Wie mache ich einem schizophrenen klar, dass er schizophren ist ?

  • Hallo leute
    eine frage wisst ihr wie ich es schaffen kann einem chronisch schizophrenen klar zu machen dass er krank ist ?
    Ich habe es ein paar mal versucht auch ärzte und andere angehörige/bekannte haben es versucht aber er akzeptiert es einfach nicht.
    Er ist jetzt ungefähr seit 13 jahren erkrankt und es gibt nie eine besserung trotz verschiedener medikamenten die immer wenn er in der klinik gelandet ist geändert wurden.
    Er leidet unter einem verfolgungswahn die nicht nur ihn einschränkt sondern die ganze familie da er glaubt das wir auch in gefahr wären desweiteren hört er stimmen und glaubt das wären engeln und wir müssen uns immer an das halten was diese stimmen ihm raten (manchmal beleidigen diese stimmen ihn so das er dann glaubt es wären demonen) bevor diese krankheit ausgebrochen ist war er nicht religiös.
    wie also mache ich es ihm endlich klar das er krank ist ?

  • Es gilt also der Kampf gesunder Menschenverstand gegen die dominate Wahrnehmung zu gewinnen. Da hilft nur die Aufklärung. Das teilen wir in 3 Bereiche ein.


    1. Ihr zeigt ihm, dass es viele Menschen gibt die Halluzinieren. Es gibt welche die genau wie er Stimmen hören. Und darüber hinaus gibt es auch welche die sogar starke visuelle Halluzinationen haben und sehen können wie Bäume Arme bekommen. Menschen die man Tagelang einsperrt fangen an zu halluzinieren und glauben mitten drin, dass jemand das Licht eingeschalten hätte und sie alles im Raum betrachten können bis sie irgendwo dagegen laufen.


    2. Erklärt ihm, dass es keinen freien Willen gibt, es demnach auch kein Auslesesystem geben kann, also es auch keine Engel oder Dämonen geben kann. Alles hängt von vorhergegangenen Ereignissen und Gegebenheiten ab, sodass es keine freie Entscheidung geben kann.


    3. Klärt ihn darüber auf, dass es kein Kampf zwischen Engel und Dämonen, Gut und Böse ergo Auslesesystem geben kann, weil die meisten Menschen gezwungen sind ihr Leben so zu leben wie sie es tun bzw. Arbeitszwang und Existenzkämpfe. Sie haben gar nicht die Wahl, ob sie sich gerade gut oder schlecht verhalten sollen, sondern sie müssen schuften und schauen, dass sie bis zum Abend noch was zum Essen bekommen.

  • Zitat

    wie ich es schaffen kann einem chronisch schizophrenen klar zu machen dass er krank ist ?

    Wenn er chronisch ist und die Medikamente nix bringen seh ich da keine Lösung, selbst wenn er kurz einsehen würde das er krank ist kann er den ganzen Mist nicht abstellen was sich durch sein Hirn bohrt. Heißt er ist gezwungen an den Wahn zu glauben, "Es" dominiert ihn.
    Natürlich sind das nur mutmaßungen meinerseits. Man kann in den Kopf eines Menschen ja nicht "reinschauen".
    Ich hatte ja nur Zeitlich begrenzte Psychosen(ca. 3 Monate) ohne Stimmen aber während der Psychose muss ich meinen Wahn(Bei mir gehts auch um Engel etc..) glauben selbst wenn ich "weiß" das ich Krank bin. Die gedanken kreisen den ganzen Tag jede Stunde jede Minute um das selbe thema(ist wie permanente Gehirnwäsche). Im idealfall kann ich für meine Umgebung noch so tun als würd ich nicht dran Glauben(aber manchmal zwingen die "Engel" mich über meine Wahn zu reden sonst würd ich komplett durchdrehen) das musste sich halt dann meine Freundin anhören. Das verschaffte mir dann ne gewisse Erleichterung.
    Das ganze 13Jahre mit Stimmen will ich mir gar nicht vorstellen...


