bleibende Schäden

  • Hallo Markus,


    endlich kann ich sagen dass ich es geschafft habe! Ich hatte vermutlich aufgrund der Medikamente (Bupropion, Zeldox, Truxal) einen epileptischen Anfall, danach fühlte ich mich schon etwas besser jedoch kamen die Symptome in einer weniger starken Ausprägung wieder zurück.

    Ich habe meinem Arzt erklärt das ich mich fühle als wäre ich den ganzen Tag betrunken, als hätte ich Scheuklappen auf und kann mich nicht konzentrieren, nicht klar denken, mich auf nichts Definitives konzentrieren. Er war der einzige der mir von Anfang an geglaubt hat, der mich ernst genommen hat, mir das Durchhaltevermögen gegeben hat noch nicht aufzugeben. Er hat mir auch erklärt, dass er den Job als Psychiater schon 40 Jahre macht, aber meine Symptome noch nie gesehen hat, er kann es sich nicht erklären was mein Problem ist, glaubt mir aber dass etwas nicht stimmt, hielt mich für nicht arbeitsfähig. Er konnte verstehen dass ich mich wie ein Versuchskaninchen fühle, weil wir uns an das richtige Medikament herantasten mussten.


    Wir haben die Medikation nun wie folgt umgestellt:

    10/0,5 mg Deanxit

    25 mg Lamictal (bzgl. Epilepsie)

    100 mg Euthyrox (bzgl. der Schilddrüse, wie gehabt)


    Deanxit enthält die Wirkstoffe Flupentixol und Melitracen und wirkt stimmungsaufhellend und angstlösend. Es eignet sich zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen, welche durch Angst, Verlust der Fähigkeit, sich zu freuen, fruchtloses Grübeln, Versagensangst und Schuldgefühle gekennzeichnet sind.


    Bei mir war die Sachlage diese, dass Deanxit zwar meine Konzentration, Merkfähigkeit und Auffassungsgabe erhöht hat und ich mich wieder auf die Gegenwart konzentrieren konnte, aber es war irgendwie alles gefühllos. Das hat das Lamictal dann ausgeglichen.


    Lamictal wird bei bestimmten Epilepsieformen allein oder in Kombination mit anderen Epilepsiemitteln angewendet. Es unterdrückt die Anfälle ganz oder vermindert die Anfallshäufigkeit. Ebenfalls wird Lamictal bei bipolaren Störungen und zur Vorbeugung von depressiven Phasen angewendet.


    Mein Zustand hat sich mit dieser Medikation auf 75 % verbessert, ich bin wieder der Mensch der ich einmal war. Ich verspüre wieder Dinge wie Langeweile in meinem Kopf und muss mir wieder Hobbies suchen *freu*. Ich bin aktiv im täglichen Ablauf, habe viel Energie, etwas wenig Schlaf zwar aber ich denke das wird wieder besser. Da ich bisher auf viele Medikamente sehr paradox reagiert habe, sind wir mit der Erhöhung des Deanxit noch vorsichtig und werden es erst in 2 Wochen erhöhen. Auch das Lamictal werde ich schrittweise erhöhen müssen bis zur Erhaltungsdosis von 100 mg. Ich bin schon gespannt wenn ich meine 100 % Leistungsfähigkeit wieder erreicht habe.


    Langfristig gesehen kann ich Deanxit und Lamictal irgendwann absetzen, da beides eine nachhaltige Veränderung bringt.


