Truman-Show oder Psychose?

  • Das verstehe ich. Mir ging es genauso. Das ist Teil der Krankheit. An deiner Stelle würde ich die Medikamente nehmen. Das ist gerade der einzige Weg raus aus der Truman-Show. Da spreche ich echt aus Erfahrung.

    Auf längere Sicht wäre es schon besser die Neuroleptika loszuwerden. Aber so etwas kann man nicht übers Bein brechen.

  • wie gesagt, ich rede nur aus meiner Erfahrung, da hat ja jeder eine andere gemacht und wenn jeder seine schreibt kann sich Bärchen eine Meinung machen.
    Ja wenn man keine Kraft hat darf man natürlich nicht weiter absetzen.

    Wenn man natürlich die Kontrolle komplett verliert dann lieber Medis. Aber bissl Wahngedanken ist nicht schlimm.

    Ich finde dass die Klinik gar kein so schlechter Ort für eine echte Psychose ist.
    wenn man es unter Kontrolle hat würde ich auch die Klinik meiden wenn es geht (wenn man sich irgendwie versorgen kann)

    Dass man wirklich nur die schwerste Zeit in die Klinik geht, da sie ja sehr teuer für die Krankenkasse ist.

  • Danke für eure Antworten! Ansich habe ich das Amisulprid gut vertragen. Allerdings fingen diese Gedanken während der Einnahme an. Mein Arzt meinte heute, dass er nicht so ganz von der Wirkung überzeugt sei... es aber schon besser wäre, wenn ich es wieder nehmen würde.


    Ich möchte unter keinen Umständen in eine Klinik. Vor fast 10 Jahren habe ich nach einem Suizidversuch super schlechte Erfahrungen dort gemacht.

  • ok, ich hab vor längeren mal gehört das Neuroleptika auch psychotische Symptome als Nebenwirkung verursachen können.


    Unruhe und Schlafstörungen sprechen dafür das du das aber derzeit brauchst. 2 Tage lang nix schlafen ist schon heftig, da musste ich das letzte mal wieder in die Klinik, hatte so etwas wie einen katatonen Anfall indem ich wie weggetreten war.

    Bin auch kein Freund von Klinik, weil es nachher eher schlimmer ist wenn man mit hochdosierten NL behandelt wurde. Gut ich hatte das letzte mal keine Probleme, da ich nur meine Medikamente nehmen wollte und so.

    Musst du arbeiten oder so etwas, oder bist du zur Zeit zuhause?

  • War bei mir genauso.

    Ich bin die 2 mal je am Anfang einmal zwangsbehandelt worden und dann wurde es mir immer angedroht, aber ich hab dankend abgelehnt.


    Außer man ist lästig vermutlich dann ziehen sie es öfters durch.


    Ich hatte immer rechtliche Unterstützung von einem Rechtsanwalt. Einmal als Betreuung (würd ich nicht wieder machen, da die Eltern etwas hinter mir stehen) und das andere mal hab.ich bei einer Sammelklage mitgemacht bei dem Anwalt Ansgar Stahl (Weiß aber nicht ob da was passiert ist)


    Für die Pfleger ist es natürlich leichter wenn alle benebelt sind.. und keiner psychotisch ist. Aber ich hab eigentlich keine Probleme gemacht.

    Die dürfen eigentlich gar nicht zwangsfixieren und wenn dann nur eine halbe Stunde.

    Das wird ja auch nur gemacht damit wir die Tabletten nehmen um uns zu brechen.
    zum Glück war ich in meinem Willen schon gereift.

    ja die haben echt 15 mal damit gedroht dass sie mich zwangsbehandeln wenn ich’s nicht wie verschrieben nimm..

    Aber da ist halt so ein Mensch angestellt der die Anweisung hat er muss jetzt alle Menschen auf die Schnelle heilen, ob sie jemals gesund werden, weiß ich nicht. Und wenn er es nicht macht ist er vielleicht seinen Job los.
    Man bekommt Medis die man nicht verträgt, sagt es dann dem Doktor. Der meint das haben wir bei dem Medikament noch nie gehabt, das bilden sie sich nur ein.