    Weiß nicht ob man das als "gesunder" nachvollziehen kann.


    Was man eher noch versuchen könnte wäre den Wahn durch Gespräche in ne andere Richtung zu lenken so das es ihn nicht so stark einschränkt(Ist aber sehr sehr schwierig).

  • Ich sehe das wie ex1tus. Wenn die Medikamente nicht helfen, um die akuten Symptome abzustellen.. und er auch selbst nicht aus dem Kreislauf ausbrechen kann.. sehe ich leider nicht viele Möglichkeiten.


    So wie es sich anhört.. hatte ich ziemlich die gleichen Probleme.. aber eben auch zeitlich begrenzt.. 2 mal für 6-8 Wochen.. mit Zwangseinweisung und solchen Dingen. Wenn er schon bei Ärzten war und sämtliche Medis durch hat.. und das auch schon 13 Jahre andauert.. und nichts geholfen hat.. glaube ich aber auch nicht, das eine Zwangseinweisung/Zwangsmedikation etwas bringen könnte. Im Schlimmsten Fall lässt man ihn dann nicht mehr raus. Hmm.. und in 13 Jahren "Glauben" setzt sich sicher auch so einiges fest, was mir der Zeit "normal" für ihn wird, was die Sache nicht einfacher macht.


    Bei mir hat Haldol geholfen, um die akuten Symptome los zu werden.. aber das wurde sicher schon versucht, wenn er schon in einer Psychiatrie war.. aber ich denke, wenn dann helfen da nur noch hochpotente Neuroleptika - zumindest, was Medis betrifft. Was Aufklärung betrifft stimme ich ceam allerdings zu.. die Krankheit erkennt er wohl nur, wenn er merkt, dass seine Gedanken so nicht stimmen können. Also falls er die Engel und Dämonen als unsichtbare Kräfte "sieht".. wird das wohl nicht so einfach gehen.. wenn er sie als Menschen sieht.. könnte man ihm evtl. bei dem ein oder anderen Menschen "zeigen", dass es eben "nur" ein Mensch ist.. indem man z.B. zu dem Mensch hin geht und mit ihm spricht.. und der dann erklärt, dass er ein normales Leben führt.. wäre jetzt auch nur ein Beispiel.


    13 Jahre.. das möchte ich mir auch nicht wirklich vorstellen.. wenn gar nichts mehr hilft.. kann man vielleicht seinen Glauben wenigstens in eine positive Richtung lenken.. so dass er sich sicher ist, dass die Engel ihm helfen und die Dämonen niemandem schaden wollen oder können. Mir half z.B. die Erkenntnis, dass das Gute immer stärker sein wird, als das "Böse". So war ich mir sicher, dass Gott und die Engel.. im Zweifelsfall immer gewinnen würden.. auch wenn es manchmal nicht danach aussieht. Das könnte man ihm sicher gut vermitteln.. weil er ja schon 13 Jahre Angst um sich und seine Familie hat.. aber anscheinend noch nichts passiert ist. Ich erkannte eben auch irgendwann, dass die Engel und Dämonen eher positive und negative Menschen sind.. und auch einige Dinge aus dem Buddhismus konnten mir helfen, wieder in eine andere Richtung zu denken und meine Mitte zu finden. Ein erster Schritt wäre vielleicht auch, dass er die Engel und Dämonen vielleicht als Seelen betrachtet.. da wäre dann vielleicht eher wieder eine Verbindung zu Menschen vorhanden, bei seinen weiteren Gedanken.


