Neuroleptika absetzen

  • Hallo,

    würde gerne Medikamente absetzen. Nehme recht wenig Olanzapin. Einmal hab ich schon versucht es abzusetzen aber nach ein paar Wochen war ich zu unruhig, hatte Stimmungsschwankungen und war sehr impulsiv. Hängt das mit dem "Entzug" zusammen? Normalerweise bin ich nicht so! Wäre es besser, wenn man das Medikament noch viel langsamer und kleinschrittiger ausschleicht? Was habt ihr für Erfahrungen? Gibt es hier Leute die es geschafft haben Medikamente ganz abzusetzen?


    LG Simm

  • Folgende Infos sind IMO notwendig für eine brauchbare Antwort: Wie viele Psychosen hattest du schon und wie lange nimmst du die Medikamente bereits?

    In wieweit macht das einen Unterschied? Sowie ich hier im Forum schon lesen konnte, kommt man nicht mehr weg von den Tabletten, da dann die nächste Psychose vorprogrammiert ist...

  • Hallo Lala,

    ich lebe ohne Medikamente und bin seit nunmehr über 20 Jahren symptomfrei und stabil.

    Davor hörte ich 9 Jahre lang Stimmen und hab Wesen wahrgenommen, die mich gequält haben.

    Neuroleptika haben bei mir nie gewirkt.


    Doch Jesus Christus hat mir da rausgeholfen. Ohne Ihn wäre das nicht möglich gewesen.

    Er hat am Kreuz die Konsequenzen meiner Sünden getragen. Das habe ich im Glauben angenommen

    und Ihn eingeladen, in mein Leben zu kommen und es neu zu machen.

    Seitdem lebe ich in einer Beziehung mit Gott/Jesus Christus und innerhalb dieser Beziehung habe ich den Frieden.


    Es war ein langer und teilweise auch sehr harter und steiniger Weg bis dahin.

    Doch Er hat mich anhand der Bibel gelehrt und ist mit mir hindurchgegangen.


    Ich kann dich nur einladen, dich selbst auf die Suche nach Gott in deinem Leben zu machen.

    Alles Liebe dir und Gottes Segen,


    Seren

  • Ich habe sie abrupt abgesetzt, weil bei mir eh schon alles durcheinander war und Neuroleptika nicht gewirkt haben.

    Aber das empfehle ich natürlich niemandem!


    Es geht nicht um eine bestimmte Kirche, es geht um deine persönliche Hinwendung zu Gott/Jesus Christus.

    Man kann auch nicht einfach Wissen erlernen und das anwenden.

    Es ist eben diese Beziehung, wo Gott/Jesus Christus mit dir einen Weg geht.

    Und wenn es so weit ist, daß du absetzen kannst, dann weißt du es aus der Beziehung zu Gott/Jesus Christus heraus.


    Bei mir war es so, daß ich mehr oder weniger mit nichts als Glaube durch meine Wahrnehmungen hindurchgehen mußte.

    Das kann man aber nicht ad hoc. Da muß schon ein Fundament an Glaube und Beziehung zu Gott/Jesus Christus da sein.

    Es war wirklich sehr hart. Aber letzten Endes hat mir eine Stimme gesagt: "Du hast mir geglaubt, darum geb ich dir den Frieden."

    Und so war es dann auch.


    Über die Zeit, als ich erfahren durfte, daß Jesus Christus wirklich Gottes Sohn und der Messias ist, wie die Bibel bezeugt, daß Er gesagt hat,

    bis zu dem Moment, wo die Stimme gesagt hat, daß sie mir den Frieden gibt, hab ich einen längeren Text verfaßt.

    Wenn du eine (anonymisierte!) E-Mail Adresse hast, kann ich dir das gerne zusenden.


    Wenn du magst, können wir auch eine Konversation starten, wo nur wir beide uns austauschen können.


    Gottes Segen dir und alles Liebe,


    Seren

  • In wieweit macht das einen Unterschied? Sowie ich hier im Forum schon lesen konnte, kommt man nicht mehr weg von den Tabletten, da dann die nächste Psychose vorprogrammiert ist...

    Je mehr Psychosen und je länger die Medikamenteneinnahme desto unwahrscheinlicher wird erfolgreiches absetzen.


    Gibt es hier Leute die es geschafft haben Medikamente ganz abzusetzen?

    Kenne genau einen Fall im Bekanntenkreis. Hat vor über 10 Jahren erfolgreich abgesetzt und hat seit damals ein normales Leben.

  • Hallo,

    ich nehme seit fast vier Jahren keine Medikamente mehr. Vorher hatte ich fünfmal eine Psychose (Diagnose Schizophrenie).

    Nach meiner letzten Psychose habe ich drei Jahre lang 10 mg Aripiprazol täglich genommen.

    Seit ich abgesetzt habe, geht es mir supergut, habe auch keine Schlafstörungen mehr wie vorher mit dem Aripiprazol.

