Warum werden Psychotiker stigmatisiert?

  • Denke es hat viele Ursachen und es liegt vor allem auch an unserer Gesellschaft und den Umgang mit den Erkrankten, die Neuroleptika mögen Segen sein aber Fluch zugleich und die Bewegungsstörungen und die Negativsymptome wird immer noch als Krankheitssymptom ausgelegt, also wir werden als unbrauchbar abgestempelt, da man noch auf dem Stand von damals ist wo typische Medikamente eingesetzt wurden und da es eben auch heute noch Medikamente gibt die stark einschränken und zum Einsatz kommen.
    Zwangsbehandlung ist auch ein Faktor finde ich der zusätzlich stigmatisiert.


    Was denkt ihr?

  • Hey hey :) 


    Naja, man fürchtet sich häufig vor den Erkrankten und hat Bilder von Kranken im Kopf, die nur wie wild umherrennen und ständig aggressiv seien (nichtmal in der akuten Phase ist das bei allen so). So vom Effekt her etwa das gleiche Bild, das man von einem Psychopathen hat (wenn ich das etwas übertreibe). Von daher wird man als Diagnostizierter über einen Kam geschert. Sie, die Gesellschaft, hat deswegen keine Lust, sich mit Schizophrenen zu beschäftigen. Oder sich wissen anzusammeln, das dann zeigen würde: Hey, die sind nicht schlimm. Außerdem ist es so eine Sache mir dem Wort "Schizophren". Wenn die meisten das hören, gehen bei ihnen die Alarmglocken an und dann herrscht eben diese Sicht auf Psychotiker vor, die ich versucht hab zu erklären. Mir ist das noch ein Rätsel, aber den Code muss man einfach knacken, wenn man schizophren ist. Es geht um Vorurteile und Klischees. Und: es geschieht auch nicht nur so. Meistens sehen die Menschen nicht die sensitive Seite des Schizophrenen und treten ihm dann unbewusst auf den Nerven herum.

  • Die meisten Menschen haben GAR KEINE Ahnung. Ich auch noch nicht viel ;-) Kenne meinen Freund mit einer diagnostizierten „gemischten Schizoaffektiven Psychose“ erst 8 Monate. Meine Mutter ruft zum Beispiel an, und sagt ernsthaft, sie mache sich Sorgen – wenn einer in der Psychiatrie war, könnte der mich doch umbringen. Ich bin fast vom Hocker gefallen.
    Jeder könnte mich theoretisch umbringen ;-) Habe ihr gesagt, dass sie leider keine Ahnung hat, sich keine Sorgen zu machen braucht. Schließlich glaubte sie auch, ich würde ausgeraubt, als ich ihr erzählte, ich würde zu einer Frau gehen, um Hypnose auszuprobieren. In meinem Umfeld erlebe ich fast nur Ablehnung :-(

  • Ja kenne auch eine Mitpatientin von der Tagesklinik die ähnliches von der Geschlossenen(Schützenden) Station dachte in der Art, das dahin die Schlimmern kommen und sie davor schon Angst hat. Vor mir hatte sie aber keine Angst aber in wahrheit sind die schlimmeren Fälle ja eher in der Forensik.
    In gewisser Weise auch etwas verständlich denke der Umgang mit anderen macht es aus und das man eben oft kaum weis, wer nun krank ist und jeder sich da etwas eingräbt(geht ja schlecht ganz offen über solche Erlebnisse zu reden mit denen man selbst erstmal klar kommen muss) und davon kaum was sagt macht das ganze dann vielleicht noch bedrohlicher für Außenstehende.


    Denke der Umgang macht es wenn man sich einbringt Kontakte hat, dann schwinden zumindest dort die Vorurteile im Umfeld aber ein Beigeschmack ist vermutlich immer da, denke auch da man die Erkrankung selbst bei Ärzten schwer sicher einschätzen kann und man diese noch kaum versteht was die Ursachen genau sind. Bei mir im Umfeld geht es so, denke viele haben Verständnis dafür merke aber selbst das ich mich manchmal abkapsele, denke es ist aber auch jede Psychose etwas verschieden und somit entstehen mehr Ängste und das man dann oftmals entlassen von der Klinik wird und einen mit den Medikamenten der Boden unter den Füßen weggezogen wird macht es kaum besser.


