Beziehung mit einem Schizophrenen Partner

  • Hallo ihr Lieben, ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, bräuchte allerdings ein paar Ratschläge! Ich war bis Donnerstag in einer Beziehung mit einem Mann der an paranoider Schizophrenie leidet! Allerdings machte er am Donnerstag ohne ersichtlichen Grund, über Whats App Schluss! Er würde mich nicht lieben und könne dies auch nicht, so sehr er es auch versuche...Am Mittwoch haben wir uns noch gesehen und es war alles gut! So was hat er schon einmal gemacht,plötzlich alles beendet kam dann aber wieder! Nun hoffe ich ja immer noch das er wieder zur "Vernunft" kommt. Ist eine Beziehung zu ihm überhaupt möglich? Liegt das an seiner Erkrankung? :(Ich selber leide an keiner psychischen Erkrankung!

  • Behandelt oder unbehandelt? Es klingt danach als würde er keine Medikamente nehmen, so lese ich's zumindest heraus.

    Sollte er also noch Fremdgedanken haben (Sofern er überhaupt welche hat) könnte dies natürlich mit seiner Erkrankung zusammenhängen.


    Schlußendlich passiert sowas aber auch nicht erkrankten Menschen, und ich würde es nicht sofort auf die Schizophrenie schieben.

    Aber am meisten hilft da ein klärendes Gespräch, was Du scheinbar (als es das erste mal schon einmal passierte) nicht mit Ihm geführt hast, aus welchen Gründen auch immer.

    Ich denke, sofern er sich darauf einlässt, kann er Dir ja sagen was seine beweggründe waren.

    MfG,

    dis.

  • Er ist medikamentös eingestellt... Bekommt 1200mg clozapin pro Tag und jede 2. Woche Fluanxol Depotinjektion! Habe ihn um ein Gespräch gebeten, als Antwort bekam ich: er wüsste nicht was es noch zu klären gibt! Also dort kein rankommen! Ich hoffe halt immer noch weil diese Situation schon einmal vorgekommen ist! Wo er plötzlich nichts mehr empfunden hat und einige Tage später wieder doch! Ich empfinde, das er sehr mit seiner Psychose zu tun hat! An einigen Tagen ist kaum etwas zu merken und an anderen wieder mehr!

  • Das haben wir oft getan! Ich bin ihm aber nie auf die Nerven gegangen oder ähnliches mit dem Thema! Er negiert ja das Stimmen hören, allerdings denke ich das er oft damit zu tun hat! Dann zieht er sich oft zurück, hört ständig mit Kopfhörer Musik.. Schüttelt mit dem Kopf oder schaut minutenlang in die Luft! Stimmungsschwankungen sind auch sehr stark!

  • Ist schwierig, wenn er von sich aus behauptet keine Stimmen zu hören, hast Du da wohl keine andere Möglichkeit als Ihm glauben zu schenken, auch wenn sein Verhalten dagegen spricht.

    Rein spekulativ würde ich auch sagen dass er noch damit zu tun hat.


    Aber was will man groß als aussenstehnder machen, ich wünschte ich könnte da weiterhelfen aber ich glaube nicht dass ich dazu in der Lage bin.

    Positiv ist allerdings deine Einstellung zu seiner Erkrankung. Hut ab, viele würden wohl schon früher das Handtuch schmeißen und den Partner aufgeben.


    Vielleicht hört er aber auch keine Stimmen mehr, in akustischer oder Gedanklicher Form, oder aber er kann es nicht mehr auseinander halten.

    Eine Umstellung wäre Ratsam, wenn er denn tatsächlich noch Symptome hat. Aber solange er es nicht äussert, wird's halt schwierig. :/

  • Ich hatte immer einen sehr guten Draht zu ihm... Er meinte ich wäre die einzige bzw. Erste wo er sich wirklich öffnen konnte! Aber jetzt verschließt er sich ja ganz! :(seine Mutter kommt auch nicht an ihn ran...niemals würde ich das Handtuch werfen! Aber jetzt ist die Frage ob er es Ernst meint oder eben aus der Situation heraus.. Weil dann muss ich ja los lassen... Danke für deine Antworten!

  • Man kann das wirklich nicht pauschalisieren.


    So wie jeder Mensch individuell ist, verhält sich auch jeder anders mit Shizophrenie, bzw. erlebt und erfährt Dinge wie kein anderer.

    Das einzige was wir zum großteil gemeinsam haben (auch nicht jeder) ist die Positiv und Negativ Symptomatik.


