Langzeiteinnahme von Neuroleptika

  • Hallo zusammen,


    kann hier BITTE jemand seine Erfahrungen mit Langzeittherapien von Neuroleptika teilen? Nehme nun seit drei Jahren Psychopharmaka (monatliche Depotspritze 100mg) und mir machen meine Gedächtnisprobleme (Abstraktes Denken, Konzentration, Vergesslichkeit) und meine Arbeitsfähigkeit (Antriebslosigkeit, sehr schnelle Ermüdung) grosse Sorgen. Arbeite zur Zeit nur noch halbtags und bin da meist sehr erschöpft - quasi arbeitsunfähig... So wie es aussieht muss ich die Medikamente mein Leben lang nehmen... Hast Du schon 10, 20, oder 30 Jahre Neuroleptika genommen und wie hat sich dein Leben dabei entwickelt? Sozialleben, Arbeit, Gesundheit... DANKE für Deine Rückmeldung!

    • Offizieller Beitrag

    Du solltest on der Depotspritze weggehen und auf Aripiprazol(Tabletten) wechseln. 100mg ist auch sehr viel wenn das Xeplion ist.

    Aripiprazol kann zwar etwas Unruhe machen aber ist im großen und Ganzen ganz gut verträglich. Zusammen mit den unterschiedlichen Antidepressiva Bupropion und Citalopram geht diese Unruhe und auch die Negativsymptome unter der du leidest(Arbeitsfähigkeit) weg oder sollten sich wenn du dich an diesen Plan hältst deutlich reduzieren.

    Hier der Forenlink wo das ganze genauer beschrieben ist und auch Dosierungsrichtwerte zu finden sind:
    Medikamente für Psychose (Empfehlung!)


    Wie alt bist du jetzt? Normal wenn du ein paar Jahre gearbeitet hast, hättest du einen Anspruch auf Erwerbsminderungs-Rente die gerechnet wird wie wenn bis zur Altersrente gearbeitet hättest:
    https://www.deutsche-rentenver…minderungsrente_node.html
    Darüber solltest du dich etwa bei deinen Psychiater oder Sozialpsychiatrischen Dienst in deiner Nähe informieren lassen. Normal kann man dann noch 450€-525€ zusätzlich verdienen, also zur Rente die relativ hoch ausfallen sollte(falls du einen Rentenanspruch hast). Die Höhe der EM-Rente steht auf deinen Rentenbescheid in einen eingerahmten Feld.

    Wenn du das mit den Medikamenten wie hier empfohlen ausprobierst, besteht eine gute Chance das du von dir aus später wieder arbeiten kannst, dass ist aber keine Standardtherapie und es wird vergleichsweise wenig Neuroleptika eingesetzt.

    Bin 33 und bekomme seid ein paar Jahren die EM-Rente. Berufsunfähigkeitsversicherung falls du privat eine abgeschlossen hast zahlt auch.




  • Hallo, ich kanns mir ehrlich gesagt nicht aussuchen. Ich muss die Depotspritze nehmen. Ja es ist Xeplion. Danke für den Tipp zur Erwebsminderungsrente! Ich bin 38... Wie hat sich das mit deiner Berufsunfähigkeit entwickelt? Lg

  • Achso, das klingt ja blöd.


    War gerade bei meinem Psychiater und der hat mir nochmal gesagt, dass man nur mit richterliche verfügung zum einnehmen von Medikamenten gezwungen werden kann. Auf Tabletten umstellen sollte also kein Problem sein.

  • 20 Jahre Neuroleptikum, davon größtenteils eine geringe Erhaltungsdosis.

    Berufsunfähigkeit ist da schnell gegeben, nur muss man aufpassen: in der Rente verliert man schnell jegliche soziale Anbindung, man hat 24/7 nichts zu tun außer Haushalt, das ist auf Dauer nicht so leicht wie es auf ersten Blick scheint.

    Meine Situation erinnert mich an Isolationshaft, und mit jedem Problem steht man gefühlt alleine da. Großer Fehler kann kommen wenn man versucht, der Einsamkeit zb. durch ein Haustier erleichterung zu schaffen; da man selber kaum zurecht kommt, kann es die Situation noch verschlimmern.

