Drogenpsychose oder nun doch Schizophrenie

  • Hallo,


    ich hatte vor 1,5 Jahren eine Drogenpsychose (Psilocybin + Stimulanzien).

    Danach wurde ich auf Risperidon eingestellt.

    Die letzten 5 Monate lag die Dosis bei 0,5-0,0mg.


    Ich hatte keine psychotischen Symptome.

    Dann fing ich an zu arbeiten. Es war leichte Arbeit. Ich hatte ab und zu Angstzustände. Mir viele seltsame Dinge auf, wie z.B. mein Vorgesetzter, der an mir vorbeiging und sagte „damals hatte er keine Angst, jetzt hat er Angst“ oder der Chef der plötzlich mit seinem Hund reinkam und diesen von der Leine losband. Dann band er ihn wieder an und lachte.


    Bei einer anderen Arbeit viel mir auf, dass ein Arbeitskollege mir sagte als ich am arbeiten war „du bist gut, ich gebe dir ein Geschenk, Gift“. Darüber hinaus dachte ich dann in der Nachtschicht, dass ich bedroht werde und mir meine Mitarbeiter etwas antun wollen. Ich empfand viele Deja Vu Momente, als ob ich etwas schonmal erlebt oder geträumt habe und dieses Erlebnis jetzt im Moment zu 90% genauso Eintritt.


    Zusammengefasst hatte ich Wahnvorstellungen, wahrscheinlich auch Halluzinationen in der Nachtschicht.

    Bei normaler (also Früh-u. Spätschicht) Arbeit, Angstzustände.


    Der Inhalt war ähnlich zu meiner ersten Psychose, allerdings war das im Vergleich eher eine Minipsychose, da diese sofort nachließ, sobald ich den Schlaf nachholte. Die Akutphase dauerte also einen halben Tag.


    Aktuell nehme ich immer noch 0,5mg Risperidon und werde es durch Abilify tauschen lassen, falls ich in die Psychiatrie muss.


    Spricht das erlebte, nun eher für Schizophrenie, da ich anscheinend trotz Abstinenz von Drogen, in stressigen Situationen immer noch psychotisch werde? Oder kann das ebenso noch von der Drogeninduzierten Psychose stammen. Ansonsten habe ich aktuell keine Negativsymptome. Die einzigsten Negativsymptome waren bei mir die Nebenwirkungen vom Risperidon.

  • Das wahrscheinlichste wird sein, dass anfangs Drogen die Psychose aus der Latenz gehoben haben, diese versteckt vorhandene Schizophrenie aber jetzt in Stressmomenten hochkommt (wenig Schlaf, neue Kollegen).

    Was dafür massiv spricht sind wie du sagst, jene déja-vu Empfindungen, und auch das auf-sich-beziehen zufälliger Äußerungen, die aber nur fehlinterpretiert werden.

    zB. mit Gift, könnte einfach ein tumbes Wortspiel gewesen sein, derjenige fand es eventuell lustig, dass Gift im Englischen Geschenk heißt und wollte nur herumalbern, oder er war der Deutschen Sprache nicht mächtig und wiederholte das Wort nochmal auf Englisch.

    Solche Erklärungen wird es für jede dieser Äußerungen geben, und dass du diese aus dem Zusammenhang reißt und auf dich beziehst geht ins paranoid wahnhafte.


    Positiv ist dabei, dass du während der Minipsychose noch recht bewusst bleibst, dazu die sehr kurze Dauer, und die sehr geringe Medikation.


    Was ich machen würde ist ein wenig höher dosieren oder wie du sagst, wechseln, aber da auch nicht unbedingt hohe Dosis nehmen wie 30mg von dem Aripiprazol, sondern niedrig anfangen und mal gucken.

    Aripiprazol hat halt nicht so die dämpfende Wirkung wie Risperidon und gewisse Symptome wie Ideenflut und Aggressionen konnte es bei mir zumindest kaum eindämmen.

    Ansonsten Stress und Nachtschichten aus dem Weg gehen, und wenn keine Negativsymptomatik auftritt wäre so ein recht normales Leben sehr gut möglich.

  • Keine Ahnung, sobald du mehr als drei Joints im Leben geraucht hast, sagen dir wohl bei deinen Symptomen die meisten Ärzte "drogeninduzierte Psychose" und das ohne auch nur den geringsten Dreck aus deinem Leben zu hinterfragen.


    Meiner Meinung wäre selbst der größte Pilz Horrortrip nach 1,5 Wochen wahrscheinlich verflogen.


    Ich habe keine Ahnung von Euren ganzen Medis, die habe ich mal zwei drei Monate probiert um die Stimmen loszuwerden, danach bin ich lieber auf die Stimmen klargekommen anstatt Träge und Fett zu werden... aber ich würde versuchen ohne zu Leben und mach dir evtl. klar, dass du Stimmen hörst und die Menschen dir diese Dinge nicht wirklich sagen, sondern etwas anderes das Ihre Klangfarbe imitiert und dir Angst machen will. Wenn du es schaffst die Stimmen zu ignorieren und die Ängste die Sie dir verpassen wollen und welche sehr wahrscheinlich Brutal zu Dir passen, schnell abzulegen, wird es vielleicht besser.


    Denk daran, dass sind alles nur Worte. Glück ist schon, keine Schmerzen zu haben, also sei glücklich, wenn es dein Leben irgendwie zulässt.


    Ansonsten bist du In meinen Augen eindeutig Schizophren und schreibst zu gut um als Drogenwrack durchzugehen :)

  • Hallo Psylofinil,


    es gibt in der Psychologie den Begriff "Hochsensible Personen (HSP)". Das ist keine Diagnose, da nur eine Variante!

    Diese Menschen sind feinfühliger und nehmen mehr Reize aus ihrer Umgebung wahr.

    Wenn diese Menschen einen guten Umgang mit sich pflegen, also sich nicht zu vielen Reizen aussetzen, können sie gut leben.

    Wenn sie das nicht tun, kann sich daraus eine psychische Störung entwickeln.


    Ob man es nun Schizophrenie oder HSP oder sonstwie nennt, wichtig ist doch, daß du mit deiner jeweiligen Situation gut zurechtkommst.

    Du scheinst schon Skills zu haben, denn sonst hättest du einfach hochdosiert und abgewartet, bis es vorbei ist.

    - auf guten Schlaf achten

    - Reizabschirmung wenn möglich

    - logisch prüfen ob das Gehörte wirklich stimmen kann oder schon in Richtung Wahn abgleitet, evtl. Aufmerksamkeit abziehen ...

    All das und noch anderes trägt dazu bei, daß du stabil wirst und bleibst.


    Mir persönlich hat Jesus Christus geholfen und tut es noch, daß ich seit 20 Jahren ohne Medikamente leben kann und stabil bleibe.

    Wenn du magst, können wir uns gerne darüber austauschen.


    Alles Liebe dir und Gottes Segen auf den Weg,


    Seren


    PS.: Du kannst das schaffen, da bin ich mir ganz sicher!