äussere körperliche Einflüsse auf Psychosen

  • Hallo,
    ich suche andere persönliche Erfahrungen von Psychoseerfahrenen und hab mich zu dem Thema das erste Mal in einem Board angemeldet. Ich bin, seit ich siebzehn bin, immer wieder erkrankt. Nun bin ich 38 und derzeit wieder in einer längeren akuten Phase - mindestens sechs Monate - da der Übergang ja schleichend ist, weiß ich nicht genau wann es richtig los ging. Ich muss dazu sagen, dass ich zwar am Anfang mit 18 und 19 mal zwei Wochen, dann nochmal eine Woche in einer Klinik war, sonst aber überhaupt keine bis kaum Erfahrung mit Medikamenten oder psychologischer Hilfe habe. Nach einem halben Jahr (Höllen)Qual, war meistens alles wieder im Lot.


    Wie schon in frühren Phasen, versuche ich die Ursachen für Gedankenrasen, Beziehungswahn und andere Wahngedanken zu finden. Auch dieses Festhängen in Stimmungen - kennt sicher jemand, dieses bedrohliche Gefühl in der Aufmerksamkeit - von weiß der Geier was oder wem - zu stehen auf den man sich gerade fixiert.
    Angst zu haben, andere merken Stimmungen, Emotionen oder verrückte, einem selber peinliche Gedanken.
    Blöderweise ist es ja so, dass man in einer Phase einfach nicht glauben kann, dass es alles nur Einbildung oder höchstens im realistischen Maß Wirklichkeit ist. Trottet man wie ein ängstlicher Schluck Wasser durch die Welt, schauen die Leute halt blöd oder reden als Nachbarn über einen, wenn man in einer Lebenssituation ist, die nicht der Norm entspricht (...und es einen selber extrem stört) -> gestörte Wahrnehmung durch ein minderwertig empfundenes Selbstbild.


    Was mir aufgefallen ist, ist dass meine Atmung, auch durch die Angst, nicht gut ist. Ich halte oft die Luft an und atme unregelmäßig - oft habe ich den Eindruck, dass durch normalen Stress oder existierende, berechtigte Ängste wie Zukunftsangst oder Geldsorgen, schlechte Atmung, dann kurze Zeit später zu Wahngefühlen führt.
    In dem Zusammenhang, wüsste ich auch gerne, ob Rauchen und damit Durchblutungsstörungen einen Einfluss haben können, oder von euch so wahrgenommen werden? Habe ich Psychostress, im Sinne von Angst bis Panik, rauche ich mehr bis viel mehr und das macht eigentlich alles nur noch schlimmer. Manifestiert auch Wahnhaftes. Gedankengebilde die ich dann wieder einreissen muss. Ich habe auch immer ein Druckgefühl in den Schläfen und der Stirn, oder leichtes Fiepen in den Ohren, ist mir aufgefallen. Wüsste gerne, ob dieser Druck an der Schläfe auch jemand bekannt ist.
    Der Grund warum ich das frage ist, dass ich Phasen fast völliger Gesundheit hatte, in denen ich entweder mal länger nicht geraucht habe und/oder viel Sport gemacht habe.
    Jeweils im Gesunden wie auch im akuten Zustand, habe ich oft keinen Bezug mehr zu der Erlebenswelt der jeweils anderen Zeit. Sprich bin ich gesund, ist die Wahnwelt fast so weit weg als wäre ich ein anderer Mensch - und umgekehrt leider auch. :S 
    Liebe Grüße und würde mich freuen von euch zu lesen

  • Hallo @Stephano


    als ich deinen Beitrag las, dachte ich mir, dass es schwer sein muss für dich Frühwarnsymptome für den Ausbruch von deinen Schüben kennenzulernen, wenn die Schübe eher selten kommen. Eine Sache hast du ja schon geschrieben, du bekommst Schübe, wenn du im Stress bist. Wahrscheinlich fängst du dann auch an zu rauchen. Ich weiß, dass rauchen nicht gut ist, bei Psychosen und die Symptome verschlimmern kann.


    Du hast auch geschrieben, dass du als einziges Frühwarnsymptom die unregelmäßige Atmung hast, evtl. könnte das dein 'Anker' werden, um nicht noch tiefer in die Schübe heineinzugeraten. Ich meine damit, dass du, sobald du merkst, wie sich deine Atmung verändert, und die Gefühle und Gedanke komisch werden, deine Medis nimmst.