    Computerspiele und handy, netflix werden zu den besten und oft auch einzigen Freunden die man hat, und der Gewichtszunahme hat man durch Bewegungsmangel wenig entgegenzusetzen.

    Aber immer noch besser, als sich durch einen Vollzeitjob zu quälen. Kommt natürlich auch auf den Job an, Bücher einordnen in der Bibliothek wäre natürlich immer noch der Isohaft vorzuziehen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich dachte auch an so einen Mini-Job, den man ja zur Rente machen kann. Hatte ich auch zeitweise aber hat sich dann verlaufen. Gut das mit dem Stress und Zeitvertreib ist für mich wie du beschreibst so @Nutztier . Durch die Psychose haben sich bei mir viele neue Interessen entwickelt die gleichzeitig auch teil der Erkrankung sind. (Interesse für Weltpolitik, vielleicht etwas zu sehr in den Hobbys aufgehen) mir fehlt irgendwie das Maß, auf der anderen Seite brauche ich das und das kostet dann auch Zeit und Nerven. Ich hab zuhause Aquarien, das ist schwieriger zu handhaben als man glaubt und macht mir Freude / entspannt.
    Bewegungsmangel gibt es durchaus bei mir, du trifft mit deiner Beschreibung wirklich den Nagel auf den Kopf. Gegen den Bewegungsmangel hab ich das mit dem Naltrexon (Mysimba) Medikament zum Abnehmen gefunden, das gibt es auf Privatrezept aber ich glaube dieses mal nehme ich effektiv ab.
    In der Reha hab ich abgenommen, die damals über 6 Wochen oder so ging, Zuhause nehme ich eher zu oder halte so das Gewicht, von daher hab ich eben mich nach effektiven Möglichkeiten umgeschaut die auch ohne Sport funktionieren, weil das mit der Motivation und Negativsymptome immer so eine Sache ist.

    Gut ein paar Gaming Spiele 1-2 Stück hab ich auch, das gibt mir etwas Entspannung oder eben Netflix schauen zwischendurch aber nur. Meine Sozialkontakte sind zum Glück gut intakt geblieben, was wohl auch an meinen Medikamenten liegt weil damit das von den Stimmungsschwankungen und alles viel besser ist als vorher. Also es hängt auch sehr von den Medikamenten ab wie man letztendlich leben kann. Geldsorgen hab ich mit der EM-Rente zum Glück nicht, weil das war vorher wirklich der Absturz wo ich sogar ein Jahr auf mein Arbeitslosengeld verzichtet habe weil die mir vom Arbeitsamt (wohlwissend das ich eine Psychose habe) auf den Kopf gestiegen sind, also ich bin hinterher zuhause damals dann ausgerastet weil ich den Druck der mir gemacht habe kaum ertragen konnte. Dann eben Reha und Antrag zur Rente was mir quasi mein Leben etwas oder deutlich abgesichert hat. Andersherum langsam ins Arbeitsleben widereinsteigen bleibt mir ja offen, aber das mach ich nur wenn ich mir absolut sicher bin das es klappt.

    Muss sagen das mit Xeplion damals bei mir hartes Arbeiten etwa bei hobbymäßigen/privaten Waldarbeiten unter Xeplion der Horror waren. 10-15Minuten und ich war fix und fertig, das kann man sich nicht vorstellen als Gesunder. Normal würde ich so den halben Tag oder zumindest Stunden durcharbeiten können, vor der Erkrankung.
    Das mit der Abilify-Kombi hat zumindest die körperliche Arbeit wieder zu einen Entspannungsfaktor bei mir gemacht, da ich wenn ich Zeit habe etwas Holz oder so zu machen und mich ermutigen konnte, dann die Arbeit eher den geistigen Stress(den ich mir mit der Psychose mache) eher abgebaut hat und auch so keine derartige Einschränkung mehr da war.
    Aber eben nur wegen dem Bupropion und weil ich zeitweise das Aripiprazol so weglassen kann und in den Zeiträumen dann kaum Negativsymptome da sind.

