Tipp gegen mögliche Inkontinenz durch Risperidon, 6 mg

  • Hallo,


    seit 1995 leide ich unter Schizophrenie und muss mittlerweile täglich lebenslänglich 6 mg Risperidon nehmen. Das Risperidon hat zahlreiche Nebenwirkungen bei mir (gehabt), manche der Nebenwirkungen sind noch vorhanden. Es kam unter anderem zu einer Gewichtszunahme von rund 40 kg, da ich eigentlich unterernährt war, bevor ich das Medikament bekam. Da ich Epileptikerin auch bin, kann ich keine alternativen Neuroleptika nehmen.


    Leider hat sich durch das Risperidon nach einigen Jahren auch eine Inkontinenz eingestellt, die mich sehr belastet. Teilweise leugnen dies die Ärzte. Ich habe jedoch mit einem Mitarbeiter der Firma Hexal gesprochen. Es war ein Arzt, der mit diesen Medikamenten vertraut ist. Er sagte, dass seiner Schätzung nach 90 % aller Risperidon-Verwender unter einer Inkontinenz durch das Medikament leiden.


    Ob Sie dies hier bestätigen können, weiß ich nicht. Jedoch halte ich es durchaus für glaubwürdig. Bei mir hat sich dies auch erst nach drei, vier Jahren der Risperidon-Verwendung eingestellt mit der Inkontinenz.


    Da ich abnehmen möchte (bin mittlerweile bei 64 kg wieder angelangt dank guter Ernährung mit Grundnahrungsmitteln, also Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch etc., keine Fertigprodukte und keine Süßigkeiten) und 59 kg erreichen möchte, habe ich mir einen Mini-Hometrainer auch aus Platzgründen geholt, der einfach aus Pedalen besteht.


    Er sieht so aus:


    Mini-Hometrainer


    Damit haben sich sowohl meine Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich (bin zu GdB 90 auch körperlich schwerbehindert) als auch die Inkontinenz gebessert. Die Inkontinenz ist zwar nicht gänzlich verschwunden, jedoch m. E. wesentlich besser.


    Ihnen allen einen schönen Tag!


    Liebe Grüße


    Mermaid :)

  • Da ich Epileptikerin auch bin, kann ich keine alternativen Neuroleptika nehmen.

    seid 1995 sind einige neue Neuroleptika auf den Markt gekommen, vielleicht ist da ja auch ein Wirkstoff für Epileptiker mit dabei. (z.B. Aripiprazol)

    Ich hatte von einen Anderen Medikament auch eine Blasenschwäche bekommen was womöglich mit der einseitigen Wirkung auf Noradrenalin und Dopamin etwas zu tun hat. Besser wurde das indem ich ein SSRI Antidepressivum zusätzlich eingenommen habe welches wiederum auf das Serotonin wirkt. Ich glaube Risperdal sollte man etwa mit Citalopram (einem SSRI) kombinieren können, vielleicht wäre das auch noch eine Möglichkeit um Linderung zu bekommen.

    Bin kein Arzt und kann nur meine persönlichen Erfahrungen da wiedergeben.


    Danke übrigens für den Tipp mit dem Sport !

  • Hallo, bin neu hier. Meine Mutter hat eine schizoaffektive Pschose. Nimmt seit ca. zehn Jahren Psychopharmaka. Bisher hatten wir eine Palette an Medikamenten und stationären Aufenthalten. Zur Zeit wechselt sie zwischen dem Medikament Risperdal und Xeplion. Risperdal macht extrem Müde, da sie es in einer sehr hohen Dosis bekommt, hinzu kommt die Inkontinenz. Xeplion verträgt sie besser, jedoch hatte sie bei der Einnahme sehr starken Haarausfall. Nun stellt die Ärztin sie zur Wahl, das eine oder andere zu nehmen, obwohl sie unzufrieden ist. Gibt es wirklich, noch kein besseres Medikament auf dem Markt mit geringeren Nebenwirkungen. Es ist so ein Teufelskreis. Immer heißt es friss oder stirb. Habe Angst, dass meine Mum sich was antut, weil sie so unglücklich ist mit ihrem Zustand :-(

  • Hi Mary,

    schwieriges Thema bezüglich der Inkontinenz.


