Lebensfreude & Antrieb

  • Hallo,


    ich hatte mehrere Psychosen (zuletzt 2012/2013) und nehme inzwischen 5mg Olanzapin.


    Ich arbeite mit einer kleinen Unterbrechung (nach der Psychose 2013) seit 2011 in nicht sonderlich anspruchsvollen Jobs. Seit Dezember 2013 habe ich wieder einen festen Job, in dem ich auch wieder anstaendig verdiene. Es ist manchmal stressig, aber generell nicht zu anstrengend.


    Ich habe auch seit letztem Jahr einen kleinen Sohn, er wird naechste Woche 1 Jahr alt.


    Eine Zeit lang hatte ich auch Depressionen, aber die wurden durch eine Psychotherapie weitgehend behoben.


    Also eigentlich ist alles gut... Aber ich leider so sehr an Antriebslosigkeit. Ich erlediger immer alles, was gemacht werden muss, aber bin dann imer so fertig, das fuer besondere Dinge wie Haare foenen, mal was schoenes kochen oder einen Ausflug mit Mann und KInd organisieren einfach nicht drin sind. Wenn ich mal Zeit fuer mich habe schlafe ich oder haenge vor dem Computer. Auch auf der Arbeit muss ich mich meist zwingen Dinge zu tun, was mich sehr belastet, da ich sehr hote Ansprueche an mich selber habe.


    Ausserdem hat meiN Selbstbewusstsein so gelitten. Und die Antriebslosigkeit traegt nicht gerade zur Staerkung diesen beis.


    Wann wird das Ganze besser?

  • Hi Sonaki,
    Herzlich Willkommen im Forum
    Es ist erstmal schön das du mit einer relativ kleinen Dosis Olanzapin klar kommst. Möglichkeiten den Antrieb zu steigern gibt es.


    Meine Frage an dich wäre ob du schon mal Aripiprazol (Abilify®) hattest, weil es ein Neuroleptikum wie Olanzapin ist aber den Antrieb leicht steigert und auch Antidepressiv wirkt?
    Vielleicht wäre da eine Umstellung sinnvoll, zudem hat es so gut wie keine Gewichtszunahme im Gegensatz zum Olanzapin und es besteht somit auch weniger das Risiko eine Zuckerkrankheit zu bekommen was beim Olanzapin gegeben ist. Vielleicht reichen, da du mit 5mg Olanzapin auskommst vom Aripiprazol auch 5-10mg also möglichst wenig aus wenn du dich da ganz umstellen lässt und das Antriebsproblem ist gelöst, zudem ist Aripiprazol schon viel verträglicher und hat so gut wie keine Nebenwirkungen, bei sehr guter Wirkung


    Anderweitig besteht noch die Möglichkeit zu dem Olanzapin oder Aripiprazol ein Antidpressivum zu nehmen was gut für den Antrieb ist. Hier im Forum gibt es gute Erfahrungsberichte zu Bupropion was vielleicht einen Versuch Wert ist mal auszuprobieren, da es auf den Noradrenalinspiegel hauptsächlich wirkt ist es vielleicht ein am ehesten geeignetes Antidepressivum und es wird auch eingesetzt wenn man raucht. Selbst nehme ich auch Aripiprazol und möchte das Bupropion mal ausprobieren, da bei mir noch etwas der Antrieb fehlt aber es schon einigermaßen geht also ich hatte auch andere Zeiten mit anderen Neuroleptika mit denen es schlechter war und da ist schon beim Aripiprazol ein großer Unterschied da.


    Von daher wäre diese Beiden Medikamente meine Empfehlung mal zu probieren wenn du das noch nicht hattest und gut drauf ansprichst könnte das Antriebsproblem viel besser oder weg sein und zudem noch weniger Nebenwirkungen da sein.


    hier findest du einen Nebenwirkungsvergleich der Gängigen Atypischen Neuroleptika mit einer Einstufung unten ist eine Aussagekräftige Tabelle, wo man gut die Nebenwirkungen im Einzelnen der Medikamente vergleichen kann:
    Atypika Liste/Vergleich


    Also das mit dem Antrieb ist die Negativsymptomatik die oft vorkommt, von daher ist vielleicht eine Umstellung des Neuroleptikums und ein zusätzliches Antidepressivum wenn das nicht ausreicht allein Sinnvoll.