    Denke eher wenn Psychotiker gar Kriminell werden liegt es vor allem daran das diese mit zuviel Medikamenten wirklich einen Schaden abbekommen haben und sich oft kaum zu helfen wissen und dann durch das Absetzen und ganze Verweigerung der Therapie Probleme entstehen können selbst wenn das Einzelfälle sind denke ich setzen viele einfach ab und bekommen schlimme Rückfälle und das dann eben schon auch mal was schlimmes dabei passiert, sei es nur ein Unfall wird man so zumindest wie man es heute macht schwer ganz ausschließen können.
    Ich sehe eher im Beruf ein Problem, das ist etwas das schon stark auch aufgund da man weis das Psychotiker normal weniger leistungsfähig sind also mit manchen Medikamenten keine 40 Stunden mehr arbeiten können ein Stigma auslöst und man es dann wenn es der Chef oder die Firma erfährt eher Nachteile hat überhaupt beruflich eine Chance zu bekommen. Denke viele Medikament sind eben so das man damit schwer arbeiten kann aber man setzt diese dennoch ein leider. Momentan wo ich Abilify habe ist das überhaupt kein Thema von der Arbeitsleistung, ich würde sagen sogar besser als vorher aber man muss denke ich da sehr vorsichtig sein da die Krankheit kein guter Erster Eindruck ist, von daher vermutlich auch die Verschwiegenheit da das Berufliche ja das Standbein ist was man braucht und so die Krankheit dann mehr verschwiegen wird als es überhaupt von nutzen wäre.
    Kenne diesen Zwiespalt da schon sehr gut sagt man es bekommt man vermutlich gar keine Chance sagt man es nicht erfahren es die Mitarbeiter das man mal Krank war vermutlich auch um ein paar Ecken und dann geht das Geflüster an was natürlich umso Problematischer ist wenn man schon unter Beziehungsideen gelitten hat in der Krankheit und meint nun möchten einen die Arbeitskolegen aufziehen.
    Denke da müsste sich einiges Ändern das man das gleich bei der Bewerbung Vorstellung angeben kann ohne das man gleich einen Nachteil davon hat also das Firmen auch was davon haben wenn sie einen Betroffenen einstellen oft ist das gar kein Nachteil nur eben wenn man keine Chance mit der Krankheit bekommt dann entsteht die Problematik das man es wiederum nicht sagt und es irgendwann eh rauskommt das man mal krank war.
    Vielleicht übertreibe ich auch aber für mich ist das schon ein Problem im Beruflichen und wenn man mal in einer Klinik war wird man es kaum ganz verschweigen vor dem Umfeld können.


    Die Vorurteile herrschen denke ich auf verschiedene Ebenen, Jemand der noch nix davon weis hat Angst, Arbeitgeber sehen Finanzielle Probleme oder trauen Betroffenen Beruflich weniger zu und so ensteht dann das Verschweigen der Krankheit was das Stigma noch größer macht.

  • Ich denke ein Großteil der genannten Ablehnung beruht auch darauf, dass Viele denken, man würde sich mit einer Schizophrenie ständig abseits der Realität bewegen. Also so als ob man ständig in einem Akutzustand wäre. Allerdings sind die akuten Phasen ja meist eher selten bis gar nicht vorhanden. Bei längeren und schweren akuten Phasen wäre man wahrscheinlich auch wieder in einer Psychiatrie und nicht zuhause oder sogar auf dem Arbeitsmarkt tätig.

  • Zitat

    ein Großteil der genannten Ablehnung beruht auch darauf, dass Viele denken, man würde sich mit einer Schizophrenie ständig abseits der Realität bewegen