    Chris2021 , niemand zwingt dich ein bestimmtes Medikament einzunehmen wenn du das nicht selbst bist. Wie erwähnt kann das wenn überhaupt nur durch einen richterlichen Beschluss dir aufgezwungen werden. Wenn dein Psychiater/in dir ärger macht, dann kann man normal jederzeit den Arzt wechseln oder sich eine 2. Meinung einholen.

    Von den "Dreck" Xeplion kann ich dir nur abraten, denn wenn man diese Hölle einmal durchlaufen hat, dann möchte man das nimmer haben, zumindest ist das bei mir ganz klar der Fall.
    Die Empfohlene Kombi von mir ist hier im Übrigen der einzige Ort wo du da insofern informiert werden kannst, weil die Psychiatrie da wohl gespalten oder anderer Meinung ist, muss man als Erkrankte/r sehen wo man bleibt.

    Wie lange bist du schon krank und ist es bei dir wirklich eine Schizophrenie oder etwas drogeninduziertes? Wie lange nimmst du schon Xeplion und was hattest du vorher für Medikamente alles?

    Der Weg aus der Erkrankung führt meiner Meinung nach nur über einen medikamentösen Weg in die Richtung wie es hier im Forum steht/eingschlagen wird. Bei einer Schizophrenie hat man sonnst keine echte Aussicht das Neuroleptikum ganz absetzen zu können, also man muss sich mit der Situation entweder abfinden oder eben schauen wo man bleibt.

    EM-Rente und so steht vermutlich nur denjenigen zu die einen chronischen Verlauf haben und wo entsprechend ausgeprägte Negativsymptome da sind wo quasi auf dem 1. Arbeitsmarkt fast keine Chance mehr da ist. Dazu solltest du deinen Psychiater befragen und eben den Sozialpsychiatrischen Dienst in deiner Nähe, die sollten dir da weiterhelfen können, weil wir oder ich etwa über Internet kaum sehen kann wie gut oder schlecht es dir geht oder ob es dir zusteht.

    Hier das mit der Medikamenteempfehlung kannst du dir ja ausdrucken und damit zu deinen Arzt gehen wenn du das möchtest, dann hast du ein direktes Feedback ob du das bekommst. Weil wenn man in Vorneherein es nie probiert und gleich alles in den Wind schreibt, wie soll das denn dann besser werden?

    Ich nehme immerhin 10 Jahre diese Medikamente wegen der Psychose ein und noch länger Psychopharmaka. Meine Langzeiterfahrungen sind so das man eben selbst sehen muss wo man bleibt sonnst geht man dran kaputt. Hab die Kurve bekommen aber auch nur weil ich sehr viel herumprobiert habe und dazu den nötigen Erfindergeist habe. Sonnst wäre zumindest für mich da wirklich alles viel schlechter gelaufen.
    Männer haben einen schlechteren Verlauf als Frauen heißt es, also bei Frauen tritt die Erkrankung auch so etwas später als bei Männern auf.

    Jobmäßig hab ich 40 Stunden probiert, das führte nur zur Psychose und das ich den Job immer wieder verloren habe, also wenn man instabil ist oder schlecht eingestellt (was Xeplion in meinen Augen ist), dann sollte man sich umschauen wie man aus dieser Situation herauskommt. Lieber ein paar Gänge runterschalten und dafür genug Zeit haben das die Medikamente stimmen, weil sonnst sehe ich zumindest kein Licht auf Dauer.
    Ich bin zwar Erwerbsgemindert (Arbeitsunfähig) dafür habe ich heute aber ein relativ glückliches Leben und meine Psychose und das ganze voll unter Kontrolle. Anfangs war es wie gesagt die Hölle für mich aber auch für die Angehörigen und so.

