Nach der Psychose...

  • Hallo,


    Die Psychose ist bei mir einige Zeit vorbei.

    Ich schäme mich abgrundtief für das was ich getan und gesagt und auch gedacht habe.

    Ich habe fast mein ganzes Leben zerstört.

    Wie geht Ihr damit um? Wie schafft Ihr es den Menschen wieder unter die Augen zu treten.

    Habt Ihr auch panische Angst die Leute wiederzutreffen und zu sprechen?

    Und habt Ihr auch panische Angst davor evtl. eine neue Psychose zu entwickeln?

    Wie kommt Ihr mit der Diagnose Psychose klar.

    Vom Krankenhaus wurde ich diesbezüglich im Stich gelassen, ich bin fix und fertig seitdem ich weiß, dass die Diagnose stimmt.


    Wie baut man ein zerstörtes Leben neu auf.

    Überbleibsel der Psychose habe ich nicht, bis auf Panik und Angstattacken - und ein unsagbares Gefühl der Scham und Schuld ggü jedem der mir nahe stand.

  • Hallo,

    die Psychose wird vermutlich zurückkommen, also das ist eine chronische Erkrankung wenn es eine schizophrene Psychose ist, da braucht man also immer Medikamente die frage ist eher Welche.

    Hier im Forum findest du alternativ eine verträgliche Medikamentenempfehlung:
    Medikationsempfehlung Psychose

    Sonnst solltest du dem einfach etwas Zeit geben und musst dich deswegen nicht schämen denn das was vorgefallen ist war ja an der Erkrankung gelegen und da ist man normal auch so Nachsichtig dir gegenüber.

    Wichtig ist aber das du eben wieder auf die Beine kommst und das ist für viele Erkrankte sehr schwer mit den üblichen Medikamenten die sonnst so eingesetzt werden und der Erfolg den du beschreibst ist nur ein Honigkucheneffekt also dieses kurze Hoch wird im Regelfall dann wieder von einer Absetzpsychose eingeholt und es macht Sinn wenn du bis dahin eine gute Medikamentekombi wie es hier beschrieben ist gefunden hast, sonnst bist du eben bald wieder in der Klinik und das Negative wiederholt sich ..

    Für viele ist diese Diagnose sehr schwierig und in der Klinik sieht man zum Teil schwierige Fälle von daher kann ich dir wirklich nur Empfehlen selbst darauf einzuwirken welche Medikamente du bekommst, damit der Verlauf an sich positiv wird und dann wird das auch wieder und du gestärkt daraus hervorgehen.

  • Danke für Deine Antwort.

    Medikamente wirken bei mir auch niedrig dosiert sehr gut gegen die Wahnsymptomatik.

    Leider haben sowohl Abilify als auch Risperdal bei mir sehr starke Nebenwirkungen gehabt. Bei Abilify kamen die Nebenwirkungen nur schleichend und ich fand das sonst ok.

    Kann man die Medikamente auch jeweils 3 Monate nehmen und dann bspw 2 Wochen stoppen? Das wäre für mich erträglich. (Rispredal dauernder sehr starker Husten/Bronchitis, Bei Abilify sehr hoher Puls und massive Konditionsprobleme, bei beiden mäßige Gewichtszunahme).


    Einige Antidepressiva verstärken bei mir die Psychose bzw lösten sie aus (nie Drogen genommen, nie geraucht, nicht gesoffen, und dann machen Medikamente mich krank argh...) daher weiß ich nicht, ob ich die Medikamentenempfehlung nehmen darf.

  • Ja beim Abilify geht das, die Antidepressiva solltest du täglich einnehmen, das macht aber nix, da diese gegen Negativsymptome helfen.

    5mg Abilify ist eine kleine Dosis und so 3 Monate einnehmen und 2 Wochen stoppen mache ich auch, also wobei es bei mir so 1-2Wochen Einnahme sind und eine Woche dann ohne, je nachdem.

    Diese Antidepressiva sind da kein Problem zumal das ja im Zusammenspiel mit dem Abilify kein Problem ist selbst wenn die Wirkstoffe einzeln eventuell auch negativen Effekt machen könnten so hilft das schon enorm diese mit einzunehmen.


