Keine Neuroleptika mehr!?

  • Hallo zusammen,


    Ich bin Neu hier. Ich habe vor zwei Jahren meine erste Psychose gehabt. Ich habe gedacht dass es ein Weltweites System gibt, in das ich mich beweißen muss um mit mitwirken zu können. Ich habe gedacht das alle Menschen von diesem System bescheid wissen und mit involviert sind, bloß ich war noch außen vor. Ich dachte die Menschen testen mich, damit ich mich immer besser entwickeln kann und eines Tages mit in das System einsteigen kann. Natürlich war es pur Stress für mich weil ich mich immer beobachtet und getestet gefühlt habe, anderseits war ich auch sehr motiviert und euphorisch, weil ich dachte eines Tages werden die mich eintreten lassen.

    Seit einem Jahr bekomme ich nun Medikamente und ich bin genesen. Ich sehne mich sehr an die Zeit zurück wie ich früher war, voller Hoffnung, Euphorie, Interessen.

    Jetzt bin ich genau das Gegenteil davon.

    Mit der Ärztin habe ich auch schon mein Neuroleptika reduziert, dann kamen aber die paranoiden Gedanken zurück. Ich habe dann eigenmächtig wieder erhöht.

    Gibt es eine Möglichkeit die Medikamente abzusetzen und dann mit diesen Wahnvorstellungen zurecht zukommen?

  • Leo1: Was für eine Art von Psychose hattest du denn gehabt? Schizophrene Psychose und paranoide Schizophrenie? Hast du auch wenig Energie und eher getrübte/negative Gefühle? Weil du geschrieben hast, dass ist nicht das gleiche wie früher;-)..Mir wurde nach der Psychose mitgeteilt, ich soll über 2 Jahre lang Medikamente nehmen. Wie war es bei dir? Was wurde dir gesagt?

  • Ich habe eine paranoide Schizophrenie und ich glaube bei mir ist sie chronisch.

    Wie ich früher war und wie ich jetzt bin, kann man nicht vergleichen. ich habe jetzt weniger Gefühle und Empfindungen.

    Mir wurde gesagt das man nach seiner ersten Psychose eins bis drei Jahre seine Medikamente nehmen muss. Aber bei mir wurde es reduziert wegen den anderen krassen Nebenwirkungen ( Steifigkeit in den Beinen, zu schlechte Blutwerte, zu hoher CK Wert, zu lange schlafen, ganze Zeit Appetit ).

    Wie gehst du mit dieser Negativsymptome um? Und hast du es schon mal ohne Neuroleptika versucht?

  • Leo1: Warum denkst du, dass die Schizophrenie bei dir chronisch ist? Ich habe auch weniger positiver Gefühle und Energie, Beinsteifigkeit (kann mich kaum bewegen, die Beine sind so schwer) und ausserdem noch negative Gefühle (Freudlosigkeit) und keine Energie..Ich reduziere meine Aktivitäten auf ein Minimum, wenn die Negativsymptome mit zu viel werden. Dann liege ich nur noch im Bett und schaue Filme. Eine andere Lösung habe ich nicht. Muss bald wieder arbeiten gehen, mir graust es davor, obwohl es auf den ersten Blick zumindest kein anstrengender Job zu sein scheint (nur E-Mails schreiben und so). Sowas musste uch auch erstmal finden.

  • blueberry : Ich denke das es bei mir chronisch ist, weil als meine Medikamente reduziert wurden,habe ich wieder einen Anflug von Paranoia gehabt. Das mit den Beinen ist echt blöd, aber mit einen Bürojob stört es zumindest nicht so sehr. Ich arbeite momentan in einer Werkstatt. Werde auch bald von drei auf sechs Stunden erhöhen. Das mit acht Stunden wäre für mich jetzt zu viel. Ich hatte neulich ein Probetag beim Müller gehabt, da musste ich fünf Stunden fast am Stück arbeiten. Das war echt herausfordernd. So entschied ich mich erstmal für die Werkstatt um dort mich noch besser auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Ich habe dort auch viele Gleichgesinnte wie mich gefunden.

  • Also Gefühle und Empfindungen werden durch die Psychose nicht beeinträchtigt.

    Ich hatte bisher 2 Psychosen.


    Wahnvorstellungen hatte ich eigentlich gar nicht, das alles hatte einen echten Hintergrund, den nur so gut wie alle
    nicht sehen können und wenn dann kann jeder nur einzelne Sachen. Einer kann Hellsehen, ein anderer Hellfühlen ein anderer Hellhören.


    Und habe so gut es ging mit der Psychose gekämpft, kurz bevors nicht mehr ging, nahm ich dann immer so wenig wie möglich Medis 😬


    Das was du geglaubt hast dass alle Leute von dir Bescheid wissen das stimmt ja. Also unterbewusst wissen die Leute auch viel mehr über dich. Aber halt eben nicht im Oberbewusstsein, das was für uns sichtbar ist.
    Zum Glück gibt es keine Drogen die da eingreifen können. Das regelt das Göttliche in uns. Genau so wie alles was auf der Erde passiert gespeichert wird, warum manche glauben sie werden gefilmt, was ja stimmt, nur die meisten bemerken es nicht, bzw. sollen es auch nicht wissen.


    Es gibt da ja sogar ein Buch über Medikamente absetzen von Peter Lehmann?
    Bei manchen kommt nach dem Absetzen die Psychose wieder hoch. Bei anderen angeblich nicht (Quetiapin)

    Auf jeden Fall kann man eine Psychose sehr wohl auch ohne bzw mit relativ wenig Medikamente (Je nachdem was man für ein Mensch ist, die Menschen sind ja so unterschiedlich...)