    Gefühlt ist meine Sichtweise die, dass ich extrem sauer auf die Klinik bin, da sie mich beim 2. Aufenthalt als Hypochonder wahrgenommen haben, mir kein Wort geglaubt haben, geschweige denn versucht haben mir zu helfen. Für sie war alles nur gespielt oder reine Einbildung. Ich möchte am liebsten meine gesamte Krankenakte löschen lassen, aber leider wird sich das nicht komplett machen lassen. Ich fühle mich gesamtheitlich betrachtet alleine, obwohl es viele Menschen gab die mir zugehört haben, die Situation mit mir durchgestanden haben, für mich da waren und dafür bin ich dankbar, aber mit dem was passiert ist muss ich schlussendlich alleine leben. Niemand kann mir die Peinlichkeit in der Klapse gewesen zu sein, psychotischen Unsinn erzählt zu haben nehmen. Niemand kann mir die Wut über die ärztliche/pflegerische Behandlung bzw. Reaktion nehmen. Niemand der die Krankheit nicht selbst hatte kann nur annähernd verstehen um welchen Zustand es sich handelt. Seit meinem letzten Therapeutentermin habe ich das Gefühl, er macht seinen Job, er hört zu und weiß alles besser aber er versteht meine Gründe nicht annähernd und interessiert sich auch nicht wirklich dafür. Er geht am Ende des Tages nach Hause und lässt glücklich mit seiner Familie seinen Tag ausklingen und ich bin ihm scheißegal.


    Es ist als wäre im März 2017 ein Autounfall passiert und ich war seither ein Jahr lang im Schockzustand. Ich habe zwar irgendwie mitbekommen dass es Verletzte gibt, habe mein kaputtes Auto gesehen aber es war alles nicht wirklich real. Jetzt bin ich endlich aus meinem Schockzustand aufgewacht und sehe den Scherbenhaufen der vor mir liegt. Ich muss mit 27 nochmal von ganz vorne anfangen, habe ein Jahr meines Lebens verloren, an das ich mich nicht viel erinnern kann. Ich muss erst wieder etwas Geld zusammenkratzen um mir ein neues Auto zu kaufen und die Lage an sich ist wie sie eben nach einem Unfall ist, aber jetzt habe ich die Kraft wieder aufzustehen. Es gibt Dinge auf die ich mich sogar freue wie z.B. einen neuen Partner kennenzulernen und eine glückliche Beziehung zu führen in der Kinder irgendwann auch mal eine Option sind (was bisher nicht der Fall war).


    Wie gesagt, es ist noch nicht perfekt, aber ich bin von 0 auf 75 % gesprungen und es läuft in die richtige Richtung. Ich bin heilfroh, dass ich endlich aufgewacht bin, dass mir tatsächlich jemand helfen konnte und meine SM-Versuche nicht funktioniert haben.


    Im Nachhinein gibt es Lied das ich hierzu ganz passend finde: Wincent Weiss - An Wunder

    Ey, es wär' schön blöd, nicht an Wunder zu glauben

    Und es wär' zu schön, um es nicht zu riskieren

    Und auch wenn dir zu viel entgegensteht

    Wir wissen eigentlich, wie's besser geht

    Ey, dann wär' schön blöd, nicht an Wunder zu glauben

    Ey, nicht an Wunder zu glauben

    Ich wünsche allen denen so etwas passiert ist von Herzen, dass sie jemanden finden der helfen will und kann. Ich möchte alle dazu ermutigen, nicht aufzugeben und daran zu glauben dass es jemanden gibt der helfen kann. Es wird wieder besser, das Leben ist nach einer Psychose nicht vorbei, es ist verändert und Veränderung kann auch was Gutes bedeuten. Ich glaube im Moment einfach daran meinen Prinzen noch kennenzulernen. Ich hatte einen Fiat Punto, aber mein Ziel ist ein Mercedes A-Klasse AMG. Ja ich bin ein Optimist, und vielleicht wird es nicht so perfekt wie ich es mir gerade vorstelle, aber ich glaube an die Macht von Träumen bzw. Plänen.

  • Hallo Little

    Das mit dem Auto ist also nur ein Vergleich... passt schon gut ..


    Das mit dem epileptischen Anfall würde mir interessieren ob das wirklich einer war und was dein Arzt dazu gesagt hat?


    Hab mal geschaut was Deanxit ist und da ist ja Flupentixol also Fluanxol also ein hochpotentes Neuroleptikum mit drin. Melitracen ist anscheinend ähnlich dem Amitiptylin ein trizyklisches AD.