    Dann erzählt man es einem anderen Doktor, der verschreibt dir dann echt ein Medikament das für dich passt. Das nahm ich aber dann auch nicht immer, das Medikament hab ich trotzdem gelobt. Wie Mans halt macht. Es ist ein Zirkus...

    Womöglich müssen sie das machen, warum auch immer. Anordnung LOL.

    Aber okay man weiß ja als Pfleger auch nie ob was schlimmeres passiert und darum wird sich wohl dieses System ergeben haben.

    Ja es ist eine Tortur.. das muss man über sich ergehen lassen.

    Aber es gibt auch eine ausgleichende Gerechtigkeit. Vielleicht wird vieles nicht immer gleich berichtigt, aber es soll hier auf der Erde alles in bester Ordnung sein.


    Überhaupt hab ich auch nicht geglaubt dass ein Arzt der dich 10 Minuten in der Woche sieht dir wirklich helfen kann, bei so einer schweren Krankheit.
    Klar bei dir ist’s noch nicht so übel aber dann müsstest du auch noch mehr geistige Kräfte haben um dich nicht einlullen zu lassen.

    Klar Panik ist scheisse, aber diese lichten Momente, wenn sie auch nicht lang sind geben dir genau so viel zurück wie du gelitten hast.

    Aber wenn man ne richtige Psychose hat und macht scheiss, läuft zum Beispiel nackt in der Gegend rum, etc, dann kann man sich ja echt nicht mehr blicken lassen ?, obwohl man mir mittlerweile vielleicht sogar Wurscht ist.


    Es ist genau wie Hans söllner sagt: Freiheit muss weh tun, sonst kann man sie nicht leben.

  • Jaggei, wie machst du das jetzt mit deinen Medikamenten?

    Ich denke die Ärzte verordnen meist nur Neuroleptika und wechseln da durch bis mal eines halbwegs passt. Aber im Grunde ist das kein wirklich tolles Leben wenn man ständig unter diesen Medikamenten steht.

    Ich hab eben dann selbst viel ausprobiert und denke das Absetzen der NLs bekommt man mit mehreren Antidepressiva am Besten hin. Heute hab ich nur noch Antidepressiva und kann wieder am Leben normal teilnehmen, bin belastbar und so muss nur bisschen auf meinen Schlaf achten.
    Persönlich finde ich es eher traurig wie schwer es viele Betroffene haben überhaupt an solche Wirkstoffe ranzukommen, die medizinischen Leitlinien setzen da hauptsächlich auf die Neuroleptika die sind für kurz klar ganz wirkungsvoll und nützlich aber auf Dauer ist das wie bei mir finde ich viel besser.

    Irgendwann wird die Forschung wohl auch mal mitziehen aber da kann wohl noch viel passieren.

    Du sagst es zwar richtig das man das was man in eine Psychose reinsteckt auch zurückbekommt und man nur das aufgebürdet bekommt was man aushält, aber ist schon grenzwertig bei dieser Erkrankung und ich finde die Behandlungen sind mehr eine Unterdrückungsform als ernsthafte Hilfe oder Heilungsmaßnahme. Im Grunde machen einen allein die Neuroleptika kaum gesund, Symptome werden unterdrückt was auch gut so ist aber es braucht schon mehr als nur das was die Psychiatrie bisher leistet oder sich geleistet hat.

  • Baerchen , dann trägst du ja in Elternzeit auch viel Verantwortung.

    Besser so das du erstmal die Medikamente weiter einnimmst.


    Darf ich fragen wie du das Elontril (Bupropion) vertragen hast und wie du es damals eingenommen hast?

