Jahre diagnostizierte Schizophrenie und in der Zeit ist einfach genug abgefahrener Müll passiert. Ich hab sehr viel erlebt, wahrscheinlich sehr viel mehr als der Durchschnittsbürger, aber jetzt ist auch halt mal gut. Fernweh ist befriedigt, Sehnsucht ist gestillt, Einsicht ist eingekehrt. Bisschen Pöbeln im Forum geht aber klar :winking_face:


    Ich hab nur 10 Cent


    Lg

  • Da gebe ich dir vollkommen recht Mando


    Ich hab meine Erwartungen ans Leben auch massiv runter geschraubt. Das heißt aber nicht, dass ich das in Trauer oder sonst was gemacht habe. Ich finde es sogar gut, dass sich meine lebenseinstellung so verändert hat. Bin tatsächlich sogar iwo glücklicher als vorher und sehe das Leben nicht mehr a la "umso mehr Erfolg, umso besser". Jetzt will ich nur noch einen Rhythmus für mich finden, den ich von mir aus die nächsten Jahrzehnte fahren kann und glücklich damit bin.


    Ich finde auch, dass eine Psychose mit all ihren Überzeugungen und den Filmen die man schiebt nichts normalem gleicht, da ist ein road trip, Urlaub Im Ausland oder sonst was nichts gegen.