    Normal wird es dann auch viel Besser..
    Soll ich das Thema in den Vorstellungsbereich verschieben, können es auch hier lassen wie es dir lieber ist..?


    LG

  • Also wenn du mit Zyprexa so gesehen alles erledigen kannst und mehr oder weniger einen geregelten Tagesablauf hast.. würde ich das Medi wohl eher nicht wechseln. Ich würde Dauermüdigkeit auch nicht sofort mit Neuroleptika und AD "behandeln". Ich würde erstmal andere Ursachen ausschließen. Bei mir tritt diese jetzt z.B. dank meiner Pollenallergie auf.. Eisenmangel und Vitamine+Mineralien können auch Gründe sein. Oft hilft mir daher z.B. ProSanVital (Vitaminkapseln). Das wird auch öfter gegen Burnout verschrieben und wurde mir von meiner Heilpraktikerin vorgeschlagen. Erhöhte Leberwerte dank diverser Medikamente können auch ein Grund sein. Ich halte auch Massagen, Akkupunktur oder Dinge wie Chi-Kung, Tai-chi oder Yoga für sinnvoll. Etwas in die Richtung wird ja meist für einen inneren Ausgleich und um ein Gespür für die eigenen Energiereserven zu entwickeln oder Energie aufzutanken, betrieben.. und massagen können sehr viel Kraft und Ruhe schenken. Wenn man sich entspannt fühlt, hat man auch gleich wieder mehr Lust, etwas zu tun.


    Erst wenn solche Dinge ausgeschlossen wurden.. würde ich anfangen, diese Negativsymptomatik mit Medis anzugehen und es evtl. mal mit Antidepressiva versuchen. So lange es "nur" Antriebslosigkeit ist.. finde ich, dass es eine durchaus akzeptable Nebenwirkung ist, so lange der Rest ok ist.. verglichen mit den Nebenwirkungen, die so manches Medi - auch Abilify - mit sich bringen kann. Ich für meinen Teil fand Zyprexa/Olanzapin auch über eine sehr lange Zeit sehr gut und hatte keine Nebenwirkungen davon.

  • Viele dieser Neuroleptiker haben Nebenwirkungen wie du sie beschreibst, zu letzt hab ich Olanzapin genommen 20 mg und bin jeden Tag nach der Arbeit sofort weggepennt. Die Medikamente scheinen bei jedem auch anders zu wirken, zur Zeit nehme ich Amisulprid, hat gering dosiert etwa 200 mg praktisch keine Nebenwrikungen, also wenn man es überlebt, denn man kann daran sterben. :D Die Chance liegt bei 1 zu 100 also ist wahrscheinlicher als ein 6er im Lotto.

  • Ob es am Olanzapin liegt kannst du relativ leicht herausfinden indem du mal langsam die Dosis reduzierst.. oder für 2-3 Tage einfach weniger nimmst. Wenn sich dann was am Antrieb verändert.. liegt es nahe, dass die Antriebslosigkeit vom Medi kommt. Geht natürlich auch in die andere Richtung.. wenn du mehr nimmst und noch weniger Antrieb hast.. wüsstest du evtl auch, dass es wohl am Medi liegt. Dann kannst du dich entscheiden, ob du evtl. was an der Medikation ändern willst. Könnte ja durchaus auch sein, dass es dir mittlerweile eigentlich besser geht und einfach nur die Dosierung etwas zu hoch ist und schon eine niedrigere Dosierung zu einer Besserung führt. Ob du das testen willst, musst du natürlich selbst wissen. Ist lediglich ein Gedanke dazu.


    Ich mag Sarkasmus @ceam :P

  • Huhu,


    danke fuer eure Antworten.