    Klingt interessant.


    Lamictal verständlicherweise wegen der Epilepsie. Mir würde interessieren wie diese bei dir sich angefühlt hat und was du davon mitbekommen hast?


    Finde es schade das es mit den vorherigen Medikamenten weniger gut geklappt hat.

  • Bin weniger begeistert davon, aber dein Arzt wird schon Recht haben. Bupropion ist aber bei Epilepsie Kontrainduziert und von daher kann ich dir da kaum weiterhelfen. Ohne diesen Wirkstoff sehe ich eben keine Alternative die einen von den Neuroleptika wegbringt.


    Deine Erfahrung vorher interessiert mich auch weil die Nebenwirkung der Epilepsie mit vom Bupropion gekommen kann kann. Vielleicht hat sich das auch weniger gut mit deinen anderen Beiden also dem Zeldox und Truxal vertragen. Da eine richtige Epilepsie schon eine ernsthafte Nebenwirkung sein kann interessiert mich was genau passiert ist.

  • Hallo Markus,


    Ja es war ein Grand Mal anfall, d.h. tatsächlich ein großer Anfall an den man sich auch nicht erinnern kann. Ich bin einfach umgefallen, hab die Augen verdreht und gekrampft und mir dabei Ne ordentliche Platzwunde am Kopf geholt. Danach hatte ich 2 Tage Muskelkater obwohl der Anfall gerade mal 3 Minuten gedauert hat. Ich war zwar dann irgendwann wieder wach kann mich aber an die Zeit im Krankenwagen nicht erinnern, die Erinnerung setzt erst ca. Eine Stunde nach dem Anfall wieder ein, aber das sei normal. Die Ärzte haben 3 mögliche Szenarien als Anfallursache in Betracht gezogen: Medikamente (Bupropion, Truxal, etc.), Schlafmangel (in der Nacht davor) oder Aufregung (direkt vor dem Anfall). Für die Ärzte ist der Epi unbestritten.


    Bei Deanxit fühlt es sich sehr antriebssteigernd an, und auf der anderen Seite wird der Kopf um vieles ruhiger, mir war am Anfang richtig langweilig im Kopf. Das Lamictal hingegen macht Müde, was aber lt. internetberichten eine Nebenwirkung ist, die wieder verschwinden sollte. Bupropion wurde gleich nach dem Anfall abgesetzt.

    Es geht mir mit diesen Medis (deanxit, lamictal, euthyrox) relativ gut, es sind ca. 75 % und ich wünsche mir dass es auf jeden Fall mehr werden, aber irgendwie habe ich den Verdacht dass die Psychose an sich gewisse Ansichten/Wahrnehmungen einfach verändert hat und das vielleicht nie mehr ganz wird wie es mal war. Wie gesagt die Merkfähigkeit und Konzentration ist gestiegen und das gibt mir schon mal Hoffnung.


    Ehrlich gesagt will ich garnicht bis nächste Woche mittwoch warten um Deanxit zu erhöhen, ich will dass es jetzt schon besser wird.

  • Hast du das Zeldox abgesetzt vor den Anfall?


    Die Ärzte haben 3 mögliche Szenarien als Anfallursache in Betracht gezogen: Medikamente (Bupropion, Truxal, etc.), Schlafmangel (in der Nacht davor) oder Aufregung (direkt vor dem Anfall). Für die Ärzte ist der Epi unbestritten.


    Kann schon vom Bupropion kommen wenn man danach geht ist diese Nebenwirkung ja aufgeführt aber eher selten oder unwahrscheinlich.


    Schlafmangel und Aufregung klingt danach das du das Neuroleptikum abgesetzt hast, das könnte auch ein Grund sein oder eben das da von den Wechselwirkungen sich was weniger gut vertragen hat.


    Gute Besserung. Wird schon wieder und ist ja zum Glück nix schlimmeres passiert.

