Neue Stimme trotz Medikamente

  • hallo an alle,


    Leider geht es mir trotz Medikamente immer noch nicht besser. Ich nehme zurzeit Aripripazol 20mg und Seroquel 100mg.

    Vorgestern ist eine neue Stimme aufgetaucht. Sie ist hartnäckiger und böser als die anderen. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Seit über 4 Wochen nehme ich die Medikamente nun wieder durchgängig.


    Ich habe Angst dass es nie besser wird. Parallel ist auch der Verfolgungswahn wieder aufgetaucht und das Gefühl Teil eines Experiments zu sein.


    Habt ihr Ratschläge?

  • Rede mal mit deinem Arzt darüber das deine Medis nicht den gewünscht Effekt erzielen, er kann dir sagen was zu tun ist.

    Sind diese Stimmen denn ständig da oder nur bei gewissen Situationen, z.B. bei Stress oder Angstgefühlen.

  • Mir hat Jesus Christus, wie Er in der Bibel bezeugt ist, geholfen, sie loszuwerden.

    Ich lebe in einer täglichen Beziehung zu Gott/Jesus Christus und stehe in Gebet und Bibellese.
    Wie in der Bibel an einigen Stellen bezeugt, hat Er die bösen Geister, die das an mir getan haben, von mir rausgeholt und mich abgeschirmt.

    Diesen August hatte ich mein Jubiläum - 20 Jahre Frieden, nach 9 Jahren ärgsten Quälereien davor.


    Gottes Segen dir, liebes Bärchen, und daß du dich auf den Weg zu Gott hin machst,

    Seren

  • Ist schon sehr viel was du da einnimmst aber ist eben auch bei Stimmenhörern wohl etwas anderes als bei anderen Psychosen ohne Stimmen.

    Bei mir war es mehr wahnhaft und leichte optische Halluzinationen und ich hatte nur 5mg Aripiprazol was bei mir hochwirksam war besser als andere NLs etwa Risperidon in hoher Dosis.

    20mg Aripiprazol ist schon sehr viel. 15mg wäre ja so die Mitte und 30mg das Maximum.

    Gut Seroquel 100mg ist relativ wenig also mehr so zum schlafen.


    Also ich kann mir nur vorstellen das Stimmen etwas hartnäckiger sind und vielleicht eben das Aripiprazol da Restsymptome haben könnte auch wenn es auch bei Stimmen gut wirksam sein soll.

    Hattest du schon mal andere Neuroleptika als das Aripiprazol und wie ging es dir mit anderen Medikamenten? Wurdest du schon mal in der Klinik etwa mit typischen Neuroleptika behandelt die meist nur Akut eingesetzt werden sollten(etwa Haldol oder Fluanxol)?

    Mein Ratschlag wäre zum Aripiprazol mal Bupropion (SNDRI Antidepressiva) auszuprobieren, das Bupropion ist recht gut verträglich und kann gegen Restsymptome und Unruhe helfen. Wäre denke ich kein all zu großer Aufwand das zusätzlich mal zu probieren. Aripiprazol 20mg ist finde ich auch viel, also ich würde eher mit der Dosis runtergehen aber wenn du keine schlimmen Nebenwirkungen hast ist das ja auch ok.
    Wäre vielleicht aber interessant eben ob du bei 10 oder 15mg Aripiprazol dann mehr Stimmen hättest oder gleichbleibend. Hast du vielleicht schon mal weniger probiert und wie waren da die Symptome?

  • Maggi Ja ich hatte schon 10 und 15mg Aripripazol und die Stimmen waren da noch lauter und die restlichen Symptome stärker. Haldol habe ich vor einem halben Jahr mal bekommen, hab es aber gar nicht vertragen. Amilsuprid hat gut gewirkt, allerdings waren die Nebenwiekungen nicht mehr tragbar. Auf Risperidon habe ich allergisch reagiert.