    Das macht das Ganze ja auch für mich so feindselig und ausgrenzend. Man ist doch in der Realität. Sogar auch in der Psychose. Nur in der dann auf einer anderen Weise. Das dann gesagt wird, der psychotische Mensch ist nicht in der Realität, nun, damit kann ich mich gar nicht anfreunden. Man sollte eher sagen, er hat vorübergehend den normalen Kontakt zu seinen Mitmenschen verloren. Also er erlebt die Umwelt anders. Leider wird einem jedoch sofort unterstellt, man sei unzurechnungsfähig, man sei abnormal und nicht zugehörig. Und das ist für mich Ausgrenzung und im Endeffekt auch Stigmatisierung und Diskrimierung. Es liegt an der Angst, die die Menschen mit der Schizophrenie verbinden. Mehr Aufklärungskampagnen wären für mich ein Fortschritt. Und auch medial muss sich da was tun, denn da kommen nur Horrormeldungen von einzelnen, brutalen Akuten. Das ist nicht Sinn der Sache. Da muss sich was tun, damit man nicht mehr unter so einer Glocke der Kritik leben muss. Da sich aber so schnell nichts ändern wird, muss man sich davon lossagen, das eben die Mehrheit das so sieht. Ich habe letztens einem Freund gesagt, dass ich die Diagnose habe. Ist gar nicht so schlimm zu sagen, wie ich immer dachte, wenn man ansonsten halt vollkommen normal und standhaft herüberkommt.

  • Naja.. ich denke, man befindet sich bei einer schweren akuten Phase schon irgendwie in einer anderen "Realität", als die "normaldenkenden" Menschen. Der Körper befindet sich in der "Realität", die alle kennen.. aber das Unterbewusstsein läuft amok und erkennt die.. nennen wir es lieber "Normalität" nicht mehr. Also ich denke während meiner akuten Phase.. hätte ich als "normaler" Mensch evtl. auch Angst vor mir gehabt.


    Aber wie gesagt.. und wie du auch sagst.. man befindet sich ja eher selten in soo extremen, akuten Phasen. Da würde man sicher auch nicht in die Öffentlichkeit gehen, wenn man seine Krankheit kennt. Ich finde es auch schlimm, dass in den Medien eigentlich Begriffe wie "Schizophrenie" und "psychisch krank" meist in Zusammenhang mit irgendwelchen Verbrechen und Gewalttaten stehen. Da hat man ja gleich nur noch Bilder von gewalttätigen Psychopathen im Kopf. Was meine Diagnose angeht, darf diese jeder erfahren.. da habe ich absolut kein Problem damit.

  • Sehe es auch so das ich auch in der akuten Fase etwas Angst vor mir gehabt hätte, da das was man da durchmacht schon die sonderlichsten Geisteszustände sein können gerade wenn man am Anfang der Erkrankung steht fehlt einen da viel halt und man kann meiner Meinung von Außen und durch die Medien sehr beeinflusst sein, ich denke das man wie Telepatische Superkräfte da haben kann was an sich auch eine Beängstigende Vorstellung ist wenn man andere Menschen beeinflussen kann in ihren denken und handeln, also ich halte das für durchaus real und bei einer Psychose lässt man sich wahnhaft auf andere ein und ist im Stande so andere von ihrer Position wegzubewegen was an sich denke ich auch etwas positives ist wenn es sich im Guten verhält. Ich habe mich mit Konfliktthemen befasst auf der Welt und mir ist das was ich da sah sehr nahe gegangen und dachte ich bestimme das fühlen und denken diese Menschen mit also gab mir auch selbst schuld das schlimme dinge passierten eine projezierung also auf mir selbst. Ich denke das es so etwas gibt und das vielleicht Psychotiker in diese Gedankliche Peripherie die man Gott nennen kann eingreifen können und dass das auch Beängstigend sein kann ob es nun Stimmt oder nicht gerade wenn man am Anfang der Erkrankung ist finde ich muss man erstmal selbst mit dem erlebten irgendwie klar kommen ich konnte erst später überhaupt drüber reden da mir das vorher alles so durch den Kopf gegangen ist.
    Denke also das diese Bessesen von etwas sein durchaus auch Ängste anderer auslösen kann und es eine Art Kontrolverlust ist wenn man Ersterkrankt oder schwere Rückfälle hat. Also ich hätte sogesehen keine Angst vor mir aber vor den Themen die mich beschäftigten gehabt und denke es ist schwer wenn man ganz psychotisch ist einen Kühlen Kopf zu bewahren so kann man etwa dinge denken die man später auch bereut einen Fehler aufsitzen oder Wahnhaft Medien oder sonnst etwas Gläubig sein und diese Dinge sich gegenseitig verstärken also ich denke man kann in der Psychose zum Teil wie bei mir auch Medien auf etwas fokusieren und genau darin kann heilvolles und unheilvolles liegen, nur mal angenommen es wäre so das wenn sich die Meinung von Psychotikern auf etwas lenkt erst die Medien und dann auch die Menschen die es betrifft ihr denken und Handeln danach ausrichten, das meine ich und das erfordert vor allem das Psychotiker bei klaren verstand bleiben was Medikamente oft auch unterbinden so das man sich immer wieder einen unverarbeiteten Wahn her nimmt und sich reinsteigert.
    Ich denke also das Verarbeitung und gutes nützliche Wissen der Weg da heraus ist aus der Krankheit und dem Wahngedanken da das Wissen einen sicherer macht und auch beruhigen kann und man seinen Standpunkt der sich womögich wahnhaft immer weiter Verstärkt überdenkt.


