Wie soll ich mich als Angehörige bei Wahn verhalten?

  • Hmm schwierig.. Ich sehe es auch so wie die anderen, dass er eine Gefahr für dich darstellt. Für dich wäre es am besten, wenn er in die Klinik kommt.

    Ich zitiere dich mal:


    "er hätte ein zweites Gesicht, dieses Gesicht hat sogar einen eigenen Namen, er könne es mir nur nicht zeigen, das wäre Gefährlich für uns.

    Er ist eigentlich überhaupt nicht gewalttätig aber droht mir jetzt regelmäßig, dass ich in sieben Monaten meine Strafe bekomme, wenn erstmal die Kinder da sind. Ob ich mit ihm zusammen sterben will... Oder das er mich mit Feuer bekämpfen wird, da ich ja der Teufel bin."


    Das ist richtig, dass eine Person gegen ihren Willen nur bei Eigen -oder Fremdgefährdung eingewiesen werden kann. Ich bin mir eig recht sicher, dass die Polizei ihn in die Klinik gebracht hätte, wenn du sie an diesem Tag, als die Äußerungen gefallen sind, angerufen hättest

    Später müssen dann die Ärzte bzw der Richter über die weitere Unterbringung entscheiden. Und meistens gehen die auf Nummer sicher, sodass er dann erstmal eine längere Zeit in der Klinik bleiben würde.


    Ob das für ihn das beste ich.. Das weiß man nicht. So eine Einweisung führt natürlich zu akutem Stress und kann ein neues Trauma bewirken. Für ihn wäre es wohl am besten, wenn er die Medikamente ambulant einnehmen und in seiner vertrauten Umgebung bleiben könnte. Aber wenn er es nicht macht? Schwierig.


    Ja, wenn du den Kontakt ganz abbrichst, könnte es auch eskalieren.


    Also ich könnte keine einzige Minute mehr ohne Angst mit ihm verbringen. Was ist, wenn ihm eine Stimme ins Ohr flüstert, dass er dich umbringen soll und dass dann sein Leid ein Ende nimmt? So war das auch bei meinem Vater. Und es geht ja schon in diese Richtung bei ihm.


    Mir fällt gerade ein. Vllt könnt ihr zu einem Psychiater gehen, der seine Muttersprache spricht? Das könnte zusätzliches Vertrauen schaffen. Vllt zieht er es dann mit den Medikamenten durch.

  • Apfelschorle hallo, als es einmal eskaliert ist, habe ich die Polizei und den Notarzt gerufen, bis die aber ankamen, hatte er sich beruhigt und hat ganz normal mit den Polizisten geredet, die haben ihm geglaubt und nur nett gebeten, meine Wohnung zu verlassen. Haben mich leider überhaupt nicht ernst genommen.

    Ich versuche so gut es geht, denn Kontakt abzubrechen, leider taucht er immer wieder hier auf. Falls es zu einer Situation kommt, die ich nicht will, würde ich auch diesmal direkt die Polizei rufen und hoffe, dass diesmal die kompetenter sind als beim letzten Mal.

    Das mit dem Arzt, der die Muttersprache spricht, hatte ich auch schon überlegt, leider gibt es hier in der Gegend kaum Ärzte, oder diese sind total voll und die Wartezeit ist zu lange. Ist sehr ärgerlich.

    Darum bleibe ich jetzt erstmal auf Abstand bis die Tagesklinik sich meldet und dann setze ich mich mit dem Betreuer in Kontakt um mit ihm zu besprechen, wie wir vorgehen sollen um ihn zu motivieren da auch ohne mich hinzugehen.

    Ehrlich gesagt, mavht mich das alles sehr traurig, wie es abläuft, dass es soweit kommen musste. Ich versteh immernoch nicht, wieso sein Hass mich trifft, obwohl ich ihn zwei Monate so versucht habe ihm zu helfen. Das ist sehr Frustrierend.

  • oje wie ärgerlich. Da haben die Polizisten es wohl nicht als akute Gefahr gewertet. Genau, scheu dich nicht davor, nochmal die Polizei anzurufen, wenn er dir so etwas sagt. Vllt wird die Situation dann anders eingeschätzt. Würde dann an deiner Stelle, wenn die Polizisten kommen, darum bitten, sich unter vier Augen mit einem der Beamten unterhalten zu können und dann alles in Ruhe schildern, auch was schon im Vorfeld gewesen ist.


