IQWiG: Latuda bei Schizophrenie ohne Zusatznutzen

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    FRÜHE NUTZENBEWERTUNG
    IQWiG: Latuda bei Schizophrenie ohne Zusatznutzen
    Berlin - Der in Deutschland seit November 2014 zur Behandlung von Erwachsenen mit Schizophrenie zur Verfügung stehende Wirkstoff Lurasidon (Latuda® von Takeda) bietet gegenüber Risperidon, Olanzapin oder Quetiapin XR keinen Zusatznutzen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seiner Dossierbewertung. Demnach ist sowohl in der Akuttherapie als auch bei der Rückfallprophylaxe unsicher, ob Lurasidon gegen die Symptome einer Schizophrenie ähnlich gut wirkt wie die als zweckmäßige Vergleichstherapien ausgewählten Wirkstoffe.
    Lurasidon in der Akutbehandlung wurde in drei vergleichenden Studien (RCT) untersucht und dabei mit Risperidon, Olanzapin oder Quetiapin XR verglichen. Die Dosierungen aller Wirkstoffe wichen darin aber von der Leitlinie und der jeweiligen Fachinformation ab. Ob dadurch Effekte womöglich über- oder unterschätzt wurden, sei unsicher, so das IQWiG. Deshalb steht aus Sicht des Instituts die Eignung der Studien für die Nutzenbewertung infrage.
    Der Hersteller, so das IQWiG, stütze seine Aussagen zum Zusatznutzen von Lurasidon in der Akutbehandlung allein auf eine Verringerung von Nebenwirkungen. Diese wären aber nur relevant, wenn nachgewiesen wäre, dass Lurasidon überhaupt so gut gegen Schizophrenie-Symptome wirke wie die zweckmäßigen Vergleichstherapien. Aus dem Herstellerdossier lasse sich dies aber nicht ableiten.
    In der einzigen RCT zur Rückfallprophylaxe sollte nachgewiesen werden, dass Lurasidon bei der Vermeidung von Rückfällen der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Risperidon) nicht unterlegen ist. Dieses Studienziel, so das IQWiG, sei allerdings nicht erreicht worden. Außerdem sei in Hinblick auf die Schizophrenie-Symptome unsicher, ob der Effekt von Lurasidon ähnlich groß ist wie der von Risperidon. Nun liegt es am Gemeinsamen Bundesausschuss, den abschließenden Beschluss zum Ausmaß des Zusatznutzens zu fällen.


    Quelle: Deutesche Apotheker Zeitung