    Also dieses Medikament hilft sehr gegen die Unruhe die du beim Absetzen des Amisulprids hattest, aber da Elontril eher wach macht können da trotzdem Schlafstörungen auftreten, von daher sind Trimipramin-Tropfen sehr wichtig und nützlich. Da du Escitalopram ja schon hast wäre das also keine große Umstellung diese Beiden Antidepressiva.

    Vielleicht wäre das ja einen Versuch wert, du könntest ja mal darüber mit deinen Arzt sprechen? Bupropion macht keine QT-Probleme und dergleichen, also wird auch bei schweren Herzerkrankungen verordnet. Also wirkt sich auch da eher positiv aus. Ich finde es ist eben schon ein sehr wichtiger Wirkstoff wo nur wenige Alternativen dazu gibt.

  • elontril hat mich damals leider komplett in die Anorexie zurückgeworfen. Deshalb hat sich mein Arzt da nicht mehr heran getraut.

    Durch einen Umzug vor 1 Woche muss ich nun auch den Arzt wechseln. In der neuen Stadt nimmt mich aber leider weder die psychosomatische noch die psychiatrische Ambulanz. Heute hatte ich einen Termin dort gehabt, aber nach 10min hieß es "Wir sind nicht für Sie zuständig". Die Pia, die für mich zuständig wäre, hat mir den frühsten Termin im Februar gegeben.

    Mit meinem alten Arzt kann ich zwar noch telefonieren, aber nur solange das Quartal noch geht. Von Oktober bis Februar habe ich also keine Hilfe... das macht mir Angst...

  • Hallo Baerchen,


    ich kann den anderen nur zustimmen. Bitte nimm die Medikamente. Deine Symptome wirken auf Ausstehende klar psychotisch. Ich hatte das auch und weiß, wovon ich rede. Ich stand 24/7 unter Strom, konnte nicht schlafen und dachte, alle um mich herum seien Mörder, die es auf mich abgesehen hatten. Es war die Hölle, was in meinem Kopf passierte. Ich schäme mich noch heute massiv dafür und lebe mit Schuldgefühlen.

    In der Psychose wirkt alles real und es fühlt sich wie eine Lüge an, wenn dir jemand das Gegenteil sagt. Aber es ist besser, in so einem Fall allen anderen zu glauben.. und Kliniken sind nichts schlimmes. Gibt gute und weniger gute. Am Ende helfen sie aber. Überleg es dir, recherchier etwas. Es kann nur noch bergauf gehen. Alles Gute!

  • Blondegirl01 , danke für deine Nachricht. Gestern und heute habe ich die Medikamente genommen, auch wenn ich dabei ziemliche Probleme habe. Die Gedanken sind leider immer noch da...

    Wenn es wirklich eine Psychose wäre, hätte ich dann wirklich noch klare Momente? Diese werden zwar weniger, aber ich kann noch halbwegs ein normales Gespräch führen.

  • Baerchen,

    Ja klar, du hast klare Momente. Die Erkrankung beginnt schleichend. Erst kommen einzelne Gedanken und sie nehmen dich immer weiter ein. Klare Momenten zeigen dir die Wirklichkeit. Solange du sie noch hast, würde ich dsswegen schnell handeln. Ich hatte irgendwsnn keine mehr und lebte in meinen inneren Filmen. Momentan hast du so gesehen noch 2 Welten, die sich abwechseln. Lass die andere Seite nicht gewinnen, es ist schöner, in der Realität zu leben. Und versuche, wenn du einigermaßen stabil bist, deine Gedanken aufzuschlüsseln. Aber das geht nur mit therapeutischer Hilfe.

  • Blondegirl01 Also kann es trotz der klaren Momente eine Psychose sein? Ich fühle mich halt nicht krank, ich denke, dass die Menschen um mich herum mir eben nicht die Wahrheit sagen dürfen, dass ich in einer Truman-Show lebe und sie deshalb behaupten, ich wäre psychotisch.

    Könntest du vielleicht ein wenig erzählen, wie es bei dir war? Vielleicht hilft mir das.