    Denke also das diese Stigma das Psychotikern anlastet auch daher kommt das einige einen Weg aus dem Wahn herausfinden und vielleicht darin etwas heilsammes steckt und andere daran kaputt gehen was dann beängstigend für Außenstehende ist. Was ich eben merkte ist das ich unter harten Psychopharmaka keine Chance hatte meinen Wahn zu verarbeiten da es auch sogesehen dumm gemacht hat also bei mir brachte das Haldol und Risperdal nur wenig da dieser Innere wahn nur abgeschwächt aber die Verarbeitung auf dem Verschiebebahnhof gelandet ist trotz aller härte der Behandlung die es in sich hatte. Unter Nebenwirkungsarmen potenten Neuroleptika in meinem Fall Abilify ging es dann mit der Verarbeitung des Wahns und einen echten loslassen das vom inneren ausgegangen ist von daher denke ich auch das diese Medikament viel geeigneter ist als andere denke aber übertreiben sollte man es mit der Dosis nicht.


    Gut das führt jetzt am Thema vorbei und geht weit aber ich möchte sagen das wenn man für sich diese wahnhaften zustände gelöst hat und eben in der Realität steht und die Erkrankung besser versteht man auch drüber reden kann zumindest mit engeren Freunden, mir war es erst ab einen Gewissen Zeitpunkt wo ich selbst verstand was mit mir los war möglich drüber zu reden und denke das man eben wahnhaft geblendet sein kann und das womöglich auch Ängste auslöst wenn man selbst es nichtmal versteht was in einen vor geht wie wirkt das dann auf andere?
    Wenn ich es selbst beurteilen kann hat mir Arbeit durchaus weitergeholfen Kontakt zu anderen, andere Meinungen das waren für mich dinge die wichtig sind das geht aber nur wenn dies Stigma wenig ausgeprägt ist da man sonnst keine Chance bekommt im Leben. Wenn sich die Innere Ruhe einsetzt nicht die der Neuroleptika dann hat man es denke ich geschaft und ist aus den schlimmsten drausen, denke also das vielleicht man bei Psychotikern mehr von Krankheitsstadien reden sollte also je nach Stabilität unterteilen und mehr auf Gesprächstherapien setzen sollte, die sich mit dem Wahn auseinandersetzen einen Imput geben den man Wahnhaft sucht und Wissen weitergeben.
    Für mich war die akute Fase die erst gänzlich in der Aufarbeitung sich löste wie eine Ausnahmesituation des Geistes in so eine Fase kann man Betroffene nur teilweise ernst nehmen denke ich da oft man etwas auch wenn es real ist sich einbildet was zwar der Fall ist aber vieles andere daneben zu sehr ausblendet, denke das man mega viele Informationen aufnimmt aber im Wahn das Werten eben anders abläuft am Anfang richtet man sich zu sehr nach Gefühlen später aber wenn man Wissen hat kann man auch selbst eher für sich eine ehrliche Meinung sich bilden wo man sich selbst nicht bescheißt. Von daher besteht denke ich das Stigma auch mehr darin wenn man in dieser Aufarbeitungsfase ist wo niemand und man selbst zum Teil nicht weis was mit einen los ist, es ist wie wenn sich ein neuer Karakter bildet das was vorher nur gefühlsmäßig wahrgenommen wird nachgeforscht und zu einer Gewissheit gemacht wird wo man auch seine eigenen Fehler entdeckt.


