Meine Mama ist krank und wir wissen nicht wie wir ihr helfen können...

  • Hallo Forum,

    wie in der Überschrift schon zu lesen, geht es in erster Linie um unsere 76-Jährige Mama, welche derzeit akute Wahnvorstellungen hat...


    Aber fangen wir mal von vorne an.

    Mama geht seit 30 Jahren nicht zum Arzt (warum kann ich Euch nicht sagen). Vor einem knappen Jahr war sie das erste Mal "komisch" (nicht falsch verstehen, damals wußten wir noch nicht was da gerade passiert). Sie beschuldigte uns (ihre Kinder und auch Enkelkinder) des Diebstahls von z.B. Schlüpfern, Bettwäsche, aber auch Münzen und Schmuckkoffern. Es klärte sich einiges auf, Schmuckkoffer stand komplett zugestaubt da wo sie ihn vor einigen Jahren hingestellt hatte... danach war es für uns ruhig.

    Natürlich machten wir uns Sorgen und versuchten sie davon zu überzeugen, dass sie mal zum Arzt gehen möchte - leider ohne Erfolg.


    Mama lagerte in den letzten 4-6 Wochen sehr viel Wasser in Ihren Körper ein, dass sie 22 Kilo mehr wog - und so groß ist sie auch nicht. Natürlich bewegte sie sich immer weniger, wobei sie vorher auch schon schlecht unterwegs war. Es ging soweit, dass sie am Montag letzter Woche von Sofa fiel und mangels Kraft dort 7 Stunden schlief, bevor sie mich dann um 08:30 Uhr anrief (ich habe dann geschimpft, sie mögen mich doch sofort informieren...). Papa mit seinen 80 Jahren hatte sie in der Zwischenzeit mit Ziegelsteinen und einem Brett ein wenig aufgebockt (das ist nicht lustig...sondern leider die Realität). Wir hatten sie dann wieder auf die beine gestellt und gut - auch da sagte ich --> das ist ein Fall für das Krankenhaus, geht bitte schnell zum Arzt!

    Da sie dann für Freitag einen Termin beim Arzt hatten, war das soweit okay für mich.

    Donnerstag ist sie im Bad ausgerutscht, stand 4 Stunden im Vierfüßlerstand im Bad und konnte wieder nicht aufstehen. Da das Bad sehr klein war, schafften mein Vater und ich es nicht sie aufzurichten - mein Stiefsohn musste kommen und helfen. Auch da sagte ich wieder... bitte geh in das Krankenhaus.

    Freitag hatte sie Termin bei dem Hausarzt (nach 30 Jahren, yippie!) und dieser überwies sie SOFORT in ein Krankenhaus - Verdacht auf eine Herzinsuffizienz mit Wasserödemen an Beinen, Armen und Einlagerungen im Körper.


    Sie war einverstanden und wir fuhren Sie in das Krankenhaus.


    Jetzt kommt das eigentliche noch größere Problem... Die Nacht war okay im Krankenhaus und die Untersuchungen am Samstag, soweit ich das aus Ihren Erzählungen weiß, waren auch okay. Ab Samstag 16 Uhr war plötzlich alles anders. Mama glaubte im Zimmer waren am Eingang Kameras platziert, gegenüber Ihres Bettes auch. Weiter erzählte sie, dass man Fotos von Ihrem Gesicht gemacht hat, damit eine andere Frau Ihr Gesicht bekommt. Des Weiteren wäre das Krankenhaus von der russischen Mafia und dort würden "komische" Sachen vorgehen. Ihre Bettnachberin wurde umgarnt (die ist Russin) und sie machte zu Mama das Zeichen für "die schneiden die den Hals durch". Weiter sagte sie, dass in Ihrem Zimmer ihr ihr Atem über Lautsprecher vorgespielt wurde. Sie rief über Telefon mehrfach den Polizeinotruf, die Feuerwehr und auch JEDEN in unserer Familie an, damit wir sie rausholen. Sie wollte mir ihr Handy aus dem Fenster schmeissen, damit ich es auf "komische" Sachen untersuche. Weiter glaubt sie, dass dort Menschen geclont werden. Kurzum, am nächsten Tag hat mit der Arzt angerufen mit den Worten, dass unsere Mutter sich jetzt entgegen medizinischen Rates aus dem Krankenhaus selbst entlässt - ich möge vorbeikommen.

    An diesem Tage haben wir bestimmt 10 Stunden geredet.