    Ehrlich gesagt will ich garnicht bis nächste Woche mittwoch warten um Deanxit zu erhöhen, ich will dass es jetzt schon besser wird.

    Eine Psychose ist eine Angelegenheit für Jahre oder man hat das ein Leben lang. Da kommt es auf eine Woche kaum an. Also kein Risiko eingehen, so Medikamenteumstellungen bedeuten auch Stress und hat seine Gründe warum die NLs eingeschlichen werden sollen. Dein Arzt wird schon das Richtige machen.

  • Ich glaub ich bin da wirklich eine von Wenigen die diese sehr seltene Nebenwirkung bekommen haben (obwohl lt. Packungsbeilage die Anfallsschwelle herabgesetzt wird, was einen Anfall begünstigt). Nein ich habe keine Medis vor dem Anfall abgesetzt, es gab keine medikamentöse Veränderung in den letzten 2 Wochen. Naja zu 100 % kann man nicht sagen woher der Anfall wirklich gekommen ist.


    Schlafmangel ist bei mir auch ein Symptom der Schilddrüsenmedis, es ist nicht nur bei mir so, sondern es wird auch im Internet von ca. 2 Jahren gesprochen an denen man sich an diese Medikamente gewöhnen muss, was mich schlussendlich natürlich auch etwas irritiert. Lt. den Ärzten im April 2017: sie haben noch nie solche Auswirkungen aufgrund der Schilddrüse gesehen!


    Ja es ist nichts schlimmeres beim Epi passiert, aber ich sollte aus ärztlicher Sicht nun 6 Monate nicht Autofahren und muss trotzdem jeden Tag 100 km zur Arbeit fahren. Der Führerschein wird mir zwar nicht entzogen, aber wenn etwas passiert wird die Versicherung definitiv aussteigen, was im Endeffekt ein großes Risiko ist und ich hoffe wirklich dass nichts passiert.


    Ja du hast recht, ich werde auf den Arzt hören und Deanxit frühestens Montag nächster Woche erhöhen.

  • Kann sein das sich da in der Kombination etwas weniger gut vertragen hat. Das mit dem Schlafmangel denke ich auch das dieses Risiko steigert und Schlafmangel kann auch durch Wechselwirkungen entstehen.


    https://www.drugs.com/interact…hp?drug_list=440-0,2330-0


    Zitat
    BuPROPion kann selten Anfälle verursachen , und die Kombination mit anderen Medikamenten, die auch Anfälle wie Ziprasidon verursachen können, kann dieses Risiko erhöhen. Sie sind möglicherweise anfälliger, wenn Sie älter sind, Alkohol- oder Drogenentzug haben, Anfälle in der Anamnese haben oder eine Erkrankung des zentralen Nervensystems wie z. B. einen Hirntumor habenoder Kopftrauma. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Fragen oder Bedenken haben. Ihr Arzt kann möglicherweise Alternativen verschreiben, die nicht interagieren, oder Sie benötigen möglicherweise eine Dosisanpassung oder eine häufigere Überwachung durch Ihren Arzt, um beide Medikamente sicher zu verwenden. Sie sollten den Gebrauch von Alkohol vermeiden oder einschränken, während Sie mit diesen Medikamenten behandelt werden. Vermeiden Sie auch Aktivitäten, die geistige Aufmerksamkeit erfordern, wie Fahren oder Bedienen gefährlicher Maschinen, bis Sie wissen, wie sich die Medikamente auf Sie auswirken. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente informieren, die Sie einnehmen, einschließlich Vitamine und Kräuter. Hören Sie nicht auf, irgendwelche Medikationen zu verwenden, ohne zuerst mit Ihrem Doktor zu sprechen.