    Denke das dies ein Prozess ist der Entwickung und die Krankheit wie ein Brandbeschleuniger wirkt die Neuroleptika helfen einen sind aber meiner Meinung nur ein Teil der Behandlung der mit vorsicht zu genießen ist und das zum Teil wenn man ganz ruhig gestellt ist aus diese stigmatisierenden Opferrolle schwer rauskommt weshalb ich auch diese Nebenwirkungsärmeren aber trotzdem hochpotenten Mittel als die Lösung sehe oder wenn man Bedarfsweise diese einnimmt um auch seine Grenzen wo man sehr vorsichtig sein muss besser zu kennen, was finde ich diesen Schutz noch erhöhen kann.
    Aufklärungskampanien wären sehr gut denke das Problem ist das man über etwas das die Ärzte selbst schwer sich erklären können nur schwer aufklären kann da traut sich womöglich nur schwer einer rann und man wird erstmal vertröstet von der Gesellschaft also auf die lange Bank gesetzt...

  • Etwas mehr Satzzeichen wären nett, um die längeren Texte besser lesen zu können ;)


    Ich denke nicht wirklich, dass man aufgrund der Ruhigstellung der Medis stigmatisiert wird. Da läuft man zwar rum, wie ein Zombie, wirkt aber nicht wirklich gefährlich auf das Umfeld. Ich denke auch, dass es eher durch Medienberichte und diverse Filme mit Psychopathen oder einer Psychiatrie als Kulisse in Horrorfilmen kommt. Vor der Krankheit hätte ich bei jemandem mit Schizophrenie sicher auch an einen ziemlich kranken Menschen gedacht, der die Realität nicht mehr kennt und zu allem fähig ist. Also.. Richtung Forensik.


    Hätte ich auf die Stimmen gehört, wäre ich sicher auch gewalttätig geworden.. bei der Zwangseinweisung mussten mich auch 6 Mann aus dem Haus zerren. Also wenn es wirklich ein schwerer Realitätsverlust ist, können Menschen mit paranoider Schizophrenie durchaus auch mal gefährlich bzw. aggressiv werden. Stichwort Kontrollverlust. Trotzdem ist dies ja eher nicht der Alltag.


    Was die Verarbeitung des Wahns betrifft würde ich sagen, man sollte erstmal den Großteil mit der "Normalität" in Einklang bringen und evtl. überlegen, warum man manche Vorstellungen hatte. Allerdings auch nicht durchgehend, sonst denkt man sich schnell wieder in die Krankheit rein. Naja.. und bei den Dingen, die dann als unerklärlich übrig bleiben.. sollte man seine eigenen Lösungen finden.. manches als gegeben akzeptieren.. oder eine Art Glaube entwickeln, mit der man leben kann. Dinge wie "ich glaube daran, dass ich Menschen über Gedanken beeinflussen kann".. würde ich z.B. zu einem "normalem" Menschen nicht sagen. Das Thema beschäftigt mich persönlich auch so gut wie gar nicht mehr. Wenn es so ist.. gut.. wenn nicht.. auch egal. Das habe ich z.B. einfach so akzeptiert und überlege im Alltag nicht mehr, ob es wirklich so ist, oder nicht. Allerdings kenne ich auch dazu meine persönliche Meinung und habe daher auch keinen Grund mehr, darüber nachzudenken.


    Aufklärung.. ja.. gibts hier so nen Bereich, der evtl. auch über Psychosebetroffene im Alltag aufklärt? Oder ne Art "Umgang mit Psychose-Erkrankten"? Glaub sowas habe ich bisher in den Foren nicht gesehen.. hab aber auch nicht danach gesucht. Solche Foren wären aber so gesehen auch ein kleiner Schritt in Richtung Aufklärung. Ist ja schon mal gut, dass sich auch Angehörige oft melden und interessiert sind. Ich habe auch schon 2-3 Angehörigen in einem anderen Forum detailiert über meinen Krankheitsverlauf berichtet und die fanden das sehr viel hilfreicher, als die Infos von den Ärzten.