    Um das zu reduzieren würde ich zusätzlich ein SSRI Antidepressivum zum Risperidon einnehmen, also da würde sich etwa Citalopram anbieten was eines der Standardantidepressiva ist. Das sollte den Serotoninspiegel erhöhen und damit Nebenwirkungen wie Inkontinenz die etwa von zu hohen Noradrenalinspiegel kommen können ausgleichen.

    Also ich kenne das mit der Blasenschwäche selbst von Medikamenten wie Bupropion die auf das Noradrenalin stärker wirken, wie das beim Risperidon ist weis ich nicht so genau. Citalopram kann man probieren und das sollte auch die Stimmung und Negativen Nebenwirkungen des Risperidons in der hohen Dosis deutlich verbessern.

    Meiner Meinung ein guter Weg um kurzzeitig Besserung zu schaffen.


    Risperidon würde ich übrigens auch nur in kleinen und mittleren Dosierungen empfehlen und bestimmte Restsymptome in Kauf nehmen.



    Am Besten wäre komplett vom Risperidon / Xeplion wegzukommen. Alternativ ist Aripiprazol ein sehr guter Wirkstoff der sehr gut Verträglich ist und bereits ab 5mg gut wirkt auch wenn Dosierungen von 10-15mg üblich sind. Nachteil bei einer schizoaffektiven Psychose können Stimmungsschwankungen sein die durchaus bei Aripiprazol vor allem wenn man es reduziert und absetzen möchte auftreten. Von daher wäre es wichtig das zum Aripiprazol zusätzlich Bupropion (SNDRI Antidepressivum) eingenommen wird um das Affektive (Gefühle/Stimmungsschwankungen etc.) besser abzufangen. Nachteil des Bupropions ist die Blasenschwäche (Inkontinenz) die es gerade in höheren Dosierungen verursachen kann, von daher würde ich so erstmal bei 150mg zum Aripiprazol 5-10mg anfangen und eventuell das Bupropion auf 300mg später steigern. In dem Fall wäre dann auch Citalopram wichtig zusätzlich so 30-40mg aber erst wenn diese beiden Wirkstoffe Aripiprazol(Neuroleptikum) und Bupropion soweit eingestellt sind.


    Bin zwar kein Arzt aber hab bezüglich der Wirkstoffe und so viel eigene Erfahrung sammeln können. So würde ich das zumindest Planvoll angehen.

    Die Untere Medikamentekombination die ohne Risperidon und Xeplion funktioniert sollte deutlich besser verträglich sein und auch die Erkrankung viel besser in den Griff bekommen, so das unter anderem weniger Wesensänderungen und so auftreten und man sich wieder wie vor der Erkrankung fühlen kann mit der Zeit. Also so eine Umstellung macht in jedem Fall Sinn um aber einen größeren Absturz zu vermeiden würde ich erstmal die Situation so entschärfen mit Citalopram zum Risperidon oder Xeplion um das Problem mit der Inkontinenz zu verbessern und das "Ich" bezüglich der Ängste das sie sich etwas antun könnte zu stabilisieren. Das Citalopram ist zwar ein Antidepressivum aber wirkt mehr in dem Fall so wie wenn es einen starken Serotoninmangel ausgleicht der von der hohen Risperdaldosis kommt.

  • Hallo Mary

    ich finde die Antwort von Admin zu umständlich und könnte damit nichts anfangen. Es gibt natürlich mehr Medikamente, die man einnehmen kann, mögen leider manche Psychiater nicht mitmachen, zur not Psychiater wecheln oder in eine Tagesklink gehen.