    Es ist halt ein Alptraum, aber interessante Erlebnisse kann man auch erfahren.

    Man entwickelt sich damit auf jeden Fall in eine andere Richtung. Ein junger Doktor meinte mal zu mir dass ich dann eher ein Aussenseiter werde. Aber was passiert ist dass mich mein Freundeskreis eher verändert.

    Nach der ersten Psychose war ich sowas von tot. Und nach der zweiten ging’s besser aber meinGedächtnis ist mittlerweile etwas schlechter geworden. Aber es passt schon. Hat ja auch Vorteile wenn man sich nicht mehr an unwichtige Dinge erinnert. Man kann sich völlig auf eine Sache konzentrieren und braucht nicht mehr ständig an das Elend erinnern dass ständig um uns herum passiert.

    Ich bin echt froh und stolz dass ich es so gemacht habe und von den Medis weg bin, besonders wenn ich an die Nebenwirkungen denke. Stolz deshalb weil ich echt viel ausgehalten hab.


    Klar könnte ich jetzt Neuroleptikas oder Antipsychotikas oder Psychopharmakas oder wie du sie nennen willst, nehmen, aber die Nebenwirkungen sind bei mir teilweise sowas von heftig gewesen, dass ich zur Meinung gekommen bin, dass man diese Krankheit einfach nicht nehmen sollte, wenn man kann.


    Ein alter Spruch unter Psychotikern heißt, dass man alles zurückbekommt was man an Energie in die Psychose steckt

  • Hallo Leo,


    bei mir haben Medikamente erst gar nicht gewirkt. Ich suchte in der Esoterik, nahm mich zusammen, lenkte mich ab, beschallte mich mit Musik, um die Stimmen nicht mehr hören zu müssen usw. Doch all das brachte mir keinen Frieden in der Seele. Im Gegenteil, es wurde immer schlimmer mit mir. Irgendwann mußte ich mein eigenes Unvermögen eingestehen und wandte mich an Gott, den Schöpfer des Universums, daß Er mich doch wissen lassen möge, was ich tun kann, damit es besser werden kann.


    Letztendlich konnte mir nur Jesus Christus von Nazareth helfen, meine Störungen zu überwinden. Es war ein langer Weg und es bedeutet, daß ich mein Lebenlang mit Ihm gehe - in einer Beziehung mit Ihm bleibe. Er war und ist immer für mich da, hat mich alles gelehrt, was ich weiß, um nunmehr 20 Jahre ohne Medikamente symptomfrei zu leben. Bei großen Belastungen können kurzzeitige Störungen auftreten, die nach spätestens ein paar Tagen wieder verschwunden sind. Weil ich von Gott/Jesus Christus gelernt habe im Glauben hindurchzugehen.


    Doch wie gesagt, es war ein langer Weg, bis ich verstanden habe. Zu Beginn hab ich einfach mit Gott geredet, Ihm mein Leid geklagt, um Hilfe gebetet und bekam Impulse, die Bibel aufzuschlagen. Ich kam dabei an gerade die Bibelstellen, die mir erklärten, wer Jesus Christus ist. Daß Er für meine Sünden am Kreuz gestorben ist. Natürlich verstand ich gar nichts und auch nicht, wozu ich diesen Jesus brauche. Daß ich etwas in meinem Leben in Ordnung bringen muß, damit es besser werden kann, das verstand ich schon allmählich. So kämpfte ich mich weiter ab, kam aber nicht wirklich auf einen grünen Zweig.


    Erst als ich im Glauben annahm, daß Jesus für meine Sünden am Kreuz gestorben ist und bereit war, Ihm nachzufolgen und auf Ihn zu hören wie die Bibel sagt, sah ich in meinem Inneren, daß Jesus meine Sünden auf diesem Kreuz durch Sein Leid wirklich auf sich genommen hat. Die Wesen, die mich gequält haben, wurden von einer Macht, die größer ist als sie, von mir weggeschoben und ich hatte Frieden. Meine eigenen Sünden hatten mich an diesen Punkt gebracht, aber Gott war so barmherzig und hat mich von den Konsequenzen frei gemacht. Weil ich geglaubt habe und mit Ihm fortan durchs Leben gehen wollte.


    Gleich darauf schien es schlimmer mit mir zu sein als je zuvor, doch als ich etwa ein halbes Jahr weiterhin an Jesus festgehalten hatte, sagte eine Stimme zu mir: "Du hast mir geglaubt, darum geb ich dir den Frieden". Das war vor 20 Jahren. Mein Leben steht nun auf einem anderen Fundament.


    Ich wünsche dir von Herzen, daß du Gott/Jesus Christus in dein Herz lassen kannst. Dein Leben wird nicht mehr dasselbe sein.


    Hier findest du viele Lebensberichte von Menschen, deren Leben kaputt war und wie Gott ihnen geholfen hat:

    https://www.erf.de/erf-mediath…gen-a-z/erf-menschgott/67


    Gottes Segen dir auf den Weg,

    Seren

  • Leo1: Alles klar. Was gäbe es denn für staatliche Unterstützung, wenn der Arbeitslosengeld-Anspruch ausläuft? Weisst du das vielleicht?

    Hi, sorry das ich mich so spät melde. Man kann Hartz 4 bekommen und trotzdem dort arbeiten. Die empfehlung kam von einer Ärztin aus der Tagesklinik. Übrigins zur anderen Frage ich bin gelernter Kaufmann im Einzelhandel. Liebe Grüße Leo