Religiöse Schriften haben oft kriegerische Inhalte

  • Hi,
    wie denkt ihr darüber wenn Religionen alle auch Gewalt für sich beanspruchen und darin gar das Heil sehen, kann man es dann im Eigentlichen Sinne Religion noch nennen?


    Wie denkt ihr darüber? Die Bibel etwa hat im Alten Testament oft und viele Gewaltthemen, der Koran auch sehr oft. Meiner Meinung wurde Religion dahingehend Missbraucht, mit Gott hat das wenig zu tun finde ich und das ist meiner Meinung auch der Grund warum man immer wieder Gründe für Glaubens oder andere Kriegesauseinandersetzungen findet. Finde einfach das Religion den Anspruch verliert wenn Krieg oder anderes Rechtfertigt wird oder gar Heraufbeschworen wird, vielleicht war es auch nur von den Mächtigen ein Instrument die kleinen auf Trap zu halten und für ihre Regeln und Gesetze einen Religiösen Boden zu schaffen, in dem diese auch eingehalten werden. Vor Gott versündigen möchte sich ja keiner. Ich glaube das meiste ist einfach falsch was in den Schriften steht und hat nur wenig mit Religion im christlichen Sinn zu tun.

  • Zitat

    Meiner Meinung wurde Religion dahingehend Missbraucht

    Da muss ich dir vollkommen zustimmen.


    Die meiste Gewalt, die ausgeübt wird, sucht eine Begründung: Die Religion.

  • Die einzige Religion die auf Gewalt verzichtet hat und immer noch gewaltlos ist ,ist der Buddhismus.
    Es ist auch eine positive Geistesschulung.Hier greifen immer die vier edlen Wahrheiten,vom Leid,der Ursache des Leides und der zur Beendigung des Leides führende Pfad.



    1. Alles Bedingte ist Leid.


    Absolut gesehen, sind Unerschütterlichkeit, Freude und Liebe der spontane Ausdruck des Geistes, wenn er frei von Begrenzungen ist. Dies ist die Erfahrung des Buddha und die mögliche Erfahrung aller Wesen (Buddha-Natur). Verglichen damit, ist selbst das größte bedingte Glück begrenzt und von einem Keim des Leids durchdrungen, da Bedingtes sich verändert und vergänglich ist.


    Buddha beschreibt drei Arten von Leid, die je nach Bewusstsein mehr oder weniger stark erlebt werden:


    1. Alter, Krankheit und Tod: Identifizieren wir uns mit dem Körper, halten wir auch Alter, Krankheit und Tod für wirklich, und dadurch entsteht Leid.


    2. Vergänglichkeit: Sie ist die Ursache leidvoller Erfahrungen, wenn man an bedingtem Glück anhaftet.


    3. Bedingtheit: Als subtilste Form des Leidens drückt sie sich u.a. in der Erfahrung aus, dass der Geist fast immer verschleiert ist und wir daher keinerlei Kontrolle über unser Leben haben. Dieses Leid bedeutet, dass im Kreislauf der bedingten Existenz in der einen oder anderen Form immer nur Leid erfahren wird.






    2. Leid hat eine Ursache.



    Als Ursache des Leids nennt Buddha Unwissenheit. Sie ist die Unfähigkeit des nicht erleuchteten Geistes, seine eigene Natur zu erkennen. Denn der Geist arbeitet wie ein Auge: Er nimmt alles "draußen" wahr, ohne sich selbst sehen zu können. So ist jede Erfahrung von einem grundlegenden Gefühl der Trennung begleitet (Dualität).



    Der Geist (Bewusstsein), der erlebt, erfährt sich als "Ich" (Subjekt), das Erlebte wird zum "Du" oder etwas anderem (Objekt). Schaut man nach einem "Ich", ist es aber weder im Körper noch in den Gefühlen noch in den Gedanken zu finden. Obwohl man nur einen Strom von Gedanken, Gefühlen und Eindrücken findet, der sich zudem ständig ändert, wird diese Vorstellung eines Ichs zur Grundlage aller Erfahrung (Ich-Illusion).



    Aus dieser zweiheitlichen (dualistischen) Sichtweise entsteht Anhaftung an Angenehmes, Abneigung gegen Unangenehmes und grundlegende Verwirrung.



    Aus Anhaftung wiederum entsteht Geiz, aus Abneigung Eifersucht und aus Dummheit Stolz. Dies sind die so genannten sechs Störgefühle. Aus Dummheit nimmt man sie ernst, und schwierige Handlungen sind die Folge. So entstehen weitere Störungen und Leiden für andere und uns selbst. Kommen diese Ursachen als unangenehme Wirkungen auf einen zurück, denkt man meist, es sei die Schuld anderer, und man setzt wieder Negatives in Gang.




    3. Es gibt ein Ende des Leids.



    Als Ziel zeigt Buddha Befreiung und Erleuchtung. Bei der Befreiung (kleines Nirwana) wird die Vorstellung von einem wirklich existierenden Selbst als illusorisch durchschaut. Widerstreitende Gefühle kommen zur Ruhe, und es entstehen mehr Einsicht und Klarheit. Man erkennt, dass das Bewusstsein durch den Körper arbeitet, ohne der Körper zu sein. Gedanken und Gefühle werden als das freie Spiel des Geistes erkannt, ohne dass es ein Ich oder Selbst geben müsste, das diese Gedanken und Gefühle hat. Es ist ein Zustand des Freiseins von allen Begrenzungen und Einengungen im eigenen Geist.



    Erleuchtung (großes Nirwana) ist die volle Erfahrung der Natur des Geistes. Auf Tibetisch Sangye genannt, bedeutet es: Die Schleier sind entfernt, und alle dem Geist innewohnenden Eigenschaften sind voll entfaltet. Denn seinem absoluten Wesen nach ist das Bewusstsein allwissender, furchtloser Raum, seine Erfahrung höchste Freude. Aus jeder seiner Handlungen drückt sich "nicht trennendes Mitgefühl" aus. Ohne die Vorstellung, etwas für einen anderen zu tun, ist der Geist liebevoll wie die Sonne, die von sich aus auf alles strahlt.





    4. Es gibt einen Weg zum Ende des Leids.
    In den 45 Jahren seines Lehrens gab Buddha 84.000 Belehrungen, die es seinen Freunden und Schülern erlaubten, jeden Augenblick des Lebens zu einem Schritt auf dem Weg zu Befreiung und Erleuchtung zu machen. Im Diamantweg zeigte er ihnen Meditationen, durch die sie sich mit den nicht bedingten Qualitäten des eigenen Geistes kraftvoll identifizieren konnten. Im Großen Weg lehrte er die Bedeutung von Mitgefühl und Weisheit als eine befreiende Einstellung und Sichtweise. Im Theravada lehrte er über Ursache und Wirkung (Karma), dass wir selbst unser Leben schaffen, und wie wir über das Entwickeln von Achtsamkeit den Körper, die Rede und den Geist Glück bringend für andere und uns selbst verwenden können.



    Quelle:Diamantweg-Buddhismus