    Ich hab das Bupropion mit Aripiprazol kombiniert was anscheinend gut funktioniert und den Schlaf bei mir gefördert hat. Bupropion allein nimmt einen den Schlaf und macht wach(kann), von daher gut möglich das dies einen dann zuviel wird und das so einen Anfall begünstigt gerade wenn man gar keine weiteren Medikamente einnimmt die dämpfen. Hab selbst ein paar Absetzversuche gemacht und musste dabei in die Klinik. Ohne Krampfanfall. War da auch zu lange Wach über 2 Tage und hatte eine Lungenentzündung.


    https://www.drugs.com/interact…php?drug_list=440-0,233-0

    Zitat

    Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie buPROPion zusammen mit ARIPiprazol anwenden . Die Kombination dieser Medikamente kann das Risiko für Krampfanfälle erhöhen , die bei beiden Medikamenten selten auftreten. Darüber hinaus kann BuPROPion die Blutspiegel von ARIPiprazol erhöhen, was andere Nebenwirkungen verstärken kann. Sie werden wahrscheinlich häufiger Anfälle mit diesen Medikamenten erleben, wenn Sie älter sind, Alkohol oder Drogenentzug haben, Anfälle in der Anamnese haben oder einen Zustand haben, der das zentrale Nervensystem betrifft, wie zB einen Hirntumoroder Kopftrauma. Ihr Arzt kann möglicherweise Alternativen verschreiben, die nicht interagieren, oder Sie benötigen möglicherweise eine Dosisanpassung oder eine häufigere Überwachung durch Ihren Arzt, um beide Medikamente sicher zu verwenden. Sie sollten die Verwendung von Alkohol während der Behandlung vermeiden oder einschränken. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente informieren, die Sie einnehmen, einschließlich Vitamineund Kräuter. Hören Sie nicht auf, irgendwelche Medikationen zu verwenden, ohne zuerst mit Ihrem Doktor zu sprechen.

    Also da gibt es das Risiko auch wobei ich eher glaube das Risiko wird größer wenn man zu schnell die Neuroleptika absetzt und den Körper damit zu sehr stresst.

    Habe das Aripiprazol doch absetzen können und habe dafür Bupropion mit einen weiteren Antidepressivum Citalopram kombiniert und was wichtig ist Baldrian dazu eingenommen. Seitdem klappt es bei mir ganz ohne NLs was anderweitig immer nur eine gewisse Zeit gutgegangen ist und ich dann Schlafstörungen bekommen habe und sehr unruhig wurde.




    Ich glaub ich bin da wirklich eine von Wenigen die diese sehr seltene Nebenwirkung bekommen haben (obwohl lt. Packungsbeilage die Anfallsschwelle herabgesetzt wird, was einen Anfall begünstigt). Nein ich habe keine Medis vor dem Anfall abgesetzt, es gab keine medikamentöse Veränderung in den letzten 2 Wochen. Naja zu 100 % kann man nicht sagen woher der Anfall wirklich gekommen ist.

    Das Risiko soll trotz allem eher gering sein bei den üblichen Dosierungen des Bupropions. Ich glaube es kann sein das Ziprasidon sich weniger eignet oder auch wegen des Schilddrüsenmedikaments da irgendwo Wechselwirkungen da gewesen sind. Atypische Neuroleptika wie das Ziprasidon wirken etwas anders auf die Botenstoffe und Aripiprazol ist zwar ein atypisches Neuroleptikum welches aber mehr wie die typischen NLs wirkt da die Wirkung stärker auf die D Rezeptoren wirkt. Das Deanxit was du bekommst hat auch den Wirkstoff des hochpotenenten Fluanxols was ein älteres typisches Neuroleptikum ist.


    Weist du welche Dosierungen du da von den Wirkstoffen hattest?


    Also ich glaube das es mit am Bupropion gelegen sein kann was ich dir ja empfohlen habe. Ziprasidon senkt die Anfallsschwelle auch und das kann sich ja dann auch steigern wenn man Pech hat oder andere Risiken da sind.


    Schlafmangel ist bei mir auch ein Symptom der Schilddrüsenmedis, es ist nicht nur bei mir so, sondern es wird auch im Internet von ca. 2 Jahren gesprochen an denen man sich an diese Medikamente gewöhnen muss, was mich schlussendlich natürlich auch etwas irritiert. Lt. den Ärzten im April 2017: sie haben noch nie solche Auswirkungen aufgrund der Schilddrüse gesehen!

