Auf der Suche nach Hoffnung

  • Guten Abend an alle, ich möchte mich gerne mitteilen, weil es mir momentan einfach nur dreckig geht und ich den Lebensmut am verlieren bin.


    Ich heiße Ingo und bin 28Jahre alt und werde meinen 29. Geburtstag wohl in der Psychiatrie "feiern".

    In der Vergangenheit hatte ich bereits mit Depressionen zu kämpfen, zumindest glaube ich es, so genau kann ich es nicht sagen, da ich mich nie an einen Psychiater gewandt habe aufgrund der langen Wartezeiten.

    Nun zur eigentlichen Tragödie, am 1.Dezember habe ich zusammen mit Freunden Cannabis in Form von Muffins konsumiert gehabt, nachdem ich zu Hause ankam wurde die Wirkung immer intensiver und litt an einer Intoxikation, alle Vorgänge danach kamen mir so surreal vor und ich dachte am Höhepunkt ich müsse mir das Leben nehmen, wenn der Zustand nicht abnehmen würde.

    Ich entschloss mich dazu weiterzuleben.

    Nach kurzer Recherche im Netz stieß ich dann auf die beschriebenen Symptome und mir war klar ich musste Hilfe holen.

    Mitten in der Nacht verständigte ich über den Notruf einen Krankenwagen, da stand ich also vor der Haustüre und wartete auf die nahende Hilfe die mich dann in die Notaufnahme brachte, um mich dann dreister Weise zu fragen, ob ich irgendwie wieder nach Hause käme...

    Nachdem ich aber kaum ansprechbar war, behielten sich mich doch dort.

    Ich lag also 1 1/2 Tage mit unvorstellbarer Angst im Krankenbett auf der Urologie und wusste nicht was noch kommen sollte.

    Nach meiner Entlassung war ich nun zu Hause und meine Eltern haben nach mir geschaut, es war immer noch der reinste Horror, sobald ich die Augen schloss ging das Kopfkino los.

    Einfach wirre Dinge, die mir durch den Kopf schossen und ich konnte es nicht beeinflussen(vielleicht flashbacks).

    Achja zu meinem "Konsumverhalten", ich habe nur in sehr unregelmäßigen Abständen von einem halben Jahr und mehr konsumiert.

    Zurück zum eigentlichen Thema, nach einem Notfalltermin bei einem Psychiater kam die vorläufige Diagnose : eine schwere Depression. Er verschrieb mir Neurontin(Gabapentin), was der jetzige behandelnde Arzt nicht verstehen konnte und er gab mir einen Termin für den 18. Dezember.

    Der 18. Dezember war für mich zu diesem Augenblick ein unerreichbares Datum. Was sollte ich in der Zwischenzeit in diesem Zustand tun ?!

    Ich war sehr verzweifelt zu diesem Augenblick und wusste auch keinen Ausweg, außer die Psychiatrie.

    Es fiel mir nicht leicht meinen Vater darum zu bitten, mich zu einer Psychiatrie zu bringen.

    Nach langer Wartezeit, kamen wir dann zu einer Psychiaterin, der ich die ganze Geschichte so genau wie es mir in dem Moment möglich war erzählte.

    Aufgrund des Zuständigkeitsbereiches der Klinik musste ich zu einer anderen gefahren werden.

    Die Psychiaterin gab mir eine Tavor für den Weg mit und meinte, ich solle ihr verspechen bis zur anderen Klinik zu fahren auch wenn alles jetzt erstmal besser werden würde mit dem Medikament.

    Ich glaubte nicht mehr an eine Besserung meiner Symptome, aber ich wurde überrascht was so eine kleine Tablette bewerkstelligen kann.

    Ich kam nochmal auf ein normales Level runter, alles war wie weggeblasen.

    Das war die letzte Nacht in der ich durchgeschlafen habe.

    In der ersten Visite bekam ich dann Aripiprazol 5mg verschrieben. Ich kann nicht sagen ob es am Medikament lag, aber das Kopfkino verschwand.

    Dennoch litt/leide ich an Durchschlafstörungen.

    Was mich aber am meisten seelisch ankratzt ist diese Unkonzentriertheit und auch diese depressive Stimmung, die mich immer noch begleitet, ich weiß nicht wie ich damit klarkommen soll und was eventuell Abhilfe schaffen könnte. Ich fühle mich teilweise gar nicht therapiefähig.

    Die Diagnose die mir die Klinik gab, war auch eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen.

    Ein alter Bekannter der Familie, ein Arzt mit langjähriger Erfahrung, ließ sich die Geschichte von meinem Vater erzählen und vermutete auch eine schwere Depression dahinter.


    An Medikationen wurde bisher Paroxetin probiert, was aber einige Nebenwirkungen mit sich brachte und momentan nehme ich seit zwei Wochen Bupropion 150mg, wobei ich zwei Tage 300mg nahm und es gar nicht vertrug.

    Auch so merke ich noch keinen wahnsinnigen Gewinn an Lebensqualität mit dem Medikament.



    Die Fragen die sich mir stellen, welche Schritte sollte ich erwägen?!

    Sollte ich der Diagnose einfach vertrauen und schauen was die Zeit bringt ?!

    Was kann man wirklich von einer Medikation erwarten ?! (Ab wann verspricht man sich zuviel?!)

    Und wer kann mir letztlich sagen, wie gut oder schlecht die Heilungschancen stehen?


    Ich bedanke mich schon Mal im voraus für die Antworten 👍

  • Hier eine Option wie du Bupropion am Besten einnehmen kannst.

    Bupropion kann mit Hilfe dieser Kombi auf 300-etwa 450mg gesteigert werden.

    Probier mal Citalopram 10-20mg zum Bupropion was den Schlaf und die Nebenwirkungen verbessern sollte.

    Zusätzlich würde ich als Neuroleptikum das Aripiprazol in kleiner Dosis von 5-maximal 10mg am Tag vorschlagen.

    Hier weitere Informationen dazu:
    Medikationsempfehlung Psychose

    Bupropion ist an sich sehr wichtig was die Heilung der Psychose angeht, weil es auf der anderen Seite wirkt wo ein Mangel im Gehirn ist und Negativsymptome entstehen, dieser Mangel begünstigt auch das Positivsymptome entstehen indem das Gehirn zuviel Dopamin anregt.


    Ich lese mir morgen dann deinen Beitrag genauer durch, aber klingt als ob du derzeit relativ gut eingestellt bist.

    Citalopram 10mg erstmal sollte dir bei den Schlafproblemen und Nebenwirkungen des Bupropions helfen. Citalopram ist ein SSRI Antidepressivum und würde sich mit dem Bupropion SNDRI sehr gut ergänzen. Eben weil Bupropion sonnst wegen der Noradrenalinwirkung Nebenwirkungen macht und die Serotoninwirkung des Citaloprams ganz günstig ist.


    Bekommst du noch das Aripiprazol? Das ist ganz wichtig zumindest in 5mg Dosis das einzunehmen. Später wenn du stabiler bist könntest du Bedarf probieren, was aber Schlafstörungen begünstigen würde und man sich da schon gut mit seiner Erkrankung auskennen sollte.