Psychose! Wie verhalte ich mich als angehöriger ?

  • Hallo zusammen,

    ich habe hier schon einiges Still lesen können und möchte meine derzeite Situation einmal schildern und erhoffe mir ein paar Anregungen und Tipps.


    Ein sehr guter Freund von mir hat ist vor ca. 2 Jahren etwas vom Weg abgekommen und auf die schiefe Bahn geraten.

    Er konsumierte über vermutlich 6-12 Monate fast täglich Joints und gelegentlich Kokain. Er betreib zu diesem Zweck eine Plantage um diesen Konsum zu decken.


    Mir viel mit der Zeit auf das er sich immer weiter veränderte und immer größenwahnsinniger und großspuriger wurde. Es ging insgesamt soweit das er seinen Job verlor und sich den ganzen Tag in der gegend rumtrieb. Seine Mutter welche bei mir angestellt ist teilte mir dann mit das er inzwischen quasi sein und ihr angespartes Vermögen verbraucht hätte. Als ich ihn darauf ansprach konnte er sich an nichs erinnern und redete immer merkwürdigeres Zeug . Da ich arbeiten musste lies ich ihn wie so oft in einem Nebenraum meines Büros alleine und dort begann er sich mit seinem Verstorbenen Vater zu unterhalten und hatte Akustische und Optische Halluzinationen.

    Gegen abend fuhr ich ihn nach Feierabend nachhause und da ging das ganze Drama nun richtig los.

    Nachts rief mich seine Mutter an die Polizei wäre da hätte ihn mitgenommen wegen Randalen etc.

    Ich also Nachts los ihn bei der Polizeistelle abgeholt und mich mit einem Beamten unterhalten und sein auffälliges Verhalten über die letzten Wochen geschildert.

    Das Ende vom Lied war er war stark Verhaltensaufällig aber sie könnten da nichts machen. Mir wurde der Tipp gegeben ihn zu überreden sich sofort in ein Krankenhaus zu begeben. Nach 2 Stündiger Diskussion bekamm ich die Einwilligung und brachte ihn nach Bremen in die Klinik wo er nach einem Gespäch mit dem Dienstahabenden Arzt auf eine geschlossene Abteilung verlegt wurde.


    Es war die folgenden 2 Jahre nun ein stetiges auf und ab, wurde insgesamt aber deutlich besser. Teilweise immermal wieder stationärer Aufenthalt und Drogentherapie etc.

    Bei dem letzten Aufenthalt am Anfang diesen Jahres wies ich die Oberärztin in einem Gespräch darauf hin der er immerwieder von einer nicht existierenden Freundin spricht.

    Ich bekamm nur zur Antwort das man davon wisse aber ihn damit nicht mehr konfrontiert da er jedesmal bei diesem Thema zu Gewaltausbrüchen neigt.

    Ich bin nun im letzten halben Jahr etwas auf Distanz gegangen, da ich selbst schlichtweg ärger mit meiner Familie bekomme und mich nicht ewig um ihn kümmern kann.

    Ich habe mich dennoch mit ihm wöchentlich getroffen und Kontakt über Handy gehalten.


    Seid nunmehr 3 Wochen scheint er jetzt leider völlig auszuflippen.

    Seine Mutter bat mich mit ihm zu reden sie wisse nichtmehr was sie machen soll und habe auch Angst vor ihm.


    Er scheint gerade in einer ganz eigenen Welt zu leben und lässt mich auch kein Stück mehr an sich heran.

    Er meine inzwischen sein Familie würde Millionen vor ihm verstecken die ihm zustehen und fordert diese unter Androhung von Gewalt und Druck ein. Er spricht weiterhin von seiner Freundin welche von den ganzen Sachen auch wisse und ihn darin bestärke.



    Ich bin inzwischen völlig verzweifelt und weiß da absolut nichtmehr weiter. Die Arztin sagt nur ohne seine Einwilligung könne man da nichts machen.