    Mit Schilddrüsenmedis bin ich überfragt. Schlafmangel ist ebenso ein Problem des Bupropions und vielleicht lag es auch mit an so einer Wechselwirkung.


    Ja es ist nichts schlimmeres beim Epi passiert, aber ich sollte aus ärztlicher Sicht nun 6 Monate nicht Autofahren und muss trotzdem jeden Tag 100 km zur Arbeit fahren. Der Führerschein wird mir zwar nicht entzogen, aber wenn etwas passiert wird die Versicherung definitiv aussteigen, was im Endeffekt ein großes Risiko ist und ich hoffe wirklich dass nichts passiert.

    Das ist wichtig und schön zu hören das nix Schlimmeres passiert ist ! Mein Vater hatte mal einen Eip Anfall wegen Gehirntumor und das ist schon heftig. Da wenn man Auto fährt hat man definitiv ein Problem.

    Bupropion steigert das Risiko normal erst ab größeren Dosierungen etwa 450mg und ab 600mg steigt dieses Risiko deutlich an. Da die heutigen Medikamente Retardtabletten sind also der Wirkstoff sich langsam freisetzt und normal zwischen 150-450mg nur eingesetzt werden sollen sollte das Risiko minimal sein. Hab da den Fact-Sheet vom Hersteller gelesen wo das Risiko bei 0,1 %(0,09) liegt und das Risiko unter Placebo auch bei 0,1% (0,06-0,08) liegen soll was im Grunde ein minimaler Unterschied ist. (Muss ich mal suchen)

    Das Risiko ist demnach bei den üblichen Dosierungen kaum da aber hängt auch mit von anderen Dingen ab, wie Wechselwirkungen etc.


    Das mit den 100 km zur Arbeit ist meiner Meinung nach zu viel. Unabhängig von den Krampfanfällen was da durchaus ein großes Risiko ist führen die üblichen Medikamente vermehrt zu Müdigkeit und sedieren. Da auf so einer langen Strecke aufmerksam genug zu sein und vor allem auch wach finde ich von meinen Erfahrungen mit den Neuroleptika schon schwierig. Die Psychose ist ja auch so eine schwerwiegende Erkrankung, also da würde ich an deiner Stelle auch mal über Erwerbsminderungsrente schlau machen. Die bekommt man normal bei einer Psychose und kann dazu einen 450€ Job machen. Da steht man zum Teil finanziell ebensogut wie vorher da und hat mehr Zeit sich um die Sachen zu Hause sich zu kümmern die aufgrund der Erkrankung schwerer Fallen.


    100km auf Dauer (ich hoffe mal hin und Rückfahrt zusammen) ist meiner Meinung zuviel. Wielange brauchst du von der Zeit her?


    Also würdest du dir etwa eine Erwerbsminderungs-Rente holen, würdest du etwas weniger als das bekommen was du mit 67 als Altersrente hochgerechnet bekommen würdest und könntest dazu einen 450€ Job machen, was sicherlich von den Stunden und Entfernung her wesentlich einfacher für dich ist.


    Dir kann ja auch so was passieren mit dem Autofahren und das ist bei einer Psychose wirklich vom Risiko her hoch. Ich hab ja auch Neuroleptika eingenommen und war aufgrund dieser Negativsymptome die auch dadurch begünstigt werden unaufmerksam und hab schnell mal was übersehen. Auch wenn nix schlimmes zum Glück passiert ist.

    Da ist Bupropion das wach macht wieder praktisch da man wach und konzentriert ist also ähnlich wie es sein sollte. Da müssen aber auch die Medikamente gut aufeinander abgestimmt sein und normal bekommt man soviel Neuroleptika das man eher müde ist.

