Wie sind eure Erfahrungen mit den Medikamenten und Erkrankungsverlauf?

  • Mittel zum Zweck 😊 Würde ich mal sagen sind Medikamente. Meist gute Erfahrungen denn sie haben mir geholfen. Schlecht sind die Nebenwirkungen: Schwindel Impotenz Parkinson trippeln war am schlimmsten.


    Momentan bin ich wie der alte. Mal sehen wie es nach einer Arbeitswoche ist. Meine Tabletten wurden reduziert auf eine Erhaltungsdosis

  • Ich finde es gut, Erfahrungsberichte zu sammeln und zu teilen, deshalb hier meiner:


    Ich stand Neuroleptika am Anfang relativ neutral gegenüber. Als die Erkrankung chronisch wurde, hab ich dann mit Olanzapin erst richtig Bekanntschaft gemacht: 10 kg Gewichtszunahme innerhalb weniger Wochen. Also abgesetzt. Quetiapin hab ich nicht vertragen. Hat bei mir den Blutdruck durcheinander gebracht - bis heute bin ich hypertonisch. Dann Aripiprazol. Das habe ich am besten "vertragen" und auch am längsten (4 Jahre) eingenommen. Nebenwirkungen: Matschbirne, "parkinsonsches" Zittern der Hände, Unruhe. Keine Positivsymptomatik; die Negativsymptomatik wurde allerdings nicht verbessert. Fazit: ich führe bei mir Stoffwechselveränderungen auf die Einnahme verschiedener NL zurück. Außerdem hatte ich nie ein gutes Gefühl dabei.


    Was die Behandlung der akuten Schübe angeht, hab ich mit hochpotenten Typika wie auch mit Atypika gute Erfahrungen gemacht. Da bekommt man einfach die Keule auf den Schädel und es ist erstmal Ruhe. Da sind mir die älteren NLs wie Benperidol fast noch lieber. Sollte man aber vernünftig dosieren, sonst wird man zur Statue. Und die Behandlung sollte so kurz wie möglich (wenige Tage) sein.


    Als Rat kann ich nur sagen, dass Medikamente nicht das Wichtigste bei Schizophrenie sind. Sie heilen uns nicht, sie helfen uns nicht, sie machen uns nur ruhig bzw. gefügig. Sich neu finden, eine neue Sicht aufs Leben entwickeln, neue Wege gehen... Das hat mir viel mehr geholfen als das, was die Psychiatrie mir in den 11 Jahren meiner Erkrankung mit ihren Psychopharmaka geboten hat. Heute bin ich medikamentenfrei und hab ein gutes Gefühl.


    Gruß :)

    "Man ist und bleibt so lange ein Sklave, bis man vom Hoffnungswahn geheilt ist." - Emil Cioran (1911-1995)

  • Vielen Dank für Dein Beitrag, ich finde ihn gut.

    Ich bin vor genau einem Jahr erkrankt und nun ist die Erkrankung chronisch geworden.

    An Medikamente nehme ich nun 10mg Aripripazol. Ich kann die Matschbirne bestätigen, weshalb ich auch gerade leider wieder Krankgeschrieben bin.

    Es ist ein Teufelskreis, ohne Medis werde ich wohl psychotisch, mit Medis Lebe ich Symtomefreier aber gefangen in einer Zwangsjacke.

    Da Psychotisch garnicht geht und da keiner etwa für meine Erkrankung kann, darf ich nicht all zu laut auf die Medis schimpfen.

    Deine Erfahrung das neue Ziel Dir geholfen haben sagt mir das Du durch positives denken "gesund" geworden bist!?!