Reagila gegen Depression/Negativsymptome, Antriebsschwäche

  • Hallo,


    Ich bin als schizoaffektiv diagnostiziert und nehme seit einigen Wochen Reagila weil ich unter starker Antriebsschwäche leide.

    Zudem habe ich eine Depot Injektion von Xeplion/Paliperidon.

    Mein Psychiater will auf Monotherapie mit Reagila umstellen, da meine Hormonwerte durch das Xeplion etwas aus der Spur gekommen sind und ich 20 Kilo zugenommen habe seit Beginn der Therapie mit Xeplion.


    Dem stimme ich soweit zu.


    Ich stehe noch unter rechtlicher Betreuung regle jedoch das meiste selbst.

    Ich bin vor 2 Wochen aus einer AWO Einrichtung in eine eigene Wohnung gezogen um näher bei meinem Arbeitgeber zu sein.

    Ich arbeite im öffentlichen Dienst und habe die Probezeit bereits überstanden.


    Seit ich fest in der Wohnung bin habe ich vermehrt mit frühmorgendlichem Erwachen und schlechter Stimmung zu kämpfen.

    Ich vermute es liegt daran, dass ich gerade Urlaub habe und daher keinen geregelten Tagesablauf, neben Möbel aufbauen und entnervte Telefonate mit dem Telekomservice zu führen, habe.


    Mein rechtlicher Betreuer ist der Meinung, dass ich aktuell keine Betreuung brauche und würde daher mit mir zusammen die Aufhebung der Betreuung beantragen.

    Er ist sehr kompetent, jedoch passt es mir nicht dass ein anderer Mensch für meine Angelegenheiten verantwortlich ist obwohl ich diese selbst regeln kann.

    Daher kommt mir das gerade recht.


    Nach den ersten Wochen mit Reagila verspüre ich zwar irgendwie eine Besserung und die Rückkehr von Emotionen, aber es hat nicht den Effekt den ich mir erhofft hatte.

    Es soll zwar ein Wundermittel gegen Negativsymptome sein, aber ich glaube ich habe auch noch eine Depression dazu.


    Sozial bin ich ziemlich isoliert. Mit den Kollegen und den Vorgesetzten komme ich ganz gut aus, aber ich habe kein Konzept wie ich neue zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen soll...

    Und das muss ich, da bei meinem letzten Schub Anfang 2017 viel Porzellan zu Bruch ging.

    Dabei habe ich mir auch unfreiwillig einen Betreuer eingehandelt der ziemlich inkompetent war, den konnte ich dann aber auf den jetzigen wechseln mit viel Nachdruck.


    Mein ganz großes Problem ist der Antrieb, ich mache nichts was ich nicht tun muss.

    Keine Hobbies, nichts, das höchste der Gefühle ist mal etwas Musik hören.


    Da kommt man sich ziemlich blöd bei vor.


    Setzt hier vielleicht auch jemand seine Hoffnungen auf Reagila?

    Ich würde mich gern regelmäßig austauschen.


    Ich stehe trotz der Psychose und dem schweren Schub letztes Jahr wieder gut da, aufgeben ist nicht mein Ding.


    Aber ich wäre gerne mehr als ein Hamsterroboter im Hamsterrad.

    Vielleicht geht es ja noch jemandem momentan so.


    Grüße,

    Johannes

  • Reagila ist anscheinend vom Profil her ähnlich wie Aripiprazol. Kein Wundermittel aber durchaus verringerte Nebenwirkungen im Vergleich zu anderen Neuroleptika keine Gewichtszunahme und beim Aripiprazol kann allein eingenommen auch Unruhe auftreten.


    Bei Antriebsproblemen sind spezielle Antidepressiva gut aber können diese Negativsymptome eben auch nur lindern, helfen tut unter anderem wenn man schafft das Neuroleptikum zu reduzieren oder eben nach längerer Zeit der Einnahme dann wieder abzusetzen, was meiner Meinung nur mit Hilfe dieser Antidepressiva klappen kann und anderweitig es eh meistens zum Scheitern verurteilt ist.


    Hier im Forum findest du dazu meinen Behandlungsvorschlag:
    Behandlungsvorschlag


    Xeplion ist kein so dolles Medikament, dass hatte ich auch mal. Die Wirkung gegen Psychose ist zwar gut, aber man ist damit auch sehr dünnhäutig und ich war so gut wie Null belastbar was anstrengende Arbeiten angeht, also das war damals heftig.