  • mit therapeutische Gespräche ;-). Mich hat KEIN Psychiater genommen und als mich dann einer nahm, dann schrieb er in die Akten dass er mich nur genommen hat um mich zu überreden dass ich Medikamente nehme und das obwohl die Psychose schon vorbei war.

    Das heißt dass die therapeutischen Gespräche nichts oder nicht sehr viel bringen.

  • elontril hat mich damals leider komplett in die Anorexie zurückgeworfen. Deshalb hat sich mein Arzt da nicht mehr heran getraut.

    ja grade am Anfang wirkt es Appetitmildernd aber das hängt auch stark davon ab wie du es einnimmst, Aripiprazol wäre etwa Appetitsteigernd, was war damit? Weis auch nicht wie schlimm das bei dir ist mit der Anorexie. Alternativen dazu kenne ich kaum welche die erstrebenswert sind.

    Was war das Problem mit Aripiprazol? Welche Dosis hattest du? Aripiprazol steigert den Appetit sehr also da sollte dann das Bupropion kein Problem mehr darstellen. Amisulprid finde ich weniger gut aber wenn du keine andere Wahl hast.

    Also vielleicht hast du das Aripiprazol ja in zu hoher Dosis eingenommen falsch. 5mg reichen meist und haben kaum Nebenwirkungen.

  • Jaggei was nimmst du noch ein? Gar nix oder trotzdem mal zwischendurch etwas?

    Gut Neuroleptika sind alle recht starke Medikamente. Aripiprazol also Abilify ist da eigentlich recht gut verträglich kann aber Unruhe machen. Also Lymphschmerzen habe ich noch nix davon gehört, aber klar gibt es auch da Nebenwirkungen die weniger gut sind.
    Gegen Verstopfung helfen SSRI Antidepressiva etwa, also das muss kein Grund sein ein Medikament abzusetzen. Bupropion macht auch eher Verstopfung und Miktionsstörungen können auftreten, also das lässt sich mit SSRI Antidepressiva einfach lösen und diese sind relativ gut verträglich.

  • also Anorexie heißt Appetitverlust und Miktionsstörungen heißt Urinier-beschwerden. (man muss pissen kann aber nicht..)


    Zu den Lymphbeschwerden: in selteneren Fällen hat man auch andere Beschwerden. Die Lymphschmerzen waren bei mir teilweise extrem heftig.


    Gegen Verstopfung würd auch Leinsamen, am besten über Nacht eingeweicht und abgeseiht und am besten püriert, helfen. (aber macht man halt nicht auf Dauer)


    Ich nehm zurzeit gar nichts. Und darum freut mich mein Weg auch so. Ja, ich wusste nicht ob ich das je überlebe. (zumal das Krankenhauspersonal ja auch gegen einen gearbeitet hat), klar ich hab alles riskiert. Und ich weiß auch nicht ob ich falls eine nächste Psychose kommt, die dann packe, aber let's try. Klar besteht auch die Gefahr dass man mich in ein betreutes Wohnheim steckt, aber da lernt man ja auch seinesgleichen kennen. (glaube auch nicht dass man mich da reinsteckt, einerseits weil sie Angst hätten ich würd Mitbewohner zum Medikamentenabsetzen raten - okey müsste man mich man voll zwangsbehandeln - das tut man auch nicht. Normal nicht) Und außerdem sind stehen meine Eltern hinter mir (so einigermaßen halt) und die sind Betreuer.


    Wenn natürlich ne Psychose wieder kommt halt ichs ohne wieder nicht aus. Hab aber vorgesorgt und hab Balsamkraut (ein natürliches Beruhigungsmittel, das man allerdings auch nicht zu oft nehmen sollte, schätze dass das ein natürliches "Antipsychotika" ist, also ein ziemlich starkes Beruhigungs/Schlafmittel) und hab auch noch Hanftee gekauft.


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