formale Denkstörungen

  • Hallo Zusammen :smiling_face:


    Ich habe zurzeit vor allem 1 Problem. Nämlich sehr starke formale Denkstörungen, Gedenkenabrisse und Konzentrationsprobleme...ich kann zB. kaum etwas lesen, mir kommen oft Gedanken durcheinander und wenn ich am lernen bin klappt es manchmal...aber manchmal schwupps: alles weg....ansonsten eigentlich keine Positiv Symptome...soetwas wie Halluzinationen hatte ich noch nie....ein Wahn hatte ich mal vor 3 jahren in Form eines Hypochondrischen Wahnes...jetzt sind es einfach nur sehr starke Ängste, die ich aber gut reflektieren kann. Negativsympthome ist halt schwerzusagen: Ich treffe mich schon etwas weniger mit Freunden oder wurde etwas pessimistischer. Aber ich habe das Gefühl, das liegt daran, weil ich mir selbst weniger zutraue und auch merke, wie es mir schwerfällt, Gespräche zu führen oder mich aufs einfachste zu konzentrieren. Ich hatte die letzten Jahren eigentlich nie Antriebsprobleme und bis vor ein paar Monaten war ich eigentlich auch noch extrem motiviert.


    Also ich denke, man kann folglich unter dem Strich sagen, mein grösstes Problem sind momentan formale Denkstörungen. Wie habt ihr die in den Griff bekommen? Medikamente wirken ja nur gegen Hallus und Wahn sowie bedingt gegen Negativsympthome. Hängen formale Denkstörungen mit Anspannung und Angst zusammen und werden folglich auch besser, wenn diese Symptome besser werden?


    Liebe Grüsse und schönes Wochenende

    • Offizieller Beitrag

    Hi silverstrade97


    Das hängt mit den Negativsymptomen der Erkrankung zusammen, aber eben auch die Medikamente können diese Nebenwirkungen machen.

    Wäre die Frage was du derzeit für Medikamente hast und was du vorher eingenommen hast oder einnehmen solltest?


    Das lässt sich also schwer sagen was von den Denkstörungen Krankheitsbedingt ist und was durch die Medikamente begünstigt wird, da wirken auch die Neuroleptika unterschiedlich und soetwas ist dann auch dosisabhängig. Meistens klappt es am Besten wenn man von den Neuroleptika/Antipsychotika nur soviel wie notwendig ist einnimmt, manchmal unter den passenden Einnahmebedingungen klappt auch eine Intervalleinnahme so das man zwischendurch mehr einnimmt und zeitweise also über Tage/Wochen eventuell auch mal aufs Neuroleptikum verzichtet. Komplett dauerhaft absetzen bringt meistens nix, weil dann Negativsymptome und Psychose zurückkommen, bei mir war es immer bei wenig oder Intervalleinnahme am Besten wobei das eben auch von den Wirkstoffen abhängt die man einnimmt ob das erstrebenswert ist oder die Risiken den Nutzen überwiegen.
    Ich glaube man sagt sowas wie Honigkucheneffekt dazu, das sind meistens so 2 Wochen nach dem Absetzen der Neuroleptika wo man sich dann besser fühlt, aber das mit Wahnstörungen verbunden sein kann, auch Stimmungsschwankungen und so treten da stärker auf, von daher würde ich dich davon eher abraten und eine konstante minimale Dosis empfehlen.

    Hier ist ein Aufsatz von Volkmar Aderhold, dem du die minimalen Dosierungen der Neuroleptika entnehmen kannst(ungefähre Angaben)
    https://www.dgsp-ev.de/fileadm…nimal_12-2014.-Januar.pdf

    Das mit der Intervalltherapie funktioniert wenn du spezielle Antidepressiva wie ich zum stabilisieren einnimmst. Bupropion(SNDRI)+Citalopram(SSRI) wäre eine geeignete Kombi von Antidepressiva, was aber auch etwas von deinen Neuroleptika abhängt inwiefern etwa Citalopram sinnvoll oder notwendig ist.
    Bupropion ist ein Nikotinentwöhnungsmittel und Antidepressivum was in etwa wie ein ADHS Mittel wirkt und offlabel auch da eingesetzt wird. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen das damit die Konzentration erheblich besser wird, das baut auch Stress und innere Unruhe ab, also grade beim reduzieren oder absetzen von Neuroleptika treten häufiger Stress und Unruhe auf insofern ist dieses Medikament ideal wenn du so eine Intervalleinnahme des Neuroleptikums anstrebst, wo dieses Antidepressivum (was an sich nur positive Effekte hat) täglich genommen wird und eben das Neuroleptikum(wenn möglich) etwa für 2-4 Wochen absetzen und dann etwa 1-2 Wochen (am Stück) wieder das NL einnehmen. Da Neuroleptika Spiegelmedikamente sind, braucht es da sowas wie eine Mindest- Minimumdosis über einen bestimmten Zeitraum von daher lässt sich das schlecht einen Tag einnehmen und dann 2 Tage weglassen.


    Die Nebenwirkungen die du beschreibst hatte ich unter Risperidon relativ ausgeprägt, Aripiprazol wäre grundsätzlich etwas milder, was vermutlich auch stark von der Dosis abhängt, da hatte ich keine so extremen Konzentrationsprobleme und Gedankenabreisen wie unter Risperidon.
    Wäre also die Frage welches Neuroleptikum/Antipsychotikum du derzeit einimmst und wie genau mit welchen anderen Medikamenten?

    Wenn du das mit Bupropion+Citalopram probieren möchtest würde ich dir für eine Intervalleinnahme Aripiprazol empfehlen weil das trotz allem eine sehr gute Akutwirkung hat und von den Wechselwirkungen funktionieren sollte.
    Falls du ein anderes Neuroleptikum einnimmst müsste man schauen ob es sich mit Bupropion verträgt und ob eventuell Citalopram(oder ein anderes SSRI) noch sinnvoll/notwendig ist.
    Das wäre dann eher so ein herumprobieren, an sich würde ich dir zur Kombi Aripiprazol(Minimal Bedarf)+Bupropion(möglichst Hochdosieren)+Citalopram raten, weil da hast du meine Erfahrungswerte und solltest hinterher so gut wie keine Probleme mehr haben, also kein Vergleich mit dem was du unter Standardmedikamentierung so kennst.

  • Admin Danke für deine Nachricht! Ich nehme zurzeit nur etwas Quetiapin (150 mg) ansonsten noch ein Antidepressivum (Brintellix) wechsle aber auf Escilatopram.


    Bei mir wurde die Diagnose eine Psychose noch nicht gestellt, darum nehme ich auch noch keine Antipsychotikum in höherer Dosis. Wahrscheinlich fange ich aber bald an. Am besten eines gegen Unruhe und Stimmungsschwankungen.

  • @Jackyboy Von den Antidepressivums eventuell gesteigerte Unruhe zu Beginn. Brintellix hatte tatsächlich positive Effekte auf Kognition und etwas auf die Stimmung. Aber weil bei mir sehr starke Ängste vorhanden sind und im Vordergrund stehen, wechsle ich jetzt auf Escilatopram. Das sollte bessere Effekte auf Ängste und Zwänge haben.


    Quetiapin vertrage ich sehr gut. Aber mit ca 150 Gramm nehme ich auch noch eher wenig, was eine moderat dämpfende Wirkung hat. Eventueller kleiner Nebeneffekt: leichte Gewichtszunahme. Das kriegt man aber gut in den Griff.