  • Also ich denke das übertriebene Ruhigstellung immer einen Beigeschmack hat, denn auf jemand der ehh schwach ist, wird oft herumgetreten, gerüchte etc. wie in der Natur oder man bekommt dann Hilfe aber oft zum Preis das man als 2.Klasse wahrgenommen wird und eben auf den 1. Arbeitsmarkt weniger Chancen hat. Grade bezüglich der Arbeitsleistung schränken hohe Dosierungen und stark sendierende Mittel sehr ein, so das man kaum die 40 Stunden packt, andere wie Abilfiy haben zumindest in niedrigen Dosierungen aufgrund der Antriebssteigerung dieses Problem nicht aufzuweisen und fördern die Konzentration, denke im Idealfall da man das schwer ganz verallgemeinern kann, von daher würde ich so etwas also akkurate Nebenwirkungsarme Medikamente als eine Hauptsäule sehen, wie man ein Stigma verhindert also man könnte so Vorurteile abbauen, wenn Betroffene keine Sonderbehandlungen auf der Arbeit benötigen würden.


    Also ich denke das es so etwas wie Gedankenein/ausgabe gibt und das bei normalen Menschen eben vorkommt wie auch bei Erkrankten, nur das es sich bei Erkrankten anders auswirkt und bewusster wird das da auch mit der Realität manchmal etwas unklar oder komisch ist, gut die Behauptung von mir "menschen über Gedanken zu Beeinflussen" halte ich für ein Extrem, aber ich denke das tragen wir womöglich innerlich aus(die Konflikte die sich außen abspielen) oder es kann so sein das man zwischen solchen Geisteswelten steht und vielleicht daher so eine gewisse hin und hergerissenheit und Instablität kommen könnte. Nur als Theorie, also denke auch das wenn so was jemand normales liest er sich seinen Teil dazu denkt..


    Einen Bereich werde ich dann mal anlegen zum "Umgang mit Psychose Erkrankten" finde die Idee super.. bisher habe ich das noch nicht nur eben einen "Angehörigen" und "Interessierten" Bereich.

  • Ok.. das mit dem Arbeitsmarkt stimmt natürlich. So weit hatte ich gerade gar nicht gedacht, weil ich auf dem Arbeitsmarkt derzeit eh keine Chancen habe.. gerade deshalb hätte ich eigentlich daran denken können ;)


    Das mit dem Beeinflussen von Anderen und deren Gedanken ist auch ein etwas heikles Thema wie ich finde.. also zumindest, wenn man stark dahinter steht, dass es in der Form möglich ist. Wie gesagt.. ich bin auch der Meinung, dass ich Andere beeinflussen konnte. Jetzt kann ich es nicht mehr oder versuche es nicht mehr bewusst. In einem solchen Forum ist es ja auch gut, wenn man über solche Dinge "reden" kann. Aber wie gesagt.. in der Öffentichkeit würde ich es so direkt eher nicht erwähnen. Da berichte ich z.B. über die Vorfälle der akuten Phase, die mich zu solchen Gedanken bewegten.. und schaue dann erstmal, wie die Leute reagieren. Also da wähle ich meine Sätze erstmal so, dass keiner denkt, ich würde auch gegenwärtig an sowas glauben *g*


    Das "Umgang mit Psychose Erkrankten" kannst du ja z.B. auch als Unterforum bei den Angehörigen einbauen.. geht natürlich auch als großer Themenbereich, damit evtl auch mehr Erkrankte mit diskutieren.. musst du wissen :)

  • Also ich habe das in meiner Psychose irgendwie so erlebt also Beeinflussungserlebnisse und war auch selbst neben mir gestanden von daher denke ich das es da eine Wechselseitige Rückkopplung schon geben könnte und das man das als Psychotiker vielleicht wahrnimmt und einen das alles so vom Hocker haut das sich das ganze noch mehr verstärkt und man in den Wahn abgleiten kann. Denke auch das man über soetwas natürlich eher schlecht sprechen kann aber eben irgendwie einordnen muss, wenn man es erlebt und da helfen die Medikamente schon runterzukommen und bei sich zu bleiben...
    Geht mir auch so wie dir also man muss da erstmal draußen sein um dann über so Vorfälle auch reden zu können. Also ich denke das ist wenn es so etwas gibt begrenzt aber versuche mich die Krankheit so zu erklären das es das Begrenzt gibt und die Medikamente einen womöglich etwas von diesen äußeren Reizen die zu stark auf einen einwirken abschirmen. :)


    naja denke das kann schon ein Grund schon wieder sein wenn man an so Spinnerein glaubt aber man weis ja nie genau..