    Evtl. könnte dir auch eine Verhaltenstherapie helfen, um zu lernen, mit stressigen Situationen besser umzugehen, so dass du auch lernst, ruhig zu bleiben und immer möglichst gleichmäßig zu atmen.

  • Hallo,


    bei deinen Schüben kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Ich nehme selbst Medikamente ein und verringere so das Risiko, nochmal an einer Psychose zu erkranken.


    Was mir genau so wie dir geholfen hat, ist ganz viel Sport zu treiben.


    Zusätzlich könntest du es auch über die Nahrung versuchen: Psychosen sind heilbar, Medikamente sind nicht immer nötig


    Und Zigaretten würde ich an deiner Stelle ganz sein lassen. Genauso wie Alkohol, Kaffee, koffeinhaltige Tees, usw...

  • Hallo Pusteblume, hallo ubik,
    erstmal danke für eure Ideen und Erfahrungen.
    @PB
    glaube, Du liegst damit sehr richtig, dass ich die Frühwarnsymptome nicht zur richtigen Zeit wirklich ernst genug nehme. Aber wie mein letzter Satz schon ausgedrückt hat, so schleichend sie kommen und gehen, so schwierig ist es auch für mich über längeren Zeitraum darauf zu achten. Da kommt ein kleines Symptom zum anderen, bis es dann kracht. Blöderweise habe ich die Krankheit auch irgendwie immer bagatellisiert und mir und anderen gesagt, solche verrückten Phasen hat jeder mal, ist bei mir nur ein bisschen schlimmer usw. usf.
    Niemand will wohl wahr haben, wirklich krank für's Leben zu sein und für immer darauf achten zu müssen. Damit höre ich jetzt auf und werde mich um eine Verhaltenstherapie kümmern. Denn manchmal habe ich Angst, eines Tages doch im problematischen, wahnhaften Erleben stecken zu bleiben. Die Phasen werden gefühlt auch länger...


    @ubik
    ich selber habe ziemliche Angst vor Medikamenten. Zum einen wegen der Nebenwirkungen, zum anderen wegen dem Stigma und der dauernden Erinnerung beim Einnehmen, was mit mir nicht stimmt. Erinnerung daran, abhängig zu sein von Wirkstoffen, damit es mir gut geht. Vermutlich liege ich damit aber falsch und habe meine Schübe damit nur quälend in die Länge gezogen. || Aber dann hat man auch wieder das Problem des Absetzens und die Gefahr wieder da zu landen wo man angefangen...ach Mist.


    Das Ernährungskonzept ist sehr interessant. Blöderweise bin ich extrem abhängig von Kaffee und Zigaretten ;( , Alkohol trinke ich eher selten, dann aber auch mal mehr als ein Glas. Ich habe halt Angst, lasse ich die Zigaretten jetzt weg, bekomme ich körperlichen und geistigen Stress. Die Zeit, in der ich nicht geraucht habe, war aber toll. Ich war geistig rege, witzig wie in meiner Kindheit und habe, was mir eines Tages nach längerer Nichtraucherzeit aufgefallen ist, einen viel ruhigeren Geist gehabt, ja sogar klarer gesehen (optisch). Vieles hing natürlcih wohl auch mit dem Stolz zusammen, es geschafft zu haben. Gleichzeitig viel Fahrrad gefahren zu sein und damit gesünder zu sein. Blöderweise fing ich dann wieder an, was dann auch wieder einen Rückfall bedeutete, nach einiger Zeit. Versagensgefühl und Körperschaden geschuldtet.
    Ist vermutlich genau richtig. Viele Anker zu haben, die einen stärken und nicht innerhalb brückiger Mauern zu "wohnen" - die später nachfolgende Erfahrung, körperlich Kraft und auch Selbstbewusstsein durch Sport und gute Ernährung zu bekommen, habe ich ja schon gemacht. Habe sehr lange selbstgemachtes Müsli mit Früchten gefrühstückt, kaum Zucker gegessen, Vollkornprodukte als Kohlenhydrate zu mir genommen, die länger gesättigt haben. Habe zu der Zeit 35Kg verloren. Kaffee und Zigaretten waren zu der Zeit aber Begleiter, dennoch ging es mir recht gut.

  • Die meisten Krankheiten sind selbst verschuldet.


    Hör auf zu rauchen und Kaffee zu trinken, ernähre dich gut und mach Sport.


    Wenn du keine Medikamente nehmen möchtest, hilft nur das.