  • Hallo Nutztier, danke für Deinen Post! Wirklich sehr interessant!!! Du hast noch alleine in einer Wohnung gewohnt? Wieso bist Du denn nicht in eine (betreute) WG oder zumindest zu einer Tagesklinik gegangen? Ich glaube ich könnte nicht mehr alleine wohnen, weil ich mich zu einsam fühlen würde. Würde mir dann wahrscheinlich was antun... Wie hoch ist denn Deine Erhaltungsdosis? Ich habe nach 3 Jahren mit 100mg ziemlich starke Aufmerksamkeitsprobleme und fühle mich sehr stumpf. Tu mir auch eher schwer beim Lesen, weil mir oft der Faden abreisst. Wie fit fühlst Du Dich denn noch geistig? Habe gelesen, dass man durch die Medikamente „die Sprache verliert“. Bist du noch so gesprächig wie früher bzw kannst Du noch gut mit anderen, wenn Du Mal wen triffst oder tust Du Dir da eher schwer? Danke für Deine Antwort! Lg

  • Admin: Danke für Deinen Post!!! wie lange nimmst Du denn die Neuroleptika schon und in welcher Dosis? Ich nehme seit kurzem Xeplion. Hatte vorher Abilify. Insgesamt jetzt ca 3 Jahre. Das mit meinen Negativsymptomen habe ich in dem Ausmas erst seit ein paar Monaten. Du klingst sehr gut! Fühlst Du Dich geistig noch top fit und nur körperlich schwach? Tust Du Dir schwer neue Leute kennen zu lernen oder ist das unverändert geblieben?

  • Hallo Chris,

    ich war 2 Jahre im betreuten Wohnen, wurde aber zum Selbstzahler da meine private BU Versicherung anfang des zweiten Jahres begann zu zahlen. Dh. die Nachzahlung von etwa 15.000 EU der BU verpuffte förmlich durch Rückzahlung von einem Jahr hartz4 und dann etwa 1700,- Betreuungskosten und Miete im betreuten Wohnen. Da ich zudem auf 450eu basis einen recht unerträglichen job machte, fand ich im betreuten Wohnen nie den Anschluss. Im Grunde saß ich dort zum Schluss nur im Zimmer, ab und zu kam ein Betreuer zum Kaffee trinken, die Mitbewohner waren echt störend zum Teil ziemlich psychotisch.

    Schließlich verließ ich das betr. Wohnen und zog aufs Dorf. 450,- eu job fällt da flach, man zahlt zuviel für zugtickets oder gar Auto sodass sich die Arbeit dann nicht lohnt.

    Geistig war ich bis ca. 2014 noch sehr fit. Das baute dann schnell ab. Wenn ein Freund anrief, redete ich zunehmend weniger, Sprachverarmung ist definitiv eingetreten, liegt aber teils auch an fehlenden Themen. Daher sind mit der Zeit alle Freunde weitestgehend weggefallen.

    Anschluss an die normale Bevölkerung ist als "Rentner" kaum möglich, man wird letzten Endes schon geächtet, selbst im näheren Freundeskreis.

    Hobbies fallen aufgrund Affektverflachung auch weg. Was bleibt ist Netflix und Co.


    An Medikamenten nehme ich nur ein Neuroleptikum, ein Typisches, mit CPZi 50, die Dosis wechselt je nach Befinden. Wichtig finde ich, sowenig wie möglich zu nehmen.

    • Offizieller Beitrag

    Fühlst Du Dich geistig noch top fit und nur körperlich schwach? Tust Du Dir schwer neue Leute kennen zu lernen oder ist das unverändert geblieben?

    Beides ist relativ gut verglichen zu dem was unter Xeplion oder auch Abilify (einzeln) war. Mit den zusätzlichen Antidepressiva insbesondere Bupropion wurde bei mir vieles besser, von daher auch meine Empfehlung dahin. Das wäre dann einfacher mit Abilify(Tabletten) als mit Xeplion einzunehmen wo ich kein Wechselwirkungen kenne.

    An sich bin ich ein zurückgezogener Mensch der weniger stark aufgeschlossen ist, also introvertiert. Zeitweise mit den Medikamenten war Rückzug die einzige Option auch wegen vielen Problemen, aber so würde ich sagen das sich das schon gebessert hat. Geistig fühle ich mich schon halbwegs fit, auch wenn mit mein Gefühl oder Wahrnehmung manchmal einen Streich spielt.