    Ich für meinen Teil denke das er inzwischen unberechenbar ist und da ich mich mit Psychosen nicht wirklich auskenne und auch schlecht reinversetzen kann

    Gibt es denn da keine möglichkeit etwas zu machen bzw wird das jetzt unbehandelt immer schlimmer oder wie ist da der Verlauf.

    Wie kann man sich jemanden gegenüber Verhalten.


    Ich hoffe das der ganze Text jetzt nicht zu lang und ausführlich war aber es liegt mir leider total am herzen.

  • Willkommen im Forum!

    Kann dich verstehen Tombola , ich leide selbst auch unter Schizophrenie und hatte auch zeitweise dieses Aggressionspotential, Stimmungsschwankungen etc.


    Medikamente helfen da wenn man die Richtigen bekommt.


    Neuroleptika stellen an sich ruhig, also das möchte glaube ich kein Betroffener so einfach hinnehmen und man steht vor einem Problem. Entweder Neuroleptika einnehmen und Motivatonslos und mit Negativsymptomen geplagt oder eben ohne und man muss mit einer Absetzpsychose und Stimmungsschwankungen, auch Aggressionspotential rechnen. Ist so wie wenn man eine Hammerdroge einsetzt ohne das ich Erfahrung mit Illegalen Drogen hätte, also die Erkankung lässt es kaum zu die Medikamente ganz abzusetzen und ist an sich chronisch vom Verlauf.


    Gegen die Stimmungsschwankungen und um einigermaßen klar zu kommen würde ich Bupropion ein atypisches SNDRI Antidepressivum empfehlen zusammen mit einen Neuroleptikum wie Aripiprazol(da kann später eine Minimale Bedarfsdosis genügen), da habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und habe so kaum Negativsymptome und so gut wie keine Positivsymptome, vor allem hilft es das Bupropion so sehr gut gegen innere Unruhe und diesen Stimmungsschwankungen/Aggressionen was an der Noradrenalinwiederaufnahmehemmung vermutlich liegt. Ähnlich wie bei einen ADHS Medikament wird da in Bestimmten Gehirnregionen die etwa bei Psychose zu den Negativsymptomen beitragen und wo ein Mangel an diesen Botenstoff sowie Dopmain da ist, das damit gesteigert und man wird ruhiger, wirkt auch gegen Nikotinsucht ideal. Auf der einen Seite hat man bei Psychose einen Dopaminmangel im frontalen Kortex aber gleichzeitig einen Überschuss im Klein und Großhirn was man für die Positivsymptome verantwortlich macht, also an sich ein Ungleichgewicht der Botenstoffe.


    Neuroleptika dämpfen vor allem also senken das Dopamin und dabei kann sich der Mangel auch vergrößern, von daher leiden viele Betroffene unter Antriebsmangel und Motivationslosigkeit, Konzentratonsschwäche etc. da das eben keine wirklich gute Lösung ist die man bekommt und es können auch innere Unruhe vorkommen die zu Aggressionspotential führt und von daher bieten sich spezielle Antidepessiva an da die auch am gezieltesten da wirken wo die Probleme enstehen. Etwa gibt es da auch andere selektive wie Duloxetin (SSNRI) die aber auch auf Serotonin wirken und die Serotoninwirkung kann Psychosen begünstigen, von daher ist man mit dem Bupropion sehr gut bedient, auch wenn es auf Dopamin steigernd wirken kann was man für die Psychose Verantwortlich macht. Im Grunde muss man sich die Wirkung so vorstellen das das Dopamin dort wo der Mangel ist gesteigert wird und so auch weniger Dopamin angeregt wird durch Glutamat etc. und auch Positivsymptome so weniger werden.

    Dadurch kann man viel von den Neuroleptika sparen und kommt mit Minimalen Dosierungen und quasi Wochen Monate auch ohne Nls durch wenn es gut funktioniert, also das würde ich so man Empfehlen, erst Bupropion zur Stimmungsstabilisierung zusätzlich zum Neuroleptikum und dann kann man eventuell das Nl auch reduzieren. Kann sein das seine derzeitigen Stimmungsprobleme auch von so etwas kommen das er reduziert oder ganz abgesetzt hat? Also das Bupropion reguliert gut aber bisschen Dämpfung durch Neuroleptika braucht man trotzdem.