    Es hat nichts mit dir persönlich zu tun, dass er jetzt so auf dich reagiert. Er hat eine verzerrte Wahrnehmung. Vllt gab es eine völlig belanglose und für dich unbedeutende Situation, die er verzerrt wahrgenommen, fehlinterpretiert hat und dadurch etwas Vertrauen in dich verloren hat. Vllt gab es so eine Situation noch nicht mal, und er brütet seine Erfahrungen, Ängste und alles, was er nicht verarbeiten konnte einfach aus und du bist jetzt stellvertretend für all die anderen Auslöser der Gegner. Also mache dir nicht so viele Gedanken darum, du wirst es sowieso nicht erfahren können. Er selbst sollte sich Gedanken machen und alles aufarbeiten, wenn er soweit ist. Ich hoffe, dass du gut auf dich aufpasst und für seelischen Frieden in dir sorgst, vllt mit einer Meditation oder einer Entspannungsübung, oder Sport, oder was auch immer dir gut tut

  • Hallo Apfelschorle, deine Worte helfen mir sehr damit umzugehen.

    Wie es momentan ausschaut, wird er nicht mehr auftauchen, er hat mir eben eine Nachricht geschrieben und gesagt, dass er mich jetzt in Ruhe lassen wird und er mir noch ein schönes Leben wünscht, er möchte mich nicht weiter stören und will mir auch keine Angst mehr machen.


    Ja, ich habe schon selber gemerkt, dass mich das extrem mitgenommen hat, emotional, und durch meine Arbeit bin ich mit Entspannungsübungen vertraut und wende die im Moment selber an mir an und das hilft mir sehr gut. Und hoffe ich erhole mich schnell.

    Vielen Dank für deine lieben Worte das hat mir wirklich sehr geholfen.

    Ich wünsche dir auch das beste der Welt.

  • Walktheline ,
    hier findest du sehr gute Medikamente die helfen sollten:
    Medikamenteempfehlung Psychose

    Das Problem ist das man mit den üblichen Standardbehandlungen meist weniger gesund wird und einen schlechten Krankheitsverlauf hat. Von daher ganz wichtig sich da umstellen zu lassen.

    Aripiprazol ist ein relativ neues Neuroleptikum was auch in kleinen Dosierungen wie 5mg schon recht gut wirkt auch gegen Wahn und so.
    Die Antidepressiva vor allem das Bupropion sind zusätzlich sehr wichtig (Bupropion, Citalopram, Trimipramin-Tropfen)

    Wenn jemand ganz Akut ist, dann kommst du gegen seine Argumentation kaum an, dann würde ihn das wohl auch noch zusätzlich Aggressiv machen wenn du ihn zu sehr Kontra gibst, aber es ist schon wichtig ihn zu sagen wenn er wo wirklich falsch dran ist. Bei unklaren Dingen ist es auch wichtig das eben diese anderen Sichtweisen den Kranken aufgezeigt wird also dinge die seinen Wahn abschwächen könnten, aber das kann langwierig sein also man sollte da keine direkten Erfolge erwarten.
    Letztendlich ist bei starken Wahn eben das mit den Medikamenten erstmal das wichtigste um in einen Bereich zu kommen wo man wieder mit sich reden lässt und etwas Distanz zum Wahnhaften bekommt.

    Bekommt dein Freund eine Erwerbsminderungs-Rente oder so? Auch so etwas kann entlastend sein wenn einen der Beruf und alles zuviel wird. Das beschäftigen mit den Wahnhaften Dingen kann auch helfen diese Dinge besser zu verstehen und später dann ohne Wahn und Angst da ranzugehen, also Informationen und das hineinarbeiten in diese Themen indem man von allen Perspektiven drauf schaut kann auch helfen.
    Eben wichtig ist das der Betroffene da wieder Abstand gewinnen kann und bei einer Psychose braucht man Medikamente schon längere Zeit.
    Die Empfehlung oben ist sehr gut verträglich und kommt auf längere Sicht mit wenig Neuroleptika aus, die Antidepressiva helfen auch gegen Negativsymptome wie Motivationslosigkeit, Konzentrationsprobleme oder Müdigkeit.

  • Beitrag von Thomasertl ()

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