    War er schon mal in einer anthroposophischen Einrichtung? Ich denke.. da geht man eher auf die Seele ein.. und philosophiert vielleicht etwas mit ihm über Gott und die Welt.. was ihm vielleicht auch helfen kann, um wieder neue Ansichten zu gewinnen und von seinen Gedanken etwas weg zu kommen. Dort ist es vielleicht auch etwas angenehmer als in der Psychiatrie.. in der Psychiatrie war ich z.b. gedacht von Dämonen umgeben und befand mich in der Hölle. Vielleicht wäre eine Idee auch, sich mal mit einem Pfarrer über diverse Dinge zu unterhalten.. aber mit dem sollte dann evtl. vorher ein Angehöriger sprechen.. nicht, dass der den Glaube an Dämonen noch verstärkt. Weiss ja nicht, was die so sagen.. ich hab noch nicht wirklich mit nem Pfarrer über solche Dinge philosophiert. Aber ich habe in Foren schon gelesen, dass manche eben mit Pfarrern sprechen und ihnen das hilft. Jedenfalls sollte er vielleicht mal andere Ansichten hören.. die ihm dann auch nicht aufgezwungen erscheinen.. sonst wären es für ihn sicher Infos von Dämonen und er würde sie nicht annehmen.

  • Hallo Elena,
    Herzlich Willkommen im Forum.


    Gut wäre zu wissen was er derzeit gegen seine Stimmen bekommt, ob er regelmäßig Tabletten nimmt, welche genau und welche Dosierung. Da wird oft viel falsch gemacht was Wahnerleben und diese Dinge eben auch verschlechtern kann.


    Prinzipiel glaube ich den Ärzten auch nur kaum, selbst habe ich keine Stimmen denke aber an Wahnhaften und Beziehungsideen ist immer ein Wahrer Teil dabei dies zu unterscheiden das macht einen postiven Krankheitsverlauf aus denke ich. Also die Medikamente reduzieren normal die Symptome da anfangs man sich gar nicht Distanzieren kann keinen Abstand findet um das nochmal zu überdenken, für mich hört es sich von daher so an als ob eher am Anfang noch steht trotz 13 Jahren scheint er kaum die Möglichkeit gehabt zu haben die Probleme die eine Psychose mit sich bringt richtig Einzuordnen und zu Verarbeiten. Da denke ich das Mittelchen wie harte Typische Neuroleptika kaum geeignet sind und nur im Akutfall kurzzeitig vielleicht Besserung aufkosten sehr hoher Nebenwirkungen schaffen die meist kaum ertragbar sind auch für das Umfeld, aber wenn alle Strike reisen man es auch mal mit Haldol wie Lightning es beschreibt versuchen kann.
    Da viele Medikamente also Neuroleptika das Wesen stark verändern ist es oft so das sie die Verarbeitung einschränken also zwar einen Positiven Effekt auf die Symptome haben aber das andere das einen im Wahn und Psychose beschäftigt einfach nach hinten verlegt, so das dies immer wieder hochkommt wenn man einigermaßen klar im Kopf ist.
    Abilify(Aripiprazol) ist da eine der Ausnahmen die sehr verträglich sind aber dennoch hochpotent und da womöglich noch am ehesten ihm eine Chance geben wieder rauszukommen, nehme selbst das Medikamenent nun nur noch sehr wenig also weniger als 5mg und mir hat das ermöglicht wieder klarzukommen und ich glaube auch nur bedingt an dem was die Psychiatrie mir versucht hat einzutrichtern also vieles Wahres ist in einer Psychose, die Schwierigkeit ist erstmal Symptomatik von Realität klar zu trennen so das man selbst sein Denken ein stück weit beobachten kann und wenn mal eine Fase mit mehr stress da ist auch die Dosis erhöhen kann oder das mit Schlaf und anderen Möglichkeiten auszugleichen. Denke oft wird in den Psychiatrien viel schlimmer gemacht als es überhaupt ist und von daher interessiert mich besonders ob und welche Medikamente er zurzeit nimmt? Ganz ohne klappt es in den allermeisten Fällen nicht also eine Psychose ist chronisch eine ernsthafte und hat heute noch so einen Verlauf.
    Was ich mir vorstellen kann ist das er mit 5-15mg Aripiprazol also weniger Wesensveränderungen als mit anderen Medikamenten hat und das ihm es das erleichtert die Probleme aktiv zu verarbeiten, was unter anden Medikamenten oft kaum möglich erscheint. Davon ausgegangen das er es gut verträgt, was die Regel ist und die Symptome damit in den Griff zu bekommen sind.
    Also das wäre ein Versuch in jedem Fall wert, wenn man dieses Medikament noch nicht hatte da es das derzeit Beste auf dem Markt ist.
    Woher die Stimmen genau kommen kann ich nicht sagen, also selbst habe ich keine, denke aber das womöglich es auch etwas wie telepathie geben kann also das man etwa Gedanken anderer Menschen auch hört und das diese bei Erkrankten laut werden, also ich glaube etwas daran das nicht alles das Produkt des eigenen Geistes ist, aber denke es ist vielleicht einfacher es sich weniger mit Dämonen oder Engeln erklärt und mehr damit das man in der Opferrolle ist und diesen Stimmen nicht zuviel glauben darf, nicht auf ihnen hören und möglichst das mit der nötigen Distanz sehen sollte, was die Medikamente voraussetzt die diese leise machen und eine gedankliche Distanz ermöglichen. Also so Aberglaube und Hokuspokus ist meist so ein Symptom auch wenn man zu sehr sich auf seine Gefühle verlässt also man sollte es anhand von Fakten versuchen da ranzugehen. Gut denke ich ist Ablenkung von den Stimmen eine Beschäftigung die seinem Wahn auf etwas anderes lenkt das Produktiv und möglichst eine Aufwärtsspirale ist, Beruf wäre toll aber wenn das nicht geht dann etwas worin er aufgeht und wo er in keine solchen Gedanken so leicht verfällt.


