• Hallo bin neu hier hatte vor 3 Jahren meine erste Psychose bin erst nach 2 Jahren Psychose zum Doktor habe mein Studium in der Medizin nun abgeschlossen trotz starker negativ Symptomen. Bin jetzt seit einem Jahr frei von positiv Symptomen wollte mal fragen wie lange die negativ Symptome anhalten vorallem der Libido Verlust genauso wie das bildliche Vorstellungsvermögen ist weg quasi meine Fantasie kommt das wieder oder ist man jetzt fur immer so ? Denke nicht mehr das ich als artzt arbeiten kann oder überhaupt noch arbeiten kann hat jemand jemals von einer kompletten Heilung gehört ? Wurde bei mir durch einmaligen konsum von mdma ausgelöst während mein studium bleibt man jetzt für immer so ? Muss ich jetzt für immer meine Lebensansprüche runterschrauben ? Würde mich über antworten freuen

    Mit freundlichem Grüßen Michl

  • Gewisse Sachen solltest du anpassen, da es für Psychose sogesehen keine Heilung gibt. Gut bei einer drogeninduzierten Psychose mag das vielleicht etwas anders sein.

    Erstmal wäre die Frage an dich, welche Medikamente du zur Zeit einnimmst?

    Negativsymptome etwa kommen von der Erkrankung und von den Medikamenten und lassen sich zum Teil auch nur schwer von den Nebenwirkungen klar abgrenzen. Gegen die Negativsymptome würde ich dir Antidepressiva empfehlen vor allem das Bupropion was auch zur Nikotinentwöhnung eingesetzt wird und sich meiner Erfahrung nach als sehr hilfreich bei Psychose herausgestellt hat. Im Grunde hat Psychose ja auch gewisse Suchtproblematiken und es ist grundsätzlich auch schwer die Neuroleptika abzusetzen die ja eigentlich eingenommen werden sollten.

    Die meisten Neuroleptika wirken stark auf die Libido und dämpfen da was in einen gewissen Maße auch sinnvoll ist, da auch so Emotionales damit gedämpft wird etwa was bei einer Psychose ja auch verstärkt da ist. Das hat mit den Prolaktinspiegel zu tun und ist von Medikament zu Medikament unterschiedlich. Amisulprid wirkt sehr auf den Prolaktinspiegel, Quetiapin und Risperidon Mittelmäßig stark und Aripiprazol kaum - gar nicht. Aripiprazol ist ein neueres Neuroleptikum welches auch so nebenwirkungsarm ist, von daher würde ich dir da zu einer Umstellung hin zu diesen Medikament empfehlen.

    Kleiner Nachteil des Aripiprazols sind Unruhe oder Restsymptome, dagegen soll das oben erwähnte Bupropion zum Beispiel helfen. Weiterer Nachteil ist die fehlende dämpfende Wirkung auf Libido, dafür wäre dann ein weiteres Antidepressivum welches auf Serotonin wirkt Sinnvoll wie etwa das Citalopram was so ein Standard-Antidepressivum ist.
    Wichtig ist das man speziell diese selektiven Antidepressiva einnimmt da trizyklische meist Wechselwirkungen mit den Neuroleptika machen.
    Bupropion wirkt auf Dopamin und Noradrenalin, es wirkt im Grunde andersherum wie die Neuroleptika und steigert eher diese Botenstoffe was die positive Wirkung bei den Negativsymptomen erklärt. Bei einer Psychose gibt es einen Mangel an Dopamin im frontalen Kortex und im Großhirn einen Überschuss.

    Üblicherweise behandeln Ärzte häufig nur den Überschuss und setzen selten Antidepressiva ein, ich persönlich wäre aber ohne diese Antidepressiva(vor allem das Bupropion) nie mehr normal klar gekommen.

    Hier findest du weitere Informationen dazu und die von mir verwendeten Dosierungen:
    Behandlungsvorschlag

    5mg Aripiprazol wäre eine kleine Neuroleptikadosis, wobei das durchaus ein gut wirksames Neuroleptikum ist und bereits ab 5mg gut wirken kann. Da gilt im Allgemeinen eher so wenig wie möglich und so viel wie nötig.

    450 Bupropion (300+150mg) ist dagegen eine recht hohe Dosierung (üblich sind 300mg) , dieses Antidepressivum ist ganz gut verträglich hat aber auch ein paar kleine Nebenwirkungen.

