Familie und Freunde

  • Hi


    ich würde mich gerne austauschen wie viel Familie und Freunde euch noch geblieben sind durch eure Zeit der Psychose.


    Ich bin wohl in meiner zweiten oder dritten Episode gelandet und habe nach ca 10 Jahren Schizophrenie Erfahrungen immer wieder feststellen müssen, dass es zwar wenige gute Freunde und Bekannte gibt, die einem in seinen Krisen weiterhelfen, aber die Mehrheit von Schul- /Studienfreunden einen im Stich lassen (egal wie aufgeklärt sie über persönliche Details bescheid wissen wie Familienprobleme und Krankheit).


    Da ich schon vor meiner Krankheit in einer kaputten Familie bei meiner allein-erziehenden Mutter aufgewachsen bin und häufig häusliche Gewalt von meinem psychopathischen-gewalttätigen Vater oder bitchig-toxischen pathologisch-lügenden Mutter erlebt habe, hat der Familienkontakt nicht lange angehalten und ich lebe seit mehreren Jahren einsam. Seit der Zeit bin ich wohl auch in meiner aktuellen psychotischen Episode angekommen, wobei diese Episode eindeutig leichter ohne starke Medikamente verläuft als meine erste Episode.


    Jedoch kann ich so nicht mehr weiterleben und ich sehe keine weitere Zukunft in so einer pathologischen Existenz, die im Laufe der Zeit ja nicht besser wurde. Meine Therapie mit Medikamenten durch Psychiater und die vier Jahre Verhaltens- und Tiefenpsychologische Therapie haben mich nicht weitergebracht. Ich habe schon zu viel Mobbing, Konflikte und hässlich-toxischen Missbrauch und Manipulation erlebt.


    Derzeit bin ich stabil mit 1mg Risperidon. Davor hatte ich Seroquel und Apripazol.

    Ich habe eine Therapeutin, Psychiaterin und einen Sozialarbeiter, mit denen ich eine gute Beziehung pflege.

    Meine aktuelle Diagnose ist eine schizoaffektive Störung mit einem GDB30.


    Ich habe gelesen dass manche Leute Sozialwohnungen und finanzielle Unterstützung erhalten. Ist das nur mit einem höheren GDB möglich? Kann dieser GDB nachträglich erhöht oder erniedrigt werden?


    Ich bin in einer verzweifelten Lage und komme überhaupt kein Meter vorwärts. Es geht alles nicht mehr...

    Hinzu kommt die verdammte Kontaktsperre und mir fällt deutlich die Decke auf den Kopf

  • Hallo hithere

    der Grad der Behinderung ist weniger entscheidend, so etwas ist bei einer Psychose wohl kaum aussagekräftig, bei mir waren es auch 30 oder 40. Schau mal ob du EM-Rente auf deine Erkrankung bekommst, dann hättest du es dahingehend etwas einfacher und könntest noch einen Mini-Job ca.450€ zusätzlich machen.
    Deine Lebensgeschichte klingt schlimm und traurig, kenne das auch etwas das Freunde sich von einen abwenden oder die Erkrankung in der akuten Phase auch für Angehörige sehr belastend sein kann.
    Rede am Besten mal mit deinen Psychiater bezüglich EM-Rente oder andere Möglichkeiten die du da hast.

    Du hattest bereits Aripiprazol, darf ich fragen welche Dosis und wie lange du es eingenommen hast bzw. welche Nebenwirkungen aufgetreten sind?

    Mein Ratschlag wäre es wenn das Aripiprazol keine gravierenden Nebenwirkungen hatte damit in möglichst kleiner Dosis nochmal zu probieren 5mg täglich, später dann nur Bedarf (wenn möglich) , dazu ganz wichtig 2 Antidepressiva (Bupropion+Citalopram) was gegen Negativsymptome und Restsymptome wirkt und diese Mini-Nl Dosis ermöglicht:
    Medikamenteempfehlung Psychose

    Bupropion wirkt auch gegen Unruhe und Stimmungsschwankungen die unter Aripiprazol eher zum tragen kommen und vielleicht ein Grund gewesen sein könnten weshalb du zum Risperidon gewechselt bist?

    Das mit den Medikamenten sehe ich als einen Ansatzpunkt wo du deine psychische Verfassung grundlegend verbessern könntest. Ich bin kein Freund der "nur Neuroleptikatherapie" und Risperidon hatte ich auch schon, also unter Risperidon habe ich zu trinken angefangen und das war für mich auch keine Dauerlösung. Also ich denke da kannst du am Meisten ändern zum Besseren.

  • Einmal ein kurzer Hinweis. Wir sind in unserer Welt vielen Fremdeinflüssen ausgesetzt. Psychisch „kranke“ Menschen, ich bevorzuge eher das Wort „besondere“ Menschen haben - ich habe es in diesem Forum schon an anderer Stelle gesagt - eine Gabe.


    Wir fühlen sehr intensiv, wir sind hoch sensibel und reagieren extrem auf Umwelteinflüsse. Man könnte es auch eine Überforderung des Geistes nennen, der so unendlich viel wahrnimmt.


    Nun glaube ich, es gilt diese Gabe zu nutzen, anzunehmen und die Angst abzulegen.


    Ja, das Leben hat Dir einige Herausforderungen auferlegt, aber die Frage ist, wie gehst Du damit um ?


    Lehnst Du Dich gegen die Umstände auf, oder nimmst Du sie an und reagierst einfach einmal nicht auf vermeintliche Angriffe, sondern ziehst Dich von allem was Dir nicht gut tut zurück.


    Wenn Menschen Dir Ratschläge geben (Rat-Schlag) dann lass Dich nicht „schlagen“, denn die Sichtweisen reflektieren nur die Erfahrungen, die derjenige selbst gemacht hat und seine Reaktion darauf.


    Medikamente, Ärzte oder dieses Forum können nur unterstützen, aber nicht heilen.


    Es liegt nur an Dir und bei Dir, gesund zu werden.


    Ganz tief in Dir drin, profan ausgedrückt „das Bauchgefühl“, liegt das Wissen um das was Du willst und was Du brauchst um Gesund und glücklich zu werden.


    Folge diesem Gefühl, höre nicht auf andere, lass Dir von Deiner „Birne“ nicht reinquatschen, lege Deine Ängste ab und tue was auch immer Dein tiefster Wunsch ist mit Hingabe und Freude.


    Das Leben ist zu wertvoll um seine Zeit zu vergeuden. Spaß und Freude an dem was man macht, bringen Gesundheit

  • ich weiß genau was du meinst und fühlst... ich bekomme auch Risperidon 8mg