    Vielleicht hilft ein Gespräch mit einem Pfarrer um einfach das zu klären was dieser von Dämonen und Engeln hält und er dadurch Möglichkeiten bekommt andere Sichtweisen zu bekommen, man sollte ihm versuchen den Spiegel etwas hinzuhalten also das woran sein Wahnbild offensichtlich scheitert so das er es überdenken kann, man sollte auch versuchen wenn er etwa Angst um die Familie oder anderes hat diese Ängste zu verstehen und auch etwas an sich selbst versuchen zu Arbeiten so das er sich keine Sorgen mehr macht. Also bei mir sind diese Angstgedanken mit das erste was kommt wenn keine Medikamente da sind und das kommt besonders hoch wenn ich dann mitbekomme das sich eben so verhalten wird, das man sich auch als Gesunder sorgen machen kann.


    Eine Weitere Möglichkeit wäre mit B-Vitaminen es mal zu versuchen ob es ihm beruhigt aber in Kombination mit den Medikamenten, da diese anscheindend schon Einfluss nehmen auf das Wohlbefinden bei einer Psychose was ich in letzter Zeit auch wieder feststellen konnte. Man kann es mal mit so einen Nahrungsergänzungspräperat versuchen ob es ihm gut tut: http://www.prosan.de/produkte/prosan-vital/
    in Internetapotheken bekommt man es teilweise zum halben Preis wie aus der Apotheke: http://www.idealo.de/preisverg…pseln-120-stk-prosan.html


    Denke das ist mal ein Versuch wert als unterstützende Therapie, mir hilft es unter niederiger Dosis die ich jetzt habe etwas ruhiger zu werden und die Angstzustände die ich normal habe treten weniger auf, steigert es Antrieb und Wohlbefinden, scheint auch schon nachgewiesen zu sein von daher würde ich das mal anraten zu versuchen.
    Vitamin B12 bei psychotischen Depressionen?


    Ansonsten fände ich seine derzeitige Medikation die er hat interessant zu wissen, so kann man sich leichter ein Bild machen, da auch oft andere Medikamente wie Antidepressivums und schlechtere Neuroleptika zum Teil zum Einsatz kommen ist da oft viel mehr drin.


