gibt es hier auch Leute die ohne Medikamente heil aus der Psychose rausgekommen sind?

  • Eine Freundin steckt gerade mitten in einer Psychose, ausgelöst durch Flashbacks aus Missbrauch,

    Sie hat allerdings eine Patientenverfügung vor einem halben Jahr verfasst, das sie keine Psychopharmaka insbesondere Neuroleptika mehr bekommen möchte.

    Da es sich hier um eine Zwangseinweisung handelt weil sie einer Polizistin gegenüber ausfällig wurde, fürchte ich jetzt das man sie zwingen wird Medikamente zu nehmen.

    Was ich natürlich für äusserst problematisch halte wenn Zwang angewendet wird.....wegen des vorangegangenen Missbrauchs.

    Meine Frage ist, kommt man auch ohne Medikamente aus einer Psychose raus?

    Momentan hat sie noch keine Medikamente erhalten, außer Benzos.

    Heute erschien mir meine Freundin ansprechbarer jedoch noch nicht wieder raus aus der Psychose.

    Hat es hier schon mal jemand ohne Medikamente hingekriegt?

  • Es braucht definitiv Medikamente insbesondere Neuroleptika. Die Frage die sich stellt ist, wie man es für die Betroffene möglichst verträglich machen kann etwa ohne die Nebenwirkungen die typische NLs haben und häufig in der Akutbehandlung eingesetzt werden.

    Mein Tipp wäre von daher es in der Akutfase mit 15mg Aripiprazol zu probieren, anschließend auf 5mg reduzieren und zusätzlich die beiden Antidepressiva Bupropion und Citalopram geben. Falls Übergewicht über BMI 28 da ist, dann hilft auch Orlistat was man so in der Apotheke bekommt.


    Hier weitere Informationen dazu:
    Behandlungsvorschlag

    Benzos braucht es bei der Medikamentekombination nicht.

    Zwang oder ein Problem sehe ich bei tyipschen NLs wie Haldol, Fluanxol ist zwar etwas verträglicher aber auch keine Dauerlösung. Aripiprazol ist ein modernes Atypisches Neuroleptikum was sich von der Wirkstärke/Wirkweise an den Älteren typischen NLs anlehnt. Gewisse Restsymptome gehören meiner Meinung nach zu der Erkrankung und weniger ist manchmal mehr gerade was das Neuroleptikum angeht und 5mg Aripiprazol kann für die Erhaltungstherapie schon sehr gut taugen und wäre so eingenommen im Idealfall sogar Bedarfsweise möglich.

    Müsste ihr nur verträglich beigebracht werden das sie diese Medikamente erstmal braucht, meiner Meinung ist diese Kombination ein Segen und keine Qual für Betroffene. So eben meine persöhnliche Erfahrungen damit, bin kein Arzt aber bei mir hat das auch sehr gut funktioniert.

  • ich wollte keine Medikamente. lange konnte ich sie verweigern. Bis alle meine Kraefte aufgebraucht waren. 2,5 Monate hatte ich gekaempft. Am Tag schlief ich nur 4 Stunden.

    Von 150mg Clozapin schlief ich 16 Stunden und weniger wollten sie mir nicht geben. Bis ich ihnen erzaehlte dass ich mir schon zweimal in die Hosen gemacht habe. Ab da bekam ich 75 und die konnte ich nach einem Monat absetzen. Immer begleitet von Depressionen.