    Mein Arzt meinte tatsaechlich, dass man mich auf Abilify umstellen koenne. Dann werde ich das mal ausprobieren.


    Das Zyprexa wurde bereits von 10mg auf 5mg reduziert, und ich merke nur bei der morgentlichen Muedigkeit eine leichte Verbesserung. Antrieb ist derselbe.


    Wie sieht es bei euch mit dem Selbstbewusstsein aus? Meins ist dermassen schlecht, ich mache mich staendig selber schlecht und sorge mich immer zuviel um alles, weil ich staendig denke, irgendwas Schlimmes wird mir zustossen.


    Sonia

  • Naja gut.. das mit dem Selbstbewusstsein ist wohl eher Gedankensache. Ich glaube nicht, dass Medis da viel helfen können. Wenn, dann evtl Antidepressiva.. aber auf lange Sicht musst du wohl an dir selbst arbeiten und dein Denken wieder ändern. Dabei kann auch ein Hobby helfen, das dir Spass macht.. irgendwas, wo du kleine Erfolgserlebnisse hast und auch ein Ergebnis sehen kannst. Ansonsten wie gesagt.. das Denken ändern.. positiv denken und die Selbstzweifel langsam hinter dir lassen. Die Ängste auch. Mir halfen da Gedanken wie "Warum sollte mir was zustoßen.. was ich vor habe ist ganz normal und bisher ist mir nichts passiert".. und ähnliches. Einfach ist es nicht.. von heute auf morgen geht das auch nicht.. aber ich persönlich habe diesbezüglich leider keine anderen Vorschläge dazu.

  • Kenne das mit den Selbstbewusstsein auch etwas. Das mit den Ängsten kann die Krankheitssymptomatik bei kleiner Dosis noch sein also man ist eher Paranoid und hat übertrieben Angst das etwas passiert, bei mir eher das anderen was passieren könnte.


    Finde es Super das du es mit der Umstellung mal probierst, da kann sich einiges verbessern und sonnst würde ich es mal mit einem zusätzlichen Antidepressivum probieren, das hilft auch wenn bei Selbstbewusstsein und anderen von der Stimmung her etwas nicht passt..


    Also immer Positiv denken, man kann auch so etwas an seiner Verfassung machen indem man eher versucht positiv zu denken. :)

  • Da hilft nur alles negativ zu denken, alles schlecht machen was gut sein könnte. Irgendwann verschwimmt das alles und man nimmt es nicht mehr ernst, sieht was vorher noch schlecht war plötzlich als normal oder gleichgültig.


    Wenn du die Antriebslosigkeit weg bekommst werden sicher deine anderen psychischen Beschwerden auch weggehen.


    Was dir helfen könnte wäre Musik bei der du Meditieren kannst, über etwas was dir Spaß macht. Manchmal haben mir PC spiele oder Filme geholfen. Wie wäre es mit einem Schocker, manchmal sehe ich zu wie andere PC spielen z.B.


    Oder lachen hilft auch.


    Oder wie wäre es mit Politik.

  • Da hilft nur alles negativ zu denken, alles schlecht machen was gut sein könnte. Irgendwann verschwimmt das alles und man nimmt es nicht mehr ernst, sieht was vorher noch schlecht war plötzlich als normal oder gleichgültig. <----


    Das halte ich für eine eher schlechte Methode. Gleichgültig möchte man ja eher auch nicht werden.. zumindest nicht, wenn man noch was im Leben erreichen will. Mir ist zwar auch vieles gleichgültig.. aber ich habe auch nicht mehr den Drang, was erreichen zu wollen.. oder ne Familie haben zu wollen. Wenn man lange genug positiv denkt.. überwiegen irgendwann auch die positiven Gedanken. Mit Gleichgültigkeit funktioniert das zwar auch relativ gut.. aber wie gesagt.. da sollte man dann eher nicht mehr zu viel vor haben.. weil ja eh alles egal ist :P


    Und wenn man sich noch in einem akuten Zustand befindet.. geht mit alles noch schlechter betrachten schon mal gar nichts. Da hatte ich z.B. schon mein Leben aufgegeben und mir den Tod gewünscht.. will nicht wissen was ich getan hätte, wenn ich da nicht irgendwann wieder positiv gedacht hätte, sondern alles noch schlechter und negativer betrachtet hätte..