    Hoffe du findest hier die Hilfe die ihr braucht und wünsche einen Guten Austausch im Forum :)


    Gruß
    Maggi

  • Ich weiß nicht genau welche Medikamente er gerade bekommt.
    Er hat aber schon viele verschiedene verschrieben bekommen aber keiner von denen hat geholfen diese stimmen wegzubekommen.Sein verfolgungswahn hat garkein verbindung zu den stimmen zwar sagen die was dazu aber er glaubt von menschen verfolgt zu werden.Nicht einmal die extrem starken medikamente die er in der psychatrie während seiner Aufenthalte dort bekommen hat haben ihm geholfen.Er hat durch sie nur immer geschlafen weil diese in total lahm legen aber die stimmen nicht abmildern. (Diese meikamente sind extrem stark umd jedesmal sieht er wirklich schlimm aus mit seinen extrem schlimmen augenringen) Nichts hilft ich versuche ja das zu tun was er von mir will aber das schränktmein leben total ein und so wie er es gerne haben möchte kann man einfach nicht leben.

  • Hi Elena,
    kannst du vielleicht ein Beispiel bringen, wie er dich einschränkt, vielleicht können wir dann genauer sagen wie du dich verhalten kannst und inwiefern er an sich Arbeiten muss?


    Also ich bin kein Freund harter Neuroleptika, also diese Medikamente und zu hohe Dosierungen bringen einen oft gar nicht weiter und schmeißen einen zurück, es wäre von daher schon gut zu wissen wenn du mal die Medikamente die er so bekommt aufschreiben würdest, vielleicht bekommt er da wirklich eine schlechte Behandlung. Es ist in jedem Fall ratsam eine 2. oder 3. unabhänige Meinung von anderen Psychiatern einzuholen.


    LG

  • Sehe ich ähnlich. Medikamente können den Zustand sogar verschlimmern, wenn sie nicht helfen. Wenn das der Fall wäre, bliebe eigentlich auch nur noch die Möglichkeit, das durch Gespräche und andere Ansichten zu lösen. Dazu muss er eben auch langsam die Ängste vor Menschen ablegen.. und auch dabei können Gespräche mit vereinzelten Menschen helfen.. und Ausflüge. Evtl. hat er einen Behindertenausweis oder kann einen beantragen.. dann könntet ihr mal überlegen, das persönliche Budget in Anspruch zu nehmen. Da bekommt er dann Geld vom Amt mit dem er sich einen Sozi einstellen kann. Meiner kommt im Moment z.B. 4 Std pro Woche. Anfangs hatte ich 8 Std pro Woche.. geht auch mehr.. oder weniger.. ist also recht individuell. Mit dem Sozi sollte er dann natürlich gut klar kommen.. also evtl vorher einige ansehen und schon im Vorfeld mal den Sozi treffen. So bekäme er durch den Sozi schon mal Ansichten von einer anderen Person.. und er kann langsam üben, wieder unter Menschen zu gehen. Er kann auch Einkäufe, Arzt- und Ämtergänge mit ihm erledigen.. also da würdest auch du vielleicht etwas entlastet werden.


    Ängste verliert man oft, indem man sich den Ängsten nach und nach stellt. Also wenn er nie unter Menschen geht.. wird er ziemlich sicher auch die Angst vor den Menschen nicht verlieren. Es muss auch irgendwie ein Umdenken stattfinden.. ich sagte mir z.B. irgendwann "Selbst wenn sie mich verfolgen, tun sie mir nichts.. also ist es egal".. oder "wenn, dann wurde ich mein ganzes Leben schon verfolgt.. trotzdem bin ich noch hier".. also ich nahm eben irgendwann eine "egal-Haltung" ein. Als mir dann egal war, ob ich verfolgt werde.. ging auch langsam der Verfolgungswahn zurück.. weil ich eben nicht mehr darauf geachtet habe, ob mich jemand verfolgt.