    Den Artikel im Forum habe ich erst überarbeitet von der Schrift und allen, das würde ich empfehlen mal zu probieren da umzustellen, Aripiprazol ist ein gutes Neuroleptikum aber da können auch Stimmungsschwankungen vorkommen da es vor allem gegen äußere Unruhe hilft dämpfend gegen Innere Unruhe dafür ist das Bupropion besser geeignet und in der kombi geht es sehr gut da lässt sich sogar das Aripiprazol eben auf minimale Bedarfseinnahme bei mir (2-6Tabletten im Monat) reduzieren.


    Das wäre zumindest meine Empfehlung, ich hab auch lange das mitgemacht 5 Jahre etwa bis ich zu dem Bupropion gekommen bin und die Situation insgesamt viel besser wurde. An sich eben weniger schön, aber an sich hat die übliche Medizin meist keine guten Antworten auf die Probleme da wird man ruhig gestellt und fertig, ob man daheim fast durchdreht mit den Medikamenten und Problemen die sich so ergeben das ist denen wurscht, Hauptsache man hält die Fresse, denn Zeit um den anderen mal ernst zu nehmen gibt es da keine und Betroffene leiden eben auch unter Problemen die für andere eben kaum erkennbar sind oder generell untergehen da wird dann weil die Medikamente(einige der Neuroleptika und andere Antidepressiva) und Erkrankung das Wesen verändern also man kann da auch sich über kleinigkeiten aufregen wenn man quasi in dieser Zwickmühle steckt wo man quasi verdammt ist drinnen kaputt zu gehen.


    Das mit dem Bupropion und Aripiprazol Bedarf kann einen da herausholen weitgehend, das sollte man schon probiert haben.

    Bupropion + Aripiprazol-Bedarf Therapie


    Ansonsten hoffe ich das dir das Forum gefällt, also es soll insgesamt bisschen über diesen Zwiespalt aufklären, ist wirklich schwer als Betroffener gute Hilfe zu bekommen, also vor allem die Medikamente die man braucht.

  • Hallo zusammen,

    ich habe hier schon einiges Still lesen können und möchte meine derzeite Situation einmal schildern und erhoffe mir ein paar Anregungen und Tipps.


    Ich bin inzwischen völlig verzweifelt und weiß da absolut nichtmehr weiter. Die Arztin sagt nur ohne seine Einwilligung könne man da nichts machen.

    Ich für meinen Teil denke das er inzwischen unberechenbar ist und da ich mich mit Psychosen nicht wirklich auskenne und auch schlecht reinversetzen kann

    Gibt es denn da keine möglichkeit etwas zu machen bzw wird das jetzt unbehandelt immer schlimmer oder wie ist da der Verlauf.

    Wie kann man sich jemanden gegenüber Verhalten.


    Ich hoffe das der ganze Text jetzt nicht zu lang und ausführlich war aber es liegt mir leider total am herzen.

    der Verlauf lässt sich nach meinen eigenen Erfahrungen nicht ohne weiteres vorhersagen.

    Es kann sein,dass sich die Psychose mit der Zeit legt,aber wenn er kifft und Kokain nimmt,wird das wohl alles nur noch schlimmer machen.

    Diese psychotropen Substanzen verstärken in der Regel psychotische Phasen.


    Wenn er keine Drogen mehr nehmen würde,bestünde zumindest die Wahrscheinlichkeit,dass die Psychose etwas abflacht.

    Abstinenz plus eine kurzfristige Gabe von potenten Neuroleptika (mehrere Wochen) würden ihn wohl runterholen, aber da muss er halt mitmachen.

    Wenn er gar nicht zugänglich ist,muss man auf die Inseln der Klarheit achten und diese zur Kommunikation nutzen,die in fast jeder Psychose auftreten.

    Ansonsten bist du wohl,leider,machtlos.


    Grüße,Nagarjuna