  • Naja.. ich denke auch, dass es einen Körper und einen Geist bzw eine Seele gibt und der Geist den Körper auch verlassen kann. Ich stand auch schon neben mir und habe mich beobachten können.. oder bin gefühlt um unser Haus und in den Wald "geflogen", obwohl ich im Bett lag. Das macht ehrlich gesagt auch Spass und fühlt sich gut an ^^


    Aber ich denke, dass es trotzdem ein heikles Thema sein könnte, wenn man etwas stärker gefährdet ist.. also was akute Zustände betrifft. Man könnte sich meiner Meinung nach schnell wieder verlieren, wenn man zu intensiv mit solchen Gedanken spielt bzw. auch bewusst und aktiv versucht, den Geist vom Körper zu trennen oder irgendwie versucht, über Gedanken Andere zu beeinflussen und ähnliches. Dass man an solche Dinge glaubt ist ja kein Problem.. auch darüber nachdenken nicht.. aber man sollte meiner Meinung nach genug Abstand haben, um sich nicht selbst zu gefährden. Das mit den Medis sehe ich genau so.. sie sind ja auch hauptsächlich dafür gedacht, "uns" vor äußeren Reizen zu schützen.. weil diese eben intensiver erlebt werden.

  • Ich glaube was viel zur Stigmatisierung beiträgt ist die mangelnde Aufklärung in der Bevölkerung,sowie der Umstand dass im Alltag viele einfach keinen Kontakt zu psychisch Kranken haben (bzw. sie gehören nicht zum alltäglichen Bild,werden eher als eine Störung desgleichen empfunden)
    Oft wird nicht mal innerhalb der Familie darüber gesprochen,wenn eines der Familienmitglieder psychisch krank (geworden) ist.
    Ein psychotischer Mensch wirkt (und manchmal ist) bedrohlich,außerdem sind viele hilflos/überfordert und wissen nicht wie sie angemessen reagieren sollen.
    Zum Thema Stigmatisierung kann ich das Buch"Stigma psychische Krankheit" von Asmus Finzen empfehlen.

  • Finde es ist eben auch schwer mit anderen drüber zu reden die über den engsten Freundeskreis rausgehen, habe das auch schon zum Teil versucht aber ist immer so ein Beigeschmack dabei wenn man über so Themen redet wie andere in wahrheit drüber denken, also ich denke das Psychotiker die sich gesund fühlen und sich trotz chronischer Erkrankung still verhalten eher weiter im Leben kommen, als das man es anspricht und offen dazu steht.
    Denke es gibt eben zwei Zustände Gesund und Krank und wenn man von der Erkrankung redet meist davon ausgegangen wird, dass man Krank ist oder dem auch schwer folgen kann da eben viele Grundlagen fehlen, man schlecht weis wie Stabil man ist, dass zu vermitteln ist auch schwer möglich und meist erst wenn man sich selbst klarer über die Krankheit ist und wie man es sagt.
    Denke meist hat man eben nur ein paar Bezugspersonen die mehr wissen was in einen vorgeht wenn es denn mal akuter wird und ich denke das man von der Gesellschaft als Gesund gesehen werden möchte was die Diagnose an sich schon kaum möglich macht, da es ja eher ein chronischer Verlauf ist(Medikamentenabhängigkeit). Mit Medikamenten ist das ja normal kein Problem aber diese sind oft auch Negativ belastet also ist man schon irgendwo in einer Zwickmülhle wenn kaum über die Krankheit aufgeklärt wird auch im positiven.


    Mir scheint es so als das man die Krankheit kaum versteht wo ja auch die Ärzte bisher keine schlüssige Meinung haben. Weis auch nicht, ist eben schon ein Problem denke der Umgang mit anderen wenn man sich mehr blicken lässt löst viel Probleme was das Stigma im Umfeld angeht aber darüber hinaus wird es finde ich dann Beruflich(Neueinstieg) eher schwieriger, da Stigmas immer vorurteile bedeuten und oft der erste Eindruck sehr wichtig ist und auch der 2. sogesehen.