    Also wie gesagt.. Gespräche mit anderen halte ich in dem Fall für sehr wichtig.. ohne andere Ansichten wird er wohl von seinen eigenen Ansichten nicht abweichen.. und so lange er das nicht macht.. wird er wohl auch keine Krankheit eingestehen. Und wenn er die nicht einsieht.. kann auch nicht wirklich ein Umdenken stattfinden, das von ihm aus geht. Wie Maggi schon sagt.. wäre eine Beschäftigung sicher auch hilfreich. Ich gehe mal davon aus, dass eine normale Arbeit nicht in Frage kommt.. und dass er sich eher zuhause verkriecht. Aber eine Beschäftigungstherapie oder eine Tagesklinik.. wäre evtl nicht so schlecht. Wenn das nicht.. dann wenigstens ein Hobby.. irgendwas, bei dem man erfolge erzielt und nicht groß zum Denken kommt. Körbe flechten ist z.B. in der Beschäftigungstherapie so eine Sache, die ich gut finde. Das lenkt auch von den anderen Menschen ab, wenn man es mit anderen gemeinsam macht. Also kommen dann auch die Ängste etwas weniger hoch, als z.B. in einer U-Bahn oder im Stadtcafe oder ähnlichem.. wo man eben keine Ablenkung hat. Ist natürlich auch nur ein Bsp.. er könnte ja auch zeichnen oder schreiben.. kochen.. oder ein Musikinstrument lernen.. oder nen tanzkurs oder yoga oder sonstwas, das ihm wenigstens ein bisschen gefällt.


    Und so Tageskliniken gibt es auch gute und schlechte. Hab mir bestimmt 10 angesehen und es käme nur eine in Frage. Hier um die Ecke gibt es eine, wo alles sehr gemütlich und modern eingerichtet ist.. dort wird z.b. von den "Patienten" ein Kräutergarten gepflegt und Marmeladen werden gemacht.. selbst gekocht und eingekauft.. Es werden einfache Arbeiten für Firmen verrichtet - natürlich auch in der Tagesklinik, nicht in den Firmen. Also z.B. Möbel und Kugelschreiber zusammen bauen oder Dinge verpacken. Es gibt ne Lagerfeuerstelle an der sich die Leute Abends öfter zusammen setzen.. und nen Gitarrelehrer, der den Leuten freiwillig Gitarreunterricht gibt. Also alles eher gemütlich und freundschaftlich.. und nicht so "klinisch". Man wird auch von zuhause abgeholt.. und wenn man nicht mehr kann.. auch wieder heim gebracht. Find ich gut. Naja und so Foren wie dieses hier.. sind natürlich auch ein Weg, um sich mit anderen auszutauschen.. wie der schon erwähnte Pfarrer.. oder Selbsthilfegruppen.. oder eine Gesprächstherapie.. oder die erwähnten anthroposophischen Einrichtungen..


    Ein paar Möglichkeiten, es nochmal zu versuchen.. gibt es also schon. Man muss ihn aber irgendwie dazu bringen, dass er das auch selbst versuchen möchte.
    Beim Verfolgungswahn kann es auch helfen, wenn er sich selbst mal hinterfragt, warum gerade er verfolgt werden sollte. Ob er wirklich so wichtig ist.. oft steckt ja auch eine bestimmte Theorie dahinter, warum man überhaupt verfolgt wird. Dann müsste er eben begreifen, dass diese Theorie wahrscheinlich Blödsinn ist. Und da helfen natürlich auch wieder andere Ansichten. Deine wird er ja schon sehr oft gehört haben.. hat wohl nicht viel geholfen.. also braucht er auch welche von Aussenstehenden. Zudem erzählt er anderen evtl. mehr als einer Person, die ihm nahe steht und vor der er stark und normal wirken möchte.


    Mehr fällt mir dazu leider auch nicht ein.