    Bin dann auf Aripirpazol umgestiegen was zumindest etwas besser war, zwar hatte ich immer noch Antriebsprobleme aber war vom körperlichen her recht fit also von der Ausdauer und Kraft her. Ähnlich könnte es bei dem neuen Medikament worauf du umgestellt wirst sein.
    Richtige Besserung und die Probleme mit Stimmungsschwankungen habe ich erst mit dem Bupropion erreicht(vorher Duloxetin), Citalopram eben als emotionaler Dämpfer was gerade bei der Medikamentenzusammenstellung Sinnvoll ist.


    Wäre gut wenn du über die Nebenwirkungen und Restsymptome berichten würdest vom Reagila , dann kann ich dir sagen ob das ähnlich wie beim Aripiprazol ist und wenn ja, dann könnten dieses ADs womöglich da auch Besserung ermöglichen( wenn sich das zusammen verträgt etc.)

  • Hallo Johannes92! Da ich bei meiner schizoaffektiven Störung immer noch nach der passenden Medikation suche, bin ich auf Reagila gestoßen und hoffe sehr auf dieses Medikament, wenn ich es denn verschrieben bekomme.

    Kannst du schon sagen, wie es dir damit geht?

  • guten morgen Simone

    ich weiß das viele immer auf die neuesten medikamente hoffen, dabei werden auch diese medikamente nebenwirkungen haben.

    das du schizoaffektiv bist ist aber besser als paranoid zu sein. ich war mal beides, erst paranoid, danach schzoaffektiv.

    welches medikament das beste ist, musst du fast selbst rausfinden, du solltest nur keine dickmachenden neuroleptika nehmen, sei denn du bist eh zu dünn.

    nur auf eines musst du achten, jedes neuroleptika das du bekommst immer 2 wochen lang zu testen.

  • mindestens 2 Wochen testen würde schon eher passen. Also ich finde das man 4 Wochen minimum für eine Umstellung braucht und dann 3 Monate um eine Aussage über die Wirkung oder Verträglichkeit des Medikaments machen zu können.


    2 Wochen ist zu wenig denn da ist gerade mal der alte Wirkstoff draußen und der Neue wirkt, bis sich der Körper drauf einstellt und stabilisiert dauert das schon beträchtlich länger.

  • Hallo Simone ,

    mir geht es sehr gut. Entschuldige dass ich so spät antworte.

    Hatte viel anderes zu tun und habe zum 01.04. einen besser bezahlten Job angenommen.


    Ich denke zur Verträglichkeit kann ich sagen, dass es wegen ähnlicher Verstoffwechselung wahrscheinlich ist, dass du es körperlich verträgst, wenn du Abilify verträgst.


    Abnehmen ist möglich mit dem Medikament und meine Negativsymptome sind komplett weg. Das sagt zumindest mein Arzt.


    Was für individuellen Nebenwirkungen du haben wirst, wird man sehen. Ich habe keine außer einen einzigen erhöhten Leberwert, der nicht als kritisch zu betrachten ist. Sonst finde ich das Medikament super.


    Dein Arzt muss zu anfang eben kontrollieren wie es vom Blutbild her geht. Nach gut 6 Wochen sollte die erste Wirkung zu beobachten sein.


    Laut einem gerichtlichen Gutachten hat sich die Erkrankung übrigens komplett zurückgebildet.

    Daher bin ich auch meine Betreuung wieder los seit 30.04.19.


    Gruß,

    Johannes

  • Hallo Johannes, ich möchte dir auch antworten!

    Ich bin so froh, dass ich endlich wieder ein Forum gefunden habe und endlich mal ein Psychose und kein Schizophrenie-Forum!! Auf FB war ich schon auf ein paar Schizo-Foren.


    Stimmt es wirklich, dass du keine Negativsymptome mehr hast oder sagt das dein Arzt.

    Ich mache auch nur wirklich das was ich machen muss! Für alles andere fehlt mir die Idee/der Antrieb/die Motivation ... ich funktioniere nicht mehr normal. Kann auch nicht mehr genießen oder mich auf etwas schönes freuen... Urlaub oder sowas/Essen genießen/Getränk genießen,... geht gar nichts mehr. Selten genieße ich ein gutes Gespräch mit einer Person.



    Ich wünsche dir wirklich sehr, dass es dir wieder gut geht!!! GLG Maria

    Achja, ich hatte 2017/18 eine Psychose... zum Jahreswechsel. Und seit dem gehts mir so.

  • Hallo Maria ,


    mir geht es wirklich gut was die Psychose angeht.

    Bin froh dass es Reagila gibt.


    Ich genieße ganz normal das Leben. Gespräche führen etc. macht mir überhaupt kein Problem.

    Arbeiten schaffe ich auch ganz normal und den Alltag bewältige ich auch gut.


    Mein Arzt sagt das und ich kann es bestätigen. Und ein gerichtlicher Gutachter hat es wie gesagt auch bestätigt.