Diagnose Schizophrenie

  • Hallo liebe Forenmitglieder,


    ich habe vor 1,5 Jahren die Diagnose Schizophrenie erhalten und komme immer noch nicht damit klar.

    Ich habe erst Abilify genommen und darunter Seh- und Bewegungsstörungen gehabt. Jetzt wird langsam auf

    Seroquel umgestellt. Bisher vertrage ich das Medikament ganz gut. Allerdings kann und will ich die Diagnose

    noch nicht richtig akzeptieren. Würde gerne nach 2 Jahren das Medikament wieder absetzen.

    Habe schon seit 1,5 Jahren mein Studium unterbrochen und fühle mich recht leer und nutzlos.

    Geht es euch mit der Psychose auch so? Oder gibt es auch Leute, die hier sind und ihre Psychose erfolgreich

    überwunden haben?

    Würde mich sehr über Rückmeldungen freuen, weil ich mich so alleine fühle.


    MfG Lanina

  • empfand und empfinde meine Krankheit als Bereicherung. Meine Psychosen waren spannender als das Fernsehprogramm.


    Wenn ich mir ein geregeltes Leben mit Arbeit und abends vor der Glotze vorstelle: Da war es mir tausendmal lieber meine Psychosen auszuleben. Da war immer was los, jede Kleinigkeit hatte eine tiefere Bedeutung und einen Sinn, ich hab spannende und äußerst bildgewaltige Sachen erlebt.


    Jetzt bin ich quasi "gesund", aber viel geht verloren. In meinen Psychosen glaube ich, an Gott, an einen Sinn. Jetzt gibt es die Wissenschaft und die Medikamente. Alles ist leer.


    Ich habe eine Tochter. Das heißt ich muss jetzt funktionieren und "gesund" sein. Wenn sie nicht wäre würde ich wahrscheinlich immer noch keine Medikamente nehmen.

  • In wie fern kommst Du mit deiner Diagnose nicht klar?

    Jeder Arzt würde Dir davon abraten deine Medikamente abzusetzen.

    Ich habe es trotz der Ärzte gewagt, aber ich bin mir auch der Risikien bewusst, bin derzeit Symptomfrei aber sollte erneut eine Episode auftreten, besteht die Gefahr dass ich diesen Zustand nicht nochmal erreichen kann, vollkommen Symptomfrei zu sein.

    Dadurch dass ich aber nur Positives in meiner Episode erlebt habe, hoffe ich sollte es nochmal dazu kommen, wieder ähnlich Positives zu erleben, aber selbst das ist nicht garantiert, es könnte durchaus nach hinten los gehen, so dass ich für die Erkrankung eher typisch Angst bekomme. Ich denke das sollte man nicht ausser Acht lassen und genau abwegen was man möchte.


    Innerhalb der Episode war ich eher Manisch, fühlte mich Wohl, gefordert durch die Gedanken die ich hatte und hatte zum ersten mal in meinem Leben einen tieferen Sinn.

    Nach der Episode fiel ich erstmal in ein noch tieferes Loch, als ich's zuvor schon war, ich sollte realisieren dass all das was mir nahe gelegt wurde nicht der Realität entspricht und ich einfach nur "Fantasiert" habe. (Womit ich heute noch zu kämpfen habe, weil einfach alles zu Schlüssig war, und in meinen Augen einen Sinn ergab)

    Ich denke heute, ist's vergleichbar mit einer Achterbahn fahrt, selten geht es mir gut und ich fühle mich wohl. Häufiger allerdings fühle ich mich wie Du beschrieben hast leer und nutzlos. (So ganz ohne Gedanken auch nicht schwer).

    Ich denke (an der Umsetzung hapert es noch bei mir), dass man sich selbst im Leben einen neuen Sinn geben muss, dem Vergangenen nicht nachweinen sollte, sondern es als zweite Chance im Leben anerkennen sollte, sich anderen Dingen zu widmen und sich Umzuschauen, was einen evtl. Erfüllt.


    MfG,

    dis~

  • Ich habe die Diagnose erst nicht gelaubt und dann mein Medikament abgesetzt, aber dann kam wieder erneut ein Schub. Jetzt nehme ich brav die Medikament, aber quäle mich noch etwas mit den Nebenwirkungen. Ich habe manchmal Sehstörungen und Bewegungsstörungen. Das ist auch mit der Grund, warum ich anfangs das Medikament abgesetzt habe. Aber jetzt versuchen wir eine Tablette zu finden, die nicht diese Nebenwirkungen hervorruft.


    Ich wünsche dir, dass die Medikamentenabsetzung bei dir besser klappt als bei mir.


    Ja, das kenne ich auch, dass das psychotische Erleben einen Sinn ergab, aber leider ist es trotzdem einfach nur Fantasie.

    Es ist gerade schwierig das krankhafte Erleben einfach hinter sich zu lassen. Mich hat das alles tief erschüttert, dass ich überhaupt in so Zustände kommen kann. Heute finde ich nichts mehr Positiv an meiner Erkrankung, obwohl ich mich währenddessen auch gut gefühlt habe. Ich finde es schwierig die Diagnose zu akzeptieren und einfach zu tun als wäre nie etwas passiert, sodass man normal im Leben weiter machen kann.

  • Na ja, darüber lässt sich streiten, ob es Fantasie ist oder eben doch etwas anderes.

    Man entwickelt halt Thesen zu der Thematik und ich glaube einfach nicht an reine Fantasie.