  • also wie gesagt zu 100 % können die Ärzte es nicht den Medikamenten zuschreiben, es ist jedoch sehr wahrscheinlich und ich muss sagen dass ich nicht Medizin studiert habe und ich glaube auch nicht dass du das hast, daher ich überlasse ich die Ursachenforschung in Sachen Epilepsie den Neurologen!

    Auch wenn etwas nicht sehr wahrscheinlich ist, muss es nicht heißen, dass es sowas nicht gibt (es gewinnt auch immer wieder jemand im Lotto und die Wahrscheinlichkeit ist nicht gerade groß!).

    Auch Wechselwirkungen mit den Schilddrüsenmedikamenten sind nicht Ursache, dass kann ich dir jetzt schon sagen.


    Ich weiß nicht ob ich schon mal erwähnt habe, dass ich sehr paradox auf Psychopharmaka und Neuroleptika reagiere, also kann man nicht davon ausgehen, dass die Anfallsquote erst ab einer Dosis von 450-600 mg Bupropion steigt, sondern dass kann schon viel früher der Fall sein.


    Naja und ich muss so sagen, bei mir wurde die Psychose durch Schilddrüsenhormone ausgelöst und haben eher unwahrscheinlich ein psychische Ursache. Dazu gibt es im Internet auch Berichte, dass Schilddrüsenpatienten fälschlicherweise in der Psychiatrie gelandet sind.


    Der gestrige Arztbesuch in der Klinik ist zwar nicht wirklich erhellend gewesen, da die derzeitige Diagnose immer noch unklar ist aber mit dem jetzigen Medikament (Deanxit 0,5/10 mg) sind wir auf dem richtigen Weg.


    Die Depressionen im Herbst sind auch nur deswegen zustande gekommen, da der Zustand der Verwirrung nicht aufgehört hat. Der Arzt ist jedenfalls optimistisch, dass ich die Deanxit und die Lamectal irgendwann wieder absetzen kann.


    Wir haben Deanxit nun auf 1/20 mg erhöht und der Zustand verbessert sich meiner Ansicht nach auf 85 % des Zustand des Normalsein das ich gewohnt bin. Meine Reaktionen werden wieder wie ich sie von früher kenne.


    Was ich von Internet-Erfahrungen gelesen habe, haben mehrere Schilddrüsenpatienten Probleme sich an Thyrex oder Euthyrox etc. zu gewöhnen, was bis zu 2 Jahre dauern kann. Ich habe also jetzt ein Übergangsmedikament, dass mich durch die 2 Jahre führt und danach hoffe ich dass ich es absetzen kann, wobei ich ja mittlerweile ein Jahr bereits geschafft habe.

  • Gut. Ich hab das Thema dann mal nach "Intern" verschoben da ich denke das es eine Sache zwischen dir und deinen Neurologen ist und hier keine Spekulationen dieser Art reingehören.


    Psychosen können klar auch von Medikamenten ausgelöst sein, aber auch das mit den Schilddrüsenmedikamenten klingt weniger plausibel und da klammerst du dich an etwas fest was du irgendwo im Internet gelesen hast.


    Wenn du wirklich eine Epilepsie hattest, dann lag es wohl an der Kombination dieser 3 Medikamente Bupropion, Ziprasidon und dem Schilddrüsenmedikament, da treten eben Wechselwirkungen auf und Bupropion und Ziprasidon können zu Krampfanfällen führen, da dein Schilddrüsenmedikament deiner Meinung nach wach macht kann sich das mit dem Bupropion welches auch wach macht beißen und wenn der Körper keinen Schlaf oder Entspannung findet dann sind meiner Erfahrungen nach auch so Anfälle wahrscheinlicher. Ich hatte selbst auch wegen der Bupropioneinnahme einen Rückfall da ich es zu lange ohne Neuroleptikum versucht habe und Tage lang nix geschalfen habe.


    Also das sind eben eigene Erfahrungen, aber was den Umgang mit Medikamenten angeht sind diese oft plausibler und aussagekräftiger als das was man von Ärzten erfährt.