    Nachdem Sie zuhause angekommen ist erzählte Sie uns noch mehr, aus unserer Sichtweise, abstruse Wahnvorstellungen, dass man etwas auf Ihre Maske träufeln würde um sie gefügig zu machen, bzw. wie den Nawalny zu vergiften. Wir verständigten uns darauf mit meiner Mutter, dass es aber durchaus sinnvoll und notwendig ist, ein Krankenhaus aufzusuchen, welches sie zu unserem Glück auch bejahte - sie ist nicht mobil und kommt mit Papa (der kann auch nicht mehr) zuhause nicht zurecht. Wahrhaben will sie dieses aber nicht. Kurzum file sie beim Toilettengang wieder hin und wir riefen, da sie das auch wollte, wieder den Rettungsdienst, welche Sie auf ihren Wunsch hin in ein anderes Krankenhaus brachten.

    Abends brachte ich ihr noch ihre Sachen und sie versprach bei allen Behandlungen mitzuarbeiten und zu unterstützen, damit sie wieder schnell gesund wird.

    Leider erzählte Sie uns, dass es auch in diesem Krankenhaus zu ihr unerklärlichen Vorkommnissen gekommen ist. Auch dort wählte Sie mehrfach den polizei- und auch Feuerwehrnotruf (die machten es leider noch schlimmer, als sie sagten sie würde wieder im ersten Krankenhaus leigen - Datenbank war noch nicht aktuell). Der Oberarzt wollte Sie in eine andere Klinik mit psychatrischer Fachabteilung verlegen lassen - war auch schon alles in Sack und Tüten - aber unsere Mutter lehnte ab und entließ sich wieder selbst aus dem Krankenhaus.

    Der Krankentransport brachte unsere Mutter in unsere Straße, wollte sie uns aber nicht überstellen - er sagte das sie sehr desorientiert sei und akute Wahnvorstellungen hat und er sie jetzt nach PsychKG einweisen lassen möchte - dieses wollten wir auch. Der zuständige Notarzt mit der entsprechenden Berechtigung stellte wieder (zum 3. Male) die entsprechenden Fragen, die unsere Mama natürlich Beantworten konnte. Ergo, Zwangseinweisung abgelehnt, Mama kommt nach Hause.


    Jetzt haben wir hier eine sehr große Aufgabe, der wir uns stellen müssen - nicht gerne, aber es ist unsere Mutter, welche krank ist.

    Hausarzt sagt: wenn sie sterben möchte, stirbt sie halt. Gegen Ihren Willen kann er nicht machen.

    Krankenhaus1: Sie stirbt an dem Wasser wenn sie nichts machen lässt, gegen Ihren Willen können wir nichts machen.

    Krankenhaus2: Sie stirbt an dem Wasser wenn sie sich nicht behandeln lässt, gegen Ihren Willen können wir nichts machen.

    Notarzt: Gegen Ihren Willen kann ich nichts machen....

    Betreuungsgericht sagt, selbst wenn ich der gesetzliche Betreuer bin, gegen Ihren Willen kann ich nichts machen


    Für eine gerontopsychatriche Akutpflege benötige ich eine Bescheinigung eines Facharztes - die bekomme ich nur, wenn ich Mama da vorstelle - super, da will sie nicht hin.


    Unsere Familie dreht sich im Kreise und unsere Mutter verweigert die Einnahme sämtliche Medikamente (eine Pille...), da sie denkt wir wollen sie vergiften.

    Sie hat mich abgetastet (hab ne typische Narbe im Nacken), ob ich es wirklich bin und nicht ein Clone.


    Wir wissen nicht mehr was wir noch machen sollen.

    Wir wissen, Sie ist krank und sie sieht das so, wie ich es beschreibe - für uns "Normalos" nicht vorstellbar. Wie kann ich sie aus dieser Todesspirale rausholen???

    Wenn wir keinen Zugang zu Ihr finden, wird sie jämmerlich sterben und mein Vater nimmt sie mit - der ist mit seinen Kräften total am Ende.


    Hat einer von Euch einen Rat? Ich weiß, viel Text, sorry dafür...



    Ach so, fast vergessen --> meine Mutter möchte NATÜRLICH NICHT STERBEN, das hat sie selbst gesagt!

  • Hallo Robota,

    das ist so aber nicht richtig, dass man keine Zwangseinweisung vornehmen kann, wenn deine Mutter immer wieder im Bad stürzt und nicht mehr aufstehen kann, und die medizinische Behandlung verweigert, weil sie Wahnvorstellungen über das Krankenhaus hat. Das ist selbstgefährdendes Verhalten, und bei selbstgefährdendem oder fremdgefährdendem Verhalten aufgrund einer psychischen Krankheit müsste doch eine Zwangseinweisung möglich sein.

    Vielleicht waren die allgemeinmedizinischen Ärzte da nicht richtig informiert.