    Hier hat ist eine Auflistung der Neuroleptika(die Seite fand ich gut): https://www.dr-michael-pelz.de…uroleptikauebersicht.html

    Bedenke aber, es kann sein das andere Neuroleptika andere Probleme machen können, ich selber nehme moderne Neuroleptika.

  • Hallo Mermaid,ich würde an deiner Stelle das Neuroleptikum wechseln,der Admin hat dir hier schon eine gute Alternative aufgezeigt. Abilify ist auch gewichtsneutral und es macht keine Inkontinenz.

    Ein Antidepressiva wie Bupropion kann helfen ,die Negativsymptomatik zu verhindern.

    LG Padre

  • Wegen der Inkontinenz würde ich nur beim Bupropion etwas vorsichtig sein von der Dosis her, dass kann zumindest Blasenschwäche machen, aber der Nutzen überwiegt in meinen Augen wenn man mal davon absieht.
    Citalopram kann anscheinend wegen der Serotoninwirkung diese Nebenwirkungen wie Blasenschwäche etwas abschwächen so von der eigenen Erfahrung her.
    Aripiprazol macht da keine Probleme. Denke das kann zumindest von der Wirkung des Risperidons kommen und der hohen Dosis, beim Bupropion ist es bei mir auch von der hohen Dosis gekommen wobei das übliche Nebenwirkungen sind die wegen dem Noradrenalin vorkommen. War bei mir zwar weniger schlimm aber durchaus ein unangenehmes Gefühl.

    Kommt denke ich viel auf den Zusammenspiel der einzelnen Wirkstoffe an und bei Neuroleptika in hoher Dosis wäre ich auch so schon vorsichtig..


    Aripiprazol fördert auch so die körperliche Fitness, also bei mir war das deutlich besser als mit dem Risperidon, denke so etwas kann auch sich positiv auswirken die beschriebenen Nebenwirkungen.

    Zumindest finde ich es besser wenn man die Ursache in der bestehenden Medikamenteeinstellung sucht als das man dann noch weitere Wirkstoffe bezüglich Inkontinenz oder Nebenwirkungen einnimmt die es kaum braucht, Risperidon ist auch so kein so toller Wirkstoff das man dabei unbedingt bleiben müsste.

  • Hallo, erstmals vielen Dank für die vielen Tipps. Meine Mutter nimmt Risperdal in einer sehr hohen Dosis 75 mg. Dazu nimmt sie Orifil 300 mg morgens und 500 mg abends. Und zum Einschlafen braucht sie Dominal 40 mg. Wieso interessiert es die Ärzte nicht, das man mit so einer hohen Dosis so gut wie garkeine Lebensqualität hat? Ich muss dazu sagen, daß trotz der hohen Dosis, die Verschwörungstheorien meiner Mutter nicht verschwinden. Sie denkt oft, das Verwandte und Ärzte sich gegen sie verschwören. Sie ist aber nicht aggressiv und ansonsten eine liebe Frau. Also denke ich als Laie würde einen niedrigere Dosis auch langen. Sie hat mir mal gesagt im KH hat sie ein Medikament erhalten, das so ähnlich wie Annemarie geheißen hat, leider weiß sie den genauen Namen nicht mehr. Es ist unglaublich, was für Nebenwirkungen man durch Risperdal hat. Gewichtzunahme, Wassereinlagerungen extremst an den Beinen. Sehr starke Müdigkeit. Habe oft das Gefühl, den Ärzten ist man egal, sie müssen ja diese Medis nicht einnehmen.

  • Abilifiy verträgt sie leider nicht. Wie so viele andere Medikamente. Sie leidet schon seit über 10 Jahren an dieser Krankheit. Hoffe irgendwann, kommt ein Medikament mit großer Wirkung und weniger Nebenwirkungen auf den Markt. Es muss doch noch irgendwas anderes geben...

    • Gäste Informationen
    Hallo,
    gefällt dir der Thread, willst du was dazu schreiben,
    dann melde dich bitte an.
    Hast du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst du
    das Forum uneingeschränkt nutzen.