    Den Horror mit Xeplion möchte ich nimmer mitmachen. Abilfiy (Aripiprazol) ist mit ein paar Schwächen besser, die man eben mit den zusätzlichen Antidepressiva gut ausgleichen kann und dann lässt es sich mit sehr wenig Neuroleptika auch gut leben.

    Bei mir sind es jetzt 10 Jahre, die ersten 5 waren aufgrund der schlecht eingestellten Medikamente (ohne Antidepressiva) sehr schwierig. Dann als ich das Bupropion entdeckt habe wurde vieles oder das Meiste kontinuierlich besser.

  • Ja ich glaube auch, dass es wichtig ist, dass man zumindest halbtags arbeitet. Nicht allein wegen dem Geld, sondern wegen dem sozialen Anschluss. Aber ist leichter gesagt als getan, was „sinnvolles“ zu finden ist nicht leicht... Aber ihr beide macht mir Mut, dass alles doch nicht so schlimm ist! Abgesehen von den Negativsymptomen :frowning_face: Dachte man baut geistig so stark ab... Aber an dem anderen kann man ja arbeiten, oder? Ihr scheint ja doch sehr glücklich zu sein. Lg

  • Es gilt die Drittelregel.

    Ein Drittel der Betroffenen hat nach der ersten Psychose nie wieder Probleme, das zweite Drittel hat immer mal wieder Probleme (Schübe), ein Drittel ist quasi schwerstbetroffen.


    Mir geht es jedenfalls besser denn je, muss nicht immer überlegen wie ich über die Runden komme, muss nicht am Essen sparen, und krasse Depression hab ich gerade auch nicht.


    Nach unten hin ist fast immer noch viel Raum: Schizophrenie + Existenzieller Druck + Krebserkrankung wäre zB. sehr, sehr viel schlimmer als Schizophrenie und Rente.

    Es gibt also noch weitaus zermürbendere Szenarien, was allein schon positiv in die Zukunft blicken lässt.

    Mit dem Alter bessert sich die Psyche auch oft. Abwarten ist eine gute Devise.

  • Mein Fall ist vielleicht etwas spezieller weil ich mit 14 die Diagnose Schizophrenie bekam und mittlerweile im Studium bin, die Drittelregel scheint bei mir nicht so wirklich zu greifen aber darum soll es eig nicht gehen.


    Ich nehme seit mehr als 15 Jahren Medikamente, Abilify, Clozapin, Fluanxol, Promethazin, verschiedene Antidepressiva usw usf.


    Der Punkt ist dass ich nach diesen vielen Jahren nur drei Dinge als wirklich hilfreich bemerken kann; eine starke Familie, einen einzigen(!) guten Therapeuten und einen Psychiater der bereit war auf mich zu hören und auf mich eingegangen ist - das war halt echt nur einer in ca. 15 Jahren...


    Als Symptome würde ich höchstens verschiedene Aspekte des Denkens nennen, meine Gedanken reißen ab, ich glaube dass ich überdurchschnittlich oft unkonzentriert bin. Aber wahrscheinlicher ist dass ich schlicht nicht weiß wie es den meisten geht bzw. wie man sich gut um sich selbst kümmert.


    Das ich nicht weiß was durchschnittlich ist kann eher der Fall sein;

    Zum einen bekomme ich das Feedback "normal" zu sein, zum anderen, wie gesagt, ich studiere...


    Ich hoffe das hilft...

  • @AhhOkay Danke für Deine Rückmeldung! Du studierst? Gratuliere! Wie sind denn Deine Noten/schaffst Du es in der Regelstudienzeit? Ich tu mir echt schwer wenn ich ein Buch lesen muss, weil ich mich auch fast nicht konzentrieren kann. Wie gehts Dir denn dabei? Was studierst Du denn? Lg

  • Chris2021 Danke dir für die Gratulation.


    In der Regelstudienzeit werde ich es nicht schaffen, auch weil durch Corona sämtliche Vorlesungen Online sind, dadurch wird das Lernen anstrengender...