  • Hallo Buffy,


    für mich ist das Thema Psychose noch recht neu. Bei mir war der Grund ein Epilepsiemedikament und vllt. noch die Gene und weitere Faktoren.

    Also ich habe mich immer bedroht und verfolgt gefühlt und hatte so seltsame Angstzustände, die selbst die Oberärztin in der Klinik nicht mitansehen konnte. Ich bekam viel Beruhigungsmittel. Ich denke Du solltest Dich nicht "schämen", auch wenn man in der Psychose an seltsame Dinge glaubt. Mir hat schon bei der Epilepsie ein selbstbewusster Umgang mit der Krankheit geholfen. Mich gibt es eben nur mit meinen Krankheiten.


    Liebe Grüße

  • Hallo Buffy,


    mein Leben war auch zerstört. Inzwischen habe ich mir ein neues aufbauen können.


    Wichtig ist, dass du einen guten Arzt findest und eine Psychotherapie beginnst.


    Wenn du mit Abilify halbwegs leben konntest würde ich mal Reagila probieren. Ich vertrage Reagila deutlich besser als ich Abilify vertragen habe.


    Gruß,

    Johannes

  • Lieben Dank für Eure Antworten!


    Inzwischen habe ich gemerkt, dass mir jeder menschliche Kontakt sehr gut tut und meine Depressionen verringert.

    Nachdem ich so lange misstrauisch und ängstlich gegenüber Menschen war ist es schön, wieder Menschen zu mögen und mich nicht zu verstecken.

    Auch wenn mein Antrieb nicht sehr gut ist sind es doch menschliche Kontakte, die mich am meisten motivieren etwas zu machen.

    Und dass mir einige Menschen mein Verhalten verziehen haben hat mich zu Tränen gerührt.

    Einige hassen mich jetzt auch. Und ich kann es Ihnen nicht verdenken.


    Meine Kognition hat nicht zu stark gelitten. Ich merke, dass meine Lernfähigkeit/Merkfähigkeit etwas schwächer ist, ebenso meine Konzentration. Gegen zu starke Angstattacken habe ich noch Tavor. Vor antriebssteigernden Medikamenten habe ich Angst. Die haben alles verschlimmert.


    Ich versuche nun auch wieder etwas Sport zu machen. Das soll laut Studien einen besseren Effekt auf kognitive Fähigkeiten bei Schizophrenen haben als kognitives Training.

    Nur bin ich immer noch deutlich schneller erschöpft als vorher. Ich hoffe, auch das bessert sich noch ein wenig.


    Ich kann auch wieder arbeiten gehen und genieße die fachlichen Gespräche. Sollte ich wirklich mit einem blauen Auge und relativ geringen Einschränkungen davonkomme bin ich wirklich glücklich.


    Mein Leben ist nicht mehr wie zuvor. Ich habe noch viele Baustellen wo ich neu aufbauen muss was ich zerstört habe. Einiges wird sich nicht reparieren lassen.

    Menschen die mich krank erlebt haben werden mich sicherlich nicht mit ihren Kindern alleine lassen. Ich bin halt der Psycho.

    das wichtigste für mich ist, mit meiner Schuld und Scham klarzukommen. Und eine weitere Episode auf jeden Fall verhindern.


    Und doch habe ich gerade wieder etwas Hoffnung. Hoffnung doch noch ein Mensch zu sein. Eine Existenzberechtigung zu haben. Es mir zu erlauben, weiterzuleben.

    Vielleicht sogar fast ganz normal weiterzuleben.



  • Hallo,

    Ich bin neu hier im Forum, und wegen dieser Problematik hier.
    Ich fühle mich sehr ausgelaugt nach der Psychose. Vieles fällt mir sehr schwer.
    Mein damaliges Leben habe ich ebenfalls zerstört. Und Lebe jetzt in einem Exil
    was ich mir selbst aufgebaut habe mit starken Gedächtnislücken.

    Ich bin umgezogen, meide Kontakt, und bin für mich alleine.
    Durch den Beitritt ins Forum wollte ich dem ein Ende setzen.