    Viele Grüße und alles Gute euch!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo robota !
    Willkommen in der Gruppe, wo ich dir zumindest eine verträgliche Therapie (ohne Gewichtszunahme) für Psychose vorstellen kann, da gibt es kaum was besseres auf den Markt von der Verträglichkeit der Medikamente und alles.
    Hier der Forenlink zu dieser Empfehlung: Medikamente für Psychose (Empfehlung!)

    Um das verordnet zu bekommen braucht sie dann schon einen Psychiater, vielleicht mal durchklingeln lassen ob da jemand einen Hausbesuch machen würde damit eine klare Diagnose gestellt werden kann und sie dann solche Medikamente verordnet bekommt/bekommen kann.
    Aripiprazol ist einer der wenigen Neuroleptika die gut verträglich sind und kaum Gewichtszunahme mache, das wirkt sehr effektiv gegen diese psychotische Symptome.
    Bupropion+Citalopram sind 2 unterschiedliche Antidepressiva die unterstützend sehr sinnvoll sind, aber man da auf den Psychiater auch zugehen muss um diese Wirkstoffe und alles auch so verordnet zu bekommen.
    Da wäre es also gut wenn du dir den Artikel im Forum dazu ausdruckst damit nach und nach die entsprechenden Wirkstoffe erst Aripiprazol(Antipsychotikum), dann die Antidepressiva eingeschlichen werden.
    Zudem hat sie ja anscheinend ein Wasserproblem, da sollte es doch auch vom Hausarzt oder so Tabletten gegen die Wassereinlagerungen geben, auch das eben mit der ärztlichen Seite abklären.

    Das Gewichtsproblem ist ja auch akut, von daher bräuchte es Abnehmmedikamente die es eventuell nur auf Privatrezept gibt aber man das bei der oberen Kombi ganz preiswert hinbekommt, eventuell da ihr BMI vermutlich sehr hoch ist bekommt sie so Medikamente auch erstattet das muss man dann abklären.
    Das eigentliche Abnehmmedikament(gegen Appetit) nennt sich Mysimba was eine Kombination aus den oben erwähnten Bupropion und Naltrexon(einen Mittel das auch zur Alkoholentwöhnung in höheren Dosierungen eingesetzt wird).
    Das kann man sich zusätzlich zu der oben beschriebenen Kombi verordnen lassen, wo dann nur noch der Wirkstoff Naltrexon notwendig ist.
    Da es Naltrexon auf den deutschen Markt nur höher Dosiert gibt (gegen Alkoholsucht etc.) müsste man die Tablette achteln/bröckeln was machbar ist. Oder eben sie lässt sich gleich das relativ teuere Mysimba(Abnehmpräperat) verordnen wo Naltrexon und Bupropion bereits in den passenden Dosierungen ist. 7mg Naltrexon braucht es etwa pro Dosis(2mal Täglich) und die Naltrexon-Tabletten haben 50mg. Kostenpunkt 110€ auf Privatrezept wenn man Naltrexon kaufen muss für 31 Tabletten welche für etwa 4 Monate ausreichen. Eventuell erstattet das ja die Kasse dann.
    Hier der Link wo das nochmal beschrieben ist: Abnehmen mit Naltrexon - Mysimba

    Diese Kombi würde also ihre psychischen Probleme lösen und das zusätzliche Naltrexon das Gewichtsproblem leichter handhabbar machen.

    Tabletten oder eine Behandlung bezüglich der Wassereinlagerungen oder sonstigen Problemen bräuchte sie dann trotzdem.


    Druck dir am Besten diese Therapieoptionen aus damit du das dann mit einen Psychiater abklären kannst, das sie diese Medikamente bekommt, weil man von anderen zunimmt und noch unmobiler werden kann, da wäre das wohl das Beste wenn sie die Medikamente gut verträgt.
    Vielleicht mal bei den örtlichen Psychiatern durchklingeln lassen und nachfragen wer dir in dieser Notlage hilft und einen Hausbesuch machen kann.
    Dann wäre es eben gut wenn du auch mit den Psychiater sprichst, damit sie so eine aktuellere Therapieoption bekommt, da muss sich der Arzt in der Regel auch erst einlesen von daher wäre ein ausgedrucktes Exemplar dieser Empfehlung wohl das Einfachste.

    Sie dazu bewegen, das sie Medikamente dann einnimmt und genug vertrauen aufbaut, wäre dann notwendig, also da braucht es eine Bezugsperson die darauf schaut das sie die Medikamente einimmt und alles. Ansonsten wenn das kaum möglich erscheint dann eben doch Klinik und eventuelle Einweisung.

    LG