    Meine Noten sind ähnlich wie die meiner Kommilitonen... Eine Prüfung habe ich verhauen aber damit liege ich im Durchschnitt, ca. 40 % habe diese Prüfung nicht geschafft. Da ich im Informatikbereich studiere ist das aber nicht ungewöhnlich - etwa 40% der Informatikstudierenden verlassen den Studiengang. Wobei nicht gesagt ist dass alle die Informatik nicht zu ende studieren in irgendeiner Art oder Weise schlecht wären, gibt genug gute Gründe Informatik nicht zu studieren - allgemein nicht zu studieren :smiling_face:


    Lesen ist mittlerweile kein Problem mehr, mit dem Verstehen von Inhalten tue ich mich manchmal etwas schwer. Ich interpretiere oft zu viel in Dinge rein.

    Bspw. habe ich darüber nachgedacht dir einen Tipp zu geben, was du machen kannst aber das war nicht deine Frage...


    Das kostet Zeit die ich eigentlich nicht habe; weswegen ich auch über einen Nachteilsausgleich nachdenke, ich habe auch schon einen Termin dafür...


    Ich versuche die Zeit reinzuholen durch Schnelllesetechniken, das ist ein großer Tipp von mir.

    Schnell zu lesen ist tatsächlich intuitiver, wenn du magst schick ich dir was dazu.

    Dennoch bringt es mir nichts schnell zu lesen wenn ich falsch interpretiere. :grinning_squinting_face:


    P.S. Was mir noch geholfen hat war das "hinschauen" also darüber nachzudenken "Was ist etwas?"

    Wie drücke ich mich aus und wie formulieren andere, allgemein gesagt; über Sprache nachdenken! Die gegenwärtige Genderdebatte bietet einen großartigen Rahmen dafür.

  • AhhOkay bekommst du das Feedback (normal zu sein) auf Nachfrage oder sagen es die Leute von sich frei heraus.

  • Nehme seit 4 Jahren Medikamente dauerhaft ein. Ich habe leichte Nebenwirkungen, mit denen ich aber ganz gut umgehen kann. Unterm Strich bringen die Medis aber nichts, weil man in meinem Fall leider viel zu spät damit angefangen hat. Wenn es bei dir nicht auch schon chronisch ist, würde ich die Medis auf eine Erhaltungsdosis reduzieren.

  • @Jackyboy Das sagen mir die Leute von sich aus.

    Wobei ich auf andere unsicher wirke und diejenigen deswegen vielleicht sagen wie ich wirke. Genau weis ich das nicht...

    Ein paar meiner Kontakte wissen dass ich Schizophren bin und gehen damit um als könnte sie die Schizophrenie nicht verstehen. Ich denke dass Personen die "sowas" nicht erlebt haben, keine Zugang zu diesem Aspekt haben.

    Mein Leben war einige Zeit lang wirklich negativ... so geht es den meisten Leuten nicht und selbst wenn eine Phase erlebt wurde die negativ war, gibt es für die meisten Dinge (vor allem finanzielle Probleme) irgendein Verständnis.

    Also auch im Sinne eines gesellschaftlichen Diskurs: Die Steuer ist so ein Thema, darüber kann man wunderbar streiten und die Steuer ist stets aktuell.

    Nun:

    In meinen dreißig Jahren die ich mittlerweile Lebe habe ich noch niemand sagen hören "Ich tue mir jetzt war gutes damit ich besser mit anderen umgehen kann" oder "Wieso sind so viele Leute gestresst und was kann man deswegen tun?". Das ginge ja schon in die Richtung die es bräuchte um über psychologische Leiden allgemein zu reden...

    Aber ich schweife ab.


    Ich hatte mal ein Gespräch mit jemandem der von meiner Problematik weiß. Er gab mir verständnisvolle Tipps und ich habe ihm Raum gegeben dass er von sich reden konnte... Ich glaube wenn man halbwegs mit sich zufrieden ist und nicht besonders traurig oder schamvoll oder affektlos wirkt, können andere Menschen Zugang finden und dann ist ein Gespräch über das was uns "menschlich" macht, voll okay sogar gewünscht. Manche haben mehr zu sagen manche weniger... darauf kommts aber nicht an...


    Habe ich damit deine Frage beantwortet???