    Leider kamen jetzt auch die restlichen Symptome (Verfolgungswahn, Panik, Gefühl in einer Truman Show zu sein) wieder. Ich kann es mir nicht erklären warum. Mein Arzt auch nicht. Möglicherweise liegt es daran, dass ich mich zurzeit sehr verletzlich und einsam fühle. Ich habe eigentlich niemanden mehr zum reden. Bei Einsamkeit sind die Stimmen immer etwas lauter. Trotzdem kann ich mir das momentan nicht erklären. Es macht mir riesige Angst.

  • Ok, dann probiere am besten mal das Bupropion zusätzlich wenn das geht oder hast du das schon mal probiert?

    Also zum Aripiprazol dann Bupropion erstmal 150 später dann 300mg. Das kann sich gut ergänzen vielleicht wird die Wirkung besser.

    Musst du eben schauen wie sich das bei dir verträgt.

    Aus welchen Grund nimmst du Seroquel zusätzlich ein? Eventuell lässt sich darauf verzichten falls du keine Schlafstörungen oder so hast.

    Ok hast du gar keinen zum reden oder kannst du vielleicht an deiner Situation etwas ändern das du eine oder mehrere Bezugspersonen hast mit der du öfters mal reden kannst und so? Gut gegen Einsamkeit hilft eventuell auch ein Freund oder Freunde. Woran liegt es das du da grade so vereinsamt bist, wegen der Erkrankung und so oder fällt es dir so schwer auch unter die Leute zu gehen, bist du schnell erschöpft und so. Arbeitest du zusätzlich etwas, also wieviele Stunden in der Woche etwa?

  • Ich habe ein ähnliches Problem wie du. Ich bekomme die Stimmen auch noch nicht weg unter hochdosierten Medikamenten. Ich weiß auch nur das ich etwas geduldiger sein muss. Ich würde das immer gleich innerhalb ein zwei Wochen erledigt haben wollen. Früher ging’s tatsächlich auch wirklich schneller da haben die Medikamente schneller angeschlagen. Z.t hab ich die Medikamente auch intravenös in den Kliniken bekommen aber da aber auch wirklich gleich sehr hoch und von den Nebenwirkungen ganz zu schweigen. Ambulant ist man da auch vorsichtiger.

    Wie lange hast du das Problem mit den Stimmen schon wenn ich fragen darf?

  • Energielos Ich habe die Stimmen jetzt seit einem Jahr am Stück ohne Unterbrechung. Vor einem Jahr sind sie auch erstmals aufgetreten.


    Maggi

    Seroquel brauche ich leider wegen dem Schlaf. Ohne geht es gar nicht. Elontril hatte ich vorher genommen, das escitalopram wirkt bei mir aber besser.

    Ich habe einen guten Freund aber der hat momentan kaum Zeit und ist durch seinen Job sehr kaputt. Da schreiben wir auch kaum mehr. Ansonsten bin ich noch in Elternzeit und arbeite noch nicht.

  • Möglicherweise liegt es daran, dass ich mich zurzeit sehr verletzlich und einsam fühle. Ich habe eigentlich niemanden mehr zum reden. Bei Einsamkeit sind die Stimmen immer etwas lauter. Trotzdem kann ich mir das momentan nicht erklären. Es macht mir riesige Angst.

    Wenn ich auch längere Zeit alleine bin, beschäftige ich mich umso mehr mit meiner Angststörung und sie wird dann immer stärker, mich abzulenken hilft dann da sehr viel.

    Hast du irgendwelche Hobbys denen du nachgehen kannst, etwas was dir Spaß macht und dich ablenkt?

    Wie ist es eigentlich wenn du Musik hörst, hörst du die Stimmen dann auch oder werden die übertönt?


    Ansonsten vielleicht mal versuchen eine Beziehung anzustreben, das kann sehr helfen und unterstützend sein.

    Ich bin aber davon überzeugt das du die Stimmen in nicht all zu lange Zeit wieder los wirst und dann geht es wieder voran.

