Erste Psychose

  • Das ist bei mir schon 30 Jahre her und war damals die schlimmste Erfahrung, die ich gemacht habe und es war der Beginn einer Reise.


    Insgesamt hatte ich drei Klinikaufenthalte, die immer mit 2 - 3 Tagen geschlossener Abteilung anfingen um mich aus dem akuten Zustand - vornehmlich mit Haldol - wieder rauszuholen.


    Aufenthalt in der offenen Abteilung kann man selbst bestimmen, aber ich empfehle sich die notwendige Zeit zu lassen um die Erfahrungen in der Psychose zu verarbeiten.


    Was es leichter für Dich macht, versuche einmal in dieser Zeit herauszufinden, was es war, das Dich diese Erfahrung machen lies.


    Die Medikamente stützen Dich, die Erfahrung vergisst Du nicht. Auch nicht wenn Du wieder gesund bist.


    Viel Glück auf der Reise zu Dir selbst

  • Vor 15 Jahren wurde ich zum ersten Mal psyhotisch. Ich lief ein und halb Jahre psychotisch durch die Gegend rum. Fast ohne Schlaf.

    Ich habe sogar noch einige Zeit gearbeitet und die Kollegen haben nicht viel von meinem psychotischen Zustand mitbekommen (Doppelte Buchführung). Nur mein Ehemann und meine Eltern wußten, dass ich psychische Probleme habe.

    Ich wurde schließlich mit Suizidandrohung in die geschlossene Abteilung gebracht, wo ich nur eine Nacht verbracht habe. Es gelang mir abzuhauen, weil die vergessen haben bei der Anlieferung der Getränke die Tür abzuschließen.

    4 Monate später kam die Einsicht, dass ich medikamentöse Hilfe brauche. Suizidgedanken wurden unerträglicher.

    Ich habe bloß von einem Psychiater ein Rezept für Zyprexa bekommen und nach der ersten Einnahme sofort die Erleichterung im Kopf gespürt.

  • Tja, wenn ich lese, dass da jemand über ein Jahr psychotisch durch die Gegend läuft, dann war das bei mir nicht so.


    Ich versuche es mal zu erklären.


    Wenn ich in extreme Stress-Situationen gerate, die durch Probleme im Beruf oder der Familie, meistens bedingt das eine das andere, dann versuche ich mit meinen Fähigkeiten und meiner persönlichen Natur, die Probleme in den Griff zu bekommen und werde schnell. Mich erfasst - auch im normalen Zustand - eine Energie, die meinen Motor hochdrehen lässt und die Ideen zur Lösung der Probleme sprudeln nur so aus mir raus.


    Diese Eigenschaft hat mich beruflich recht erfolgreich werden lassen. Allerdings sind Menschen nicht so schnell, als Vorgesetzter kannst Du Deinen Mitarbeitern Anweisungen geben, Deiner Frau nicht.


    So kommt es also schnell zu Spannungen und ich stelle fest, Du kannst bestimmte Entwicklungen einfach nicht beeinflussen, sie sind außerhalb Deiner Möglichkeit und das liegt schlichtweg an der Individualität der Menschen. Auch wenn Du recht hast, fass nicht auf die heiße Herdplatte, machen sie es doch. Freier Wille eben.


    Krank geworden bin ich dann, wenn die Widerstände aus meiner Umfeld größer wurden und ich einfach nicht loslassen wollte, dann wurde es Ernst für mich. Mein Wissen um die richtige Lösung und der idealistische Gedanke helfen zu wollen, ließen meinen Motor im Stand immer höher drehen, ohne einen Gang einzulegen und Zack, habe ich mich in der geschlossenen Abteilung wieder gefunden.


    Mich hält die gewonnene Erkenntniss gesund, dass man loslassen muss. Man muss den Dingen seinen Lauf lassen ohne in Untätigkeit zu verharren.


    Man kann, wie jetzt, Impulse geben. Aber die Erfahrungen wird man nur durch Selbsterfahrung machen

  • Der Weg der Selbstheilung ist ein langer Prozess. Bei mir hat er 30 Jahre gedauert und ich nehme vorbeugend immer noch 200 mg Amisulprid.


    Wenn ich unter Stress gerate, dann merke ich das an einer gewissen Fahrigkeit. Ich bin überaus strukturiert, das versuchen auch die Kliniken mit ihren Therapien zu bezwecken, Struktur und Achtsamkeit sind die Grundlage um Gesund zu sein. Wenn ich merke, ich verliere meine Struktur, dann fahre ich meine Medikamente auf 400 mg hoch und wenn ich merke, ich bin wieder stabil, dann gehe ich wieder auf 200 runter. Das passiert aber nur in außergewöhnlich Stresssituationen.


    Versuche Dir auf YouTube einmal Vorträge oder Beiträge zu dem Thema Achtsamkeit anzusehen.

  • Hallo,


    ich hatte bisher eine psychotische Episode. Es fing vor ca. einem Jahr an und hat ca. 3 bis 4 Monate gedauert. Schwierig ist danach die Erkenntnis und das Leben nach der Psychose mit den Nebenwirkungen wie Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit, trübe Gedanken. Das dauert viel länger und ist aus meiner Erfahrung bisher sehr schwierig. Ich bin noch in der "Erholungsphase", wie meine Ärzte meinen. Wie ist es bei dir?


    Alles Gute und viele Grüße

    Friedo

  • Also, ich will dem ernsthaften Wunsch der Kliniken nicht widersprechen, aber da sind nur kranke Menschen, die mit sich selbst zu tun haben.


    Psychische Störungen haben etwas mit einer übersteigerten Sensibilität zu tun und wenn man sich dessen bewusst wird, es annimmt, dann kann man das zu seinem Vorteil nutzen.


    Allein die Tatsache, dass man eingeredet bekommt, man sei nicht normal und braucht deshalb Medikamente, ist grundfalsch. Die Medikamente sind eine Krücke, aber lösen nicht Dein spezielles Thema