    Ich war eingefleischter Atheist, habe nie einen Gedanken an Gott, Jesus oder irgendeine andere Glaubensrichtung verschwendet.


    Die Psychose hat mein Leben diesbezüglich umgekrempelt.

    Mit dem Sinn im Leben habe ich mich allerdings das ein oder andere mal beschäftigt.


    Und siehe da, die Psychose gab mir, wenn auch keine direkten aber Antworten bzw. Denkansätze, ausgerechnet in dem Themenbereich der mich nie interessiert hat.

    Ich glaube kaum das mein Unterbewusstsein mir Jesus am Kreuze vor die Linse wirft um mich zu bekehren. (Und das war nur das prägnanteste)


    - Dankeschön, ich weiß noch gar nicht was ich davon erwarte die Medikamente abgesetzt zu haben, neue Erlebnisse, Antworten auf gestellte Fragen, meine eigenen Gedanken um mich wieder wie ich zu fühlen?!


    Ich denke auch nicht, dass das möglich ist so zu tun als wäre nie etwas passiert, es ist nunmal ein Teil unseres Lebens, ob im Positiven oder Negativen. Es ist meist prägent und verändert unsere Weltanschauung. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Aber es ist ein wirklicher Umbruch und das Erlebte sitzt erstaunlicherweise so fest im Kopf, ich bin vergesslich. Ich bin sehr vergesslich. Ich kann gar nicht oft genug betonen wie vergesslich ich bin. - Allerdings erinnere ich mich an soviele Einzelheiten aus meiner Psychose, das ist erschreckend für mich weil ich das nicht kenne. Als wären in der Zeit Areale angesprochen worden, in meinem Gehirn die sonst nicht so Aktiv sind.



    Wünsche Dir dass Du ein Medikament (Bzw Medikamenten Kombi) findest, welches am besten gar keine Nebenwirkungen hervorruft bei Dir.

  • Das ist ja schön, dass du die Krankheit so positiv siehst. Mich hat alles eher verstört. Hoffe, dass du weiterhin nur positive Erfahrungen machst, auch wenn das etwas riskant ist die Medikamente abzusetzen. Aber jeder sollte für sich entscheiden, was er tut.


    Ja, das habe ich auch erlebt, dass ich mich an die einzelnen Erlebnisse in der Psychose gut erinnern kann. Aber denke das ist auch der Fall, weil es so etwas ganz Anderes als sonst war, was man erlebt hat.


    Ja, bei mir kam auch Gott vor in den Psychosen, aber ich war davor auch schon gläubig. Habe auch das immer wirklich geglaubt, was ich da so erlebt habe. Nur heute glaube ich nicht mehr daran, dass das wirklich wahr ist, was ich mir da vorgestellt habe.

    Konnte mich von meiner Psychose distanzieren,aber ich kann sie natürlich auch nicht vergessen.

  • Welche Dosis des Abilify hattest du Lanina ?


    Kann durchaus sein das bei höheren Dosierungen so Bewegunsstörungen auftreten. Ich hatte nur 5mg und keine derartigen Nebenwirkungen.


    Zudem habe ich jetzt 2 Antidepressiva die dem eventuell auch entgegenwirken, da bei mir die Nebenwirkungen und Symptome damit nochmal deutlich weniger sind.


    Welche Sehstörungen sind bei dir aufgetreten und wie schlimm waren die Bewegungsstörungen bei dir?


    Ist das jetzt mit dem Seroquel bei dir schon besser?

  • Ich habe jetzt überhaupt kein Abilify mehr, sondern nur noch Seroquel. Bisher hatte ich auch keine Sehstörungen mehr und das Laufen ist auch besser geworden. Ich hoffe, dass das alles so bleibt.

    Das ist schön, wenn dir Antidepressiva helfen. Ich habe das mal bei meiner Ärztin angesprochen, aber sie hat mir davon abgeraten. Naja fühle mich eigentlich auch nicht depressiv.

    Ich hatte immer einen sehr starren Blick, wenn ich eine Sehstörung hatte. Die Bewegungsstörung habe ich auch beim Schreiben gemerkt. Das war schon sehr belastend alles für mich.

    Denke, dass es durch das Seroquel jetzt besser bei mir ist, aber ganz genau kann man das noch nicht sagen. Da muss noch etwas Zeit vergehen.

    Ich hoffe einfach, dass alles endlich mal gut geht. Aber ich weiß auch, dass das nicht so schnell alles geht.

    Fühle mich aber langsam schon besser.

  • Vielleicht hast du später ja die Möglichkeit mit ADs noch etwas zu machen. Diese sollten gegen den Mangel also auch gegen die von dir beklagten Nebenwirkungen helfen.


    Bupropion wirkt im Grunde andersherum als die Neuroleptika und bei einer Psychose gibt es ja einen Mangel und Überschuss an Dopamin. Behandelt wird mit den Neuroleptika meist nur der Überschuss und das kann zu Mangelerscheinungen führen und eben auch diese Bewegunsstörungen erzeugen, Bupropion setzt da an wo eben wenig Dopamin ist ..

  • Würde mich da zumindest keine so großen Hoffnungen machen da Seroquel und andere NLs schon Minussymptome machen, von daher habe ich auch spezielle ADs die dem entgegenwirken...


    Trotzdem ist es gut erstmal zu schauen wie ein Medikament so anschlägt um später auch einen Vergleich zu haben zum Beispiel...


    Hab auch alles erstmal einzeln probiert und dann die unterschiedlichen Komibs bis was geholfen hat und das dann weiterverfolgt..

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