  • Ich denke,dass nicht der einzelne (Erkrankte) verpflichtet ist den Dialog zu suchen,sondern die breite Masse.Bzw die Gesamtgesellschaft.
    Dazu beitragen können va. soziale Träger,Schulen, Fachpersonal...
    Und jeder einzelne ist frei sich über psychische Störungen zu informieren.Das mindert meist die Unsicherheiten.
    Zur Zeit ist Inklusion ein großes Thema. Meist verbindet man damit "nur" körperliche/geistig Behinderte,aber im Grunde beinhaltet es alle Menschen mit allen "Schwächen".
    Außerdem hat sich zB bei der Akzeptanz von HIV Positiven Menschen einiges getan über die letzten Jahre.Ua. auf Grund der massiven Öffentlichkeitsarbeit. Denn heilbar ist die Krankheit (soweit ich weiß) noch nicht.

  • Ja.. da bleibt nur zu hoffen, dass sich bezüglich der breiten Masse etwas bewegt. Aber man hört ja auch in den Medien immer öfter, dass die Fälle von psychischen Krankheiten immer häufiger werden. Daher dachte ich ja schon, es ist eine Art Evolution und wir befinden uns auf einem Sprung zu einer veränderten Wahrnehmung.. aber gut das ist ein anderes Thema :P


    Jedenfalls denke ich, dass sich weiterhin etwas bewegt und auch die Aufklärungsarbeit langsam besser wird. Wenn man 50 Jahre zurück schaut, hat sich ja durchaus sehr viel getan, was das Thema psychische Krankheiten betrifft.. ich denke.. da müsste man nicht mal so weit zurück blicken.. auch vor 20-25 Jahren wurden psychische Krankheiten sicher noch negativer betrachtet, als heute.


    Was Gespräche über die Krankheit und vor allem über Gedanken der akuten Phase betrifft.. finde ich es auch sehr schwer. Ich würde mir wünschen, dass man überall so offen "sprechen" kann, wie hier in solchen Foren. Vor 2 Tagen habe ich z.B. über ICQ mit einem guten Freund geschrieben.. über mein Problem was das alleine raus gehen betrifft. Dass ich mich dann durch eine dunkle Macht verfolgt fühle und so Dinge. Naja.. dann kamen wir eben auch aufs Thema Religion und Gott und spätestens da hat er mehr oder weniger dicht gemacht. Er vertritt eben den Standpunkt, dass es sowas nicht gibt. Vielen Gedanken kann der "Normalbürger" dann auch nicht mehr folgen oder kann sie nicht mehr nachvollziehen. Auch wenn es dann Richtung Universum usw geht.


    Der Witz daran ist.. vor der Krankheit haben wir auch über solche Dinge philosophiert.. da war das für uns normal. "Philosophieren" und Theorien aufstellen, kann ja auch Spaß machen. Aber seit der Krankheit wird mir immer wieder, wenn ich auf solche Themen komme, gesagt, dass es "krank" sei und irreal.. und logisch nicht nachvollziehbar. Es fällt auch bei Psychiatern auf, dass solche Gedanken oft direkt abgewiesen und als nicht logisch weggeschoben werden. Ich denke, dass meine Gesprächspartner dann evtl. Angst haben, dass ich durch solche Themen den Blick auf die Realität wieder verliere. Aber durch einen Austausch kann man ja auch wieder andere Ansichten gewinnen.. oder einige Ansichten über Bord werfen, weil andere sinnvoller erscheinen.


    Also auch da fühle ich mich etwas.. "stigmatisiert" durch die Krankheit.. sobald etwas nicht logisch klingt, wird mir praktisch der Gedanke "verboten" :P

  • Zitat

    Daher dachte ich ja schon, es ist eine Art Evolution und wir befinden uns auf einem Sprung zu einer veränderten Wahrnehmung.. aber gut das ist ein anderes Thema

    Ein sehr interessantes Thema, das mich auch beschäftigt zur Zeit.
    Ich denke sehr wohl, dass wir uns schon auf dem Weg zu einem Sprung in eine neue Dimension befinden.
    Es dauert nur noch eine Weile, denke ich, bis ich und viele andere es verstanden haben.
    Aber ich denke auch, dass sich der Sprung in eine neue, bessere Zukunft für alle lohnen wird.

  • Zitat

    Stigma ist evolutionsbedingt - die furcht vor dem unzaehmbaren, als es noch keine Medikamente fuer diese Erkrankung gab


    das wort Stigma kommt aus dem griechischen, ein zeichen, das ausserhalb des alphabets steht

    Was meinst du damit @feudutemps?
    Könntest du genauer erklären, was ein Stigma ist und warum es außerhalb des Alphabets steht?
    Gruß Lightness