  • Naja.. kommt wohl immer drauf an wie schlimm es ist.. wenn ich denke, ein Dämon will mich töten.. oder ich bin in der Hölle.. dann denke ich mir lieber, der Dämon wird mir nichts tun.. und auch in der Hölle ist mir nichts passiert.. bevor ich mir irgendwas ausdenke, was noch negativer ist.. oder? Wenn man an dem Punkt steht, an dem man sich selbst aufgibt.. gibt es irgendwann auch keine weitere Steigerung mehr ins Negative.


    Ich weiss schon was du meinst @ceam.. aber ich denke, das kann nur bei manchen Ängsten helfen. Bei Selbstzweifeln oder Depressionen.. finde ich es eher nicht hilfreich, sich oder das Umfeld noch negativer zu betrachten als es eh schon der Fall ist :P


    Wenn man alles mit ein wenig Selbstironie und Sarkasmus betrachtet.. ist es wieder etwas anderes. Das kann natürlich auch hilfreich sein, damit man den ganzen Kram nicht ganz so ernst nimmt. Also ich muss im Nachhinein oft über mich selbst lachen.. wenn ich drüber nachdenke, vor was ich alles Angst hatte.

  • Es gab Studien mit 1000mg Aspirin über 3 Monate, da man festgestellt hatte, dass die Entzündungsmarker bei Schizophrenen erhöht sind und Aspirin Entzündungen hemmt. Ich probiere es gerade selbst aus und es steigert meinen Antrieb und ich kann mich besser konzentrieren. Außerdem bin ich nicht so früh müde am Tag. Man könnte sagen, dass das Aspirin vielleicht mehr an die Ursache der Schizophrenie herangeht als Neuroleptika, die die Symptome unterdrücken. Wenn Du mehr dazu wissen willst, kann ich dazu auch noch die Studie heraussuchen.
    VG

  • Sonne tanken ist auch gut für den Antrieb. Wenn ich nicht aus der Wohnung gehe am morgen , dann kommt bei mir trotz niedriger Medikamentendosis wieder die Antriebslosigkeit zum Vorschein. Mit aus der Wohnung gehen meine ich , an die Sonne gehen. Vitamin D erhöht das Serotonin , durch das man auch sich besser und fitter fühlt.


    Am besten Ausdauersport unter der Sonne betreiben. Durch den Ausdauersport wird zusätzlich Serotonin frei gesetzt.


    In einem anderen Forum hat auch jemand geschrieben , seit dem er regelmässig Sport betreibt , bei ihm die negative Symptomatik verschwunden ist.

  • Also ich werde hier eventuell zum zweiten Maggi... ;-) Denn ich muss sagen, dass es mir wesentlich besser geht, seit ich das Olazapin nicht mehr nehme, aber stattdessen das Abilify.
    Ich habe wesentlich mehr Energie und auch mein Denken wird klarer. Irgendwie war ich mit dem Olanzapin so vernebelt.
    Werde auch mal die Studie zum dem Aspirin lesen.
    Schoenen Samstag Abend noch!

  • Hallo @Sonaki
    wollte mal fragen wie es dir jetzt mit dem Abilify geht und ob die Erfahrungen gut damit sind die du bisher gesammelt hast?


    Bin jetzt zusätzlich zu den 5mg Abilify auf 150mg Bupropion (Elontril) eingestellt, habe das Elontril erst eine Woche ca. aber es macht mich Tagsüber noch fitter, brauche weniger Schlaf und habe denke ich mehr Antrieb, muss mal schauen wie sich das entwickelt, bin da aber auch guter Dinge und Arbeite jetzt ja wieder Voll.


    Gruß