    Um diese Nebenwirkungen auszugleichen und gleichzeitig eine Libido-Dämpfende Wirkung zu haben das Citalopram, was in der Kombi eingenommen sehr nützlich ist.

    Diese Medikamente dann über 1-2 Jahre erstmal so durchgängig einnehmen und später kannst du schauen ob sich vielleicht das Aripiprazol absetzen lässt.
    Bei mir funktioniert das zur Zeit ohne dem Aripiprazol auch ganz gut, wobei sich das vorher Mit und zusammen mit den Antidepressiva erstmal stabilisieren musste. Die beiden Antidepressiva habe ich weiterhin.

    Das wäre meine Empfehlung was du so von den Medikamenten her machen kannst was sehr viel helfen sollte.

    Sonnst wäre es sinnvoll ein paar Gänge herunterzuschrauben und etwa für deinen Späteren Beruf eben die Arbeitszeiten und so möglichst klein zu halten damit da keine Überforderung da ist, also mehr so in Richtung Teilzeitjob sich zu orientieren falls es in die Richtung was als Arzt in einer Klinik oder so gibt.
    Persönlich bekomme ich EM-Rente (Erwerbsminderungsrente) und arbeite zusätzlich auf 450€ Basis, was für mich eine Woche im Monat Arbeit entspricht 34 Stunden etwa.
    Bei einem Studium wird vermutlich noch keine Rentenansprüche da sein, von daher würde ich eben schauen was es da für Grundsicherung oder so etwas gibt damit man eine gewisse Gleichstellung zu den Gesunden hat ohne selbiges leisten zu müssen. Am besten beim Sozialpsychiatrischen-Dienst informieren was für Möglichkeiten da sind.

  • Klar, wegen vieler Pillen sogesehen. Würden die Ärzte die Medikamente richtig und sinnvoll anwenden, würde auch die Lebensqualität steigen, nur sind diese alternativen Antidepressiva oft unerwünscht weil es ja sogenannte Antipsychotika gibt und man eben da grob und hirnlos voneinander trennt.

    reagila ist etwas ganz neues und könnte ähnlich wie Aripiprazol von der Wirkweise her sein, da bin ich aber etwas weniger informiert, eventuell lässt sich das auch mit dem Bupropion und Citalopram sinnvoll kombinieren.
    Zyprexa hatte ich auch schon mal und ist auch so schon ein etwas älteres Atypisches Neuroleptikum was Übergewicht und Diabetes machen kann und eben auch relativ stark auf die Libido wirkt. Das würde ich an deiner stelle auf jeden Fall absetzen und eben schauen ob die Antidepressiva eventuell mit dem Reagila funktionieren oder besser gleich auf das Aripiprazol mit umsteigen, wäre meiner Meinung das einfachste.

    Eben entweder da umstellen und schauen ob es dir dann deutlich besser geht, oder du musst dich mehr oder weniger mit der derzeitigen Situation so abfinden da sich mit den üblichen Medikamenten wenig ändert und alle Neuroleptika gewisse Vor- und Nachteile haben, wenn man diese einzeln einsetzt, zudem wird auch abgeraten mehrere Neuroleptika gleichzeitig einzunehmen, da die Sterblichkeitsrate da zunimmt.

    Also das Aripiprazol in kleiner 5mg Dosis ist gut mit dem Bupropion und Citalopram verträglich und so in meinen Augen (Erfahrungen) gut aufeinander abgestimmt. Dabei ist Bupropion mit einer Dosierung von 300-450mg durchaus hoch dosiert und Citalopram mit 30-40mg auch. Aripiprazol mit 5mg ist niedrig dosiert und da es ein Neuroleptikum ist, würde ich das auch nur in möglichst geringer Dosis einnehmen(ca.5-10mg) . Üblich sind für Aripiprazol zwar 10-15mg als mittlere Dosis aber das mag sonnst was für Gründe haben warum man das so hoch Dosiert zum Teil was auch unter Ärzten unterschiedlich ist.
    Ich hab 5mg von Anfang an bekommen und es wirkt durchaus stark zudem soll die Rezeptorbelegung des Aripiprazol an sich sehr hoch sein, also eher vergleichbar mit den älteren Typischen NLs hat es eine stärkere Wirkung auf den D2 Rezeptor oder so. Ähnlich ist das glaube ich beim Reagila was glaube ich ähnlich wie das Aripiprazol zur 3. Generation Neuroleptika gerechnet wird, also sich etwas von den normalen Atypischen NLs unterscheidet.