    Ich denke, bei mir hat es diesmal geklappt, weil ich keinen Stress mehr habe: Bin schon lange berentet (vor allem wegen eines Wirbelsäulenleidens), meine Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, und meine Eltern sind schon lange tot (mit ihnen gab es oft Reibereien).

    Außerdem war ich schon 50 Jahre alt, als ich abgesetzt habe, in diesem Alter ist man gelassener und hat eingefahrenere Denkbahnen. Ich habe großen Spaß dabei, Spanisch und Englisch zu üben und Französisch zu lernen.

  • ich nehme seit fast vier Jahren keine Medikamente mehr.

    Vielen Dank für deine Meldung. Das könnte bei einigen hier verloren gegangenen Optimismus zurück bringen.


    Ich habe großen Spaß dabei, Spanisch und Englisch zu üben und Französisch zu lernen.

    Fällt dir das schwer oder hast du ein Talent für? Hatte mich auch mal an einer neuen Fremdsprache versucht, aber mein Gedächtnis ist inzwischen zu einem hochgradigen Vokabeln-nicht-im-Langzeitgedächtnis-haben-woller mutiert.

  • Fällt dir das schwer oder hast du ein Talent für?

    Naja, es fällt mir relativ leicht, denke schon, ich habe etwas Talent für Sprachen. Neu gelernte Vokabeln festige ich, in dem ich mir zur einer Liste von ca. 40 Wörtern ein Blatt voller (deutscher) Sätze schreibe, die die neuen Vokabeln enthalten. Dann über ich eine Woche lang, diese Sätze in die Fremdsprache zu übersetzen. Und dann auch ab und zu mal alle Blätter durchüben. dann merke ich, dass ich auch einige Wörter vergessen habe.

  • Hallo, ich habe ein interessantes Buch gelesen: Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen. Ist im Psychiatrie-Verlag erschienen. Demnach kann man Medikamente reduzieren, vielleicht nicht ganz auf 0, das kommt auf den Einzelfall an. Sie empfehlen ganz kleine Schritte, z.B. immer 10 Prozent der letzten Dosis über einen längeren Zeitraum. Ich hab vor das zu probieren, mal sehen was mein Arzt dazu sagt. Ich bin z.Z. auf 5 mg Olanzapin. Das ist vielleicht nicht viel aber ich fühl mich immer noch gedämpft und das will ich nicht mehr.

  • Hallo,

    würde gerne Medikamente absetzen. Nehme recht wenig Olanzapin. Einmal hab ich schon versucht es abzusetzen aber nach ein paar Wochen war ich zu unruhig, hatte Stimmungsschwankungen und war sehr impulsiv. Hängt das mit dem "Entzug" zusammen? Normalerweise bin ich nicht so! Wäre es besser, wenn man das Medikament noch viel langsamer und kleinschrittiger ausschleicht? Was habt ihr für Erfahrungen? Gibt es hier Leute die es geschafft haben Medikamente ganz abzusetzen?


    LG Simm

    Simm, wieviel ist recht wenig Olanzapin?

  • Hallo,


    ich bin seit Dezember Medikamentenfrei.

    Habe 5 Jahre Neuroleptika eingenommen, Quietiapin, Risperidal und zuletzt Cariprazin. Meine maximale Dosis war 300mg, für längere Zeit war ich bei 200mg. In Absprache mit meiner Ärztin bin ich im September auf 1.5mg gegangen, den letzten Schritt auf Null zu gehen, habe ich dann Ende letztes Jahr alleine gemacht. Bisher geht es mit gut, ich war sehr müde die ersten zwei Wochen, aber keine Stimmen oder manischen Gefühle. Ich habe das Gefühl besser oder konzentrierter denken zu können. Aber ich empfehle auf jeden Fall ein langsames Absetzen, ich habe mir 2 Jahre Zeit dafür gelassen. Ich wünsche jedem der solche Medikamente nehmen muss und dadurch beeinträchtigt ist, die Kraft und Möglichkeit diese irgendwann absetzen zu können.

  • Lala

    ich hatte zwei durch chemische Drogen initiierte Psychosen. Stimmen habe ich nach dem zweiten Aufenthalt nicht mehr gehört, zu dem Zeitpunkt Risperidal 300mg. Ich hatte danach noch 3 Klinikaufenthalte, ob es wirklich weitere Psychosen waren, oder ich in gewissen Situationen sehr emotional überreagiert habe (weil man als einmal kranker Mensch nicht unbedingt ernst genommen wird) ist schwer zu sagen. Die Medikamente haben doch sehr viel am klaren Denkvermögen gedämpft in der Zeit.

    Was nimmst du für Medikamente und wie kommst du damit zurecht?

  • Pistache ich nehme abilify 10 mg und bin nervös und kann mich schlecht konzentrieren. Ich hatte zwei Episoden, aber nicht mit Drogen. Nach den beiden Episoden war i ch wieder ganz klar, wobei ich jetzt nicht weiß, ob die Tabletten die konzentrationsstlrungen machen oder die Krankheit. Stimmen habe ich nicht gehört sondern nur Dinge gesehen, die nicht da waren.