    Bsp. Positiv Symptom


    Stimmen hören


    Bsp. Negativ Symptom


    Antriebslosigkeit


    Ich hoffe aber inständig dass sich das bei Euch zum positiven Entwickelt, evtl. hat jemand anders bessere Ratschläge als das gewurschte was ich hier fabriziere.:)

  • Man muss ja keine Stimmen hören bei einer Schizophrenie. Ich habe zum Beispiel keine Stimmen aber trotzdem die Erkrankung.


    Partnerschaftliche Beziehungen führen ist für mich persönlich auch sehr schwer. Hab zu viel mit mir selbst zu tun um da was bieten zu können.


    Lisi, vielleicht hat er sich ja in jemand anderen verliebt und kann deshalb gerade keine Gefühle für dich zeigen. Gibt viele Möglichkeiten. Eine Anständige medikamentöse Therapie wäre Sinnvoll, da kann ich hier im Forum meine Erfahrungen nur Weiterempfehlen.


    Persönlicher Behandlungsvorschlag


  • Er bekommt Medikamente! Habe ich oben schon erwähnt! Jetzt stellte sich gestern allerdings raus das er auf seinem Handy mich noch als Hintergrundbild und mich immer noch unter meinem Kosenamen eingespeichert hat! Wenn die Trennung wie er sagt entgültig ist, warum hat er dann noch alles drauf!? Will er doch nur seine Ruhe, weil er mit sich selbst beschäftigt ist? Seine Mutter empfindet auch das er Momentan in einer Krise steckt und in Ruhe gelassen werden will.. Ich bin einfach ratlos...

  • Vielleicht braucht er nur etwas Zeit.


    Naja, es gibt unterschiedliche Möglichkeiten bei den Medikamenten, weist du was er genau einnehmen muss? Also oben im Link das ist keine Standardtherapie sondern etwas angenehmer von den Wirkstoffen her und man sollte mit der Wirkung auch sehr gut hinkommen wenn man das so einnimmt und auf seine Bedürfnisse anpasst.


    Der Wirkstoff ist Aripirpazol wobei es da eben auch andere Neuroleptika gibt die man bei Schizophrenie einnehmen kann. Besonderheit ist dieses Neuroleptikum und zusätzlich zwei Antidepressiva die das ergänzen und gegen die Motivationslosigkeit und Negativsymptome sehr gut sind.


    Also sowas könnte ihn helfen besser mit der Erkrankung klarzukommen.

  • Bei ihm wurde wohl sehr viel ausprobiert!

    Ist jetzt auf 1200 mg Clozapin eingestellt pro Tag und bekommt alle 2 Wochen Fluanxol Depotinjektion...vielleicht brauch er Zeit aber warum wird man denn weggestoßen wenn alles zu viel wird? Ist das eine Schutzfunktion?

  • Vielleicht meinst du Quetiapin ? Da könnten die 1200mg hinkommen. Für Clozapin wäre das wohl sehr viel.


    Fluanxol ist auch was härteres, hatte ich in der Klinik und hat mich sehr verändert vom Wesen her.


    Kann schon gut möglich sein das er damit schwer klarkommt und Betroffene wollen zum Teil so auch ungerne gesehen werden also ziehen sich auch von daher zurück weil sie sich etwa verändert fühlen und Ängste haben.


    Ich würde grundsätzlich umstellen auf ein Atypisches Medikament alleine ohne Fluanxol(typisches (altes) Neuroleptikum) was an sich schon wegen den Spätfolgen(Bewegungsstörungen etc.) sehr riskant ist und es deshalb ja Atypika gibt.


    Von daher glaube ich wäre ihm mit der von mir beschriebenen Kombination besser geholfen da es wirklich mit so wenig wie möglich Neuroleptika in dem Fall ein Verträgliches (Aripiprazol) der 3 Generation. 2. Generation sind die Atypika und Aripiprazol wird schon zur 3. Generation gezählt und wirkt wieder etwas wie die älteren NL.

    Das kann aber Restsymptome und Unruhe machen oder macht Probleme wenn man es allein für sich einnimmt von daher ist es gut eben Antidepressiva zusätzlich einzunehmen die gegen Negativsymptome helfen dann etwa würde er auch fitter werden und hätte wohl auch deutlich mehr Zeit unter die Leute zu gehen oder Beziehung zu führen.

    Zumindest meine Meinung dazu...