  • Guten Morgen an euch

    Die Stimmen sind jetzt mit erhöhter Dosis leiser geworden. Allerdings sind seit gestern andere Symptome da. Das Gefühl von Aussichtslosigkeit ist stark, ich weine viel, habe kaum Kraft. Ich habe Angst dass es nie besser wird und weiß nicht wie ich aus dem Loch wieder herauskommen soll.

    Arbeitstechnisch kann ich nicht in meinen alten Job zurückkehren. Mein Arzt hat mir eine Werkstatt empfohlen, dort gehe ich nächste Woche zur Besichtigung. Es fühlt sich überhaupt nicht befriedigend an.

  • Sorry dass ich nochmal hier schreibe, aber muss da mal meine Erfahrungen schildern.


    Nach den Psychosen hatte ich oft die selbe Freudlosigkeit, war unfähig positive Emotionen zu fühlen. Das lag teils an den Medikamenten, aber auch an der Depression nach der Psychose.


    Mit der Zeit besserte es sich jedesmal, zwar langsam, aber stetig. Zur Zeit genieße ich wieder Serien gucken und Computerspielen. Das war nach den Psychosen überhaupt nicht möglich.


    Selbst Monate nach der Psychose war ich unfähig, auch nur eine Seite im Buch zu lesen obwohl ich früher eine Leseratte war.


    Der heilende Faktor ist hier Zeit.

    Zeit ohne Psychose.

    Zeit, die man gerne auch die Medikamente zur Ruhigstellung nutzen kann.

    Die Hoffnung, dass es sich bessert sollte man nicht aufgeben, es bessert sich mit der Zeit.

  • Nutztier Danke für deine Erfahrung!

    Mir macht das alles noch sehr viel Angst. Seit einem Jahr bin ich fast durchgängig psychotisch gewesen im Wechsel mit der Depression. Ich wünsche mir so sehr mal eine normale Phase ohne Symptome. Ich möchte nicht dauernd mal psychotisch oder mal depressiv sein...

  • Baerchen ich kann deine Sorgen gut nachvollziehen. Genau diese Zeilen die du uns hier niedergeschrieben hast musst du auch deinem Arzt mitteilen falls du es noch nicht gemacht hast.

    Ich fühle zur Zeit genauso. Ist eine sehr schwierige Zeit. Bei mir ist es nur so das die akute Psychose überstanden ist und ich einfach auch die Nachwehen habe. Leider gehen die oft nicht so schnell vorbei. Aber die Hoffnung darfst nicht verlieren. Vielleicht kannst du in ein paar Wochen wieder um diese Zeit Lächeln.

    Mir ging es vor ein paar Jahren schon so.

    Versuche die nicht wegen der Arbeit oder ähnliches zu belasten. Konzentriere dich aufs gesund werden.

    Ich wurde wegen der Erkrankung sehr früh berentet. Ich gehe daher nur noch auf 450€ Arbeiten. Zumindest in der Zeit als es mir gut ging.

    Ich hoffe für dich das du es bald überstanden hast. Versuche das beste draus zu machen.

  • Baerchen

    Ich war krank geschrieben und dann ging das irgendwann fast nicht mehr da ich schon zu lange krank war. Die Krankenkasse und die Ärzte zusammen haben das irgendwie für mich geregelt. Ich musste da nur noch in eine Reha Klinik glaub wegen dem Gutachten. Nach der Reha ging’s schnell und ich war berentet. Das hab ich alles nicht wirklich mitbekommen in der Zeit ging es mir nicht so gut und ich habe das tatsächlich alles nur unterschrieben. Ich hab bis zur Rente irgendein Überbrückungsgeld bekommen und das wars. Das ging dann glaub erst für 2 Jahre und wurde dann nochmal kontrolliert. Da musste ich dann nur zu einem Gutachterarzt zusätzlich. Aber das war alles harmlos.

    Ich bin sehr froh das mir das alles erspart wurde. Immer die Sorgen zusätzlich ums Einkommen usw...