    Ich hatte selbst auch mal Olanzapin zum Bupropion eingenommen und da schien das Bupropion weniger günstig gewesen zu sein und die Wirkung des NLs sich abgeschwächt zu haben. Da ich das aber nur kurz hatte ist das weniger Aussagekräftig und kann auch Einbildung gewesen sein. Aripiprazol wirkt eher wie die älteren typischen Neuroleptika stärker auf die D2 und D3 Rezeptoren was vielleicht erklärt das dieses Medikament sich besser eignet und den Schlafstörungen des Bupropions entgegenwirkt.


    Ziprasidon ist wieder mehr wie die anderen Atypischen Neuroleptika und könnte von daher ungünstig sein und sich so das mit dem Anfall und Schlaflosigkeit erklären lassen.


    Eben Spekulation meinerseits da ich dir ja auch das Bupropion empfohlen habe liegt es auch in meinen Interesse zu wissen ob es davon gekommen ist.


    Der gestrige Arztbesuch in der Klinik ist zwar nicht wirklich erhellend gewesen, da die derzeitige Diagnose immer noch unklar ist aber mit dem jetzigen Medikament (Deanxit 0,5/10 mg) sind wir auf dem richtigen Weg.


    Die Depressionen im Herbst sind auch nur deswegen zustande gekommen, da der Zustand der Verwirrung nicht aufgehört hat. Der Arzt ist jedenfalls optimistisch, dass ich die Deanxit und die Lamectal irgendwann wieder absetzen kann.


    Wir haben Deanxit nun auf 1/20 mg erhöht und der Zustand verbessert sich meiner Ansicht nach auf 85 % des Zustand des Normalsein das ich gewohnt bin. Meine Reaktionen werden wieder wie ich sie von früher kenne.

    Deanxit hat anscheinend den Wirkstoff vom Fluanxol was ja ein hochpotentes typisches Neuroleptikum ist, was auch zur Akutbehandlung in den Kliniken zum Einsatz kommt. Das ist ein starker Wirkstoff der gegen das Psychotische gut wirken sollte. Diese älteren Neuroleptika haben deswegen auch Risiken und kommen heute eher in der Akutbehandlung zum Einsatz weil etwa häufiger Bewegungsstörungen und so auftauchen mit der Zeit etwa.


    Schön wenn dein Arzt da optimistisch ist, wobei es bei einer Schizophrenie also chronischen Psychose meist auf eine längerfristigen Einnahme hinausläuft und du dich da mit dem Schilddrüsenmedikament durchaus an eine Hoffnung festklammerst die sich als Irrtum herausstellen kann. Also ich würde mich da keine so großen Hoffnungen machen aber wäre klar schön wenn es daher kommt und es dir dann leichter fällt von den Medikamenten wegzukommen.


    Du hast später ja immer noch viele Möglichkeiten und gibt ja einige Wirkstoffe die bei Psychosen helfen. Braucht alles seine Zeit und Ruhe. Bezüglich der 100km die du täglich zur Arbeit fahren musst wäre es eine Überlegung wert wenn du dich über die Möglichkeit einer Erwerbsminderungsrente schlau machst. Der Sozialpsychiatrische-Dienst kann einen da helfen oder auch der Arzt. Meiner Meinung würde dir dieser Freiraum zustehen und so hättest du bei einer befristeten Rente die Möglichkeit einen 450€ Job zu machen und könntest eventuell dir auch einen anderen Job suchen wo du nur Kurzstrecken fährst oder eben nur ein paar Tage die Woche.


    Also keine Scheu da nach Hilfsangeboten zu fragen, die stehen dir zu und so eine Erwerbsminderungsrente wird auf 67 hinausgerechnet also wie wenn du deinen derzeitigen Job und die hinausgerechnete Rente erhälst. Etwas darunter liegt die Rente und müsste auf deinen Rentenbescheid stehen wie hoch die Erwerbsminderungsrente ausfällt.